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Modern und gar nicht angestaubt: Der Lüdenscheider Männerchor

(Foto: Björn Othlinghaus)
Der Lüdenscheider Männerchor überzeugte im Kulturhaus. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit seinem aktuellen Konzertprogramm „Solang‘ man Träume noch leben kann“ möchte sich der Lüdenscheider Männerchor in vielerlei Hinsicht von dem angestaubten Image befreien, das dieser Musikform noch immer anlastet. Neue Chorkleidung, ein frisch einstudiertes Repertoire und nicht zuletzt ein runderneuertes Konzept mit ungewöhnlichen Gästen lies diesen Wunsch im ausverkauften Theatersaal des Kulturhauses in Erfüllung gehen.

Dafür, dass neben den vielen neuen Stücken aus den Bereichen Schlager und Pop auch die Traditionalisten nicht zu kurz kamen, sorgte der erste Programmteil mit kirchlicher, barocker sowie klassischer Musik. Unter der Leitung von Stefan Scheidtweiler servierten die Sänger im Anschluss an den feierlichen „Einzug der Gäste“ aus dem „Tannhäuser“ das stimmgewaltig und differenziert interpretierte „Jauchzet dem Herrn alle Welt“. Darüber hinaus präsentierten die stimmlich bestens eingestellten Sänger den Priesterchor „Weihe des Gesangs“ aus der „Zauberflöte“, bei dem erstmals Pianist Prof. Stephan Görg die Klavierbegleitung übernahm, sowie den beschwingten Chor-Klassiker „Freude am Leben“.

"Meine Schönen" aus Bergisch Gladbach sorgten für gute Laune im Saal. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Meine Schönen“ aus Bergisch Gladbach sorgten für gute Laune im Saal. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zwischendurch gaben sich – erstmals in Lüdenscheid – die Damen des Gesangstrios „Meine Schönen – A Singing Affair“ aus Bergisch-Gladbach die Ehre. Nachdem sich die kommunikativen und hervorragend aufgelegten Sängerinnen mit „Hebe deine Augen auf“, einem Terzett aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, vorgestellt hatten, „zwangen“ sie Bürgermeister Dieter Dzewas charmant in die „Prinzenrolle“ beim Lied „Zum Ziele führt dich diese Bahn“ aus der „Zauberflöte“.

Klaus Sonnabend von der Band der Music Store Musikschule überzeugte als Sänger und Schlagzeuger. (Foto: Björn Othlinghaus)

Klaus Sonnabend von der Band der Music Store Musikschule überzeugte als Sänger und Schlagzeuger. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ferner sangen sie – angemessen angesäuselt – im ersten Konzertteil das „Schwipslied“ aus der Strauss-Operette „Eine Nacht in Venedig“. Begleitet von Stefan Scheidtweiler am Klavier servierte das Trio zudem eine echte Rarität, nämlich den Song „Three Little Maids From School“ aus der nur noch selten gespielten Operette „The Mikado“ von Gilbert und Sullivan.

Im zweiten Teil dominierten Melodien aus Schlager, Pop und Musical

Der zweite Konzertteil, bei dem die Band der Music Store Musikschule mit Klaus Sonnabend (Gesang, Schlagzeug), Tlako Mokgadi (Gitarre), Steven Stegnitz (Bass) und Ingo Starink (Keyboard) den Lüdenscheider Männerchor unterstützte, widmete sich der modernen Musik, sprich den Sparten Schlager, Pop und Musical.

Gesanglich überzeugten die über 50 Sänger des Lüdenscheider Männerchores auf ganzer Linie. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gesanglich überzeugten die über 50 Sänger des Lüdenscheider Männerchores auf ganzer Linie. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach der Pause interpretierte der Chor in Begleitung von Prof. Stefan Görg unter anderem den klassischen Schlager „Liebeskummer lohnt sich nicht“. Görg übernahm beim Konzert nicht nur die Klavierbegleitung, sondern servierte auch einige verblüffende Improvisationen an seinem Instrument. So zeigte er zum Beispiel, wie interessant fantasievoll improvisierte Variationen des Liedes „Zum Tanze da geht ein Mädel“ klingen können. Als besonders gelungen erwies sich der zweite Chormusik-Block des Lüdenscheider Männerchores nach der Pause, bei dem die Band die Begleitung übernahm. Obwohl vor dem Auftritt nur einmal die Möglichkeit bestand, gemeinsam zu proben, machten die drei Schlager „Tür an Tür mit Alice“, „Tränen lügen nicht“ und „Dschingis Khan“ einen homogenen und stimmigen Eindruck und wurden mit viel Applaus belohnt.

Gleiches galt für die beiden Solo-Darbietungen der Band, insbesondere für den Paul-Simon-Klassiker „Bridge Over Troubled Water“, der durch die erstklassige Gesangsleistung Klaus Sonnabends überzeugte.

„Meine Schönen“ sangen charmant „Fly Me To The Moon“

„Meine Schönen“ zauberten erneut ein Lächeln auf die Lippen vieler Zuschauer mit drei weiteren musikalischen Leckerbissen, darunter das unglaublich charmant vorgetragene „Fly Me To The Moon“ und die Zugabe „Itzi Bitzi Tini Wini“. Eine Zugabe gab natürlich auch der Chor. Der Song „Solang‘ man Träume noch Leben kann“ von der Gruppe „Münchner Freiheit“ begründete auch den Titel des abwechslungsreichen Programms.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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