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(Foto: Björn Othlinghaus)

Folkpack-Nacht mit den Folk-Stars Eric Bibb und Julie Fowlis

Eric Bibb in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

So viel Folkpack an einem Abend gab es noch nie!

Anlässlich des 750. Geburtstages der Stadt Lüdenscheid sowie dem 20. Konzertjubiläum unter dem Namen Folkpack hatte der Initiator der Veranstaltungsreihe, Markus Scheidtweiler vom Kulturverein Kalle, ein besonders umfangreiches und hochklassiges Programm mit einem Umfang von satten fünfeinhalb Stunden zusammengestellt. Die beiden Hauptacts, der Folk- und Roots-Spezialist Eric Bibb sowie die schottische Musikerin Julie Fowlis, die einem Millionenpublikum vor allem durch ihre Musik zum Animationsfilm „Merida“ bekannt ist, zogen einmal mehr viele Fans aus ganz Deutschland an und sorgten für einen ausverkauften Theatersaal im Lüdenscheider Kulturhaus.

Volker Becker war im Vorprogramm mit seinen Volksballaden zu sehen und zu hören. (Foto: Björn Othlinghaus)

Volker Becker war im Vorprogramm mit seinen Volksballaden zu sehen und zu hören. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bevor es jedoch mit den Hauptkonzerten losging – beide Musiker spielten an diesem Abend ihr komplettes Bühnenprogramm – konnten sich die Besucher auf ein hörenswertes Support-Programm im unteren und oberen Foyer freuen. Die ankommenden Folk-Fans wurden im unteren Foyer durch Volker Becker begrüßt, der sich deutschen Volksliedern und Volksballaden widmete. Leider war es für den Musiker nicht einfach, gegen den hohen Geräuschpegel anzusingen, und auch die Ansagen und Informationen zu den einzelnen Stücken konnte leider nur verstehen, wer sich direkt vor der Bühne aufhielt.

Deniz Kutlu und Tlako Mokgadi bestritten das Vorprogramm im oberen Foyer des Kulturhauses. (Foto: Björn Othlinghaus)

Deniz Kutlu und Tlako Mokgadi bestritten das Vorprogramm im oberen Foyer des Kulturhauses. (Foto: Björn Othlinghaus)

Schade war zudem der Umstand, dass parallel im oberen Foyer die beiden Musiker Deniz Kutlu (Gesang, Baglama) und Tlako Mokgadi (Gesang, Gitarre) mit hörenswerter kurdischer und südafrikanischer Weltmusik aufspielten, viele Besucher im unteren Foyer jedoch zunächst davon ausgingen, dass die beiden Support-Acts hintereinander spielen und nicht gleichzeitig. Leider blieb eine Info über diese Regelung an die Besucher aus, so dass sich im oberen Foyer erst sehr spät eine größere Zahl an Menschen einfand, die durch Zufall entdeckt hatten, dass hier der zweite Support zeitgleich zu sehen war. Dennoch lieferten beide Acts ungewöhnliche, selten gespielte und hervorragend interpretierte Musik, die auf unterhaltsame Weise auf die beiden Hauptacts im Theatersaal einstimmten. Hier kündigte Markus Scheidtweiler die Veranstaltung nicht ohne Stolz als ein Festival mit transatlantischer Prägung an.

Markus Scheidtweiler, der Initiator der Veranstaltungsreihe Kalle Folkpack. (Foto: Björn Othlinghaus)

Markus Scheidtweiler, der Initiator der Veranstaltungsreihe Kalle Folkpack. (Foto: Björn Othlinghaus)

Den Anfang machte im Anschluss Eric Bibb (Gesang, Gitarre), der ebenso wie Julie Fowlis schon einmal Gast beim Kalle Folk Pack war. Nachdem er seinen Gig mit einem seelenvollen Blues eröffnet hatte, begrüßte er den schwedischen E-Gitarristen Staffan Astner auf der Bühne, der ihn bei den meisten seiner Stücke begleiten sollte und dessen elektrisierende Gitarrensoli nicht nur einmal für Staunen und anerkennenden Applaus beim Publikum sorgten. Bei „Silver Spoon“, dem ersten gemeinsamen Song mit Astner an diesem Abend, in dem Eric Bibb sein Leben und seine Leidenschaft zur Musik thematisiert, streikte zunächst Astners Verstärker, doch dessen Austausch ging reibungslos über die Bühne und die Musiker nahmen es mit Humor („Das nennt man unplugged!“).

Eric Bibb und der schwedische Gitarrist Staffan Astner. (Foto: Björn Othlinghaus)

Eric Bibb und der schwedische Gitarrist Staffan Astner. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nicht nur in diesem energetischen Blues-Song überzeugten die beiden durch ihr großartiges, harmonisches Zusammenspiel, bei dem Bibbs Akustik-Gitarre und Astners E-Gitarre wie die Zahnräder einer Maschine ineinandergriffen und der Blues-Zug ordentlich Fahrt aufnahm. Dass die beiden auch einen Country-Song zum Besten geben können, bewiesen sie bei „Going Down The Road Feeling Bad“, den sie mit einer eleganter Lässigkeit interpretierten, während die Finger der beiden Gitarristen fast beiläufig über die Saiten ihrer Instrumente flogen. Den Einfall zum „Shavin‘ Talk“ hatte Bibb natürlich beim Rasieren – auch hier lieferte Staffan Astner ein Gitarrensolo, dass geradezu auf der Zunge zerging. Ein solches durfte schließlich auch bei dem afrikanisch anmutenden Stück „Bamako“ nicht fehlen, in dem Eric Bibb seine erste Reise nach Westafrika beschreibt. Natürlich hatte das Publikum immer wieder auch die Möglichkeit, mitzusingen, zum Beispiel beim eingängigen Refrain von „Needed Time“. Hierzu die Aufforderung von Eric Bibb: „When you feel it, sing it!“

Die Nachfrage auf die Veranstaltung war groß. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Nachfrage auf die Veranstaltung war groß. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nachdem der US-Amerikaner auch im Rahmen eines A-Capella-Stückes mit seiner variantenreichen Stimme sein Publikum begeistert hatte, kam schon einmal Julie Fowlis auf die Bühne und gab beim Song „Morning Train“ einen Vorgeschmack darauf, was die Zuhörer nach der Pause erwartete. Nachdem Winfried Lütke-Dartmann, Vorstandsmitglied im Kulturverein Kalle, seinen Dank an Markus Scheidtweiler für sein erfolgreiches Engagement ausgesprochen hatte, trat Fowlis zum ersten Mal mit ihrer Band in Lüdenscheid auf. Diese besteht aus Éamon Doorley (Bouzouki), Duncan Chisholm (Wolfstone-Fiddle), Sean Graham (Gitarre) sowie Even Vernal (Deacon Blue, Capercaillie und andere Instrumente) und somit aus einigen der besten schottischen und irischen Musiker. Da Julie Fowlis, die aus den Äußeren Hebriden im Norden Schottlands stammt, als Botschafterin der gälischen Kultur unterwegs ist, singt die Künstlerin ähnlich der irischen Musikerin Enya ihre Songs überwiegend in gälischer Sprache. Bereits beim Eröffnungsstück ihres Gigs an diesem Abend „Hùg Air A‘ Bhonaid Mhòir“, das den Beginn ihrer Karriere markiert, ist dies der Fall.

Leidenschaftliche Botschafterin der gälischen Sprache: Julie Fowlis. (Foto: Björn Othlinghaus)

Leidenschaftliche Botschafterin der gälischen Sprache: Julie Fowlis. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nahezu alle anderen gespielten Titel stammten von ihrem aktuellen Album „alterum“, das lediglich ein vollständig in englischer Sprache gesungenes Stück, nämlich das von Ann Briggs geschriebene „Go Your Way“ enthält. Auch den Song „Blackbird“ der Beatles konnte man überwiegend in gälischer Sprache erleben – sicher auch dies eine besondere Hörerfahrung. Über den gesamten Abend hinweg wurde Julie Fowlis nicht müde, ihren Zuhörern die für viele sicher eigentümlich anmutende Gälische Sprache auch zum Mitsingen näher zu bringen, wobei sich die Fans im Theatersaal zumindest redlich bemühten, mitzuziehen.

Gemeinsam verabschiedeten sich alle Künstler vom Publikum. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gemeinsam verabschiedeten sich alle Künstler vom Publikum. (Foto: Björn Othlinghaus)

Eine besondere sprachliche Mischung stellte schließlich das Lied „Camariñas“ dar, eine melancholische Ballade, die von Fowlis in galicischer und gälischer Sprache gesungen wurde. Am Ende des Konzertes, in dem sich zahlreiche besinnliche Stücke mit dem einen oder anderen Tune, der in einer anderen Location zum Tanz animiert hätte, vermischten, revanchierten sich Eric Bibb und Staffan Astner für den Gastauftritt von Julie Fowlis – zwei Songs gaben alle Musiker gemeinsam zum Besten. Nach frenetischem Beifalls und Standing Ovations legte Fowlis schließlich noch ein a capella gesungenes Lied als Zugabe nach – natürlich in gälischer Sprache.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Über mäßiges Kulturverständnis und das Wegmobben einer Intendantin

Rebecca Egeling, Intendantin des Kulturhauses in Lüdenscheid, wollte unter anderem freies Theater ins Programm integrieren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jetzt sitze ich mitten in der Nacht um zwei Uhr vor meinem Computer und habe das Bedürfnis, mich mal über ein aktuelles Lüdenscheider Thema auszukotzen, auch wenn ich damit vielleicht bei dem einen oder anderen anecke (was ich eigentlich nur ungern tue).

Es ist nur die Privatmeinung von jemandem, der eher am Rande Teil des hiesigen Kulturbetriebes ist, und die über einen Blog mit bescheidener Reichweite verbreitet wird, deshalb wird sie vermutlich nur wenige erreichen, sollte also für niemanden ein Grund für überhöhten Puls sein ;-). Wer in der „Stadt des Lichts“ Kunst, egal welcher Richtung, einführen, etablieren oder fortführen will, die über den Tellerrand hinausschaut, die zumindest ansatzweise den Duft der großen, weiten Kulturwelt atmet und vielleicht das Zeug hat, über die provinzielle Filterblase hinaus auch nur minimal wahrgenommen zu werden, hatte es seit jeher schwer in dieser Stadt (obwohl es inzwischen auch einige tolle Ansätze wie die leider viel zu selten stattfindenden Lichtrouten, die Home-Ausstellung im Geschichtsmuseum oder das Schrottreif-Festival gibt und gab).

„Das ist doch keine Kunst!“

Ich kann mich noch sehr gut an meinen Opa erinnern, der sich, ich glaube irgendwann in den 80er oder 90er Jahren, über „diesen Künstler“ aufregte, der im Kulturhauspark „zwei dünne Baumstämme mit rostigem Draht umwickelte.“ „Das ist doch keine Kunst“, sagte mein Opa, und empörte sich darüber, dass er auf seine Nachfrage, was das denn nun zu bedeuten habe, vom Künstler die Antwort bekam, der Betrachter müsse sich selber etwas dabei denken. Mein Opa war und ist in Lüdenscheid gewiss kein Einzelfall. Skandalös waren und sind für viele noch immer die legendären „zerdrückten Blechdosen“ von Ansgar Nierhoff (heute im Kulturhauspark und Jahrzehnte nach ihrer Entstehung im Jahr 1974 noch immer Thema), „Die Bretter“ von Horst Lerche, sowie die Werke weiterer nicht unbekannter Künstler wie Joseph Beuys oder aktuell sicher auch der beiden Kunst-Shooting-Stars Alex Grein und Julia Gruner, die in der Städtischen Galerie, oft ausschließlich beachtet von den rührigen Kunstfreunden Lüdenscheid sowie einigen unentwegten Kunstliebhabern, ihr Dasein fristen. Als 2011 einer der weltweit bekanntesten Pop-Art-Künstler, James Rizzi, die Galerie Schmidt besuchte, rechnete ich mit einem Verkehrschaos und Leuten, die an der Tür wegen Überfüllung abgewiesen werden müssen. Doch weit gefehlt! Die Resonanz der Lüdenscheider Bevölkerung auf die Ausstellung mit diesem leider inzwischen verstorbenen Weltstar der Kunstszene war akzeptabel, aber für einen Künstler dieses Kalibers, zumindest aus meiner Sicht, eher traurig. Aber so ist das eben oft in Lüdenscheid.

Szene aus dem Stück "Romantic Afternoon", ein Beispiel für freies Theater. (Foto: Florian Krauss)

Szene aus dem Stück „Romantic Afternoon“, ein Beispiel für freies Theater. (Foto: Florian Krauss)

In den letzten Monaten bekam nun die Leiterin und Intendantin des Lüdenscheider Kulturhauses die mangelnde Affinität mancher Lüdenscheider zu (moderner) Kunst und Kultur zu spüren.Von den ständigen Anfeindungen gewisser Lokalpolitiker, den garstigen Leserbriefen und Kommentaren von Bürgern, die nicht selten wenig Ahnung vermuten ließen oder einfach nur gern ins gleiche Horn stießen wie die politischen Platzhirsche, die die Frau offensichtlich nur als Sündenbock für alles und jedes, was im Kulturhaus schief läuft, missbrauchen wollen, hatte Rebecca Egeling – verständlicher Weise – die Nase voll. Die 38-jährige, die im letzten Jahr mit viel Enthusiasmus unter anderem angetreten war, das Kulturhausprogramm um interessante Produktionen des freien Theaters zu erweitern, hat sich zumindest ansatzweise anderweitig orientiert und eine halbe Stelle im Remscheider Teo Otto Theater angenommen, in dem sie sich vermutlich größere kreative Entfaltungsmöglichkeiten und mehr Verständnis für ihre Ideen erhofft. Im Oktober vergangenen Jahres habe ich sehr lange mit Rebecca Egeling gesprochen, die keinesfalls vorhat oder -hatte, das komplette Kulturhausprogramm völlig von innen nach außen zu kehren. Es geht ihr darum, neben den Standards, dem Boulevardtheater, der Comedy, den Sinfoniekonzerten, den Musical-Events, mit anderen Worten der konservativen, bodenständigen, um nicht zu sagen manchmal auch ein wenig abgehangenen Kost, die jedoch viele Besucher mögen, auch etwas neues, den viel beschworenen „frischen Wind“, in das Kulturhausprogramm zu bringen.

Parteipolitisch motivierter Druck

Dass es ein kreativer Kopf mit dem Willen, etwas zum positiven hin zu verändern, in einer provinziellen Umgebung schwer haben würde, war abzusehen, dass die Frau jedoch einem solchen, parteipolitisch motivierten Druck ausgesetzt wird, hätte ich nicht für möglich gehalten. Die Art und Weise, wie mit der Kulturhausleiterin von mancher Seite umgegangen wurde, empfinde ich als unwürdig und peinlich für diese Stadt, ganz zu schweigen von den Folgen für das Kulturhaus, das ja ohnehin manche am liebsten als besseres Vereinsheim sähen, in dem Mutti Pilates macht und wo höchstens noch ab und an mal ein Stück gespielt wird. Dabei gilt dann, wie es scheint, grundsätzlich: jenseits von heiteren Boulevardstücken mit altbekannten Fernsehgesichtern ist kein Theater, genauso wenig wie bildende Kunst ist, wo keine schmuck gemalten Bäumchen, Häuschen und Blümchen sind. Vielleicht hätte Frau Egeling viel für das Kulturhaus erreichen können, wenn man sie doch erst einmal in Ruhe hätte ihre Arbeit machen lassen, ohne bei den geringsten Schwierigkeiten und Fehlern, die sicher jeder Mensch macht, gleich unkontrolliert auf der Frau herumzuhacken. Möglicherweise hat es seine Gründe, dass zunächst ihr Vorgänger nach immerhin 14 Jahren dem Kulturhaus den Rücken gekehrt hat, und nun Rebecca Egeling ebenfalls einen Schritt in diese Richtung unternimmt, jedoch zumindest mit dem Angebot, die Kulturhausleitung in Form einer halben Stelle weiterzuführen.

Künstlerisch-kreativer Bereich wichtiger als „Papierkram“

Vielleicht wissen die Remscheider ja um ihre Qualitäten. Die liegen, wie alle von vornherein wussten, überwiegend im künstlerisch-kreativen Bereich und weniger im, flapsig ausgedrückt, „Papierkram“. Der ist selbstverständlich auch wichtig, darf aber bei einem Ort der Kunst und Kreativität – so sehe ich das zumindest – einen deutlich geringeren Stellenwert einnehmen. Sollte die Kulturhausleiterin nun vollends weggemobbt werden, bin ich gespannt, ob sich angesichts der Querelen der letzten Monate überhaupt noch ein geeigneter Interessent für diesen Posten findet, der sich das „Theater“ ans Bein binden will. Ich bin seit 20 Jahren immer wieder beruflich und manchmal auch privat im Kulturhaus, liebe diesen Ort und fände es schade, wenn er eines Tages seine Pforten schließen müsste oder seiner eigentlichen Bestimmung beraubt würde. Eine Stadt stirbt proportional zu den Kultureinrichtungen, die geschlossen oder zweckentfremdet werden. Deshalb würde ich mir von vielen Lüdenscheider Bürgern und manchem Politiker ein toleranteres Kulturverständnis, auch jenseits der ausgetretenen Pfade, wünschen, sowie mehr Respekt vor Menschen, die auf kreative Weise etwas zum positiven hin verändern wollen.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Das Schrottreif-Festival – Kultur satt zwischen Schrott und Autowracks

Ein Teil des Schrottreif-Teams machte schon einmal vor Ort auf dem AVL-Gelände einen Testlauf für die Kameras. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wer Kultur und Kunst erleben möchte, wird danach nur selten auf dem Schrottplatz Ausschau halten.

Beim Schrottreif-Festival, das von Donnerstag, 31. Mai, bis Sonntag, 3. Juni 2018 im Zuge der 750-Jahr-Feier der Stadt Lüdenscheid auf dem Gelände der AVL Autoverwertung, Dammstraße 1, in Lüdenscheid stattfinden wird, soll das ganz anders sein. Bei dieser spektakulären Veranstaltung wird eine Fülle an bildender Kunst, Musik, Workshops und Mitmach-Aktionen inmitten des endzeitlichen Ambiente des Schrottplatzes hautnah zu erleben sein.

Das Schrottreif-Team und die Künstler sind gespannt, wie ihr Kreativ-Festival bei den Besuchern ankommen wird. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Schrottreif-Team und die Künstler sind gespannt, wie ihr Kreativ-Festival bei den Besuchern ankommen wird. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Rahmen eines umfangreichen kulturellen Angebotes, das sich schwerpunktmäßig, aber nicht ausschließlich mit der kreativen Verwertung von Schrott auseinandersetzt, möchte das Veranstalterteam mit Sandra Manß (AVL Autoverwertung GmbH), Daniel Scharf (Jugendreferent der Evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede), Iris Kannenberg (Kannenberg Design & Kommunikation), Nicolas Leitgeb (Sound of Centuries), Stefan Regus (Ritter am Markt, Lüdenscheid) und Thomas Volkmann (Künstler) viele Besucher von nah und fern auf das AVL-Gelände locken.

Da wächst was aus dem Fahrzeug: Künstlerin Sandra Letzing hat ein Schrott-Auto verschönert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Da wächst was aus dem Fahrzeug: Künstlerin Sandra Letzing hat ein Schrott-Auto verschönert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Einerseits wurde das Festival in der Gaststätte „Ritter am Markt“ ausführlich von den Organisatoren und zahlreichen Beteiligten am Kulturprogramm vorgestellt, andererseits konnte sich die heimische Presse im Anschluss vor Ort auf dem Gelände der AVL Autoverwertung einen Eindruck von der außergewöhnlichen Veranstaltung verschaffen. Die beteiligten Künstler Sandra Letzing und Thomas Volkmann gaben einen Vorgeschmack auf ihre künstlerische Arbeit, die allerdings nur einen kleinen Teil des geplanten Festivalprogramms abdeckt. Die Künstler werden vor Ort Schrott-Fahrzeuge deformieren, bemalen und mit Blumen versehen sowie auf manigfaltige Weise die Morbidität des Ortes kreativ in die Objekte einfließen lassen. Neben Gastgeberin Sandra Manß sowie Mit-Organisatorin Iris Kannenberg war Nicolas Leitgeb, der mit seiner Agentur Sound of Centuries für die Bühne verantwortlich zeichnen wird, bei der kleinen Performance-Präsentation im Vorfeld des Festivals vertreten. Die künstlerische Bandbreite des Festivalprogramms wird enorm sein, für wirklich jeden Geschmack wollen die Veranstalter das richtige bereithalten. Einige Aktionen finden an mehreren Tagen statt.

Grundsätzlich können alle Gäste bis Samstag, 2. Juni, ihren Metall- und Elektroschrott, den sie nicht mehr benötigen, mitbringen (anderen Müll bitte zuhause lassen, er wird nicht gebraucht). Daraus werden dann live während des Festivals Kunstwerke entstehen. Ebenfalls von Donnerstag bis Samstag besteht auf dem AVL-Gelände die Möglichkeit, zum Preis von 75 Euro pro Auto (sonst 150 Euro) in einer Gruppe von bis zu fünf Personen ein Fahrzeug zu zertrümmern. „Insgesamt zehn Autos stehen für diese Aktion zur Verfügung“, erklärt Sandra Manß von der AVL Autoverwertung.

Künstlerische Detailansicht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Künstlerische Detailansicht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Täglich von Donnerstag bis Samstag können Interessierte in der Zeit von 15-22 Uhr ihre Aggressionen an den ausgedienten Fahrzeugen auslassen. Am Donnerstag, 31. Mai, wird die Veranstaltung um 15 Uhr von der stellvertretenden Lüdenscheider Bürgermeisterin Verena Kasperek eröffnet, die die Schirmherrschaft für das Festival übernommen hat. Im Anschluss können sich die Besucher auf Kunst und Performance mit Thomas Volkmann und Friends (auch am Freitag), Graffiti mit Yves Thomé und Schrottbasteln mit Claudia Bäcker-Kirmse freuen. Ferner wird am Donnerstag ein umfangreiches Live-Musik-Angebot mit der Band Standgas aus Plettenberg, Musiker Marian Heuser alias Peter Panisch, Singer-Songwriter Daniel Scharf, dem Pallawan Chamber Chor sowie der Formation iJazz mit Singer-Songwriter Markuschu (Markus Schulte) präsentiert.

Das geht noch kaputter! (Foto: Björn Othlinghaus)

Das geht noch kaputter! (Foto: Björn Othlinghaus)

Während am Freitag, 1. Juni, ab 15 Uhr ein Jugendgottesdienst, unter anderem gestaltet von der Gruppe „Das geordnete Chaos“ der Evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede in Lüdenscheid, sowie ein Konzert der Metal-Formation Seth 13 mit einer spektakulären „Flex Show“ auf dem Programm steht, wird es am Samstag, 2. Juni, unter anderem einen Hip-Hop-Workshop, eine Trommel-Workshop mit dem Musiker Ulli Kuhn sowie ein Action-Programm für Kinder geben. Am Sonntag, 3. Juni, ist schließlich eine Abschlussveranstaltung mit Vorstellung der Workshop-Ergebnisse geplant. Für das leibliche Wohl zeichnet an allen Tagen Stefan Regus von Ritter am Markt verantwortlich. Der vollständige Programmablauf mit Uhrzeiten befindet sich auf der Facebook-Seite des Festivals (www.facebook.com/Schrottreiffestival).

Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures

Ready Player One – Steven Spielbergs überbewertete Hommage an die 80er

Ben Mendessohn glänzt als der fiese Konzernchef Nolan Sorrento. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Weil es derzeit schick ist, Dystopien im Kino umzusetzen, wollte Steven Spielberg nicht abseits stehen und brachte mit „Ready Player One“ eine Adaption eines Romans von Ernest Cline in die Kinos.

Der Film schildert eine Welt im Jahr 2045, in der die Menschen vor der düsteren Slum-Wirklichkeit in eine virtuelle Welt namens OASIS flüchten, die von dem Game-Designer Halliday (Mark Rylance) erfunden wurde. Als sein Vermächtnis schrieb Halliday einen Wettbewerb aus, bei dem alle Gamer ein Easer Egg suchen müssen, dessen glücklicher Finder nicht nur das gesamte Milliardenvermögen des Computer-Nerds, sondern auch die Kontrolle über die Oasis erwirbt. Star-Zocker Wade Owen Watts (Tye Sheridan), der sich in der OASIS Parzival nennt, und Samantha Evelyn Cook alias Art3mis sind heiße Anwärter auf den Hauptgewinn, haben jedoch in dem fiesen Konzernchef Nolan Sorrento (Ben Mendelssohn) und seinem hochtechnisierten Team starke und gefährliche Gegner.

Sorrento lässt das Slum-Gebäude, in dem die Familie von Wade lebt, in die Luft jagen. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Sorrento lässt das Slum-Gebäude, in dem die Familie von Wade lebt, in die Luft jagen. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Der Kassenerfolg von „Real Player One“, ganz besonders außerhalb Deutschlands, kann sich sehen lassen, und einige Kritiker sehen in dem Streifen gar ein neues Meisterwerk des Regisseurs. Hiervon ist der Film allerdings bei näherer Betrachtung weit entfernt und stellt wenig mehr als einen weiteren Schritt zur zunehmenden Verschmelzung von Computerspiel und Film dar – eine Entwicklung, der zumindest Cineasten, die noch Filme schätzen, die nicht wie ein Game ohne Controller anmuten, nur mit Sorge entgegensehen können. Als Kind der 80er Jahre (Baujahr 1972) liebe ich das Kino dieser Zeit, insbesondere die Streifen aus der so genannten Spielberg-Factory, zu denen nicht nur Filme gehören, die Spielberg damals selbst inszenierte, sondern auch Werke, bei denen er als Produzent tätig war und Regisseure wie Robert Zemeckis, Joe Dante, Richard Donner, Matthew Robbins und viele andere auf dem Regiestuhl saßen.

Avatar Parzival trifft auf Programmierer Halliday. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Avatar Parzival trifft auf Programmierer Halliday. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Auch manche Filme von John Hughes, der bei „Ready Player One“ oft Erwähnung findet, oder deren Genre-Geschwister wie „St. Elmo’s Fire“ stehen bei mir im DVD-Regal. „Ready Player One“, der ebenso wie die Romanvorlage unzählige Filme und Games der 80er zitiert, möchte eine Hommage, eine Liebeserklärung an diese Zeit sein, findet allerdings, trotz einiger auf vordergründige Weise hübsch anzusehender Szenen, über weite Strecken die völlig falschen Mittel dazu. Ganz überwiegend präsentiert Spielberg seinen Zuschauern ein gigantisches Konsolenspiel deluxe, dem jede Seele und jeder Charme des handgemachten, über den die Filme der 80er Jahre ganz zwangsläufig verfügen, da nunmal die Computertechnik noch in den Kinderschuhen steckte, vollkommen abgeht.

Die Computerspiel-Optik weiter Teile von "Real Player One" ist hauptsächlich für Gamer interessant. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Die Computerspiel-Optik weiter Teile von „Real Player One“ ist hauptsächlich für Gamer interessant. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

In jenen ausufernden Sequenzen, die in der virtuellen Welt OASIS spielen, soll sich der Zuschauer mit cool gestalteten Avataren identifizieren, denen natürlich durch die Szenen mit den Darstellern in der realen Welt Leben eingehaucht werden soll, was jedoch letztlich nur sehr begrenzt gelingt. Mit Ausnahme der Schlusssequenz im Kinderzimmer des Programmierers Halliday, die durchaus emotional zu berühren vermag, lässt das Schicksal der Hauptakteure vollkommen kalt, während der Zuschauer mit zugegebener Maßen hervorragend inszenierten Action-Sequenzen (deren Detailreichtum schlicht überfordert) sowie unzähligen, maß- und konzeptlos eingestreuten Filmzitaten zugeballert wird. Da letztere oft wenig subtil nach dem Perlenketten-Prinzip und viel zu offensichtlich auf dem Silbertablett serviert werden, geht bei vielen Filmfans selbst der vordergründige Spaß, den das suchen und finden der Zitate bereiten könnte, rasch verloren.

Samantha bekommt Schwierigkeiten in der realen Welt. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Samantha bekommt Schwierigkeiten in der realen Welt. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Darüber hinaus singt Spielberg, obwohl er am Ende schnell noch plakativ herausstellt, dass auch die reale Welt wichtig ist und ihren Sinn hat, letztlich ein Hohelied auf die OASIS und die damit verbundene Möglichkeit, der trostlosen Realität entfliehen zu können. Dabei lässt er außer acht, dass die Menschen zu abhängigen Sklaven dieser Technologie mutieren. Traurig, gerade im Kontext des Films, ist schließlich auch noch etwas anderes, nämlich der Umstand, dass Spielberg seinen individuellen Stil, den er in den 80er Jahren perfektionierte und der damals jedem Spielberg-Film einen hohen Wiedererkennungswert verlieh, längst an der Garderobe abgegeben hat. Heute ist von Regisseuren, zumindest von denen, die potentielle Blockbuster produzieren, eine eigene Handschrift nicht mehr gefragt, und somit sind viele neuere Spielberg-Streifen wie zum Beispiel „Krieg der Welten“ und leider auch „Ready Player One“ von einer gewissen Beliebigkeit geprägt, obwohl einige alte Spielberg-Mitstreiter wie zum Beispiel Kameramann Janusz Kamiński weiterhin mit am Start sind. Mit anderen Worten: Den Film hätten vermutlich auch viele andere auf genau die gleiche oder ähnliche Weise drehen können.

Für Sorrento (Ben Mendelssohn) wird es brenzlich. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Für Sorrento (Ben Mendelssohn) wird es brenzlich. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Freilich haben diverse Elemente des Films auch ihren Reiz, wenn auch oft nur auf plakative und vordergründige Weise. Eine Szene, in der die Avatare Parzival und Art3mis tanzend durch die Luft schweben, ist wunderschön anzuschauen, die Shining-Sequenz nach Kubricks berühmter Stephen-King-Verfilmung im detailreich rekonstruierten Overlook-Hotel ist variantenreich gestaltet und keinesfalls ein bloßer Abklatsch des Originals und Ben Mendelssohn als schurkischer Konzernboss spielt seine Rolle farbiger und detailreicher, als man es üblicher Weise von so einem eher einseitigen Charakter hätte erwarten dürfen. Dennoch war ich von dem Film, dem überdies eine Kürzung von mindestens 20 Minuten durchaus gut getan hätte, enttäuscht. Computerspiel-Nerds werden an „Ready Player One“ sicher gefallen finden, wenngleich gerade viele jüngere Zuschauer wohl mit den zahlreichen Filmzitaten wenig anfangen können. Wer jedoch mit der zunehmenden Vermischung von Film, Computerspiel und Computeranimation, für die ausgerechnet ein ehemaliges Mitglied der Spielberg-Factory, nämlich Robert Zemeckis, mit üblen Leinwand-Gurken wie „Polarexpress“ und „Beowulf“ den Weg bereitet hat, nichts anfangen kann und sich noch wehmütig an die Zeiten erinnert, als Kino noch Kino und Computerspiel noch Computerspiel war, den kann eine seelenlose Luftnummer wie „Ready Player One“, ausgerechnet umgesetzt von einem Regie-Idol aus der Zeit des handgemachten Kinos, eigentlich nur traurig stimmen.

Bewertung 2 von 5 Sternen

Ready Player One
USA 2018

Kinostart bereits angelaufen

FSK ab 12 Jahre

Darsteller Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelssohn u.a.

Regie Steven Spielberg
Drehbuch Ernest Cline, Zak Penn
Länge ca. 140 Min

(Foto: Björn Othlinghaus)

End of the Line – Tolles Musik- und Party-Event am ersten Sommertag des Jahres

Die Laune auf dem Partygelände am Lüdenscheider Bahnhof war prima. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ioannis Tsilikas und Gaetano Stillavato, die mit ihrem Eventunternehmen „Der Großstadtjunge“ spontan die Veranstaltung „End of the Line“ in Lüdenscheid auf die Beine gestellt haben, können ihre Begeisterung kaum im Zaum halten.

Über den Tag fanden am Samstag, 7. April 2018, bei bestem Sommerwetter und Temperaturen um die 20 Grad etwa 800 Sonnenhungrige den Weg zur Location direkt am Lüdenscheider Bahnhof, die mit etwa 100 Tonnen Sand und stilvoll gestalteten Verzehrständen in ein Urlaubs-Paradies verwandelt worden war.

Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres begeisterten viele Partyhungrige bei "End of the Line". (Foto: Björn Othlinghaus)

Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres begeisterten viele Partyhungrige bei „End of the Line“. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Erst am Mittwochabend haben wir spontan entschieden, das Event auf die Beine zu stellen, und alle haben wunderbar mitgezogen“, erklärt Ioannis Tsilikas. Ihren Dank richteten die Veranstalter besonders an die Stadt, die alle Genehmigungen kooperativ, schnell und unbürokratisch erteilt hätte. „Auch bei allen anderen Beteiligten wie dem Johnny-Mauser-Team mit Fabian Kärnbach und Phillip Nieland sowie der Firma Geier, den Churros Brothers, Tropf und Krümel sowie dem Sicherheitsdienst Galicia Personal, sind wir sofort auf offene Ohren gestoßen“, ergänzt Gaetano Stillavato. Nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr bei kaltem und nassem Wetter im letzten Moment abgesagt werden musste, war es für alle Beteiligten geradezu Balsam für die Seele, dass das Event diesmal, trotz der extrem kurzfristigen Planungen, so reibungslos, harmonisch und rundum erfolgreich verlief.

Ein Knutscher für die Freundin. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein Schmatzer für die Freundin. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch musikalisch war „End of the Line“ ein Volltreffer, denn am Mischpult standen versierte Musiker aus der Bergstadt, die aus dem klanglich überragenden Void Acoustics-Soundsystem alles herausholten was ging. Während am Nachmittag das DJ-Duo Outa Rim mit den beiden Brüdern Julian und Manuel Moos für chillige House-Klänge sorgte und für echtes Club-Feeling inmitten der Urlaubs-Atmosphäre sorgte, waren am Abend die „Two Monkeys from Uptown“, bestehend aus den DJ’s Interplay und Noah mit etwas härteren Sounds zum abtanzen am Start. Auf jeden Fall soll die gelungene Veranstaltung im Juni noch einmal wiederholt werden, dann hoffentlich bei ebenso guten Wetterbedingungen. „Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest, da überlegen und verhandeln wir noch“, meint dazu Ioannis Tsilikas.

Über mangelnde Resonanz konnten sich die Organisatoren nicht beklagen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Über mangelnde Resonanz konnten sich die Organisatoren nicht beklagen. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Auf jeden Fall sind wir froh, dass uns die Lüdenscheider mit unserer spontanen Veranstaltung nicht im Stich gelassen haben und so zahlreich gekommen sind, dass es sich für uns und alle anderen Beteiligten unter dem Strich lohnt“, zieht Gaetano Stillavato sein Resümee. Auch der Umstand, dass Menschen nahezu jeder Altersklasse gekommen seien und nicht nur junge Leute spreche für das Event. Wenn es so gut läuft wie bei „End of the Line“ und eine derart spontan geplante Veranstaltung zu einer Bereicherung für das städtische Leben wird, sind sicher auch andere Veranstalter motiviert, mit ähnlichen Events die Bergstadt attraktiver zu machen.

(Foto: Björn Othlinghaus)

„Best of Rock“ – Startblock und Finest Fathers ließen es krachen

Jörg Wilmink von den Finest Fathers. (Foto: Björn Othlinghaus)

Unter dem Motto „Best of Rock“ traten zwei Bands aus dem Lennetal auf der Bühne im Saal der Lüdenscheider Event-Gaststätte Dahlmann an, um ihre zahlreich erschienenen Fans in Euphorie zu versetzen.

Startblock liefern seit ihrer Gründung im Jahr 2007 rockige Eigenkompositionen mit deutschen Texten, bauen aber auch die eine oder andere Cover-Version in ihr Programm ein. Frontmann und Sänger Pascal Zimmer wird dabei unterstützt von Sebastian Ziemann (Schlagzeug), Patrik Bieker (Gitarre), Mathias Abebe (Gitarre) und Hendrik Schulz (Bass). Wenn letzterer Frontmann Pascal Zimmer am Gesangsmikro ablöst, dann sind in der Regel kernige Hardrock-Covernummern angesagt.

Hendrik Schulz von Startblock. (Foto: Björn Othlinghaus)

Hendrik Schulz von Startblock. (Foto: Björn Othlinghaus)

So schmetterte Schulz bei Dahlmann zum Beispiel eine energiegeladene Fassung des Songs „White Trash Millionaire“ von Black Stone Cherry, die fast noch tougher rüberkam als das Original. Im Mittelpunkt stehen bei Startblock aber immer noch die eigenen Songs wie „Kontinuität“ oder „Seitenhiebe“, die sich einerseits durch rockige Gitarrenriffs, aber auch durch einprägsame melodische Parts auszeichnen und inhaltlich sozusagen „aus den Leben gegriffen“ sind. Im Zugabenteil bringen die Jungs dann gerne Cover-Versionen von Titeln, bei denen einige eigentlich gar nicht gehen. So legten die Musiker von Britney Spears‘ hohler Pop-Schmonzette „… Baby One More Time“ eine schön überinterpretierte Fassung vor und brachten mit „Larger Than Live“ von den Backstreet Boys Schwung in die Bude. Auch der Pogo-Sound von „Wenn du mich küsst“ (Kraftclub) wusste zu überzeugen. Im Anschluss servierten dann die „Finest Fathers“ handfeste Rockmusik mit Klassikern aus den 70er und 80er Jahren.

Patrick Zimmer, Frontmann von Startblock. (Foto: Björn Othlinghaus)

Pascal Zimmer, Frontmann von Startblock. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ebenso wie Startblock hatten Jörg Wilmink (Bass, Gesang), Bernhard Schlütter (Gitarre), Martin Schlütter (Schlagzeug) und Reinbert Hammecke (Lead-Gitarre) eine große Zahl ihrer treuen Fans nach Lüdenscheid mitgebracht. Wilminks Reibeisenstimme passte hervorragend zum Opener „Paranoid“ von Black Sabbath, und auch das lässige „La Grange“ von ZZ Top brachten die Plettenberger überaus sympathisch rüber. Eine Premiere feierte dagegen die Finest-Fathers-Version des Songs „Heroes“ von David Bowie, die die Truppe erstmals öffentlich spielte. Ein weiteres Highlight des Abends stellte schließlich die Langfassung des Evergreens „Radar Love“ von Golden Earing dar, mit Leidenschaft und technisch versiert dargeboten.

Zuschauerin beim Konzert der beiden Bands. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zuschauerin beim Konzert der beiden Bands. (Foto: Björn Othlinghaus)

Als nächstes steht im Saal der Gaststätte Dahlmann am Freitag, 6. April 2018, ab 21 Uhr ein Heavy-Metal-Konzert mit der Formation Velvet Viper und deren Frontfrau Jutta Weinhold auf dem Programm, die Ende der 70er Jahre unter anderem mit Udo Lindenberg auf der Bühne stand und Mitte der 80er Jahre für eine Erneuerung des deutschen Heavy Metal sorgte. Tickets zum Preis von 20 Euro zzgl. VVK-Gebühren gibt es unter anderem im LN-Ticketshop, bei Dahlmann (info@gaststaette-dahlmann.de) oder über das Ticketportal www.eventim.de. Weitere Infos: www.gaststaette-dahlmann.de.

(Foto: Björn Othlinghaus)

„Kunst gegen Bares“ – Gefällt es dem Publikum, klingelt die Kasse!

Nando Andreas, Melina Fuhrmann und André Westermann (Stadtmarketing Lüdenscheid). (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Bewusstsein, dass Bühnenkunst, egal um welches Genre es sich handelt, einen Wert hat, ist vielen Menschen in einer Zeit des preiswerten oder gar kostenlosen Herunterladens kultureller Inhalte aus dem Internet abhanden gekommen.

Die Reihe „Kunst gegen Bares“ möchte dieses Bewusstsein wieder in Erinnerung rufen und gleichzeitig den Künstlern das Gefühl geben, dass sich eine gute Leistung auf der Bühne unmittelbar im Geldbeutel bemerkbar machen kann. Erfinder dieses Deutschlandweit erfolgreichen Veranstaltungsformates ist Gerd Buurmann, der am Samstag, 2. Juni 2018 ab 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) in der Wissenschaftsausstellung Phänomenta in Lüdenscheid anwesend sein wird, wenn die Veranstaltung „Kunst gegen Bares“ in der Bergstadt ihre Premiere feiert. Initiatoren sind die beiden Lüdenscheider Musiker Melina Fuhrmann und Nando Andreas, die das Format in Zusammenarbeit mit André Westermann vom Lüdenscheider Stadtmarketing sowie der Phänomenta zu einem Erfolg in der Region machen möchten. Das Konzept ist einfach: zwischen sechs und acht Künstler präsentieren sich mit je einem im Schnitt 10-minütigen Beitrag den Zuschauern. Hierbei kann es sich um alles Mögliche handeln, von Musik über Akrobatik oder Performance bis hin zu Zauber- und Menthalisten-Kunststücken oder Poetry-Slam-Beiträgen.

Nando Andreas und Melina Fuhrmann, die beiden Initiatoren von "Kunst gegen Bares" in Lüdenscheid, sind als Singer-Songwriter-Duo HonigMut bekannt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nando Andreas und Melina Fuhrmann, die beiden Initiatoren von „Kunst gegen Bares“ in Lüdenscheid, sind als Singer-Songwriter-Duo HonigMut bekannt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Eintritt bei „Kunst gegen Bares“ ist gering und wird bei der Premiere in Lüdenscheid 6 Euro im VVK sowie 7,50 Euro an der Abendkasse betragen (Tickets sind nach Ostern in der Phänomenta erhältlich, der Starttermin für den Vorverkauf wird noch bekannt gegeben). Dafür erhält jeder Künstler ein Sparschwein, in das die Zuschauer je nach gefallen der jeweils aufgeführten Darbietung Geld spenden können. Wer eine tolle Leistung bringt, die das Publikum unterhält und begeistert, kann somit auch damit rechnen, einen erklecklichen Betrag mit nach Hause nehmen zu können. Für die Startveranstaltung haben die beiden Initiatoren Melina Fuhrmann und Nando Andreas bereits einige Künstler gefunden, wobei sich die Zuschauer unter anderem über Physical Comedy aus den USA, ein Singer-Songwriter-Duo und einen Mentalisten (Gedankenleser) freuen können. Darüber hinaus ist für die erste Veranstaltung ein Sektempfang mit einer kleinen Überraschung für jeden Gast geplant. Die Firma Livesound Music zeichnet an diesem Abend für die Technik verantwortlich. Wer als Künstler an einer der kommenden Veranstaltungen teilnehmen möchte, kann sich über die Facebook-Seite von Kunst gegen Bares in Lüdenscheid, www.facebook.com/KGBLuedenscheid, bewerben.

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Alte Liebe – Szenische Rezitation mit Rudolf Sparing und Ruth Schimanski

Dagmar Plümer (Leiterin Stadtbücherei Lüdenscheid), Rudolf Sparing, Ruth Schimanski, Sabine Rigas-Gülde (Lions-Club Lüdenscheid Minerva) und Britta Kunkel (Präsidentin Lions-Club Lüdenscheid Minerva). (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Jahre 2009 veröffentlichten Elke Heidenreich und ihr Ehemann Bernd Schröder den zweistimmigen Roman „Alte Liebe“, der sich um die beiden Senioren Lore und Harry und deren Leben und Befindlichkeiten nach 40 Jahren Ehe dreht.

Rudolf Sparing, Dramaturg und ehemaliger Leiter des Lüdenscheider Kulturhauses, hat den Roman in eine szenische Rezitation umgearbeitet, die er selbst gemeinsam mit Ruth Schimanski aus dem Ensemble K am 13. und 20. April jeweils ab 19.30 Uhr im Saal der Stadtbücherei in Lüdenscheid vortragen wird (Einlass für beide Veranstaltungen ist 19 Uhr). „Die Autoren haben ihren Roman zur Überarbeitung für die Bühne freigegeben, und ich habe das Werk, das ja neben den Dialogen auch beschreibende Passagen enthält, in einen reinen Dialog umgeschrieben“, erklärt dazu Rudolf Sparing. Während der erste Rezitationsabend bereits ausverkauft ist, sind für den 20. April noch Karten zu haben. Im Preis von 15 Euro pro Person ist ein reichhaltiges Fingerfood-Buffet in der Pause enthalten, Karten sind ab sofort im Ticket-Shop der Lüdenscheider Nachrichten, in der Stadtbücherei sowie in der Engel-Apotheke, Knapper Straße 20, erhältlich. Sämtliche Erlöse der beiden in Zusammenarbeit mit dem Lions-Club Lüdenscheid Minerva realisierten Veranstaltungen kommen der Kinderbücherei zugute, wo Bücherei-Leiterin Dagmar Plümer neue, kindgerechte Möbel anschaffen möchte. Aus diesem Grund stellten alle Beteiligten, im Einzelnen die beiden Akteure Rudolf Sparing und Ruth Schimanski, Büchereileiterin Dagmar Plümer sowie Sabine Rigas-Gülde und Britta Kunkel vom Lions-Club Lüdenscheid Minerva die Produktion noch einmal vor. Da das Interesse an der Aufführung sehr groß ist, sind fünf weitere Rezitationsabende in der Zeit von Ende September bis Ende November geplant, und zwar in Halver, Herscheid, bei den Freimaurern in Lüdenscheid, beim Lüdenscheider Stadtfrauenverband sowie beim Förderverein der Suchtkrankenberatung.

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Hollywood im Sauerland in der Villa Wippermann – Alles über die drei Halveraner Kinos

Kuratorin Jana Eilhardt und Peter Bell vom Heimatverein Halver mit Marilyn Monroe. (Foto: Björn Othlinghaus).

Ältere Halveraner können sich noch daran erinnern, dass die Stadt einmal eine rege Kinolandschaft mit phasenweise drei Lichtspielhäusern gleichzeitig vorweisen konnte – der Lichtspiele „Karlshöhe“, der Lichtspiele „Unter den Linden“ sowie der „Regina-Lichtspiele“.

Und nicht nur das. Mit Ilse Müller, Betreiberin der Regina-Lichtspiele, hielt ab Dezember 1951 eine Dame von Welt im provinziellen Halver Einzug, die sich wie echte Filmstars der Zeit kleidete und rauschende Partys ganz im Stil der Hollywood-Prominenz auf die Beine stellte. Dies erzeugte in den prüden 50er und 60er Jahren beileibe nicht nur Freude, sondern sorgte in Teilen der Bevölkerung für viel Argwohn und Ablehnung gegenüber Ilse Müller. Andere junge Frauen sahen sie dagegen, ähnlich wie die Filmstars in den Magazinen der Zeit, als Vorbild und versuchten, ihr nachzueifern.

Viele Besucher interessierten sich für den Film aus den 80er Jahren über die Halveraner Kinobetreiberin Ilse Müller. (Foto: Björn Othlinghaus)

Viele Besucher interessierten sich für den Film aus den 80er Jahren über die Halveraner Kinobetreiberin Ilse Müller. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit der Ausstellung „Hollywood im Sauerland“, die jetzt in der Villa Wippermann in Halver mit einer Vernissage in Anwesenheit der 1. stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Halver, Regina Reininghaus, ihre Pforten für das Publikum öffnete, möchten Ausstellungsmacherin Jana Eilhardt und Peter Bell vom Heimatverein Halver in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Halver an die goldenen Zeiten der drei Halveraner Lichtspielhäuser erinnern. Anstoß war dabei allerdings der Umstand, dass Eilhardt ab September 2016 für lange Zeit den Abriss jener Gebäude, in denen die Regina-Lichtspiele und die Lichtspiele „Unter den Linden“ beheimatet waren, mit ihrem Fotoapparat begleitete und dabei die letzten Aufnahmen in den beiden vom Zahn der Zeit (und im Falle der Regina-Lichtspiele auch durch einem Brand) stark gezeichneten Gebäude machte.

Jana Eilhardt begleitete den Abriss zweier Gebäude, die zwei der drei Halveraner Kinos beherrbergten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jana Eilhardt begleitete den Abriss zweier Gebäude, die zwei der drei Halveraner Kinos beherrbergten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Peter Herzog von der Bürgerstiftung Halver fertigte aus dem umfangreichen Fotomaterial vom Inneren der Gebäude sowie von deren Abriss eine filmische Collage an, die im Rahmen der Ausstellung zu sehen ist. Die Ausstellung, die bis einschließlich 20. Mai 2018 in der Villa Wippermann in Augenschein genommen werden kann, beleuchtet die Geschichte der Halveraner Kinos in umfassender Weise mit zahlreichen Infotafeln, Zeitungsausschnitten und Berichten, die Jana Eilhardt im Zuge monatelanger Recherche- und Archivarbeit erstellt und zusammengetragen hat. Ergänzt werden diese Arbeiten durch eine Vielzahl alter Filmplakate, Filmprogramme und Autogrammkarten, zum Teil von den Stars der Zeit handsigniert, welche die Ausstellungsmacherin, die mit „Hollywood im Sauerland“ ihre insgesamt dritte Ausstellung präsentiert, von Privatsammlern zur Verfügung gestellt bekommen hat.

Auch die stellvertretende Halveraner Bürgermeisterin Regina Reininghaus (links) war zur Ausstellungseröffnung gekommen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch die stellvertretende Halveraner Bürgermeisterin Regina Reininghaus (links) war zur Ausstellungseröffnung gekommen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch lebensgroße Figuren wie die von Marilyn Monroe oder ein alter Filmprojektor machen die Präsentation lebendig. Im Mittelpunkt steht allerdings der besagte Film „Hollywood im Sauerland“, nach dem die Ausstellung benannt ist und den Journalistin Anna Müller im Jahre 1986 über ihre Mutter Ilse Müller drehte. Er wird in der Ausstellung in Endlosschleife gezeigt. Bei dem 45-minütigen Streifen handelt es sich nicht nur um eine Reportage, in der die Protagonistin noch selbst sowie Zeitzeugen ausführlich zu Wort kommen. Anna Müller schlüpft vielmehr im Rahmen von Spielszenen immer wieder in die Rolle ihrer resoluten, selbstbewusst-kämpferischen und weltoffenen Mutter und gibt ihrem Film damit jene Aura des außergewöhnlichen und einzigartigen, die Ilse Müller inmitten der damals spießigen Provinzialität Halvers stets umgeben hat.

Peter Herzog von der Bürgerstiftung Halver machte aus dem Fotomaterial von Jana Eilhardt eine filmische Collage, die in der Ausstellung zu sehen ist. (Foto: Björn Othlinghaus)

Peter Herzog von der Bürgerstiftung Halver machte aus dem Fotomaterial von Jana Eilhardt eine filmische Collage, die in der Ausstellung zu sehen ist. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Quintessenz der akribischen und umfangreichen Recherchearbeit Jana Eilhardts, die der Ausstellung zugrunde liegt, bildet schließlich ein liebevoll gestaltetes, großformatiges Begleitheft, das zum Preis von 2 Euro vor Ort erworben werden kann. Es fasst die meisten Zeitungsausschnitte, Fotos, Kino-Werbeanzeigen sowie einen Zeitstrahl, der die Existenz der drei Halveraner Kinos dokumentiert, in übersichtlicher, unterhaltsamer und informativer Form zusammen. Die Villa Wippermann ist montags, dienstags und mittwochs von 15-18 Uhr sowie sonntags von 11-13 Uhr geöffnet. Individuelle Termine zur Besichtigung der Ausstellung können mit Rudi Olson (Tel.: 0 23 55 / 34 67) oder Peter Bell (Tel.: 01 70 / 5 47 57 55) vereinbart werden.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Schauspieler Jean-Luc Bubert kommt mit T.S. Elliot-Abend ins Museum in Lüdenscheid

Schauspieler Jean-Luc Bubert kehrt in seine Heimatstadt Lüdenscheid zurück. (Foto: Björn Othlinghaus).

An der Ausstellung „Home“ im Lüdenscheider Geschichtsmuseum sind viele kreative Menschen aus der Bergstadt beteiligt.

Der aus Lüdenscheid stammende Theater- und Filmschauspieler Jean-Luc Bubert passt gleich in zweierlei Hinsicht gut in das Konzept der Ausstellung. Zum einen leistet der Schauspieler, der in diesem Jahr unter anderem in dem neuen Film des Regisseur Jan Bonny („Tatort“), „Wintermärchen“, in der Hauptrolle auf sich aufmerksam machen wird, am Freitag, 13. April, einen interessanten und höchst kreativen Beitrag zur Ausstellung. Mit einer Performance, in deren Mittelpunkt Rezitationen aus dem über 400 Zeilen langen Gedicht „Das wüste Land“ von T.S. Elliot stehen, möchte Bubert die Ausstellung vom Ende bis zum Anfang, also in umgekehrter Reihenfolge, durchlaufen, sein Publikum, das an diesem Abend hoffentlich zahlreich erscheinen wird, im Schlepptau.

Jean-Luc Bubert mit Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und Künstler Tom Groll, einem der Initiatoren der Home-Ausstellung im Museum Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jean-Luc Bubert mit Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und Künstler Tom Groll, einem der Initiatoren der Home-Ausstellung im Museum Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Aus dem Gedicht stammt auch das bekannt gewordene Zitat „April ist der grausamste Monat“ – somit passe seine Performance auch zum Datum, ist sich der Schauspieler sicher. Zur Ausstellung „Home“ passt andererseits aber auch, dass Bubert nach Lebensabschnitten in unterschiedlichen Städten wie München oder Berlin vor nicht allzu langer Zeit nach Köln gezogen ist und sich somit wieder ganz nah an seiner Heimat Lüdenscheid befindet, der er im Jahr 2000 den Rücken gekehrt hat, um als Schauspieler erfolgreich zu sein. Frisch in Köln angekommen traf er dort den Künstler Tom Groll, den er bereits kannte und der zudem einer der Initiatoren und Macher der Ausstellung „Home“ ist. Es dauerte nicht lange, bis Groll den Schauspieler dafür begeistern konnte, einen T. S. Elliot-Abend inmitten des Settings der Ausstellung umzusetzen. Bereits am Donnerstag stellten Bubert und Groll die geplante Veranstaltung gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Eckhard Trox vor Ort vor. Bubert und Trox kennen sich ebenfalls gut – unter der Regie des damaligen Kulturhausleiters Rudolf Sparing spielten beide zusammen im Jahr 1996 in einer Aufführung von „Die lustigen Weiber von Windsor“ auf dem Gelände des Schlosses Neuenhof mit. Am Freitag, 13. April, kehrt Jean-Luc Bubert somit auch in künstlerischer Hinsicht in seine Heimat zurück und beschert den Lüdenscheidern ein ebenso spannendes wie unterhaltsames Experiment. Mit dabei ist an diesem Abend auch der Musiker Ulli Kuhn, ebenfalls ein guter Bekannter von Jean-Luc Bubert, der die Performance mit Percussion unterstützen wird. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.