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Musiker aus dem Sauerland beim „Picknick im Park“

(Foto: Björn Othlinghaus)
Melina Fuhrmann bildet zusammen mit Nando Andreas das Duo HonigMut. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wenn man nicht zum Park kommen kann, muss der Park eben ins Lüdenscheider Kulturhaus kommen. Ein stimmungsvolles Foto von den Bäumen rund um das Freilichttheater im Lüdenscheider Stadtpark, der Waldbühne, als Bühnenhintergrund musste reichen, denn aufgrund des starken Regens wurde das „Picknick im Park“ mit vielen Musikern aus dem Sauerland kurzerhand in den Theatersaal verlegt.

Einen gelungenen Einblick in die hiesige Musikszene sowie mit Leni Stang eine tolle Künstlerin aus Süddeutschland sorgten dafür, dass der Abend trotz einer stattlichen Länge von dreieinhalb Stunden nicht langweilig wurde. Alle Künstler hatten ausschließlich eigene Songs mitgebracht, so dass es viel neues jenseits der ausgetretenen Pfade zu entdecken gab.

Markus "Hardy" Hartkopf kritisierte auf musikalische Weise den Rechtsruck in Deutschland sowie die Situation der Flüchtlinge. (Foto: Björn Othlinghaus)

Markus „Hardy“ Hartkopf kritisierte auf musikalische Weise den Rechtsruck in Deutschland sowie die Situation der Flüchtlinge. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Schauspieler, Synchronsprecher und Autor Christian Michael Donat, der die Veranstaltung moderierte, stellte die einzelnen Musiker zwischen den Stücken, die auf zwei Bühnen präsentiert wurden, im Rahmen von kurzen, launigen Interviews vor, die freilich auch aus zeitlichen Gründen jedoch nicht sehr in die Tiefe gingen. Darüber hinaus rezitierte er seinen medienkritischen Text „Die Zeit, die euch gegeben“. Mit einem Augenzwinkern sind die teils skurril-syrrealen Songs des Halveraner Singer-Songwriters Binyo ausgestattet. So stellte er in „Alien“ zahlreiche Arten vor, zu selbigem zu mutieren oder besang einen Baum. Unterstützt wurde er dabei zeitweise durch Rudolf F. Nauhauser (Saxophon), der an diesem Abend mehreren Künstlern mit sanften Sax-Klängen zur Seite stand.

Wenn Christian Breddermann und Klaus Sonnabend alias "Ich und Du" losrocken, ist es ganz egal, wer von beiden "Ich" und wer "Du " ist. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wenn Christian Breddermann und Klaus Sonnabend alias „Ich und Du“ losrocken, ist es ganz egal, wer von beiden „Ich“ und wer „Du “ ist. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch mit dem fröhlichen, am Ende des Programms platzierten, vom Reggae inspirierten Rausschmeißer „Lass es doch mal gut sein“ hatte Binyo die Lacher auf seiner Seite. Markus „Hardy“ Hartkopf verortete sich dagegen eher in der Abteilung Sozialkritik und machte unter anderem mit „Ist nur so eine Idee“ emotional und kraftvoll seinem Ärger über Pegida, AFD und die Situation der Flüchtlinge Luft. „Ich und Du“, das sind Klaus Sonnabend (Gitarre, Gesang) und Christian Breddermann (Cajón).

Wer ist Ich und wer ist Du

Anfängliche Diskussionen darüber, wer denn nun „Ich“ und wer „Du“ ist, führten zu keinen befriedigenden Ergebnissen, dafür lieferten die beiden gute Musik, die ausschließlich von dem Album „Einer dieser Tage“ stammte, das Klaus Sonnabend mit seiner Band veröffentlicht hat. Die Songs des Lüdenscheider Musikers schrecken auch vor unangenehmen Themen nicht zurück, zum Beispiel in „Du kannst weiter geh’n“, das sich um den Tod dreht.

Sarah Leann Redding von der "Otherside" sprang gemeinsam mit ihrem Gitarristen für die Singer-Songwriterin Kim Leitinger ein, die an diesem Abend kurzfristig abgesagt hatte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Sarah Leann Redding von der „Otherside“ sprang gemeinsam mit ihrem Gitarristen für die Singer-Songwriterin Kim Leitinger ein, die an diesem Abend kurzfristig abgesagt hatte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Singer-Songwriterin Kim Leitinger konnte aus terminlichen Gründen nicht kommen, dafür sprang jedoch kurzfristig die Band Otherside ein. Besser gesagt, Sängerin Sarah Leann Redding mit Gitarrist Marco. Die Musiker bringen eingängige, teils hymnische Popsongs in englischer Sprache, darunter der intensiv gesungene, nach der Band benannte Song „Otherside“. Nando Andreas (Gitarre, Gesang) und Melina Fuhrmann (Gesang) behandeln in vielen ihrer Lieder mit deutschen Texten die Liebe in all ihren Facetten.

Leni Stang aus Süddeutschland hatte die weiteste Anreise. (Foto: Björn Othlinghaus)

Leni Stang aus Süddeutschland hatte die weiteste Anreise. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gemeinsam sind sie HonigMut, ein Bandname, den sie aus der Bedeutung ihrer beiden Vornamen strickten. Unter anderem interpretierten die beiden das Lied „Da wo mein Herz schlägt“ mit Musik von Ingo Starink und Lyrics von Melina Fuhrmann, das im aktuellen Lüdenscheider Image-Film zu hören ist. Der Altenaer Musiker Tlako Mokgadi, bekannt aus vielfältigen Bandprojekten, trat gemeinsam mit seiner Frau Ulrike Wagner auf. Auch ihre Songs waren oft sozialkritischer Natur – so dreht sich „Habitusgeschwür“ um ausländische Menschen, die in Deutschland auf allerlei Schikanen stoßen.

Den "Rausschmeißer" nach dreieinhalb Stunden lieferte Binyo aus Halver mit "Lass es doch mal gut sein". (Foto: Björn Othlinghaus)

Den „Rausschmeißer“ nach dreieinhalb Stunden lieferte Binyo aus Halver mit „Lass es doch mal gut sein“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gefühlvoll und melancholisch gestalten sich die Lieder von Leni Stamm, die aus Süddeutschland wohl die weiteste Anreise von allen hatte. Mit großer Stimme sang sie poetische Songs wie „Komm, lass uns laufen!“. Hip-Hop, kombiniert mit lässigem Pop, konnten die Zuschauer schließlich beim Duo Zweieck mit Rapper Alexander Fenzl genießen, die das umfangreiche Lineup an diesem Abend komplettierten.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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