Bühne, Theater
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SchattenSpiele – Das Thema Tod in all seinen Facetten auf der Theaterbühne

(Foto: Björn Othlinghaus)
In dem Werk ‚Nichts‘ muss sich das Nichts um eine suizitgefährdete Wissenschaftlerin kümmern. (Foto: Björn Othlinghaus).

Die Theatergruppe in der Schlesinger Fabrik in Lüdenscheid befindet sich derzeit in den Proben zum Theaterabend „SchattenSpiele“, der am Samstag, 18. November 2017, um 20 Uhr seine Premiere feiert und sich mit dem Thema Tod und damit zusammenhängenden Fragen und Gefühlen auseinandersetzt.

Dabei bleibt das Ensemble seiner Tradition treu, einen anspruchsvollen, aber durchaus unterhaltsamen Theaterabend anzubieten. Die Vorbereitungen und Proben zur Veranstaltung, bei der Stücke von Harold Pinter („Moonlight“ und „Victoria Station“), Botho Strauß („Das Nichts“ aus „Sieben Türen“) und Regisseur Christoph Schlesinger zur Aufführung kommen, begannen bereits im März 2017.

Bei den SchattenSpielen in der Schlesinger Fabrik hat der Tod viele Facetten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bei den SchattenSpielen in der Schlesinger Fabrik hat der Tod viele Facetten. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Die Zusammenstellung der Stücke ist so gewählt, dass das Thema möglichst vielseitig beleuchtet und allen Schauspielern eine geeignete Rolle gegeben werden kann“, erklärt Christoph Schlesinger. Bei „Moonlight“ von Harold Pinter handelt es sich um einen Einakter über das Sterben eines Patriarchen. Der Familientyrann Andy liegt im Sterben und gibt sich angesichts des drohenden Machtverlustes Fantasien über sein vergangenes Leben und eine mögliche zukünftige Existenz hin. Seine Söhne versuchen derweil, aus dem Schatten des Übervaters zu entfliehen. Die gestorbene Tochter ist weiterhin präsent in den Gefühlen und Reden der Familie, und Andys Frau kommentiert das Geschehen sehr trocken und mit britischem Humor. Im zweiten Teil des Theaterabends nach der Pause gibt sich dann der Tod persönlich die Ehre, in weiblicher Gestalt und dargestellt von Lena Lauterjung. Das märchenhafte Stück mit dem Titel „Die Verwechslung“ wurde von Christoph Schlesinger verfasst.

Der Wissenschaftlerin kommt beim Selbstmord das Nichts in die Quere. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Wissenschaftlerin kommt beim Selbstmord das Nichts in die Quere. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ferner erleben die Zuschauer Harold Pinters „Victoria Station“, ein hinreißender Dialog zwischen einem desorientierten Taxifahrer und seiner Leitstelle. Den Abschluss findet der Abend schließlich in dem Werk „Nichts“ aus Botho Strauss‘ „Sieben Türen“. Die Rolle des „Nichts“ spielt Sarah Bütow, die sich mit einer selbstmörderischen Wissenschaftlerin auseinandersetzen muss. Im Anschluss an die Premiere finden in der Schlesinger Fabrik, Am Westhang 49 in Lüdenscheid weitere Aufführungen am Sonntag, 19. November, ab 18 Uhr, Sonntag, 26. November ab 18 Uhr und Freitag, 1. Dezember, ab 20 Uhr statt. Tickets kosten 10 Euro (ermäßigt 5 Euro), um Anmeldung per E-Mail (h.schlesinger@gmx.de) oder Tel.: 0 23 51 / 2 44 50 wird gebeten. Weitere Infos: www.schlesinger-theater.de.

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Kategorie: Bühne, Theater

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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  1. Reife Leistung dieser Kammerbühne – und das, obwohl alle Laien sind! Mit Shakespeare-haft minimalistischen Kulissen und modernen Kostümen abgefahren surrealistisches Theater! Nie sah ich eine schönere Todin, nie einen desorientierteren Taxifahrer, nie eine „schlampigere“Verkörperung der Pest…und ein glaubwürdigeres Nichts kanns auch nicht geben!

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