Bühne, Tanz und Ballett
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Balletttänzer Oliver König – Musik und Bewegung machen den Reiz aus

(Foto: Björn Othlinghaus)
Oliver König in einer Nussknacker-Inszenierung der Ballettschule Klüttermann. (Foto: Björn Othlinghaus).

Der Lüdenscheider Oliver König entdeckte bereits im zarten Alter von vier Jahren im Rahmen der frühkindlichen Erziehung seine Freude am Balletttanz.

Jetzt ist Oliver 13 Jahre alt, derzeit einziger männlicher Ballettschüler der Ballettschule Klüttermann und in dem, was er macht, sehr erfolgreich. Bereits zum zweiten Mal spielt er in der „Nussknacker“-Aufführung des Ballett Dortmund die Rolle des Neffen von Drosselmeyer und später den Nussknacker.

Nach fast 10 Jahren Balletterfahrung ist Oliver König längst Profi. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach fast 10 Jahren Balletterfahrung ist Oliver König längst Profi. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das besondere an der Inszenierung: Die Choreographie übernahm Star-Choreograph Benjamin Millepied, der die Ballettchoreographie im Hollywood-Film „Black Swan“ übernahm sowie eine wichtige Rolle spielte. Björn sprach mit Oliver König und seiner Mutter Sonja König über Olivers große Leidenschaft, das Ballett.

Wie kamst du auf die Idee, Balletttänzer zu werden?

Oliver König: Wir haben uns zuhause Schwanensee angeschaut, und meine Schwester und ich wollten es daraufhin mal ausprobieren. Wir hatten eine Schnupperstunde in der Ballettschule Klüttermann. Meine Schwester hatte keine Lust, ich aber schon.

Was gefällt dir besonders am Ballett?

Oliver König: Die Kombination zwischen der Bewegung und der Musik macht für mich den Reiz aus.

Du bist jetzt schon seit fast 10 Jahren als Balletttänzer aktiv – ist das nicht für dich dann irgendwann sehr stressig geworden, Ballett und Schule unter einen Hut zu bringen?

Oliver König: In der Schule war es natürlich oft schwer, denn es ließ sich auf die Dauer nicht geheim halten, was ich mache. Ich wollte es auch ehrlich gesagt gar nicht vor den anderen verbergen.

Olivers Kollegen beim Ballett in Dortmund haben sich auf einem T-Shirt verewigt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Olivers Kollegen beim Ballett in Dortmund haben sich auf einem T-Shirt verewigt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Vorurteile, dass Jungs und Männer, die Balletttänzer sind, zwangsläufig schwul sein müssen, sind leider weit verbreitet. Ich wurde oft aufgezogen, aber ich habe nicht aufgehört, denn ich mag das Ballett sehr. Ich werde damit weitermachen, auch wenn die ewigen Sticheleien manchmal schon nerven.

Sicher hattest du ja auch Freunde, die verstanden haben, was du machst.

Oliver König: In der Grundschule ehrlich gesagt nicht so viele, aber später schon einige, vor allem außerhalb der Schule.

Sonja König: Es gab schon schwierige Phasen, aber da hat Manuela Klüttermann dann auch mal eine Ballettstunde in der Grundschule Wehberg gegeben, um zu zeigen, wie anstrengend und anspruchsvoll das sein kann. Dann war etwas mehr Verständnis da unter den Kindern für das, was Oliver macht. Schwierig war es auch, die Probentermine in Dortmund wahrzunehmen, die bei der ersten Aufführung beinahe jeden Tag stattfanden. Da musste Oliver immer wieder von der Schule befreit werden, denn auf die Schule wurde natürlich seitens des Balletts wenig Rücksicht genommen.

Du besuchst jetzt die Freie Christliche Hauptschule in Lüdenscheid. Ist dort das Verständnis eher vorhanden für das, was Du machst?

Oliver König: Eigentlich auch nicht wirklich, aber ich komme damit klar. Es hat sich inzwischen ein bisschen gelegt, aber sie ziehen mich noch immer damit auf. Sie mögen mich dort noch immer nicht wirklich.

Wie ist es denn zu deiner Teilnahme an der Aufführung des Nussknacker in Dortmund gekommen?

Oliver König: Als das Stück in der Saison 2015/16 zum ersten Mal in Dortmund aufgeführt werden sollte, fehlten ihnen noch ein paar Jungs. Sie haben dann bei Manuela Klüttermann angefragt, ob sie hier noch einen Jungen kennt, der mitmachen könnte.

Oliver König inmitten des Ensembles einer Nussknacker-Aufführung der Ballettschule Klüttermann im Lüdenscheider Kulturhaus. (Foto: Björn Othlinghaus)

Oliver König inmitten des Ensembles einer Nussknacker-Aufführung der Ballettschule Klüttermann im Lüdenscheider Kulturhaus. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ich war im richtigen Alter und habe es dann einfach ausprobiert. Später haben sie angefragt, ob ich für die Saison 2017/18 nochmal Lust hätte, und so bin ich in dieser Saison wieder dabei.

Die Choreographie der Aufführung stammt von dem Star-Choreographen Benjamin Millepied, der am Hollywood-Streifen „Black Swan“ mitgewirkt hat. Wie war dein Kontakt zu ihm?

Oliver König: Der war bei der ersten Inszenierung in Dortmund und hat auch einige Tipps gegeben. Intensiver kennengelernt habe ich ihn aber nicht. Die eigentliche Arbeit haben der Ballettmeister des Ballett Dortmund, Zoltán Ravasz, und der Leiter des Juniorballetts NRW, Raimondo Rebeck, gemacht. Zoltán war auch beim Vortanzen dabei, bei dem ich sowohl allein als auch mit einer Tanzpartnerin etwas zeigen musste.

Möchtest du später beruflich Balletttänzer werden?

Oliver König: Darüber habe ich nachgedacht. Aber dazu müsste ich schon jetzt auf eine staatliche Ballettschule gehen. Ich habe auch noch Interessen in anderen Bereichen und könnte mir ebenso gut vorstellen, Maskenbildner oder Friseur zu werden.

Oliver König in Aktion. (Foto: Björn Othlinghaus)

Oliver König in Aktion. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ich mag das Theater sehr, bin mir aber nicht sicher, ob ich permanent auf der Bühne stehen möchte. Interessieren würde es mich eventuell auch, Ballettlehrer zu werden oder in den sozialen Bereich zu gehen.

Gibt es noch die Möglichkeit, dich auf der Bühne in Dortmund zu sehen?

Oliver König: Ja, es gibt noch eine Vorstellung, bei der ich mitmache, und zwar am 11. März 2018. Tickets können über die Ballettschule Klüttermann bezogen werden.

Die Ballett-Früherziehungsklasse findet in der Ballettschule Klüttermann in Lüdenscheid immer montags zwischen 14.30 und 15.15 Uhr statt. Weitere Infos: www.ballettschule-klüttermann.de.

Kategorie: Bühne, Tanz und Ballett

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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