Musik, Nachgefragt
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Mit „Fliegenklatsche“ die Clubs rocken

Das Duo „Mata Mosca“ legte kurz vor Weihnachten 2013 bei der Schools-Out-Party in der Lüdenscheider Schützenhalle auf. Björn hatte die Gelegenheit, vor ihrem Gig mit den beiden zu sprechen.

Wie habt Ihr Euch kennen gelernt und wie kam es zu dem gemeinsamen Projekt „Mata Mosca“?

Larsito: Mein Freund DJ Fiks, den ich schon aus Sandkastenzeiten kenne, hat auf einer Hochzeit aufgelegt. Als alle bereits etwas angetrunken waren habe ich ihn mit Liedwünschen genervt. Manche haben gepasst, andere nicht so, und irgendwann gesellte ich mich dazu und habe auch ein wenig Action gemacht. Später schlug ist vor, dass ich mal meine Trommeln mitbringe und wir gemeinsam was machen.

Wenn ich richtig recherchiert habe, kommt „Mata Mosca“ aus dem Spanischen und bedeutet „Fliegenklatsche“. Was hat es damit auf sich?

Larsito (zaubert eine große Fliegenklatsche unter dem Tisch hervor): Die kommt aus Australien und ist aus echtem Nubuk-Leder, die haben wir bei jedem Konzert dabei.

Und was macht Ihr damit?

DJ Fiks (lacht): Das kann man nur hinter den Kulissen erleben – mehr sagen wir nicht dazu.

Larsito, welche Bedeutung hat das Projekt „Mata Mosca“ für Dich? Stellt es eine Möglichkeit dar, am Plattenteller oder als Sänger Ideen jenseits von „Culcha Candela“ zu verwirklichen, wo doch etliche Personen mitreden und viele Kompromisse gemacht werden müssen?

Larsito: Ja, auf jeden Fall. Bei ‚Mata Mosca’ kann ich Musik spielen, die ich mag, und es ist nicht hundertprozentig dieses ‚Bühnending’ wie bei ‚Culcha Candela’. Das kann ich zwischendurch mit einem guten Kumpel machen, den ich schon lange kenne. Eine gute Kombination.

Wie funktioniert bei einer so großen Band wie „Culcha Candela“ die tägliche Arbeit? Werden anstehende Entscheidungen sozusagen basisdemokratisch getroffen oder gibt es eine Person, die irgendwann definitiv entscheidet?

Larsito: Es läuft ziemlich basisdemokratisch, wir stimmen uns untereinander ab. Es gibt unterschiedliche Arten der Zusammenarbeit. Da bringt zum Beispiel einer einen Chorus mit und fragt, ob jemand Bock hat, eine Strophe dazu zu schreiben. Wir haben keine spezielle Formel, wie wir Lieder schreiben, da gibt es immer andere Ansätze. Zwar haben alle ihren speziellen Bereich, in dem sie überwiegend arbeiten, aber jeder ist auch bemüht, an allem teilzuhaben.

Bei der Musik von „Culcha Candela“ spielt der multikulturelle Aspekt eine große Rolle. Überträgt sich dieses Prinzip auch auf die Musik, die ihr als „Mata Mosca“ auflegt?

DJ Fiks: Unsere Musik ist, wie der spanische Name schon andeutet, natürlich auch karibisch und südamerikanisch geprägt. In Kombination mit Larsitos Percussion ergibt das dann, wie wir finden, einen ziemlich coolen Mix.

Seht Ihr „Mata Mosca“ als reines Live-Projekt oder ist auch das eine oder andere Album geplant?

DJ Fiks: Darüber haben wir uns bisher noch keine Gedanken gemacht, aber wer weiß, alles ist möglich. Pauschal nein sagen möchten wir auf jeden Fall nicht.

Was können die Fans in der nächsten Zeit von „Culcha Candela“ erwarten? Wird es ein neues Album oder eine neue Tour geben?

Larsito: Ja. Wir hatten eine kleine Auszeit genommen, sind jetzt gut erholt und möchten 2014 wieder angreifen.

Larsito, gibt es eigentlich in Deinem Plattenschrank auch Musik, die ein Culcha-Candela-Fan dort nicht erwarten würde?

Larsito: Ja, auf jeden Fall. Wenn ich Auto fahre, höre ich sehr gerne klassische Musik, aber ich habe auch Jazz-Sender einprogrammiert. Wer selbst Musik macht sollte viele verschiedene Musikrichtungen hören, denn man verfügt dann über einen größeren Pool, aus dem man schöpfen kann. Das finde ich sehr wichtig.

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Ihr seid ein fester Bestandteil der Berliner Musikszene. Ist nach Eurer Einschätzung Berlin noch immer das kreative Zentrum der deutschen Musik oder entsteht inzwischen die wirklich spannende Musik woanders?

Larsito: Was glaubst Du was wir sagen, die Antwort ist eindeutig!

DJ Fiks: Wir sind natürlich stark in der Berliner Musikszene verwurzelt, und wenn es woanders spannender wäre, könnten wir das schon allein aus diesem Grund gar nicht beurteilen.

Larsito: Ich kenne so viele Musiker, die aus Australien oder Amerika nach Berlin kommen, um dort zu arbeiten. Berlin ist nach wie vor der kreative Magnet in Deutschland.

Und was zieht so viele Künstler nach Berlin?

Larsito: Ein wichtiger Aspekt sind sicher die niedrigen Lebenshaltungskosten im Vergleich zu anderen Städten. Man kann in Berlin erst mal eine Weile überleben, wenn es noch nicht so gut läuft.

DJ Fiks: Dort herrscht einfach eine eigene Dynamik. Den Leuten ist es egal, wie Du rumläufst und was Du machst, die treffen sich einfach und sind für vieles offen. Da kann man so schnell niemanden schocken, und deshalb entstehen auch so viele wunderbare Dinge in dieser Stadt.

 Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei Euren weiteren Projekten.

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Kategorie: Musik, Nachgefragt

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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