Dagewesen, Musik
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Kult.Park Festival – Jann Tholen spielt Indie-Piano-Pop, Bad Temper Joe hat den Blues

(Foto: Björn Othlinghaus)
Jann Tholen lieferte besten Indie-Pop. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit einer hochklassigen Auswahl an Künstlern konnten die Veranstalter des Kult.Park-Festivals in Lüdenscheid auch im Rahmen der zweiten Singer-Songwriter/Comedy-Veranstaltung aufwarten, obwohl einer der Acts des Abends, Joseph Myers, leider abgesagt hatte.

Dennoch wurde im gut besuchten Kulturhauspark viel hörenswertes geboten, sowohl im musikalischen als auch im textlichen Bereich. Seine Begrüßung lockerte der Schauspieler, Synchronsprecher und Autor Christian Michael Donat, der an diesem Abend wieder die Moderation übernahm und darüber hinaus auch einige eigene und fremde Texte zum Besten gab, mit dem Beitrag „Das Paradies der Deutschen“ von Dietmar Wischmeyer auf, in dem es um der Deutschen heiligstes Gebräu, das frisch gezapfte Bier, ging.

Schauspieler Christian Michael Donat moderierte den Abend und rezitierte eigenen und fremde Texte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Schauspieler Christian Michael Donat moderierte den Abend und rezitierte eigenen und fremde Texte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Laufe des Abends rezitierte der Lüdenscheider darüber hinaus diverse eigene Texte, darunter das Fernsehkritische Werk „Zeit, die uns gegeben“, bei dem das Publikum zwischen weitgehend aberwitzigen Fernsehinhalten mit dem Ausruf „Zapp“ hin- und herswitchen konnte. Ferner freuten sich die Blueser unter den Musikfans über den gelungenen Auftritt von Bad Temper Joe. Obwohl der 23-jährige mitnichten ein Südstaaten-Gewächs ist, sondern aus Bielefeld stammt, ist seine Musik, die er überwiegend mit der Weissenborn-Lap-Slide-Gitarre interpretiert, sowohl authentisch als auch hochemotional.

Bad Temper Joe brachte Blues vom Feinsten mit. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bad Temper Joe brachte Blues vom Feinsten mit. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zum einen brachte der Musiker zahlreiche eigene Kompositionen, unter anderem von seinem aktuellen Album „Double Trouble“ zu Gehör, interpretierte aber auch auf großartige Weise Klassiker wie „Mr. Tambourine Man“ von Bob Dylan, einen Song, den man auf den Konzerten seines Schöpfers meistens nicht mehr zu hören bekommt – eine schöne und passende Überraschung an diesem lauen Sommerabend. Für Heiterkeit sorgte der Auftritt des Poetry-Slammers Sebastian Hahn, der mit seinem Programm „Allen dicken Menschen steht Leder“ bereits über 500 Auftritte erfolgreich absolviert hat. In seinen amüsanten Texten machte sich der Bremer nicht nur gerne über sich selbst lustig, sondern positionierte sich auch gegen dumme Menschen, die gegen Fremde hetzen oder thematisierte die medizinische Entjungferung, die Wehrpflichtige bei der Musterung über sich ergehen lassen müssen.

Tolle Live-Atmosphäre mit Jann Tholen und seiner Band. (Foto: Björn Othlinghaus)

Tolle Live-Atmosphäre mit Jann Tholen und seiner Band. (Foto: Björn Othlinghaus)

Den Zuschauern gefielen die farbenfroh formulierten Texte und Hahn erhielt viel Applaus. Den Abschluss machte eine neu gegründete Indie-Pop-Band, deren Frontmann der Sänger und Pianist Jann Tholen ist. Der Wahl-Dortmunder trat gemeinsam mit den Musikern Kevin Sedlaczek (Gitarre), Leo Weichert (Bass) und Robert Arnswald (Schlagzeug) an und präsentierte neben Eigenkompositionen wie dem Stück „Hands“, das sich um die Liebe dreht, auch diverse hörenswerte Cover, darunter der Song „Martha“ von Tom Waits‘ Debütalbum „Closing Time“. Wer mehr von der vielversprechenden Band hören möchte, kann sich auf ihre erste EP freuen, die am 7. Oktober 2016 im Dortmunder Club Sissikingkong im Rahmen einer Release-Party vorgestellt wird. Weitere Infos: www.kultpark.eu.

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Kategorie: Dagewesen, Musik

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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