Märkischer Kreis, Regionales
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Bistro Oriental – Tänze aus 1001 Nacht

Einmal im Jahr kommt die Atmosphäre von 1001 Nacht ins Lüdenscheider Kulturhaus. Für Liebhaber des orientalischen Tanzes ist das „Bistro Oriental“, initiiert durch die Firma „Dance Solutions“ und das „mach was …“ in Brügge, längst ein Pflichttermin. Bereits zum dritten Mal fand die aufwändige Show, als deren kreativer Kopf der Tänzer Michael Hassenpflug alias „Zohar“ fungiert, im Bühnensaal des Kulturhauses statt. Über eine Distanz von rund dreieinhalb Stunden wurde den Gästen Orientalischer Tanz vom Feinsten mit einigen der besten Akteure aus der Szene geboten. Hierbei stand nicht nur der traditionelle orientalische Tanz im Vordergrund, sondern auch viele moderne Variationen, die für die zahlreich erschienenen Orient-Fans einige Überraschungen boten. Nachdem Zohar gemeinsam mit der Leiterin des „mach was …“, Christel Schulte, die Gäste begrüßt hatte, führte Moderatorin Zaara Noelani durch das aus drei umfangreichen Sets bestehende Programm.

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Miss Lily Quamar. Foto: Björn Othlinghaus

Inmitten der unendlichen Fülle von Tanzdarbietungen wurden zahlreiche Höhepunkte geboten, bei denen insbesondere eine Darbietung von Bianca Stücker im ersten Drittel der Veranstaltung im Gedächtnis blieb. Zu elektronischer Musik erreichte ihre zeitgemäße Interpretation des Orientalischen Tanzes eine intensive, inspirierende und leicht düstere Ausstrahlung. Als Kontrast dazu wurden, ähnlich wie bei einem späteren Tanz von „Miss Lily Quamar“, auch nostalgische Anleihen spürbar, die an manche Posen von Tänzerinnen der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnerten. Gerade diese Choreographien, die sich ein wenig außerhalb des klassischen orientalischen Tanzes bewegten, sorgten oft für Spannung und kreative Überraschungen.

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Samara Blue im Rausch der Farben. Foto: Björn Othlinghaus

Niloofar, die den Zuschauern zwei mal eine ebenso erotische wie augenzwinkernde Bauchtanzdarbietung präsentierte, entwickelte sich an diesem Abend zu einem der Publikumslieblinge und konnte sich über besonders viel Applaus freuen. Weitere Tänzerinnen setzten insbesondere auf optische Opulenz. Samara Blue machte ihr üppig-buntes Seidenkleid zum Hauptprotagonisten eines ihrer Tänze, und Shalimar sorgte mit dem effektiven Einsatz eines goldenen Umganges für Aufsehen. Einen Ausflug in die mittelalterliche Musik bescherte dagegen die Formation „Animus Andvarii“, deren Musiker mit mittelalterlichen Instrumenten wie der Drehleier zum „Bistro Oriental“ kamen. Getanzt wurde dazu allerdings in orientalischer Manier mit den Tänzerinnen der Formation „MonaRa“.

„Aicha“ lies sich schließlich von den Filmproduktionen aus „Bollywood“ inspirieren. Auch einige Lüdenscheider Künstler aus dem „mach was …“ waren mit von der Partie. Während die drei Tänzerinnen der Formation „Alima“ perfekt klassische arabische Choreographien zeigten, sind die Mitglieder der Tanzgruppe „ENCORESPECT“ eigentlich mehr im Hip-Hop-Bereich zuhause. Für die Show reicherte die Truppe um Pam Balz ihre flotte Hip-Hop-Choreographie allerdings mit orientalischen Elementen an.

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„Zohar“ tanzte auch gemeinsam mit seiner Tochter Laaila May. Foto: Björn Othlinghaus

Darüber hinaus lies es sich auch der passionierte Tänzer „Zohar“ nicht nehmen, auf der Bühne sein Können unter Beweis zu stellen. Dies tat er sowohl im Rahmen einiger Solo-Darbietungen als auch gemeinsam mit seiner Tochter Laaila May, wobei letztere Tanz-Choreographie mit einer gehörigen Portion (Selbst-) Ironie gewürzt war. Somit war es kein Wunder, dass die Zuschauer von „Zohar“ trotz des vorangegangenen Mammut-Programms noch eine Zugabe einforderten. Im Anschluss kam das riesige Ensemble im Foyer noch einmal für ein Gruppenfoto unter dem Bistro-Oriental-Banner zusammen – Orient-Fans müssen nun von der opulenten Show bis zum nächsten Jahr zehren, wenn es eine vierte Ausgabe geben wird.

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Kategorie: Märkischer Kreis, Regionales

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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