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„Ein mittelmäßiges Leben – einfach schrecklich!“ Ein Gespräch mit Star-Designer Harald Glööckler

(Foto: Björn Othlinghaus)
Harald Glööckler nahm sich viel Zeit für die Fans, signierte und stand für Fotos zur Verfügung. (Foto: Björn Othlinghaus).

Mitte Februar 2018 eröffnete Star-Designer Harald Glööckler den weltweit ersten Pompöös Pop ART Store im Ruhr Park Bochum.

Wer nicht zur offiziellen Eröffnung sowie zur Pre-Opening-Party mit zahlreichen Stars aus TV, Musik und Fashion wie Sarah Knappik, Mode- und Schmuckdesigner Julian F. M. Stöckel, Kathy Kelly von der Kelly Family sowie der amtierende Miss Germany Soraya Engel kommen konnte, hatte am 6. März 2018 noch einmal die Möglichkeit, den Designer im Store persönlich kennenzulernen, ein Autogramm zu ergattern oder ein Selfie mit dem exzentrischen Kreativgenie zu machen.

Der Pompöös Pop ART Shop im Ruhr Park Bochum bietet eine große Auswahl an Produkten von Kreativ-Genie Harald Glööckler. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Pompöös Pop ART Shop im Ruhr Park Bochum bietet eine große Auswahl an Produkten von Kreativ-Genie Harald Glööckler. (Foto: Björn Othlinghaus)

Shop-Inhaber Ormier Babameto und sein Team halfen den zahlreich erschienen Gästen gerne, Fotos mit Glööckler zur Erinnerung an das denkwürdige Zusammentreffen zu machen. Auch Björn war an diesem Tag vor Ort und hatte die Möglichkeit, ein exklusives Interview mit dem Prince of Fashion zu führen, in dem der Designer unter anderem über seine Entscheidung, auf die Verarbeitung von Echtpelz zu verzichten sowie über seine Einstellung zum Leben und seinen Anspruch, Menschen zu motivieren, spricht (Interview weiter unten!).

Wenn sich Harald Glööckler die Ehre gibt, präsentieren sich in seinem Umfeld oft auch andere Menschen mit sympathischem Hang zur Exzentrik. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wenn sich Harald Glööckler die Ehre gibt, präsentieren sich in seinem Umfeld oft auch andere Menschen mit sympathischem Hang zur Exzentrik. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Pompöös Pop ART Store im Ruhr Park Bochum können die Gäste ab sofort in gewohnt barockem Ambiente nicht nur die spektakuläre Kleidung des in Zaiserweiher bei Pforzheim geborenen Multitalents kennenlernen, sondern eine umfangreiche Auswahl seines Schaffens und der von ihm angebotenen Produktpalette, die unter anderem Wohnaccessoires wie Decken und Kissen, Tassen, Taschen, Bilderrahmen und vieles andere mehr beinhaltet. Darüber hinaus werden im Pop ART Store zahlreiche Original-Gemälde Glööcklers sowie ein von ihm designtes Harley Davidson Motorrad präsentiert, verziert mit 20.000 Swarowski-Kristallen.

Ormier Babameto, Inhaber des Pompöös Pop ART Store im Ruhr Park Bochum, ließ sich gerne von den Fans als Fotograf einspannen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ormier Babameto, Inhaber des Pompöös Pop ART Store im Ruhr Park Bochum, ließ sich gerne von den Fans als Fotograf einspannen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dieses exklusive Einzelstück ist ebenso verkäuflich wie die meisten anderen Exponate und Produkte, die im Store angeboten werden – bei einem Preis von 129.000 Euro gehört das chromglänzende Motorrad allerdings zu den Exponaten für den gehobenen Geldbeutel. Seit jeher gehört es zu den Gepflogenheiten des Designers, viele seiner Kreationen auch für erschwinglichere Preise anzubieten – schließlich soll jeder seiner Fans und Kunden die Möglichkeit haben, sich ein Stück Glamour mit nach Hause zu nehmen. Weitere Infos zum Pompöös Pop ART Store unter www.pompoeoespopart-bochum.com

Herr Glööckler, mit Ihrem aktuellen Buch „Fuck you Brain“ möchten Sie Ihre Leser motivieren …

Harald Glööckler: Ich möchte ganz generell mit allem, was ich mache, die Menschen motivieren. In dem Buch versuche ich, den Lesern zu vermitteln, wie ich mit den Widrigkeiten des Lebens umgegangen bin und umgehe.

Glauben Sie, dass der fehlende Erfolg vieler Menschen vor allem mentale Ursachen hat? Dass sie viel mehr leisten könnten, als sie es eigentlich tun.

Harald Glööckler: Leistung ist Willenssache. Wenn ich nur Mittelmaß möchte, werde ich auch Mittelmaß bekommen. Wenn ich darüber hinaus gehen möchte, muss ich mich über das normale Maß hinaus anstrengen.

Spaß mit den Fans. (Foto: Björn Othlinghaus)

Spaß mit den Fans. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ich muss aus meiner Komfortzone raus, das wollen viele ja schon nicht. Außerdem muss man was wagen, ein Risiko eingehen. Wenn man das nicht macht, wird das Leben mittelmäßig, und das finde ich bedauerlich, denn ein mittelmäßiges Leben ist einfach schrecklich.

Ist die Kleidung für Sie ein Instrument, um andere Menschen einzuschätzen? Glauben Sie, dass man den Charakter eines Menschen an seiner Kleidung beurteilen kann?

Harald Glööckler: Nein, gar nicht. Man kann vieles an der Kleidung einschätzen, ob jemand sich was traut, ob jemand auffallen, ein Statement rüberbringen möchte. Ich achte generell weniger auf Kleidung als auf die Ausstrahlung, die Aura von Menschen. Manche tragen auch Kleidung, die gar nicht zu ihnen passt. Die können das gar nicht ausfüllen, was ihre Kleidung ausdrückt.

Es gibt sicher kaum noch jemanden in Deutschland, der Sie auf der Straße nicht erkennt. Ist das nicht auch ein enormer Verlust an Freiheit?

Harald Glööckler: Das ist es, aber da darf man nicht jammern, das ist der Preis, den man zahlen muss. Wenn Sie etwas erreichen wollen, müssen Sie Opfer bringen. Sie müssen entscheiden, welches Opfer zu bringen ist, und dann müssen Sie es bringen. Es lohnt nicht, sich im nachhinein darüber zu beklagen. Sicher würde ich gerne mal nebenan einen Kaffee trinken, bummeln gehen oder einfach mal ganz privat unterwegs sein, ins Kino gehen, das alles geht aber nicht mehr.

Die Menschen mögen den Star-Designer. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Menschen mögen den Star-Designer. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gerade in meinem Fall ist das ja auch sehr extrem, weil ich einer der Prominenten bin, die sehr markant sind. Das Handelsblatt hat kürzlich geschrieben, ich sei bekannter als die Kanzlerin und dass mich laut einer Studie 95 Prozent aller Deutschen kennen. Das ist für mich als Marke natürlich positiv, als Privatmensch jedoch fatal. Aber das ist nunmal Teil des Deals.

Sie sind auch als Maler und Bildhauer tätig. Was bedeutet diese Art Kunst für Sie?

Harald Glööckler: Das ist für mich ein Ventil, ein Ausgleich. Inzwischen läuft es aber schon fast gleichwertig mit den übrigen Dingen, die ich mache. Kunsthistoriker auf der ganzen Welt haben ja meine Kunstwerke sehr gut besprochen und ich verkaufe die inzwischen auch gut. Das hängt natürlich unter anderem damit zusammen, dass man Kunst viel zur Distinktion (Anm. des Verf.: Abgrenzung Angehöriger bestimmter sozialer Gruppierungen) nutzt und es einfacher ist, ein Bild von einem Herrn Glööckler, den die meisten Deutschen kennen, an der Wand zu haben als vielleicht von einem sehr bekannten Maler, der aber trotzdem der großen Masse unbekannt ist. Ich habe ja damit begonnen, die Kunst auf Tassen und auf Taschen zu bringen, und ich finde, dass Kunst immer mehr ein Thema wird, dass die Menschen fasziniert und begeistert.

Sie machen Kleidung für normal gebaute Menschen und nicht nur für Magermodels. Allgemein hat man aber dennoch das Gefühl, dass der Trend in der Modeszene wieder in die andere Richtung geht. Glauben Sie, dass es eines Tages ein echtes Umdenken in der Branche geben wird?

Harald Glööckler: Ich glaube, dass doch beides nebeneinander bestehen kann. Ich fange bereits bei den Größen 34 und XXS an, denn diese Damen finden auch nur schwer attraktive Kleidung. Ich beobachte die Intoleranz auf beiden Seiten.

Ein pompööses Geschenk für einen, der schon alles hat: eine von Harald Glööckler gestaltete Harley mit 20000 Swarowski-Kristallen (Unikat, Preis 129.000 Euro), zu erwerben im Pompöös Pop ART Store Bochum. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein pompööses Geschenk für einen, der schon alles hat: eine von Harald Glööckler gestaltete Harley mit 20000 Swarowski-Kristallen (Unikat, Preis 129.000 Euro), zu erwerben im Pompöös Pop ART Store Bochum. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die, die kräftiger gebaut sind, lassen sich über die schlanken aus, diskriminieren sie als verhungerte, bullimische Frauen, und die anderen lästern über die Übergewichtigen. Ich denke, wenn jeder einfach den anderen akzeptieren und sich um sich selbst kümmern würde, hätten alle genug zu tun.

Ich beziehe die Frage natürlich auf den Umstand, dass viele Models durch zu wenig Essen krank werden.

Harald Glööckler: Die Menschen werden aber auch krank durch zu viel Essen. Zu dick und zu schlank ist am Ende des Tages beides nichts, aber ich bin ja als Modemacher kein Arzt. Ich bin ja nicht dazu da, jemandem zu sagen, iss‘ mal weniger oder iss‘ mal mehr. Ich bin ein sehr toleranter Mensch – von mir aus kann jeder leben, wie er mag.

Sie engagieren sich auch gegen die Verwendung von Echtpelz für Kleidungsstücke. Dennoch scheint es wieder in Mode zu sein, Kleidung aus Echtpelz herzustellen und zu tragen, obwohl es ja inzwischen auch wirklich hochwertigen Kunstpelz gibt. Wie erklären Sie sich das?

Harald Glööckler: Das hat mit einem gewissen Luxusgedanken zu tun, dass Designer eben denken, sich durch Echtpelz einen luxuriösen Anstrich geben zu können und ein Kunstpelz dann eben nicht in ihre Haute-Couture-Kollektion passt. Aber im Grunde ist das natürlich Quatsch. Man kann zum Beispiel statt Pelz teure Tuchmäntel machen, eben den Luxus anders erzeugen. Ich verurteile keine Frau, die einen echten Pelz trägt, dass muss jeder selbst vor seinem Gewissen ausmachen, aber als Modemacher verarbeite ich keinen echten Pelz weil ich sage, das muss nicht sein und das braucht’s nicht.

Auch kleine Gäste fühlten sich im Pop ART Store wohl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch kleine Gäste fühlten sich im Pop ART Store wohl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ich finde es immer sehr eigenartig, wenn jemand einen Pelzmantel trägt und auf der anderen Seite seinen Hund im Arm hat. Es stört mich sehr, dass der Echtpelz bei vielen Designern so proklamiert, ein totaler Hype darum gemacht wird und gigantische Pelzroben zur Schau gestellt werden. Es müsste eigentlich an jedem Echtpelz, wie auf Zigarettenpackungen, eine Warnung stehen wie zum Beispiel ‚Für dieses Kleidungsstück mussten Tiere qualvoll sterben!‘. Es gibt eindeutig andere Möglichkeiten, sich künstlerisch zu betätigen, man muss dafür keine Echtpelzmäntel produzieren.

Was können Ihre Kunden in der neuen Saison von Ihnen erwarten?

Harald Glööckler: Da ist eine Menge geplant: Es gibt neue Taschen und es gibt neue Tassen, außerdem werden neue T-Shirts, Jacken und Hosen erscheinen. Wir bringen ja permanent etwas neues raus. Das besondere ist dabei, dass wir sowohl recht günstige Kleidung und Produkte als auch die Haute-Couture-Linie im Angebot haben.

Viele Ihrer Produkte – ich erinnere mich da unter anderem an die Pralinen vor einigen Jahren – kommen immer nur für einen stark begrenzten Zeitraum auf den Markt. Warum ist das so?

Harald Glööckler: Dabei handelt es sich dann oft um Dinge, die nur saisonal erhältlich sind wie zum Beispiel die Pralinen ausschließlich im Winter und nicht in den warmen Sommermonaten. Außerdem sind manche Produkte, da ich mit Lizenzen arbeite, letztlich auch nur auf höchstens zwei oder drei Jahre angelegt. Nicht alle Lizenzverträge gehen so lang, manche Unternehmen wechseln öfter, zum Beispiel die Firma Duni, die Tisch-Textilien herstellt. Die arbeiten jedes Jahr mit einem anderen Designer zusammen.

Ich bedanke mich recht herzlich für das Gespräch.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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