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Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures

Ready Player One – Steven Spielbergs überbewertete Hommage an die 80er

Ben Mendessohn glänzt als der fiese Konzernchef Nolan Sorrento. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Weil es derzeit schick ist, Dystopien im Kino umzusetzen, wollte Steven Spielberg nicht abseits stehen und brachte mit „Ready Player One“ eine Adaption eines Romans von Ernest Cline in die Kinos.

Der Film schildert eine Welt im Jahr 2045, in der die Menschen vor der düsteren Slum-Wirklichkeit in eine virtuelle Welt namens OASIS flüchten, die von dem Game-Designer Halliday (Mark Rylance) erfunden wurde. Als sein Vermächtnis schrieb Halliday einen Wettbewerb aus, bei dem alle Gamer ein Easer Egg suchen müssen, dessen glücklicher Finder nicht nur das gesamte Milliardenvermögen des Computer-Nerds, sondern auch die Kontrolle über die Oasis erwirbt. Star-Zocker Wade Owen Watts (Tye Sheridan), der sich in der OASIS Parzival nennt, und Samantha Evelyn Cook alias Art3mis sind heiße Anwärter auf den Hauptgewinn, haben jedoch in dem fiesen Konzernchef Nolan Sorrento (Ben Mendelssohn) und seinem hochtechnisierten Team starke und gefährliche Gegner.

Sorrento lässt das Slum-Gebäude, in dem die Familie von Wade lebt, in die Luft jagen. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Sorrento lässt das Slum-Gebäude, in dem die Familie von Wade lebt, in die Luft jagen. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Der Kassenerfolg von „Real Player One“, ganz besonders außerhalb Deutschlands, kann sich sehen lassen, und einige Kritiker sehen in dem Streifen gar ein neues Meisterwerk des Regisseurs. Hiervon ist der Film allerdings bei näherer Betrachtung weit entfernt und stellt wenig mehr als einen weiteren Schritt zur zunehmenden Verschmelzung von Computerspiel und Film dar – eine Entwicklung, der zumindest Cineasten, die noch Filme schätzen, die nicht wie ein Game ohne Controller anmuten, nur mit Sorge entgegensehen können. Als Kind der 80er Jahre (Baujahr 1972) liebe ich das Kino dieser Zeit, insbesondere die Streifen aus der so genannten Spielberg-Factory, zu denen nicht nur Filme gehören, die Spielberg damals selbst inszenierte, sondern auch Werke, bei denen er als Produzent tätig war und Regisseure wie Robert Zemeckis, Joe Dante, Richard Donner, Matthew Robbins und viele andere auf dem Regiestuhl saßen.

Avatar Parzival trifft auf Programmierer Halliday. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Avatar Parzival trifft auf Programmierer Halliday. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Auch manche Filme von John Hughes, der bei „Ready Player One“ oft Erwähnung findet, oder deren Genre-Geschwister wie „St. Elmo’s Fire“ stehen bei mir im DVD-Regal. „Ready Player One“, der ebenso wie die Romanvorlage unzählige Filme und Games der 80er zitiert, möchte eine Hommage, eine Liebeserklärung an diese Zeit sein, findet allerdings, trotz einiger auf vordergründige Weise hübsch anzusehender Szenen, über weite Strecken die völlig falschen Mittel dazu. Ganz überwiegend präsentiert Spielberg seinen Zuschauern ein gigantisches Konsolenspiel deluxe, dem jede Seele und jeder Charme des handgemachten, über den die Filme der 80er Jahre ganz zwangsläufig verfügen, da nunmal die Computertechnik noch in den Kinderschuhen steckte, vollkommen abgeht.

Die Computerspiel-Optik weiter Teile von "Real Player One" ist hauptsächlich für Gamer interessant. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Die Computerspiel-Optik weiter Teile von „Real Player One“ ist hauptsächlich für Gamer interessant. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

In jenen ausufernden Sequenzen, die in der virtuellen Welt OASIS spielen, soll sich der Zuschauer mit cool gestalteten Avataren identifizieren, denen natürlich durch die Szenen mit den Darstellern in der realen Welt Leben eingehaucht werden soll, was jedoch letztlich nur sehr begrenzt gelingt. Mit Ausnahme der Schlusssequenz im Kinderzimmer des Programmierers Halliday, die durchaus emotional zu berühren vermag, lässt das Schicksal der Hauptakteure vollkommen kalt, während der Zuschauer mit zugegebener Maßen hervorragend inszenierten Action-Sequenzen (deren Detailreichtum schlicht überfordert) sowie unzähligen, maß- und konzeptlos eingestreuten Filmzitaten zugeballert wird. Da letztere oft wenig subtil nach dem Perlenketten-Prinzip und viel zu offensichtlich auf dem Silbertablett serviert werden, geht bei vielen Filmfans selbst der vordergründige Spaß, den das suchen und finden der Zitate bereiten könnte, rasch verloren.

Samantha bekommt Schwierigkeiten in der realen Welt. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Samantha bekommt Schwierigkeiten in der realen Welt. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Darüber hinaus singt Spielberg, obwohl er am Ende schnell noch plakativ herausstellt, dass auch die reale Welt wichtig ist und ihren Sinn hat, letztlich ein Hohelied auf die OASIS und die damit verbundene Möglichkeit, der trostlosen Realität entfliehen zu können. Dabei lässt er außer acht, dass die Menschen zu abhängigen Sklaven dieser Technologie mutieren. Traurig, gerade im Kontext des Films, ist schließlich auch noch etwas anderes, nämlich der Umstand, dass Spielberg seinen individuellen Stil, den er in den 80er Jahren perfektionierte und der damals jedem Spielberg-Film einen hohen Wiedererkennungswert verlieh, längst an der Garderobe abgegeben hat. Heute ist von Regisseuren, zumindest von denen, die potentielle Blockbuster produzieren, eine eigene Handschrift nicht mehr gefragt, und somit sind viele neuere Spielberg-Streifen wie zum Beispiel „Krieg der Welten“ und leider auch „Ready Player One“ von einer gewissen Beliebigkeit geprägt, obwohl einige alte Spielberg-Mitstreiter wie zum Beispiel Kameramann Janusz Kamiński weiterhin mit am Start sind. Mit anderen Worten: Den Film hätten vermutlich auch viele andere auf genau die gleiche oder ähnliche Weise drehen können.

Für Sorrento (Ben Mendelssohn) wird es brenzlich. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Für Sorrento (Ben Mendelssohn) wird es brenzlich. (Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Freilich haben diverse Elemente des Films auch ihren Reiz, wenn auch oft nur auf plakative und vordergründige Weise. Eine Szene, in der die Avatare Parzival und Art3mis tanzend durch die Luft schweben, ist wunderschön anzuschauen, die Shining-Sequenz nach Kubricks berühmter Stephen-King-Verfilmung im detailreich rekonstruierten Overlook-Hotel ist variantenreich gestaltet und keinesfalls ein bloßer Abklatsch des Originals und Ben Mendelssohn als schurkischer Konzernboss spielt seine Rolle farbiger und detailreicher, als man es üblicher Weise von so einem eher einseitigen Charakter hätte erwarten dürfen. Dennoch war ich von dem Film, dem überdies eine Kürzung von mindestens 20 Minuten durchaus gut getan hätte, enttäuscht. Computerspiel-Nerds werden an „Ready Player One“ sicher gefallen finden, wenngleich gerade viele jüngere Zuschauer wohl mit den zahlreichen Filmzitaten wenig anfangen können. Wer jedoch mit der zunehmenden Vermischung von Film, Computerspiel und Computeranimation, für die ausgerechnet ein ehemaliges Mitglied der Spielberg-Factory, nämlich Robert Zemeckis, mit üblen Leinwand-Gurken wie „Polarexpress“ und „Beowulf“ den Weg bereitet hat, nichts anfangen kann und sich noch wehmütig an die Zeiten erinnert, als Kino noch Kino und Computerspiel noch Computerspiel war, den kann eine seelenlose Luftnummer wie „Ready Player One“, ausgerechnet umgesetzt von einem Regie-Idol aus der Zeit des handgemachten Kinos, eigentlich nur traurig stimmen.

Bewertung 2 von 5 Sternen

Ready Player One
USA 2018

Kinostart bereits angelaufen

FSK ab 12 Jahre

Darsteller Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelssohn u.a.

Regie Steven Spielberg
Drehbuch Ernest Cline, Zak Penn
Länge ca. 140 Min

(Foto: Björn Othlinghaus)

End of the Line – Tolles Musik- und Party-Event am ersten Sommertag des Jahres

Die Laune auf dem Partygelände am Lüdenscheider Bahnhof war prima. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ioannis Tsilikas und Gaetano Stillavato, die mit ihrem Eventunternehmen „Der Großstadtjunge“ spontan die Veranstaltung „End of the Line“ in Lüdenscheid auf die Beine gestellt haben, können ihre Begeisterung kaum im Zaum halten.

Über den Tag fanden am Samstag, 7. April 2018, bei bestem Sommerwetter und Temperaturen um die 20 Grad etwa 800 Sonnenhungrige den Weg zur Location direkt am Lüdenscheider Bahnhof, die mit etwa 100 Tonnen Sand und stilvoll gestalteten Verzehrständen in ein Urlaubs-Paradies verwandelt worden war.

Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres begeisterten viele Partyhungrige bei "End of the Line". (Foto: Björn Othlinghaus)

Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres begeisterten viele Partyhungrige bei „End of the Line“. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Erst am Mittwochabend haben wir spontan entschieden, das Event auf die Beine zu stellen, und alle haben wunderbar mitgezogen“, erklärt Ioannis Tsilikas. Ihren Dank richteten die Veranstalter besonders an die Stadt, die alle Genehmigungen kooperativ, schnell und unbürokratisch erteilt hätte. „Auch bei allen anderen Beteiligten wie dem Johnny-Mauser-Team mit Fabian Kärnbach und Phillip Nieland sowie der Firma Geier, den Churros Brothers, Tropf und Krümel sowie dem Sicherheitsdienst Galicia Personal, sind wir sofort auf offene Ohren gestoßen“, ergänzt Gaetano Stillavato. Nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr bei kaltem und nassem Wetter im letzten Moment abgesagt werden musste, war es für alle Beteiligten geradezu Balsam für die Seele, dass das Event diesmal, trotz der extrem kurzfristigen Planungen, so reibungslos, harmonisch und rundum erfolgreich verlief.

Ein Knutscher für die Freundin. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein Schmatzer für die Freundin. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch musikalisch war „End of the Line“ ein Volltreffer, denn am Mischpult standen versierte Musiker aus der Bergstadt, die aus dem klanglich überragenden Void Acoustics-Soundsystem alles herausholten was ging. Während am Nachmittag das DJ-Duo Outa Rim mit den beiden Brüdern Julian und Manuel Moos für chillige House-Klänge sorgte und für echtes Club-Feeling inmitten der Urlaubs-Atmosphäre sorgte, waren am Abend die „Two Monkeys from Uptown“, bestehend aus den DJ’s Interplay und Noah mit etwas härteren Sounds zum abtanzen am Start. Auf jeden Fall soll die gelungene Veranstaltung im Juni noch einmal wiederholt werden, dann hoffentlich bei ebenso guten Wetterbedingungen. „Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest, da überlegen und verhandeln wir noch“, meint dazu Ioannis Tsilikas.

Über mangelnde Resonanz konnten sich die Organisatoren nicht beklagen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Über mangelnde Resonanz konnten sich die Organisatoren nicht beklagen. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Auf jeden Fall sind wir froh, dass uns die Lüdenscheider mit unserer spontanen Veranstaltung nicht im Stich gelassen haben und so zahlreich gekommen sind, dass es sich für uns und alle anderen Beteiligten unter dem Strich lohnt“, zieht Gaetano Stillavato sein Resümee. Auch der Umstand, dass Menschen nahezu jeder Altersklasse gekommen seien und nicht nur junge Leute spreche für das Event. Wenn es so gut läuft wie bei „End of the Line“ und eine derart spontan geplante Veranstaltung zu einer Bereicherung für das städtische Leben wird, sind sicher auch andere Veranstalter motiviert, mit ähnlichen Events die Bergstadt attraktiver zu machen.

(Foto: Björn Othlinghaus)

„Best of Rock“ – Startblock und Finest Fathers ließen es krachen

Jörg Wilmink von den Finest Fathers. (Foto: Björn Othlinghaus)

Unter dem Motto „Best of Rock“ traten zwei Bands aus dem Lennetal auf der Bühne im Saal der Lüdenscheider Event-Gaststätte Dahlmann an, um ihre zahlreich erschienenen Fans in Euphorie zu versetzen.

Startblock liefern seit ihrer Gründung im Jahr 2007 rockige Eigenkompositionen mit deutschen Texten, bauen aber auch die eine oder andere Cover-Version in ihr Programm ein. Frontmann und Sänger Pascal Zimmer wird dabei unterstützt von Sebastian Ziemann (Schlagzeug), Patrik Bieker (Gitarre), Mathias Abebe (Gitarre) und Hendrik Schulz (Bass). Wenn letzterer Frontmann Pascal Zimmer am Gesangsmikro ablöst, dann sind in der Regel kernige Hardrock-Covernummern angesagt.

Hendrik Schulz von Startblock. (Foto: Björn Othlinghaus)

Hendrik Schulz von Startblock. (Foto: Björn Othlinghaus)

So schmetterte Schulz bei Dahlmann zum Beispiel eine energiegeladene Fassung des Songs „White Trash Millionaire“ von Black Stone Cherry, die fast noch tougher rüberkam als das Original. Im Mittelpunkt stehen bei Startblock aber immer noch die eigenen Songs wie „Kontinuität“ oder „Seitenhiebe“, die sich einerseits durch rockige Gitarrenriffs, aber auch durch einprägsame melodische Parts auszeichnen und inhaltlich sozusagen „aus den Leben gegriffen“ sind. Im Zugabenteil bringen die Jungs dann gerne Cover-Versionen von Titeln, bei denen einige eigentlich gar nicht gehen. So legten die Musiker von Britney Spears‘ hohler Pop-Schmonzette „… Baby One More Time“ eine schön überinterpretierte Fassung vor und brachten mit „Larger Than Live“ von den Backstreet Boys Schwung in die Bude. Auch der Pogo-Sound von „Wenn du mich küsst“ (Kraftclub) wusste zu überzeugen. Im Anschluss servierten dann die „Finest Fathers“ handfeste Rockmusik mit Klassikern aus den 70er und 80er Jahren.

Patrick Zimmer, Frontmann von Startblock. (Foto: Björn Othlinghaus)

Pascal Zimmer, Frontmann von Startblock. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ebenso wie Startblock hatten Jörg Wilmink (Bass, Gesang), Bernhard Schlütter (Gitarre), Martin Schlütter (Schlagzeug) und Reinbert Hammecke (Lead-Gitarre) eine große Zahl ihrer treuen Fans nach Lüdenscheid mitgebracht. Wilminks Reibeisenstimme passte hervorragend zum Opener „Paranoid“ von Black Sabbath, und auch das lässige „La Grange“ von ZZ Top brachten die Plettenberger überaus sympathisch rüber. Eine Premiere feierte dagegen die Finest-Fathers-Version des Songs „Heroes“ von David Bowie, die die Truppe erstmals öffentlich spielte. Ein weiteres Highlight des Abends stellte schließlich die Langfassung des Evergreens „Radar Love“ von Golden Earing dar, mit Leidenschaft und technisch versiert dargeboten.

Zuschauerin beim Konzert der beiden Bands. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zuschauerin beim Konzert der beiden Bands. (Foto: Björn Othlinghaus)

Als nächstes steht im Saal der Gaststätte Dahlmann am Freitag, 6. April 2018, ab 21 Uhr ein Heavy-Metal-Konzert mit der Formation Velvet Viper und deren Frontfrau Jutta Weinhold auf dem Programm, die Ende der 70er Jahre unter anderem mit Udo Lindenberg auf der Bühne stand und Mitte der 80er Jahre für eine Erneuerung des deutschen Heavy Metal sorgte. Tickets zum Preis von 20 Euro zzgl. VVK-Gebühren gibt es unter anderem im LN-Ticketshop, bei Dahlmann (info@gaststaette-dahlmann.de) oder über das Ticketportal www.eventim.de. Weitere Infos: www.gaststaette-dahlmann.de.

(Foto: Björn Othlinghaus)

„Kunst gegen Bares“ – Gefällt es dem Publikum, klingelt die Kasse!

Nando Andreas, Melina Fuhrmann und André Westermann (Stadtmarketing Lüdenscheid). (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Bewusstsein, dass Bühnenkunst, egal um welches Genre es sich handelt, einen Wert hat, ist vielen Menschen in einer Zeit des preiswerten oder gar kostenlosen Herunterladens kultureller Inhalte aus dem Internet abhanden gekommen.

Die Reihe „Kunst gegen Bares“ möchte dieses Bewusstsein wieder in Erinnerung rufen und gleichzeitig den Künstlern das Gefühl geben, dass sich eine gute Leistung auf der Bühne unmittelbar im Geldbeutel bemerkbar machen kann. Erfinder dieses Deutschlandweit erfolgreichen Veranstaltungsformates ist Gerd Buurmann, der am Samstag, 2. Juni 2018 ab 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) in der Wissenschaftsausstellung Phänomenta in Lüdenscheid anwesend sein wird, wenn die Veranstaltung „Kunst gegen Bares“ in der Bergstadt ihre Premiere feiert. Initiatoren sind die beiden Lüdenscheider Musiker Melina Fuhrmann und Nando Andreas, die das Format in Zusammenarbeit mit André Westermann vom Lüdenscheider Stadtmarketing sowie der Phänomenta zu einem Erfolg in der Region machen möchten. Das Konzept ist einfach: zwischen sechs und acht Künstler präsentieren sich mit je einem im Schnitt 10-minütigen Beitrag den Zuschauern. Hierbei kann es sich um alles Mögliche handeln, von Musik über Akrobatik oder Performance bis hin zu Zauber- und Menthalisten-Kunststücken oder Poetry-Slam-Beiträgen.

Nando Andreas und Melina Fuhrmann, die beiden Initiatoren von "Kunst gegen Bares" in Lüdenscheid, sind als Singer-Songwriter-Duo HonigMut bekannt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nando Andreas und Melina Fuhrmann, die beiden Initiatoren von „Kunst gegen Bares“ in Lüdenscheid, sind als Singer-Songwriter-Duo HonigMut bekannt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Eintritt bei „Kunst gegen Bares“ ist gering und wird bei der Premiere in Lüdenscheid 6 Euro im VVK sowie 7,50 Euro an der Abendkasse betragen (Tickets sind nach Ostern in der Phänomenta erhältlich, der Starttermin für den Vorverkauf wird noch bekannt gegeben). Dafür erhält jeder Künstler ein Sparschwein, in das die Zuschauer je nach gefallen der jeweils aufgeführten Darbietung Geld spenden können. Wer eine tolle Leistung bringt, die das Publikum unterhält und begeistert, kann somit auch damit rechnen, einen erklecklichen Betrag mit nach Hause nehmen zu können. Für die Startveranstaltung haben die beiden Initiatoren Melina Fuhrmann und Nando Andreas bereits einige Künstler gefunden, wobei sich die Zuschauer unter anderem über Physical Comedy aus den USA, ein Singer-Songwriter-Duo und einen Mentalisten (Gedankenleser) freuen können. Darüber hinaus ist für die erste Veranstaltung ein Sektempfang mit einer kleinen Überraschung für jeden Gast geplant. Die Firma Livesound Music zeichnet an diesem Abend für die Technik verantwortlich. Wer als Künstler an einer der kommenden Veranstaltungen teilnehmen möchte, kann sich über die Facebook-Seite von Kunst gegen Bares in Lüdenscheid, www.facebook.com/KGBLuedenscheid, bewerben.

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Alte Liebe – Szenische Rezitation mit Rudolf Sparing und Ruth Schimanski

Dagmar Plümer (Leiterin Stadtbücherei Lüdenscheid), Rudolf Sparing, Ruth Schimanski, Sabine Rigas-Gülde (Lions-Club Lüdenscheid Minerva) und Britta Kunkel (Präsidentin Lions-Club Lüdenscheid Minerva). (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Jahre 2009 veröffentlichten Elke Heidenreich und ihr Ehemann Bernd Schröder den zweistimmigen Roman „Alte Liebe“, der sich um die beiden Senioren Lore und Harry und deren Leben und Befindlichkeiten nach 40 Jahren Ehe dreht.

Rudolf Sparing, Dramaturg und ehemaliger Leiter des Lüdenscheider Kulturhauses, hat den Roman in eine szenische Rezitation umgearbeitet, die er selbst gemeinsam mit Ruth Schimanski aus dem Ensemble K am 13. und 20. April jeweils ab 19.30 Uhr im Saal der Stadtbücherei in Lüdenscheid vortragen wird (Einlass für beide Veranstaltungen ist 19 Uhr). „Die Autoren haben ihren Roman zur Überarbeitung für die Bühne freigegeben, und ich habe das Werk, das ja neben den Dialogen auch beschreibende Passagen enthält, in einen reinen Dialog umgeschrieben“, erklärt dazu Rudolf Sparing. Während der erste Rezitationsabend bereits ausverkauft ist, sind für den 20. April noch Karten zu haben. Im Preis von 15 Euro pro Person ist ein reichhaltiges Fingerfood-Buffet in der Pause enthalten, Karten sind ab sofort im Ticket-Shop der Lüdenscheider Nachrichten, in der Stadtbücherei sowie in der Engel-Apotheke, Knapper Straße 20, erhältlich. Sämtliche Erlöse der beiden in Zusammenarbeit mit dem Lions-Club Lüdenscheid Minerva realisierten Veranstaltungen kommen der Kinderbücherei zugute, wo Bücherei-Leiterin Dagmar Plümer neue, kindgerechte Möbel anschaffen möchte. Aus diesem Grund stellten alle Beteiligten, im Einzelnen die beiden Akteure Rudolf Sparing und Ruth Schimanski, Büchereileiterin Dagmar Plümer sowie Sabine Rigas-Gülde und Britta Kunkel vom Lions-Club Lüdenscheid Minerva die Produktion noch einmal vor. Da das Interesse an der Aufführung sehr groß ist, sind fünf weitere Rezitationsabende in der Zeit von Ende September bis Ende November geplant, und zwar in Halver, Herscheid, bei den Freimaurern in Lüdenscheid, beim Lüdenscheider Stadtfrauenverband sowie beim Förderverein der Suchtkrankenberatung.

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Hollywood im Sauerland in der Villa Wippermann – Alles über die drei Halveraner Kinos

Kuratorin Jana Eilhardt und Peter Bell vom Heimatverein Halver mit Marilyn Monroe. (Foto: Björn Othlinghaus).

Ältere Halveraner können sich noch daran erinnern, dass die Stadt einmal eine rege Kinolandschaft mit phasenweise drei Lichtspielhäusern gleichzeitig vorweisen konnte – der Lichtspiele „Karlshöhe“, der Lichtspiele „Unter den Linden“ sowie der „Regina-Lichtspiele“.

Und nicht nur das. Mit Ilse Müller, Betreiberin der Regina-Lichtspiele, hielt ab Dezember 1951 eine Dame von Welt im provinziellen Halver Einzug, die sich wie echte Filmstars der Zeit kleidete und rauschende Partys ganz im Stil der Hollywood-Prominenz auf die Beine stellte. Dies erzeugte in den prüden 50er und 60er Jahren beileibe nicht nur Freude, sondern sorgte in Teilen der Bevölkerung für viel Argwohn und Ablehnung gegenüber Ilse Müller. Andere junge Frauen sahen sie dagegen, ähnlich wie die Filmstars in den Magazinen der Zeit, als Vorbild und versuchten, ihr nachzueifern.

Viele Besucher interessierten sich für den Film aus den 80er Jahren über die Halveraner Kinobetreiberin Ilse Müller. (Foto: Björn Othlinghaus)

Viele Besucher interessierten sich für den Film aus den 80er Jahren über die Halveraner Kinobetreiberin Ilse Müller. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit der Ausstellung „Hollywood im Sauerland“, die jetzt in der Villa Wippermann in Halver mit einer Vernissage in Anwesenheit der 1. stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Halver, Regina Reininghaus, ihre Pforten für das Publikum öffnete, möchten Ausstellungsmacherin Jana Eilhardt und Peter Bell vom Heimatverein Halver in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Halver an die goldenen Zeiten der drei Halveraner Lichtspielhäuser erinnern. Anstoß war dabei allerdings der Umstand, dass Eilhardt ab September 2016 für lange Zeit den Abriss jener Gebäude, in denen die Regina-Lichtspiele und die Lichtspiele „Unter den Linden“ beheimatet waren, mit ihrem Fotoapparat begleitete und dabei die letzten Aufnahmen in den beiden vom Zahn der Zeit (und im Falle der Regina-Lichtspiele auch durch einem Brand) stark gezeichneten Gebäude machte.

Jana Eilhardt begleitete den Abriss zweier Gebäude, die zwei der drei Halveraner Kinos beherrbergten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jana Eilhardt begleitete den Abriss zweier Gebäude, die zwei der drei Halveraner Kinos beherrbergten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Peter Herzog von der Bürgerstiftung Halver fertigte aus dem umfangreichen Fotomaterial vom Inneren der Gebäude sowie von deren Abriss eine filmische Collage an, die im Rahmen der Ausstellung zu sehen ist. Die Ausstellung, die bis einschließlich 20. Mai 2018 in der Villa Wippermann in Augenschein genommen werden kann, beleuchtet die Geschichte der Halveraner Kinos in umfassender Weise mit zahlreichen Infotafeln, Zeitungsausschnitten und Berichten, die Jana Eilhardt im Zuge monatelanger Recherche- und Archivarbeit erstellt und zusammengetragen hat. Ergänzt werden diese Arbeiten durch eine Vielzahl alter Filmplakate, Filmprogramme und Autogrammkarten, zum Teil von den Stars der Zeit handsigniert, welche die Ausstellungsmacherin, die mit „Hollywood im Sauerland“ ihre insgesamt dritte Ausstellung präsentiert, von Privatsammlern zur Verfügung gestellt bekommen hat.

Auch die stellvertretende Halveraner Bürgermeisterin Regina Reininghaus (links) war zur Ausstellungseröffnung gekommen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch die stellvertretende Halveraner Bürgermeisterin Regina Reininghaus (links) war zur Ausstellungseröffnung gekommen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch lebensgroße Figuren wie die von Marilyn Monroe oder ein alter Filmprojektor machen die Präsentation lebendig. Im Mittelpunkt steht allerdings der besagte Film „Hollywood im Sauerland“, nach dem die Ausstellung benannt ist und den Journalistin Anna Müller im Jahre 1986 über ihre Mutter Ilse Müller drehte. Er wird in der Ausstellung in Endlosschleife gezeigt. Bei dem 45-minütigen Streifen handelt es sich nicht nur um eine Reportage, in der die Protagonistin noch selbst sowie Zeitzeugen ausführlich zu Wort kommen. Anna Müller schlüpft vielmehr im Rahmen von Spielszenen immer wieder in die Rolle ihrer resoluten, selbstbewusst-kämpferischen und weltoffenen Mutter und gibt ihrem Film damit jene Aura des außergewöhnlichen und einzigartigen, die Ilse Müller inmitten der damals spießigen Provinzialität Halvers stets umgeben hat.

Peter Herzog von der Bürgerstiftung Halver machte aus dem Fotomaterial von Jana Eilhardt eine filmische Collage, die in der Ausstellung zu sehen ist. (Foto: Björn Othlinghaus)

Peter Herzog von der Bürgerstiftung Halver machte aus dem Fotomaterial von Jana Eilhardt eine filmische Collage, die in der Ausstellung zu sehen ist. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Quintessenz der akribischen und umfangreichen Recherchearbeit Jana Eilhardts, die der Ausstellung zugrunde liegt, bildet schließlich ein liebevoll gestaltetes, großformatiges Begleitheft, das zum Preis von 2 Euro vor Ort erworben werden kann. Es fasst die meisten Zeitungsausschnitte, Fotos, Kino-Werbeanzeigen sowie einen Zeitstrahl, der die Existenz der drei Halveraner Kinos dokumentiert, in übersichtlicher, unterhaltsamer und informativer Form zusammen. Die Villa Wippermann ist montags, dienstags und mittwochs von 15-18 Uhr sowie sonntags von 11-13 Uhr geöffnet. Individuelle Termine zur Besichtigung der Ausstellung können mit Rudi Olson (Tel.: 0 23 55 / 34 67) oder Peter Bell (Tel.: 01 70 / 5 47 57 55) vereinbart werden.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Schauspieler Jean-Luc Bubert kommt mit T.S. Elliot-Abend ins Museum in Lüdenscheid

Schauspieler Jean-Luc Bubert kehrt in seine Heimatstadt Lüdenscheid zurück. (Foto: Björn Othlinghaus).

An der Ausstellung „Home“ im Lüdenscheider Geschichtsmuseum sind viele kreative Menschen aus der Bergstadt beteiligt.

Der aus Lüdenscheid stammende Theater- und Filmschauspieler Jean-Luc Bubert passt gleich in zweierlei Hinsicht gut in das Konzept der Ausstellung. Zum einen leistet der Schauspieler, der in diesem Jahr unter anderem in dem neuen Film des Regisseur Jan Bonny („Tatort“), „Wintermärchen“, in der Hauptrolle auf sich aufmerksam machen wird, am Freitag, 13. April, einen interessanten und höchst kreativen Beitrag zur Ausstellung. Mit einer Performance, in deren Mittelpunkt Rezitationen aus dem über 400 Zeilen langen Gedicht „Das wüste Land“ von T.S. Elliot stehen, möchte Bubert die Ausstellung vom Ende bis zum Anfang, also in umgekehrter Reihenfolge, durchlaufen, sein Publikum, das an diesem Abend hoffentlich zahlreich erscheinen wird, im Schlepptau.

Jean-Luc Bubert mit Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und Künstler Tom Groll, einem der Initiatoren der Home-Ausstellung im Museum Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jean-Luc Bubert mit Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und Künstler Tom Groll, einem der Initiatoren der Home-Ausstellung im Museum Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Aus dem Gedicht stammt auch das bekannt gewordene Zitat „April ist der grausamste Monat“ – somit passe seine Performance auch zum Datum, ist sich der Schauspieler sicher. Zur Ausstellung „Home“ passt andererseits aber auch, dass Bubert nach Lebensabschnitten in unterschiedlichen Städten wie München oder Berlin vor nicht allzu langer Zeit nach Köln gezogen ist und sich somit wieder ganz nah an seiner Heimat Lüdenscheid befindet, der er im Jahr 2000 den Rücken gekehrt hat, um als Schauspieler erfolgreich zu sein. Frisch in Köln angekommen traf er dort den Künstler Tom Groll, den er bereits kannte und der zudem einer der Initiatoren und Macher der Ausstellung „Home“ ist. Es dauerte nicht lange, bis Groll den Schauspieler dafür begeistern konnte, einen T. S. Elliot-Abend inmitten des Settings der Ausstellung umzusetzen. Bereits am Donnerstag stellten Bubert und Groll die geplante Veranstaltung gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Eckhard Trox vor Ort vor. Bubert und Trox kennen sich ebenfalls gut – unter der Regie des damaligen Kulturhausleiters Rudolf Sparing spielten beide zusammen im Jahr 1996 in einer Aufführung von „Die lustigen Weiber von Windsor“ auf dem Gelände des Schlosses Neuenhof mit. Am Freitag, 13. April, kehrt Jean-Luc Bubert somit auch in künstlerischer Hinsicht in seine Heimat zurück und beschert den Lüdenscheidern ein ebenso spannendes wie unterhaltsames Experiment. Mit dabei ist an diesem Abend auch der Musiker Ulli Kuhn, ebenfalls ein guter Bekannter von Jean-Luc Bubert, der die Performance mit Percussion unterstützen wird. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

(Foto: Björn Othlinghaus)

„Ich und Du“ spielten hörenswertes Konzert im Stock in Lüdenscheid

Christian Breddermann und Klaus Sonnabend rockten den Stock. (Foto: Björn Othlinghaus).

Zwischen die Besucher im Stock in Lüdenscheid passte kaum noch ein Blatt Papier, als das Duo „Ich und Du“, bestehend aus Christian Breddermann (Cajon, Gesang) und Klaus Sonnabend (Gesang, Gitarre) die Bühne betrat.

Dass die beiden live stets mit dem Publikum auf Tuchfühlung gehen, dabei für beste Stimmung sorgen und zudem ein musikalisch perfekt dargebotenes Feuerwerk an bekannten Songs und Hits abbrennen, scheint sich inzwischen auch über die Stadtgrenzen von Lüdenscheid hinaus herumgesprochen zu haben. Die beiden Musiker beziehen ihre Fans immer ins Bühnengeschehen mit ein, animieren dazu, mitzusingen und mitzuklatschen und amüsieren durch ihre gute Chemie untereinander.

Christian Breddermann gibt alles am Mikro. (Foto: Björn Othlinghaus)

Christian Breddermann gibt alles am Mikro. (Foto: Björn Othlinghaus)

Selbst, wenn mal was schief geht, schaffen es die beiden, auch dies zu einem Teil der Unterhaltung und des Entertainments zu machen. Bestes Beispiel hierfür war die gepfiffene Passage in „Looking Back Over My Shoulder“ von Mike And The Mechanics, die Christian Breddermann nicht ganz Ilse-Werner-like auf sympathische Weise aus dem Ruder lief, aber dennoch für begeisterten Beifall sorgte. Musikalisch brachte die bewährte Mischung des Duos den Erfolg: Marley’s „No Women, No Cry“, lediglich angespielt als kleiner Stimmungstest, geht in „Let It Be“ von den Beatles über, um die Einstimmung für „Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller zu liefern. „Superstition“ von Stevie Wonder kommt in der Version der beiden mit einem fetten Groove daher, und selbst übelste Radio-Format-Mucke wie „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue machte an diesem Abend Laune.

Zwischen die Zuhörer passte kein Blatt Papier mehr. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zwischen die Zuhörer passte kein Blatt Papier mehr. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein wenig mag es auch an der Laser Kick Stomp-Box von Christian Breddermann gelegen haben, die bei den Konzerten der beiden noch nicht so oft zum Einsatz gekommen war und nun für besonders kernigen Sound sorgte. Natürlich begrüßten Ich und Du an diesem Abend auch den einen oder anderen Gast-Musiker wie zum Beispiel Sängerin Carmen Klughardt oder Mark und Melanie aus dem Publikum, die bei „Narcotic“ von Liquido die markante Hookline auf dem Xylophon spielen mussten. All dies sorgte für die von Musikern gewohnte gute Unterhaltung und Abwechslung. Wer den Gig verpasst hat, hat angesichts des umfangreichen Tourplans der beiden noch zahlreiche Möglichkeiten, das Duo in der nächsten Zeit live zu erleben, unter anderem am Samstag, 21. April, in der „Alten Bauernstube“ in Sundern. Weitere Infos: www.ichunddu-duo.de.

 

(Foto: Björn Othlinghaus)

Jubiläum für Fans harter Klänge – Zwei Jahre Metal Journey

Die Metal Journey ist nichts für musikalische Weicheier – die Jungs von Sic Zone ließen die Wände wackeln. (Foto: Björn Othlinghaus).

Seit zwei Jahren können all jene, die gerne Heavy Metal sowie dessen zahlreiche musikalische Unterarten hören, zusammen mit den Mitgliedern des Vereins Underground Musik in Lüdenscheid mit der „Metal Journey“ eine Reise in die Welt des Brachialsounds unternehmen.

Zum zweijährigen Jubiläum hatten die Verantwortlichen des Vereins unter Federführung ihres Vorsitzenden André Bätz zur insgesamt 19. Live-Veranstaltung im Rahmen der Reihe wieder zwei interessante Formationen ins Falkenheim eingeladen, die jedoch durchaus unterschiedliche musikalische Richtungen bedienten. Zum Auftakt waren die Hard-Rocker von „The Desert Company“ im Falkenheim zu hören.

The Desert Company, hier Sänger Meikel Böhler, eröffneten den Abend. (Foto: Björn Othlinghaus)

The Desert Company, hier Sänger Meikel Böhler, eröffneten den Abend. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Formation mit Musikern aus Bochum kombiniert klassischen Hard-Rock der 70er Jahre mit modernen Alternative-Klängen und wusste an diesem Abend die Fans dieser Musikrichtung auf technisch hohem Niveau zu überzeugen. So kam zum Beispiel der Song „Wildchild“ ekstatisch, rhythmisch und kraftvoll daher, während sich „Pray“ als melodiöses Werk mit klassischen Heavy-Metal-Elementen präsentierte. Auch wenn die Band, bestehend aus den Musikern Meikel Böhler (Gesang), Jörg Alfons Wegner (Gitarre), Frank Dielewski (Gitarre), Stefan Knode (Bass) und Götz Neuhaus (Schlagzeug) ihr Stück „Change Of Times“ als wohl einzige Ballade ihres Sets ankündigten, legten sie später mit „Hey hey, my my“ nochmal eine Power-Ballade nach, die allerdings mit einem High-Speed-Finale endete und schließlich in ein Cover des Songs „Rockin‘ In A Free World“, im Original von Neil Young, überging.

Auch er hörte interessiert zu. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch er hörte interessiert zu. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der zweite Act des Abends, Sic Zone, legte, was die Härte anging, noch einen deutlichen Zahn zu und war dem einen oder anderen der Gäste, die leider durchaus zahlreicher hätten erscheinen können, dann offensichtlich auch ein wenig zu strange. Die Kölner Formation, bestehend aus Frontmann und Shouter Py, Gitarrist Bordelius, Basser Chico sowie Drummer und Percussionist Pablo kombiniert Death- und Trash-Metal mit Hardcore- und Progressive-Elementen im Stil von Formationen wie Sepultura, Pantera und Machine Head. Inmitten eines Bühnennebelinfernos, das die Sicht manchmal zu 100 Prozent trübte und das Lungenemphysem brutal kitzelte, donnerte ein brachiales, bisweilen maschinengewehrartiges Soundgewitter, gepaart mit mächtigen Growls auf die Zuhörer ein, wobei gesellschaftskritische Statements gegen Meinungsmacher und Volksverdummung, die die Combo für sich reklamiert, in den Lyrics durchaus vorhanden gewesen sein mögen, aber wohl in erster Linie nicht in Form von Worten, sondern durch die Intensität und wütende Emotionalität des Vortrages transportiert wurden. Dies war ganz sicher Musik für eine ausladende Halle, in einem kleinen Raum wie dem Falkenheim aber zumindest phasenweise deutlich zu viel der Dröhnung.

Zum Schluss gab es noch eine Verlosung für die Metal-Fans. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zum Schluss gab es noch eine Verlosung für die Metal-Fans. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Anschluss an die Live-Darbietungen konnten alle Gäste des Abends anlässlich des zweijährigen Jubiläums der Metal Journey mit ihren Eintrittskarten auch noch tolle Preise gewinnen. Die Besucher freuten sich unter anderem über freien Eintritt zu den nächsten Metal-Journey-Veranstaltungen, T-Shirts, CD’s und vieles mehr. Die 20. Metal-Journey mit Live-Musik findet am Samstag, 7. April 2018, ab 20 Uhr statt, Veranstaltungsort ist einmal mehr das Falkenheim, Altenaer Straße 188 in Lüdenscheid. Zu hören sind diesmal Clear Sky Nailstorm aus Bremen und die Rock ’n‘ Roller Fast Crash aus dem Ruhrgebiet.

(Foto: Björn Othlinghaus)

„Ein mittelmäßiges Leben – einfach schrecklich!“ Ein Gespräch mit Star-Designer Harald Glööckler

Harald Glööckler nahm sich viel Zeit für die Fans, signierte und stand für Fotos zur Verfügung. (Foto: Björn Othlinghaus).

Mitte Februar 2018 eröffnete Star-Designer Harald Glööckler den weltweit ersten Pompöös Pop ART Store im Ruhr Park Bochum.

Wer nicht zur offiziellen Eröffnung sowie zur Pre-Opening-Party mit zahlreichen Stars aus TV, Musik und Fashion wie Sarah Knappik, Mode- und Schmuckdesigner Julian F. M. Stöckel, Kathy Kelly von der Kelly Family sowie der amtierende Miss Germany Soraya Engel kommen konnte, hatte am 6. März 2018 noch einmal die Möglichkeit, den Designer im Store persönlich kennenzulernen, ein Autogramm zu ergattern oder ein Selfie mit dem exzentrischen Kreativgenie zu machen.

Der Pompöös Pop ART Shop im Ruhr Park Bochum bietet eine große Auswahl an Produkten von Kreativ-Genie Harald Glööckler. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Pompöös Pop ART Shop im Ruhr Park Bochum bietet eine große Auswahl an Produkten von Kreativ-Genie Harald Glööckler. (Foto: Björn Othlinghaus)

Shop-Inhaber Ormier Babameto und sein Team halfen den zahlreich erschienen Gästen gerne, Fotos mit Glööckler zur Erinnerung an das denkwürdige Zusammentreffen zu machen. Auch Björn war an diesem Tag vor Ort und hatte die Möglichkeit, ein exklusives Interview mit dem Prince of Fashion zu führen, in dem der Designer unter anderem über seine Entscheidung, auf die Verarbeitung von Echtpelz zu verzichten sowie über seine Einstellung zum Leben und seinen Anspruch, Menschen zu motivieren, spricht (Interview weiter unten!).

Wenn sich Harald Glööckler die Ehre gibt, präsentieren sich in seinem Umfeld oft auch andere Menschen mit sympathischem Hang zur Exzentrik. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wenn sich Harald Glööckler die Ehre gibt, präsentieren sich in seinem Umfeld oft auch andere Menschen mit sympathischem Hang zur Exzentrik. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Pompöös Pop ART Store im Ruhr Park Bochum können die Gäste ab sofort in gewohnt barockem Ambiente nicht nur die spektakuläre Kleidung des in Zaiserweiher bei Pforzheim geborenen Multitalents kennenlernen, sondern eine umfangreiche Auswahl seines Schaffens und der von ihm angebotenen Produktpalette, die unter anderem Wohnaccessoires wie Decken und Kissen, Tassen, Taschen, Bilderrahmen und vieles andere mehr beinhaltet. Darüber hinaus werden im Pop ART Store zahlreiche Original-Gemälde Glööcklers sowie ein von ihm designtes Harley Davidson Motorrad präsentiert, verziert mit 20.000 Swarowski-Kristallen.

Ormier Babameto, Inhaber des Pompöös Pop ART Store im Ruhr Park Bochum, ließ sich gerne von den Fans als Fotograf einspannen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ormier Babameto, Inhaber des Pompöös Pop ART Store im Ruhr Park Bochum, ließ sich gerne von den Fans als Fotograf einspannen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dieses exklusive Einzelstück ist ebenso verkäuflich wie die meisten anderen Exponate und Produkte, die im Store angeboten werden – bei einem Preis von 129.000 Euro gehört das chromglänzende Motorrad allerdings zu den Exponaten für den gehobenen Geldbeutel. Seit jeher gehört es zu den Gepflogenheiten des Designers, viele seiner Kreationen auch für erschwinglichere Preise anzubieten – schließlich soll jeder seiner Fans und Kunden die Möglichkeit haben, sich ein Stück Glamour mit nach Hause zu nehmen. Weitere Infos zum Pompöös Pop ART Store unter www.pompoeoespopart-bochum.com

Herr Glööckler, mit Ihrem aktuellen Buch „Fuck you Brain“ möchten Sie Ihre Leser motivieren …

Harald Glööckler: Ich möchte ganz generell mit allem, was ich mache, die Menschen motivieren. In dem Buch versuche ich, den Lesern zu vermitteln, wie ich mit den Widrigkeiten des Lebens umgegangen bin und umgehe.

Glauben Sie, dass der fehlende Erfolg vieler Menschen vor allem mentale Ursachen hat? Dass sie viel mehr leisten könnten, als sie es eigentlich tun.

Harald Glööckler: Leistung ist Willenssache. Wenn ich nur Mittelmaß möchte, werde ich auch Mittelmaß bekommen. Wenn ich darüber hinaus gehen möchte, muss ich mich über das normale Maß hinaus anstrengen.

Spaß mit den Fans. (Foto: Björn Othlinghaus)

Spaß mit den Fans. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ich muss aus meiner Komfortzone raus, das wollen viele ja schon nicht. Außerdem muss man was wagen, ein Risiko eingehen. Wenn man das nicht macht, wird das Leben mittelmäßig, und das finde ich bedauerlich, denn ein mittelmäßiges Leben ist einfach schrecklich.

Ist die Kleidung für Sie ein Instrument, um andere Menschen einzuschätzen? Glauben Sie, dass man den Charakter eines Menschen an seiner Kleidung beurteilen kann?

Harald Glööckler: Nein, gar nicht. Man kann vieles an der Kleidung einschätzen, ob jemand sich was traut, ob jemand auffallen, ein Statement rüberbringen möchte. Ich achte generell weniger auf Kleidung als auf die Ausstrahlung, die Aura von Menschen. Manche tragen auch Kleidung, die gar nicht zu ihnen passt. Die können das gar nicht ausfüllen, was ihre Kleidung ausdrückt.

Es gibt sicher kaum noch jemanden in Deutschland, der Sie auf der Straße nicht erkennt. Ist das nicht auch ein enormer Verlust an Freiheit?

Harald Glööckler: Das ist es, aber da darf man nicht jammern, das ist der Preis, den man zahlen muss. Wenn Sie etwas erreichen wollen, müssen Sie Opfer bringen. Sie müssen entscheiden, welches Opfer zu bringen ist, und dann müssen Sie es bringen. Es lohnt nicht, sich im nachhinein darüber zu beklagen. Sicher würde ich gerne mal nebenan einen Kaffee trinken, bummeln gehen oder einfach mal ganz privat unterwegs sein, ins Kino gehen, das alles geht aber nicht mehr.

Die Menschen mögen den Star-Designer. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Menschen mögen den Star-Designer. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gerade in meinem Fall ist das ja auch sehr extrem, weil ich einer der Prominenten bin, die sehr markant sind. Das Handelsblatt hat kürzlich geschrieben, ich sei bekannter als die Kanzlerin und dass mich laut einer Studie 95 Prozent aller Deutschen kennen. Das ist für mich als Marke natürlich positiv, als Privatmensch jedoch fatal. Aber das ist nunmal Teil des Deals.

Sie sind auch als Maler und Bildhauer tätig. Was bedeutet diese Art Kunst für Sie?

Harald Glööckler: Das ist für mich ein Ventil, ein Ausgleich. Inzwischen läuft es aber schon fast gleichwertig mit den übrigen Dingen, die ich mache. Kunsthistoriker auf der ganzen Welt haben ja meine Kunstwerke sehr gut besprochen und ich verkaufe die inzwischen auch gut. Das hängt natürlich unter anderem damit zusammen, dass man Kunst viel zur Distinktion (Anm. des Verf.: Abgrenzung Angehöriger bestimmter sozialer Gruppierungen) nutzt und es einfacher ist, ein Bild von einem Herrn Glööckler, den die meisten Deutschen kennen, an der Wand zu haben als vielleicht von einem sehr bekannten Maler, der aber trotzdem der großen Masse unbekannt ist. Ich habe ja damit begonnen, die Kunst auf Tassen und auf Taschen zu bringen, und ich finde, dass Kunst immer mehr ein Thema wird, dass die Menschen fasziniert und begeistert.

Sie machen Kleidung für normal gebaute Menschen und nicht nur für Magermodels. Allgemein hat man aber dennoch das Gefühl, dass der Trend in der Modeszene wieder in die andere Richtung geht. Glauben Sie, dass es eines Tages ein echtes Umdenken in der Branche geben wird?

Harald Glööckler: Ich glaube, dass doch beides nebeneinander bestehen kann. Ich fange bereits bei den Größen 34 und XXS an, denn diese Damen finden auch nur schwer attraktive Kleidung. Ich beobachte die Intoleranz auf beiden Seiten.

Ein pompööses Geschenk für einen, der schon alles hat: eine von Harald Glööckler gestaltete Harley mit 20000 Swarowski-Kristallen (Unikat, Preis 129.000 Euro), zu erwerben im Pompöös Pop ART Store Bochum. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein pompööses Geschenk für einen, der schon alles hat: eine von Harald Glööckler gestaltete Harley mit 20000 Swarowski-Kristallen (Unikat, Preis 129.000 Euro), zu erwerben im Pompöös Pop ART Store Bochum. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die, die kräftiger gebaut sind, lassen sich über die schlanken aus, diskriminieren sie als verhungerte, bullimische Frauen, und die anderen lästern über die Übergewichtigen. Ich denke, wenn jeder einfach den anderen akzeptieren und sich um sich selbst kümmern würde, hätten alle genug zu tun.

Ich beziehe die Frage natürlich auf den Umstand, dass viele Models durch zu wenig Essen krank werden.

Harald Glööckler: Die Menschen werden aber auch krank durch zu viel Essen. Zu dick und zu schlank ist am Ende des Tages beides nichts, aber ich bin ja als Modemacher kein Arzt. Ich bin ja nicht dazu da, jemandem zu sagen, iss‘ mal weniger oder iss‘ mal mehr. Ich bin ein sehr toleranter Mensch – von mir aus kann jeder leben, wie er mag.

Sie engagieren sich auch gegen die Verwendung von Echtpelz für Kleidungsstücke. Dennoch scheint es wieder in Mode zu sein, Kleidung aus Echtpelz herzustellen und zu tragen, obwohl es ja inzwischen auch wirklich hochwertigen Kunstpelz gibt. Wie erklären Sie sich das?

Harald Glööckler: Das hat mit einem gewissen Luxusgedanken zu tun, dass Designer eben denken, sich durch Echtpelz einen luxuriösen Anstrich geben zu können und ein Kunstpelz dann eben nicht in ihre Haute-Couture-Kollektion passt. Aber im Grunde ist das natürlich Quatsch. Man kann zum Beispiel statt Pelz teure Tuchmäntel machen, eben den Luxus anders erzeugen. Ich verurteile keine Frau, die einen echten Pelz trägt, dass muss jeder selbst vor seinem Gewissen ausmachen, aber als Modemacher verarbeite ich keinen echten Pelz weil ich sage, das muss nicht sein und das braucht’s nicht.

Auch kleine Gäste fühlten sich im Pop ART Store wohl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch kleine Gäste fühlten sich im Pop ART Store wohl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ich finde es immer sehr eigenartig, wenn jemand einen Pelzmantel trägt und auf der anderen Seite seinen Hund im Arm hat. Es stört mich sehr, dass der Echtpelz bei vielen Designern so proklamiert, ein totaler Hype darum gemacht wird und gigantische Pelzroben zur Schau gestellt werden. Es müsste eigentlich an jedem Echtpelz, wie auf Zigarettenpackungen, eine Warnung stehen wie zum Beispiel ‚Für dieses Kleidungsstück mussten Tiere qualvoll sterben!‘. Es gibt eindeutig andere Möglichkeiten, sich künstlerisch zu betätigen, man muss dafür keine Echtpelzmäntel produzieren.

Was können Ihre Kunden in der neuen Saison von Ihnen erwarten?

Harald Glööckler: Da ist eine Menge geplant: Es gibt neue Taschen und es gibt neue Tassen, außerdem werden neue T-Shirts, Jacken und Hosen erscheinen. Wir bringen ja permanent etwas neues raus. Das besondere ist dabei, dass wir sowohl recht günstige Kleidung und Produkte als auch die Haute-Couture-Linie im Angebot haben.

Viele Ihrer Produkte – ich erinnere mich da unter anderem an die Pralinen vor einigen Jahren – kommen immer nur für einen stark begrenzten Zeitraum auf den Markt. Warum ist das so?

Harald Glööckler: Dabei handelt es sich dann oft um Dinge, die nur saisonal erhältlich sind wie zum Beispiel die Pralinen ausschließlich im Winter und nicht in den warmen Sommermonaten. Außerdem sind manche Produkte, da ich mit Lizenzen arbeite, letztlich auch nur auf höchstens zwei oder drei Jahre angelegt. Nicht alle Lizenzverträge gehen so lang, manche Unternehmen wechseln öfter, zum Beispiel die Firma Duni, die Tisch-Textilien herstellt. Die arbeiten jedes Jahr mit einem anderen Designer zusammen.

Ich bedanke mich recht herzlich für das Gespräch.