Dagewesen, Musik
Kommentare 1

„Ahnen“ tanzen – Tanz erahnen / Das Tanzensemble Pina Bausch

Einzug der Tänzerinnen und Tänzer in die Wüstenlandschaft von „Ahnen“. (Foto: Laszlo Szito)
Einzug der Tänzerinnen und Tänzer in die Wüstenlandschaft von „Ahnen“. (Foto: Laszlo Szito)

2014 ist ein bedeutendes Jahr für die Wuppertaler Bühnen: einerseits das fünfte Todesjahr der internationalen Tanzlegende Pina Bausch, andererseits 40. Jubiläumsjahr des Tanztheaters Wuppertal. Anlass genug, um den Spot ein weiteres Mal auf diese fabelhafte Künstlerin zu richten, ihr Lebenswerk zu durchleuchten und Fragen in den Raum zu werfen: Wer war diese elfenhafte, magere, doch zähe Frau, welche den Menschen und sein Leben in all seinen Facetten so bildlich, zauberhaft und präzise zu beschreiben vermochte? Wie arbeitete sie, welche Geschichten erzählen ihre Stücke? Wo steht das Tanztheater heute, fünf Jahre nach dem Tod seiner Begründerin?

Am Samstagabend des 10. Mai gegen 19.30 Uhr ist das Foyer des Opernhauses Wuppertal gut gefüllt – doch längst nicht in gewöhnlicher Opernmanier. Statt Anzug und Kostüm in gediegenen Farbtönen, blickt man in eine bunte Besuchermenge – besonders auffälliger Blickfang ist die Kombination von Jeans mit Birkenstocks. Erster Eindruck: Die Besucher des Tanztheaters Wuppertal sind ebenso regelkonform mit dem Dresscode für die Oper wie die Tanzcompagnie Pina Bausch mit klassischem Ballett. Vom ersten Rang oben links wirkt der nahezu ausverkaufte Zuschauerraum noch bunter: Schüler und Studenten sitzen in Gruppen neben den gelegentlichen Theaterliebhabern paarweise und dem offensichtlichen Fachmann inklusive Künstlerblick und Kennermiene.

Pina Bausch tanzt „Café Müller“, ein Stück von 1978. (Foto: Paulo Pimento)

Pina Bausch tanzt „Café Müller“, ein Stück von 1978. (Foto: Paulo Pimento)

Mein persönliches Interesse am Tanztheater bemerke ich am 30. Juni 2009 – dem Todestag seiner Begründerin. Als internationale Tanzlegende und Wegweiserin für das neue Tanzgenre ist Pina Bausch seit Jahrzehnten nicht nur in Szenekreisen der Name schlechthin, sondern sorgt auch bei einem breiten Weltpublikum für großen Beifall. Dennoch ist es erst die Nachricht ihres plötzlichen Todes, welche bei mir eine Faszination an ihrer Person, ihrem Leben und Werk auslöst – und da bin ich kein Einzelfall. Vielleicht liegt es am großen Echo auf die traurige Nachricht in den Medien, vielleicht an der Faszination des Verlustes, der Aura des Geheimnisvollen, welche die Anziehungskraft dieser legendären Künstlerin verstärkt. Der Tod von Pina verändert die Perspektive, den Blick auf ihr Lebenswerk. Der Schlüssel zu diesem ist sein eigener Gegenstand: der Tanz oder – treffender – diejenigen, welche Ausdruck und Bewegung im Tanz vereinen: die Tanzcompagnie Pina Bausch.

Vorhang auf.

Gelber Wüstenboden. Meterhohe stachlige Kakteen. Staub und Sand. Zwischen den riesigen Stacheln ein lebensgroßes Walross mitten im trockenen Wüstensand. Auftritt eines Katzenpaares mit Schleife in den Haaren. Bekleidet mit einem schlafanzug- ähnlichen Zweiteiler im Leoprint. Die Gesichter freundlich maskiert und selig lächelnd, ein gefrorenes Lächeln. Zahlreiche skurrile Gestalten betreten in den nächsten Stunden die Bühne, tummeln sich beinahe. In Anzügen und Kostümen, stocksteif und herrisch. Lederjacke und Schottenrock, Peitsche in den Händen: Ein Dompteur? Die Musik schwankt zwischen aggressiv und zärtlich ruhig, beginnt mit Heavy-Metal beim Auftritt der Lederjacke, bedient sich der Folklore verschiedener Nationen aus unterschiedlichsten Epochen, benutzt verträumte stimmungsvolle Arien ebenso wie Schlagermusik aus Japan, Tanzmusik der 1920er und 1930er Jahre.

Wer ist Pina Bausch?

Philippine Bausch wird 1940 als Tochter eines Gastwirtes in Solingen geboren. Als Kind erhält sie Tanz- und Ballettunterricht. Ihr Talent ist bemerkenswert, sodass sie 1955 im Alter von 14 Jahren ein Studium an der Essener Folkwangschule beginnt. Sie lernt unter dem berühmten Dozenten und Choreographen Kurt Jooss, der durch seinen innovativen und expressionistischen Ausdruckstanz als einer der Mitbegründer des Tanztheaters gilt. Pina beendet ihr Studium mit Bravour und eröffnet sich selbst den Weg an die Juilliardschool in New York, wo sie unter verschiedenen Choreographen an den amerikanischen Modern Dance herangeführt wird. Nach unterschiedlichen künstlerischen Zwischenstationen als Tänzerin, Leiterin und Dozentin in New York und Essen verschlägt es sie 1973/74 als Ballettdirektorin zurück in Heimatnähe an die Wuppertaler Bühnen. Ab 1976 erprobt sie dort neue Formen der Tanzkunst, legt den Grundstein für das Tanztheater Wuppertal und wird eine Weltberühmtheit.

Tanz auf steinigen Spitzen

Über 30 Jahre lang inszenierte Pina Bausch knapp 50 Stücke für die Wuppertaler Bühnen und tourte damit weltweit. (Foto: Wilfried Krüger)

Über 30 Jahre lang inszenierte Pina Bausch knapp 50 Stücke für die Wuppertaler Bühnen und tourte damit weltweit. (Foto: Wilfried Krüger)

Doch bis die Tanzcompagnie zu einer internationalen Größe wird und Welterfolge feiert, tanzt sie einen jahrelangen Kampf. Als Choreographin eckt Pina in Wuppertal zunächst an. Statt eine Pirouette nach der anderen zu drehen, sprechen, schreien oder singen ihre Darsteller während der Performance, brechen zu Tode betrübt in Tränen aus oder lachen hämisch über das Publikum. Die Beschäftigung mit alltäglichen Themen, dem Menschen an sich, seiner Kultur und Gesellschaft, seinen Emotionen steht bei jeder Inszenierung im Mittelpunkt. War die Opern- und Theaterlandschaft der 1960er und 1970er Jahre vor allem durch klassischen Tanz, dessen strenge Tradition und feste Arbeitshierarchie geprägt, stößt die Tanzrevoluzzerin damit in Zuschauer- und Kritikerkreisen auf Verunsicherung, Ablehnung und scharfe Bewertungen. Anfang der 1980er Jahre ist es dann schließlich die gesellschaftskritische Bedeutung ihrer Stücke, welche ihr öffentliches Gehör, Anerkennung und letztendlich Erfolg verschafft. Mit den revolutionären Aus- und Umbrüchen innerhalb der deutschen Kulturszene tanzt sich Pina Bausch gemeinsam mit ihrer Compagnie auf steinigem Weg bis ganz nach oben. Neben Tanz- und Theatergrößen wie dem österreichischen Choreographen Johann Kresnik und dem gebürtigen Karlsruher Gerhard Bohner bringt sie das Tanztheater auf die Weltbühne, schafft international ein völlig neues Genre.

Pina etabliert mit ihrem Tanztheater nicht nur eine neue Form des Tanzes, sondern revolutioniert gleichzeitig auch das Bild von Tänzerinnen und Tänzern. Anstelle von blutjungen und abgemagerten Prima-Ballerinas, erblickt man weibliche Rundungen im besten Alter auf der Bühne, manchmal graue Haare und faltige Haut. Die jüngeren Tänzerinnen und Tänzer wirken von der Statur her keineswegs gebrechlich, sondern hervorragend durchtrainiert, vielleicht lediglich etwas zu klein, zu groß, zu breit, um klassisches Ballett zu tanzen. Das fortgeschrittene Alter mancher Darsteller ist schnell erklärt, weiß man, dass Pina mit Vorliebe über Jahrzehnte lang mit den gleichen Tänzerinnen und Tänzern zusammenarbeitet – eine Tänzerin, Thusnelda Mercy (Tochter von Malou Airaudo und Dominique Mercy), wird sogar in die Compaigne hineingeboren. Der Zusammenhalt des internationalen Ensembles gleicht dem einer Großfamilie – diese innige Vertrautheit spürt man auch im Tanz auf der Bühne.

Ein in die Jahre gekommener Herr mit weißer faltiger Haut und nacktem Oberkörper, knallig blauen Cowboystiefeln und dem Kopfschmuck eines Indianers sitzt passiv und unbewegt in der Prärie. Eine Frau mit Herz im Gesicht zerreibt unablässig Kreide, während sie die Flamme einer Kerze auf ihrem Schoß hütet. Ein Mann betritt die Bühne, geführt vom Dompteur. Die Haut um seine Augen ist unter einer engen Haube auf dem Kopf so sehr gestrafft, dass er aus schmalen Schlitzen blinzelt. Sein langer dünner Schnurrbart reicht bis zur Brust. Nationalitäten treten auf und verlassen die Bühne – die Darsteller sprechen Englisch, Französisch, Chinesisch und Russisch, singen Volkslieder, lernen Deutsch aus einem Lehrbuch. Auf dem Sonnendeck eines Kreuzfahrtschiffes singen sie, im Liegestuhl entspannend, auf Italienisch über die Liebe.

Wie entsteht der Tanz des Ensembles?

„Pinas legendäre, einzigartige Arbeitsmethode, mit der sie all ihre Stücke entwickelt hat, war, wochenlang, monatelang ihre Tänzer zu befragen“, berichtet Wim Wenders, Regisseur und jahrelanger Freund der Tanzlegende im Interview mit dem Filmmagazin celluloid zu seiner 2011 erschienenen Dokumentation Pina. „Fragen im Themenkreis ihres Stückes mit vielen Detailfragen, intimen Fragen, allgemeinen Fragen aber auch ganz persönlichen Fragen, immer weiter zu bohren. Und die Regel war, die Tänzer antworten nicht mit Worten, sondern nur mit Gesten, Bewegungen, Tanzansätzen.“

So sind es die Tänzerinnen und Tänzer, welche Pinas Fragedurst mit ihren Bewegungen stillen und durch ihre Körpersprache in einen Dialog mit dem Publikum treten. Tanz wird zu einem Gespräch zwischen der Idee, der umsetzenden Bewegung und der Reflexion des Publikums. „Deswegen waren die Stücke auch so ansteckend, und deswegen war es auch für einen Zuschauer so, als ob es von einem selbst handelte. Es kam nicht von einer abstrakten Fantasie. Es ist aus Menschen herausgeholt worden und es handelte auch von jemandem, der es sah.“, so Wenders. Während der Inszenierung ihres Stückes Ahnen hat Pina Inspirationen und Fragen folgender Art gestellt:

„Ein Fest für die Natur / Götterverehrung von früher / Eine Form von Danke / Ein Zeichen das mit Gesundheit zu tun hat / Etwas positives wachsen lassen / Eine ganz schöne, riesige Balance / Eine Offenbarung / Etwas mit einem Kopftuch / Irgendetwas mit Teufel / Beschützen / Eine seltsame Heilung / Mit der Fresse in den Dreck / Eine schwere Arbeit mit Lust tun / Etwas Kleines aus Traum / Männerarbeit und Frauenarbeit / Mit den Kühen beten / Ein Zeichen für Freundschaft / Etwas schönes aus einem fremden Land / Was können alte Leute noch? / Bravo / Kaktus / Etwas Kleines aus einem Volkstanz aus eurem Land / Körperkultur / Wie kann man zeigen, dass man alle Lebewesen liebt? / King Kong war auch ein Ausländer / Das Land, wo die Zitronen blühn / Aus Sehnsucht entstanden.“

Das Stück Ahnen

Pinas Stücke sind auf ihre Art und Weise dunkel: von einer tiefen Melancholie und Undurchsichtigkeit. Körperbeherrschung, Anmut und Ausdrucksfähigkeit der Tänzerinnen und Tänzer sind fesselnd, doch hinterlassen auch einige Fragezeichen. Der Schlüssel zu Pinas Tanz? – „Ahnen“. Hinter diesen schlichten fünf Buchstaben steckt Großes. Zunächst unsere Menschheitsgeschichte schlechthin – stachelig, doch fließend wie Sand –, jahrhundertelange Entwicklung, Vergangenheit und Zukunft, Kultur und Kultivierung, Krieg und Frieden, Zeitgeist, Macht. – „ahnen“: Hinter diesen fünf Buchstaben steckt die Fähigkeit, eben diese Menschheitsgeschichte zu erfassen, zu reflektieren und zu begreifen. Das Stück – Pinas Tanz – lässt etwas ahnbar werden, vielleicht den Menschen überhaupt – gleichermaßen in seiner Abhängigkeit und Unabhängigkeit von Völker- und Geschlechterrollen, von der Umwelt und dem Selbstbezug, vom Streben nach Macht und Unterwerfung, vom Geben und Nehmen, vom Dienen und Bedienen lassen. „Da wo die Sprache aufhört, fängt das Ahnen an. Und dort beginnt auch der Tanz“, so Pina Bausch selbst einst über ihr Stück.

Ein Paar lyncht sich gegenseitig: Sie zieht ihm die Ohren lang, wickelt sie, ein, zwei, drei, vier Mal um seinen Kopf und tritt ihm dabei die Zehen platt. Er reißt ihr im Gegenzug den Kopf ab und wirft ihn ins Publikum. Dieses bricht in schallendes Gelächter aus. An anderer Stelle packt jemand den Hals einer weiteren Frau und streckt ihn. Fütterung. Zwischen seinen Knien sitzend schluckt sie, was er ihr den Hals runterschiebt. Der Dompteur lässt durch einen Ring springen, hält diesen direkt vor die Wand. Ein Tänzer schlüpft in das Walross, kann sich in dem neuen Kostüm jedoch nur schwerfällig bewegen. Unter wilder Heavy-Metal Musik stürmt ein Affe die Bühne. Am Reck klettert es sich leider nicht sehr abwechslungsreich.

Vorhang fällt.

Die Uraufführung von Pinas Meisterwerk Ahnen findet 1987 in Wuppertal statt. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Tanztheaters wird das Stück 2014 unter der künstlerischen Leitung von Lutz Förster, Ensemble-Tänzer der ersten Stunde, neu einstudiert. Von den anfänglichen Startschwierigkeiten des Tanztheaters an den Wuppertaler Bühnen ist kein Hauch mehr zu spüren. Beinahe fünf Jahre nach dem Tod ihrer Begründerin sind nahezu alle Veranstaltungen des Tanzensembles Pina Bausch ausverkauft – nur mit Mühe ergattert man kurz nach Vorverkaufsbeginn einige Restkarten für die Jubiläumsspielzeit im Frühjahr 2014. Der Kampf um die Tickets zahlt sich aus. Der dreistündige Aufenthalt im Opernsessel lädt nicht mal eine Minute lang dazu ein, die Augen zu schließen. Ob man Pinas Tanz letztendlich verstanden hat? Nun ja, vielleicht nicht auf die gleiche Art und Weise wie der Sitznachbar, erahnt doch jeder laut Wenders ein Stück von sich selbst im Tanz. Einigkeit herrscht dennoch nach knapp drei Stunden voll schräger Szenen, grotesker Bewegungen, unbequemer Denkanstöße, atemberaubender Tanz- und unterhaltsamer Slapstick-Einlagen bei Schülern, Studenten, Kennern, Laien und Birkenstockträgern: tosender Applaus.

Die Tanzcompagnie Pina Bausch anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums. (Foto: Maarten Vanden Abeele)

Die Tanzcompagnie Pina Bausch anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums. (Foto: Maarten Vanden Abeele)

Pinas Erbe

Knapp 50 Stücke hat Pina Bausch in ihrer mehr als 30-jährigen Schaffensperiode an den Wuppertaler Bühnen erdacht, belebt, umgesetzt und aufgeführt. Repertoire genug, um den Geist des Tanztheaters mit Wieder- und Neueinstudierungen der Stücke jahrzehntelang lebendig zu halten. Garantiert wird dies durch das Archiv der Pina-Bausch-Foundation unter Salomon Bausch, Sohn der Tanzlegende und Gründer der Stiftung. Dieser beschreibt das Archiv 2012 im Interview mit der Internetredaktion des Goethe-Instituts als Ort, an welchem „die Materialien zugänglich sind, um sie zu erforschen, mit ihnen zu arbeiten und Neues zu entwickeln.“ Die Idee eines Archivs geht auf Pina zurück, welche bereits zu ihren Lebzeiten um eine Dokumentation ihrer Arbeit bemüht war. „Pflege und Gebrauch eines Archivs gehörten von Anfang an zur Arbeit meiner Mutter. Seit einigen Jahren verfolgte sie mit mehreren Tänzern und Mitarbeitern die systematische Erschließung des gewachsenen Bestandes, insbesondere der vielen tausend Videoaufzeichnungen. Sie legte genau fest, was alles in das Archiv gehört, und welche Struktur es haben soll“, führt Salomon Bausch fort.

Trotz dieser „Zukunftswerkstatt“ voller Spuren der Vergangenheit kämpft die Pina-Bausch-Foundation mit den Vorwürfen einer rein musealen Verwaltung des großen Erbes. Die Frage nach einer Eigeninszenierung der Compagnie wird immer wieder erwartungsvoll in den Raum geworfen. Lutz Förster tritt im April 2013 als künstlerischer Leiter des Tanztheaters Wuppertal unmittelbar in Pinas Fußstapfen und stellt sich seitdem nach Eigenaussage der anspruchsvollen Aufgabe, das Erbe von Pina Bausch zu bewahren und zugleich der Compagnie den Weg in die Zukunft zu ebnen.

Gleichzeitig den Blick auf Zukunft und Vergangenheit richten, im Hier und Jetzt tanzen, so handelt das Tanztheater ganz in Pinas Sinne.

www.pina-bausch.de

www.pina40.de

Teilen Du darfst...Print this pageEmail this to someoneTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Pin on Pinterest
Kategorie: Dagewesen, Musik

von

In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

1 Kommentare

  1. Hallo Clara,
    ein toller Bericht über eine aussergewöhnliche Choreographin.
    Ich selbst habe mein Interesse für Pina noch zu ihren Lebzeiten entdeckt und kam somit noch in den Genuss sie im Abschlussapplaus in Wuppertal mitten zwischen ihren Tänzerinnen und Tänzern ganz in schwarz gekleidet stehen zu sehen. Und dem erstklassigen Kartenbesteller sei Dank – aus der 1. Reihe!
    Gerade als ehemalige Amateur-Ballett-Maus ein gigantisches Erlebnis – mit welcher Eleganz und Leichtigkeit die Mitglieder des Ensembles Tanz und Schauspiel miteinander verbinden und jegliches Gefühl auf das gesamte Publikum projezieren und das teilweise nur mit einer leichten, kaum merklich angedeuteten Bewegung.
    Viele haben bisher versucht, das Tanztheater von Pina Bausch zu kopieren und sind meiner Ansicht nach damit gescheitert. Ein solches Talent wie sie es war, wird es in der Tanzwelt so schnell nicht mehr geben, daher sollten wir froh sein, dass es mit Lutz Förster jemanden gibt, der lange mit Pina gearbeitet hat und ihr Andenken in ihrem Sinne neu inszeniert und hoch hält.

    Nochmals vielen Dank für Deinen Artikel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.