Dagewesen, Musik
Schreibe einen Kommentar

The Asteroids Galaxy Tour – hier explodieren Soul und Funk

The Asteroids Galaxy Tour. (Foto: Björn Othlinghaus)
Zeigten sich in Köln in bester Spiellaune: The Asteroids Galaxy Tour. Frontfrau Mette Lindberg besitzt eine Stimme, die so speziell wie unwiderstehlich ist. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wow, was hauen die denn für einen geilen Sound raus. Und dazu noch dieses Stimmchen der Frontfrau, eigentlich viel zu hoch, das einen aber dennoch nicht los lässt, sondern nachhaltig in den Gehörgang schraubt. Die souligen, funkigen Stücke mit ihren pumpenden Beats so eingängig, dass ich zunächst an Coverversionen geglaubt habe, als ich die Dänen-Combo The Asteroids Galaxy Tour auf der diesjährigen Berlinale erstmals wahrgenommen habe. Aber von wegen gecovert, alles hausgemacht. Und somit stand für mich fest, wenn die in der Nähe sind, dann nichts wie hin zum Konzert. Am Mittwoch war es dann endlich so weit, auf ihrer Mini-Tour durch Deutschland, insgesamt vier Konzerte, traten die Dänen auch im Kölner Stadtgarten auf.

Bläserparts kamen digital aus dem Sampler

Zwei Stücke genügten, dann war bereits klar, das wird ein feiner Abend. Vergessen auch meine anfängliche Enttäuschung als ich weder Sax noch Trompete sah, sind es doch gerade die Bläserparts, die viele Stücke tragen und den Soul und Funk quasi explodieren lassen. Die beiden Köpfe der Band, Bassist, Keyboarder und Hauptsongschreiber Lars Iversen und Sängerin Mette Lindberg, waren mit Mikkel Baltser Dørig (Gitarre, Keyboard) Simon Littauer (Sampler, Synthesizer) Rasmus Littauer (Schlagzeug) auf Tour. Die Bläserparts mussten somit digital aus dem Sampler gelockt werden. Etwas, das Simon Littauer beeindruckend gut gelang. Ein wirklicher Ersatz für live gespielte Bläserparts ist der digitale Sound zwar nicht, da an ihm immer etwas konserviges klebt, aber es geht an solch einem Abend nicht um Vergleiche, sondern um den Eindruck vor Ort – und der passte einfach.

Musikfreunde ließen sich die pumpenden Beats in die Beine fahren

Das war eindrücklich an den Gesichtern der Musikfreunde abzulesen, die an dem Abend das Lächeln nicht aus dem Gesicht bekamen und vor der Bühne sich die pumpenden Beats in die Beine fahren ließen und abtanzten. Selbst die Hüftsteifen kamen irgendwann nicht umhin, zumindest ihren Oberkörper in Schwung zu bringen. Schade nur, dass nach gerade einmal einer Stunde Mette bereits den „last song“ ankündigte. Es folgten noch zwei Zugaben, bevor dann endgültig Schluss war. Mehr Material für ein längeres Konzert wäre locker da gewesen, haben The Asteroids Galaxy Tour doch gerade ihr drittes Album „Bring Us Together“ veröffentlicht.

Viele Songs leben von Mettes spezieller Stimme

„My Club“, die erste Single-Auskopplung war am Abend in Köln auch zu hören; und die einmal mehr die Stärke der Gruppe unterstrich, nämlich Songs zu kreieren, die bereits beim ersten Mal hören außerordentlich eingängig sind. Ein Song, der zudem von Mettes spezieller Stimme lebt, die schwer in Worte zu fassen ist. Lars Iversen hat es einmal so ausgedrückt: „Mette hat eine unglaublich eigenartige und ungeschulte Stimme, die zugleich seltsam, unwiderstehlich und cool ist.“ Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass diese Stimme erst live wirklich unwiderstehlich wird. Auf Platte klingt sie vielfach zu flach und einen Tick zu piepsig. Ach ja, ich weiß, ich jammere mal wieder auf hohem Niveau. Und wenn ich schon einmal in diesem Modus bin, dann will ich noch einen Wunsch loswerden: Beim nächsten Mal bitte wieder auf Tour mit Sax und Trompete. Ich bin mir sicher: Das wird groovy at its best!

Teilen Du darfst...Print this pageEmail this to someoneTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Pin on Pinterest
Kategorie: Dagewesen, Musik

von

In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.