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Thor – Wo ist dieses Kingdom denn dark?

Dark steht im Titel, aber ich frage mich, wo dieser Film dark sein soll. Alles so hell hier, alles so klinisch rein. Da segnet gleich zu Beginn ein Knilch nach dem anderen das Zeitliche, aber Blut bekommt der Zuschauer keines zu sehen. „Thor – The Dark Kingdom“ ist wieder eine dieser Comicverfilmungen frei nach dem Motto „schöner Sterben freigegeben ab zwölf Jahren“. Krieg ist aber alles andere als schön, Krieg ist hässlich. Wenn schon ein dunkles Königreich versprochen wird, dann bitte auch eines präsentieren, das frei von Bonbonfarben ist.

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Alles aus dem Computer – und das sieht man leider. (Foto: 2013 Marvel. All Rights Reserved.)

Ein Blick hinüber zum Kollegen Batman hätte helfen können. Besser gut geklaut, als schlecht selbst ausgedacht. Hinzu kommt eine dünne Story, die kaum für 45 Minuten reicht, sich aber über 100 Minuten dahinschleppt. Thor muss mit Hilfe seiner großen Liebe Jane Foster (endlich wieder vereint: da hüpft das Herz und mal nicht der Hammer) und seinem linkischen Bruder Loki die Erde und das Universum vor dem Untergang bewahren, da selbst Odin den bösen, bösen dunklen Elfen nichts Gescheites mehr entgegenzusetzen hat. Das war es, mehr passiert nicht. Da dies aber für über 100 Minuten nicht genügt, müssen die Gegner sich ein paar Scharmützel liefern. Also wird munter im Wechsel gelabert und geballert. Das alles vor Hintergründen, die so etwas von ersichtlich aus dem Computer stammen, das die Macher am besten auch gleich die Schauspieler mit generiert hätten. Früher war beileibe nicht alles besser, aber da mussten sich die Filmemacher noch Mühe geben, wenn sie futuristische Szenarien wie in „Blade Runner“ erschaffen wollten. Heute wird der Rechner angeworfen und bombastische Hintergründe kreiert, die immer identischer werden.

Apropos identisch: Damit in die Kämpfe gegen die dunklen Elfen zumindest ein Hauch von Spannung hineinkommt (oder zweifelt etwa jemand ernsthaft an dem Hammer von Thor?), dürfen die mit Raumschiffen angreifen und schießen was das Waffenarsenal hergibt. In diesen Szenen bitte mal die Augen schließen und nur dem Sound lauschen. Und? Und? Genau! Star Wars lässt nicht nur grüßen. Das ist Star Wars. Der Sound ist bis auf den letzten Hall identisch. Aber was beschwere ich mich eigentlich? Hier wurde schließlich eindeutig nach meiner Empfehlung gearbeitet: Besser gut geklaut… Also doch nicht alles schlecht in dieser Fortsetzung?

Sagen wir mal so: Der Film zieht im Vergleich zum Vorgänger eindeutig den Kürzeren. Dafür sind die Story und die Computereffekte viel zu schwach ausgefallen. Die Schauspielerriege um Chris Hemsworth mit Anthony Hopkins, Natalie Portman und Tom Hiddleston spielen ihre Parts routiniert herunter und die Szenen auf der Erde sind recht unterhaltsam ausgefallen. Wer Freude an klinisch-reinen Comic- und Fantasyfilmen hat, der wird auch bei diesem Thor sich gut unterhalten fühlen. Alle anderen können sich diesen Thor schenken oder als mittelmäßige Zwischenstation auf dem Weg zum dritten Teil betrachten. Denn den dritten Teil wird es angesichts der bisherigen Einspielergebnisse definitiv geben.

Thor - The Dark Kingdom_DVDThor – The Dark Kingdom
(Thor – The Dark World)

Genre Comic, Fantasy

FSK ab 12 Jahren

Laufzeit ca. 108 Minuten

Produktion USA 2013

Bildformat 2,40:1

Ton/Sprache Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch (alle DD 5.1)

Untertitel Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Türkisch

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Kategorie: Angeguckt, Film & TV

von

In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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