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(Foto: Björn Othlinghaus)

Band-Contest Beat the Band 2018 – Musiker „duellierten“ sich im Boxring

Die Band Some Voices aus Meinerzhagen belegte einen hervorragenden zweiten Platz. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein Band-Contest, mal anders! Im Stil eines Boxkampfes stellte sich am Freitag, 16. November 2018, ein neues Konzept eines Wettbewerbs für Nachwuchs-Bands dar, das vom Märkischen Kreis und dem Verein KultStädte in Zusammenarbeit mit Media4Web veranstaltet wurde.

Angeregt hatte das Event die SPD-Kreistagsfraktion. Rund 150 Personen strömten in den Festsaal Hohe Steinert in Lüdenscheid, wo sechs Bands auf der im Stil eines Boxringes gestalteten Bühne gegeneinander antraten. Für die erste Runde losten Ringsprecher Steven Stegnitz und Nummerngirl Carmen Klughardt die Paarungen für die ersten drei Wettkämpfe aus, bei denen jede Band im Wechsel jeweils drei mal zwei Minuten selbst geschriebene Songs spielen musste.

Carmen Klughardt und Steven Stegnitz moderierten die Veranstaltung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Carmen Klughardt und Steven Stegnitz moderierten die Veranstaltung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Am Ende eines jeden Wettkampfes entschieden zum einen die Mitglieder einer vierköpfigen Jury, bestehend aus Christian Schmitt (Eventmanager aus Meinerzhagen), Björn Othlinghaus (Journalist aus Lüdenscheid), Robin Brunsmeier alias Binyo (Musiker aus Halver) sowie Tlako Mokgadi (Musiker aus Altena), ob sie jeweils die Band in der blauen oder roten Ringecke favorisieren und vergaben damit vier Punkte pro Wettkampf, zum anderen erhielt das Publikum drei Punkte, die es per Applaus-Messung in Dezibel im Paket an ihre jeweilige Band vergeben konnte.

Singer-Songwriterin Nancy Siskou belegte den dritten Platz. (Foto: Björn Othlinghaus)

Singer-Songwriterin Nancy Siskou belegte den dritten Platz. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gleich in der ersten Runde zeigte sich dabei, wie fair es auf der Bühne zwischen den Musikern zuging, denn kaum dass die Lüdenscheider Singer-Songwriterin Nancy Siskou mit ihrem Auftritt loslegte, war ihre Gitarre nicht zu hören, woraufhin ihr die Kontrahenten der Pop-Formation Basti Schank & Band mit einem der Instrumente auf ihrer Ringseite aushalfen. Nancy Siskou war indes die einzige Musikerin, die ohne Band auftrat, dieses Manko aber durch viel Power wett machte. Obwohl sich die Jury für Basti Schank & Band entschied, applaudierte das Publikum für Nancy, die es damit in die Zwischenrunde schaffte. In Wettbewerb zwei der ersten Runde traten mit Divided Soul, einer Hard-Rock-Combo aus Hagen, und Some Voices, einer sechsköpfigen Band mit sanften Singer-Songwriter-Klängen aus Meinerzhagen, zwei sehr verschiedene Kontrahenten an.

Die Stoner-Rock-Combo Defected Heroes gab eine druckvolle Vorstellung und konnte, obwohl am Ende nicht platziert, auf ganzer Linie überzeugen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Stoner-Rock-Combo Defected Heroes gab eine druckvolle Vorstellung und konnte, obwohl am Ende nicht platziert, auf ganzer Linie überzeugen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Sowohl die Jury als auch das Publikum entschied sich für die in sich gekehrte, aber gut gemachte Singer-Songwriter-Musik aus dem Volmetal. Im dritten Wettbewerb der ersten Runde standen mit der Mendener Stoner-Rock-Combo Defected Heroes und Otherside aus Lüdenscheid zwei Bands im Boxring, die sich einen Battle auf gleich hohem Level lieferten.

Begeistertes Publikum im Festsaal an der Hohen Steinert in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Begeistertes Publikum im Festsaal an der Hohen Steinert in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der druckvolle Rock der Mendener wusste ebenso zu überzeugen wie die mit viel energetischen Pop-Rock-Hymnen von Otherside. Bei je zwei Jury-Punkten für jede Band gab beim Publikumsapplaus vielleicht der Heimvorteil den Ausschlag für Otherside. Nancy Siskou, Some Voices und Otherside waren nun bereits Gewinner von je einem der drei Preise, nur die Platzierungen wurden in Zwischenrunde und Finale noch ermittelt.

Die Band Otherside konnte sich am Ende durchsetzen und konnte aus den drei Preisen wählen. Die Musiker entschieden sich für den Thomann-Gutschein im Wert von 200 Euro. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Band Otherside konnte sich am Ende durchsetzen und konnte aus den drei Preisen wählen. Die Musiker entschieden sich für den Thomann-Gutschein im Wert von 200 Euro. (Foto: Björn Othlinghaus)

Otherside setzten sich, dicht gefolgt von Some Voices und Nancy Siskou, durch, wobei die erstplatzierten aus den drei Preisen wählen konnten. Die Musiker entschieden sich für den Gutschein von der Firma Thomann im Wert von 200 Euro, den Live-Gig auf der Bühne des Lüdenscheider Stadtfestes wählten Some Voices. Somit konnte sich Nancy Siskou, die sich allein so tapfer gegen ihre Band-Kontrahenten behauptet hatte, über eine Musikvideo- und CD-Produktion im Wert von 500 Euro freuen.

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Im „Klein Oho“ in Lüdenscheid wird mit Kultur gedealt

Die Mitglieder des Kulturbeirates der Stadt Lüdenscheid stellen im „Klein Oho“ die Aktion „Kulturdealer“ vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Registrierte „Kulturdealer“ können ab sofort Tickets für anspruchsberechtigte Personen auch im „Klein Oho“ der Stadtmarketing GmbH Lüdenscheid im Stern-Center beziehen.

Mit der Aktion „Kulturdealer“ wurde eine Idee der Arbeitsgruppe „Teilhabe“ des Kulturbeirates der Stadt Lüdenscheid in die Tat umgesetzt, wobei es darum geht, Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Zugang zu Kulturveranstaltungen haben (zum Beispiel, weil sie es sich aus finanziellen Gründen nicht leisten können), dennoch die Möglichkeit zu geben, an diesen teilzunehmen. Die Idee ist, dass Kulturveranstalter ein bestimmtes Kartenkontingent unentgeltlich für die Aktion zur Verfügung stellen. Registrierte Kulturdealer, also Personen, die Kontakt zu Menschen haben, für die das Angebot interessant sein könnte, haben die Möglichkeit, benötigte Tickets abzurufen. Nachdem die Aktion bereits seit etwa drei Monaten im Probebetrieb läuft, ist das Klein Oho der Stadtmarketing GmbH ab sofort ein Anlaufpunkt für alle, die Tickets zur Verfügung stellen wollen. Zahlreiche Mitglieder des Kulturbeirates stellten am Dienstag die Location als Anlaufstelle für Ticketspender noch einmal vor. Die Leiterin und Intendantin des Kulturhauses Rebecca Egeling hinterlegte als erste 100 Tickets für unterschiedliche Kulturhausveranstaltungen im Klein Oho. „Es handelt sich dabei sowohl um Tickets fürs Kindertheater als auch für die unterschiedlichen Abo-Reihen des Erwachsenentheaters sowie Meister- und Sinfoniekonzerte“, erklärte Egeling. Somit wäre sowohl für einen älteren Menschen, der gerne klassische Musik hört, als auch für Kinder oder Freunde des klassischen oder des Boulevardtheaters ein passendes Angebot dabei. Ein Vorteil des Klein Oho sind die langen Öffnungszeiten, mit denen Örtlichkeiten wie die Kulturhauskasse nicht dienen kann. Bisher sind schon zahlreiche Tickets gespendet worden, neben dem Kulturhaus unter anderem vom Kulturverein Kalle, dem kult.park-Festival, von der Tanzschule S, der VHS Lüdenscheid, der Gaststätte Dahlmann, dem Lüdenscheider Kinderchor, dem Lüdenscheider Männerchor sowie den CVJM-Bühnenmäusen. Wer sich als Kulturdealer, also als Vermittler, betätigen möchte, registriert sich über www.kulü.de. Weitere Infos gibt es hier ebenso wie auf www.facebook.com/KulturdealerLuedenscheid.

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Krimi-Festival Mord am Hellweg – Schwedische Kriminacht

Martin Österdahl stellte seinen Debüt-Roman „Der Kormoran“ vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Schweden gilt nicht erst seit Henning Mankell als Land herausragender Krimiautoren.

Aus diesem Grund wurden am Sonntag, 21. Oktober 2018, bei der „Schwedischen Kriminacht“ im Rahmen des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“ gleich drei neue schwedische Autoren mit ihren neu erschienenen Werken vorgestellt. Das Interesse an der Veranstaltung, die vor Ort wieder von der VHS Lüdenscheid auf die Beine gestellt wurde, war so groß, dass der Saal der Lüdenscheider Stadtbücherei komplett ausverkauft war. Zwei Autoren – Anna Tell und Martin Österdahl – waren mit ihren viel beachteten Debüt-Romanen angereist, während Emelie Schepp mit dem vierten Band ihrer populären Reihe um die Staatsanwältin Jana Berzelius, die längst zu einem internationalen Erfolg geworden ist, nach Lüdenscheid gekommen war.

Die Schwedische Kriminacht im Saal der Stadtbücherei war ausverkauft. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Schwedische Kriminacht im Saal der Stadtbücherei war ausverkauft. (Foto: Björn Othlinghaus)

Alle drei Autoren hatten auch ihre deutschen Lesestimmen mitgebracht, die im Anschluss an kurze Lesungen auf Schwedisch umfangreichere Parts der Bücher in deutscher Sprache rezitierten. Die Moderation der Lesung sowie einige Interviews mit den Autoren übernahm die Journalistin, Autorin und Redakteurin Margarete von Schwarzkopf, für die musikalische Begleitung zeichnete Norbert Labatzki verantwortlich, der mit der Akustikgitarre und gegen Ende auch mit dem Saxophon bewaffnet Krimi-Lieder wie „Der Mörder ist immer der Gärtner“ oder „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ anstimmte. Zum Auftakt stellte Anna Tell ihr Erstlingswerk „Vier Tage in Kabul“ vor. Wie der Titel bereits impliziert, spielt die Handlung nicht nur in Schweden, sondern zur Hälfte in Afghanistan, wo die Autorin einige Jahre lang lebte und dort für das schwedische Militär tätig war.

Anna Tell präsentierte ebenfalls ein Erstlingswerk, und zwar ihren Roman "Vier Tage in Kabul". (Foto: Björn Othlinghaus)

Anna Tell präsentierte ebenfalls ein Erstlingswerk, und zwar ihren Roman „Vier Tage in Kabul“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch ihre Heldin Amanda Lund hält sich als schwedische Polizeiausbilderin und Verhandlungsführerin für in Jahr in Afghanistan auf und muss im Zuge des Verschwindens zweier Diplomaten als Verhandlungsführerin auftreten. Ursprünglich, so erfuhr der Zuhörer nach der kurzen Lesung in schwedischer Sprache durch die Autorin selbst sowie in deutscher Sprache durch Schauspielerin Christina Maria Greve, sollte ihr Debüt-Roman fast komplett in Kabul spielen, wogegen jedoch der Verlag Einspruch erhob. Nun spielt im Roman auch noch eine komplizierte Liebesgeschichte in Schweden eine Rolle, denn die toughe Heldin Amanda Lund liebt dort einen verheirateten Mann. Der erfolgreiche Roman wird auch fortgesetzt: ein zweiter Band erscheint in Deutschland im Frühjahr 2019, ein dritter ist bereits in Arbeit. Auch der zweite Autor des Abends, Martin Österdahl, hat mit „Der Kormoran“ ein spektakuläres Debüt abgeliefert, das sich ebenso wie Anna Tells Buch gegen die üblichen Krimi-Konventionen – ein Mord geschieht und im Anschluss folgt die Mördersuche – stellt.

Anna Tell und Martin Österdahl beim signieren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Anna Tell und Martin Österdahl beim signieren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Werk, dessen deutsche Leseparts von dem Schauspieler Peter Lohmeyer rezitiert wurden, der bereits zum zweiten Mal bei „Mord am Hellweg“ dabei war, spielt im Sankt Petersburg des Jahres 1996. Nachdem ein Hackerangriff Stockholms Mobilfunknetz lahmgelegt hat, muss Russlandexperte Max Anger nicht nur in diesem Fall ermitteln. Er begibt sich auch auf die Suche nach seiner russischen Freundin Paschie, die in Sankt Petersburg spurlos verschwunden ist. Obwohl das Werk in den 90er Jahren spielt, ist die Hackerproblematik, die darin geschildert wird, hochaktuell. Autor Oesterdahl war 20 Jahre lang für das Fernsehen tätig und Programmdirektor eines schwedischen TV-Senders, bevor er sich dazu entschloss, als Autor zu arbeiten.

Emelie Schepp hat sich mit ihren Romanen über Staatsanwältin Jana Berzelius bereits international einen Namen gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Emelie Schepp hat sich mit ihren Romanen über Staatsanwältin Jana Berzelius bereits international einen Namen gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der letzte Teil der gut dreistündigen Leseveranstaltung gehörte der Autorin Emelie Schepp, die sich bereits eine große Leserschaft erarbeiten konnte und den vierten Teil einer Thriller-Reihe um Staatsanwältin Jana Berzelius, „Im Namen des Sohnes“, dem deutschen Publikum präsentierte. Die deutschen Leseparts übernahm dabei Schauspielerin Julia Nachtmann, die auf intensive Weise eine besonders spannende Szene rezitierte, in der ein Vater hilflos am Telefon miterleben muss, wie seine Ehefrau ermordet und sein Kind entführt wird.

Schauspieler Peter Lohmeyer, die deutsche Erzählstimme von Martin Österdahl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Schauspieler Peter Lohmeyer, die deutsche Erzählstimme von Martin Österdahl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jeder Band der Reihe, bei der die Autorin betont, dass die Romane auch einzeln für sich gelesen werden können ohne Kenntnis der vorangegangenen Bände, erzählt sowohl eine abgeschlossene Kriminalgeschichte als auch die Buchübergreifende Story der Protagonistin, die als Kind traumatisches erlebte. Alle drei Autoren standen in der Pause und nach der Lesung zum signieren ihrer Werke zur Verfügung, die am Thalia-Büchertisch reißenden Absatz fanden. „Vier Nächte in Kabul“ von Anna Tell erschien im Rowohlt-Verlag, „Der Kormoran“ von Martin Österdahl und „Im Namen des Sohnes“ von Emelie Schepp bei Blanvalet.

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Ein spannendes Paar – Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl im Interview

Auch ein Erfolg: Die Ostfriesland-Krimizeitung mit einer Auflage von 1,6 Millionen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Klaus-Peter Wolfs Ostfriesen-Krimis sind ein überragender Erfolg.

Der aus Gelsenkirchen stammende und in Norden/Norddeich lebende Autor verkaufte bislang 11 Millionen Bücher, wobei ein Ende bei zwei neuen Kriminalromanen pro Jahr kaum abzusehen ist. Vor seiner Lesung im Rahmen des Festivals „Mord am Hellweg“ in der Phänomenta in Lüdenscheid am 6. Oktober 2018 sprach Björn mit dem Autoren und seiner Lebensgefährtin, der unter anderem aus dem Kinderkanal (KiKA) bekannten Kinderliedermacherin und Kinderbuchautorin Bettina Göschl, die seine Lesungen musikalisch begleitet. Zum Interview im Museumscafé des Lüdenscheider Geschichtsmuseums brachten die beiden ein Exemplar der von Klaus-Peter Wolf selbst herausgebrachten Zeitung „Ostfriesland-Krimis – Die Klaus-Peter Wolf-Zeitung“ mit.

Herr Wolff, was hat es mit dieser ganz besonderen Zeitung auf sich?

K. P. Wolf: Die Ostfriesland-Krimizeitung ist eine Idee des Journalisten Holger Bloem, der Chefredakteur des Ostfriesland-Magazins ist und auch in meinen Krimis immer wieder vorkommt. Sie erscheint seit 10 Jahren einmal im Jahr in einer Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren mit schönen Fotos und tollen Geschichten darüber, was Bettina und ich so machen.

Klaus-Peter Wolf beim Interview. (Foto: Björn Othlinghaus)

Klaus-Peter Wolf beim Interview. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bis 70.000 werden als Werbematerial an Buchhandlungen gegeben, den Rest legen wir Tageszeitungen bei. Natürlich steht immer der neue Kriminalroman, der zuletzt erschienen ist, im Mittelpunkt, und es gibt immer ein Interview mit uns im Café ten Cate in Norden, das sich ja ebenfalls in meinen Büchern wiederfindet.

Was war der Auslöser für Sie beide, 2003 nach Ostfriesland zu ziehen, dem Ruhrgebiet den Rücken zu kehren und sich auch in ihrer Literatur fast ausschließlich diesem Teil Deutschlands zu widmen? Was fasziniert Sie an Ostfriesland und speziell an dem Ort Norden-Norddeich?

Bettina Göschl: Wir hatten eine Sehnsucht, ans Meer zu ziehen, es war ein Traum von uns beiden. Ich bin immer viel in den Norden gereist und konnte mich dort gut erholen. Das gleiche gilt für Klaus-Peter. Außerdem hatten wir ein Erlebnis in Norddeich am Strand, als wir zwei Regenbögen gesehen haben, die sich überschnitten, ein herrliches Schauspiel. Da haben wir gesagt: Das ist ein Zeichen, dass wir beide hier hin gehören!

K. P. Wolf: Für Menschen, die im Ruhrgebiet leben, ist Ostfriesland oft eine Art Sehnsuchtsort. Viele Menschen, die ich kenne, sind nach Ostfriesland in Urlaub gefahren oder ganz hingezogen, und wir eben auch. Wenn ich zum Beispiel ein Filmdrehbuch überarbeiten musste, habe ich mich gerne dorthin zurückgezogen. Genauso war es, wenn ich in einer Lebenskrise steckte.

Die beiden Sommerfeldt-Romane „Totenstille im Watt“ und „Totentanz am Strand“ unterscheiden sich ja vom Konzept her stark von den anderen Romanen, in denen die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen eine Rolle spielt. Eigentlich ist ja in beiden Büchern Dr. Sommerfeldt als Ich-Erzähler die Hauptfigur und nicht die Ermittlerin.

K.P. Wolf: Genau. Das dramaturgisch schwierige daran ist ja, dass der Serienkiller Sommerfeldt gleichzeitig ein Antagonist und die Hauptperson ist und praktisch zum Helden wird.

Sommerfeldt hat ja einige durchaus sympathische Züge, mit denen sich die Leser identifizieren können.

K.P. Wolf: Absolut. Als das erste Sommerfeldt-Buch „Totenstille im Watt“ erschienen ist, war die erste Leserreaktion, die ich bekommen habe, die Facebook-Nachricht einer jungen Frau, die schrieb, öffentlich einsehbar für alle: „Wie soll ich es meinen Eltern erklären, ich habe mich in einen Serienkiller verliebt!“

Bettina Göschl: Er hat einfach etwas empathisches, die Leute können sich einfühlen in den Charakter. Es gibt Persönlichkeitsanteile an ihm, mit denen sich die Leute identifizieren, aber das erschreckt sie auch, weil er ja ein Mörder ist.

Bin ich auf dem Holzweg oder gibt es bei den beiden Sommerfeldt-Büchern hinsichtlich des Konzeptes Parallelen zur Fernsehserie Colombo, die in „Totenstille im Watt“ ja auch an einer Stelle zitiert wird (zum Beispiel, dass der Mörder die Hauptrolle spielt und der Inspektor, in diesem Fall Ann Kathrin Klaasen, in den Hintergrund tritt)?

K.P. Wolf: Wo Sie das jetzt so sagen … Aber da bin ich beim Schreiben nicht drauf gekommen. Ich wollte aus der Sicht des Bösen, des Serienkillers, die Welt erzählen, und das sollte eine spannende Sicht sein, denn Sommerfeldt ist ja kein dumpfer Mörder, sondern durchaus ein belesener, kluger Mensch.

Der Autor der erfolgreichen Ostfriesen-Krimis präsentierte sich in Lüdenscheid als humorvoller und ausgeglichener Mensch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Autor der erfolgreichen Ostfriesen-Krimis präsentierte sich in Lüdenscheid als humorvoller und ausgeglichener Mensch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der sucht Rechtfertigungen für sein Tun und holt diese aus der Literatur, aus der Mythologie. Und auf einmal merkt man, dass man ihm das glaubt und abkauft, und dann wehrt man sich wieder dagegen. Ich wollte eine ambivalente Figur schaffen, bei der Gut und Böse verwischen. Übrigens ist Sommerfeldt ein unglaublicher Erfolg. Wir sind jetzt bei Verkaufszahlen von 400.000 Exemplaren, nur für Band 1.

Täusche ich mich, oder steckt im Charakter Sommerfeldt auch ein Teil von Ihnen selbst? Zum Beispiel, dass Sie Ihr altes Leben im Ruhrgebiet hinter sich gelassen haben, als Sie nach Ostfriesland gegangen sind. Außerdem hat Sommerfeldt mit der Leitung des elterlichen Unternehmens Schiffbruch erlitten, und Ihnen ist ähnliches mit der Leitung eines Verlages passiert.

K.P.Wolf: Es steckt einiges von mir in Sommerfeldt. Ich habe selbst einen Konkurs erlebt und weiß, was dann passiert und wie sich die Menschen verhalten.

Man hat plötzlich deutlich weniger Freunde.

K.P. Wolf: Genau so ist das. Man fühlt sich für alles schuldig, und plötzlich nimmt einem die Bank obendrein die Kreditkarte weg. Ich weiß genau, wie sich so jemand fühlt. Ich hatte damals 2,7 Millionen DM Schulden, und ich war erst 26 Jahre alt. Da wusste ich überhaupt nicht, wie ich weitermachen sollte, denn damals musste ich mit 300.000 DM Zinsen rechnen, die jedes Jahr noch obendrauf kommen. Da konnte ich noch so viele Drehbücher für Fernsehserien schreiben, ich hatte keine Chance, da runterzukommen.

Sommerfeldt ist ja gar kein echter Arzt, rutscht aber irgendwie in die Rolle hinein. Könnte denn einer, der gar kein Arzt ist, einfach so als Arzt praktizieren, ohne aufzufallen?

K.P. Wolf: Als „Totenstille im Watt“ erschien, kamen zunächst genau solche Reaktionen. Doch das Buch war gerade sechs Wochen auf dem Markt, da flog auf, dass sich, ausgerechnet in Norden, ein Patient der Psychiatrie als Arzt ausgegeben hat und dort seit eineinhalb Jahren unbehelligt praktizierte.

Klaus-Peter Wolfs Lebensgefährtin Bettina Göschl ist Kinderliedermacherin und Kinderbuchautorin und gestaltet mit ihrer Musik die Lesungen mit. (Foto: Björn Othlinghaus)

Klaus-Peter Wolfs Lebensgefährtin Bettina Göschl ist Kinderliedermacherin und Kinderbuchautorin und gestaltet mit ihrer Musik die Lesungen mit. (Foto: Björn Othlinghaus)

So etwas in einem Krankenhaus zu machen, wo er doch ständig mit richtigen Ärzten, also Fachleuten, zu tun hat, hätte ich als völlig unrealistisch empfunden, es hat aber doch funktioniert. Ein Hausarzt wie Dr. Sommerfeldt wird dagegen praktisch nur von seinen Patienten kontrolliert. Und wenn er denen was gutes tut, ihnen mit Verständnis und großzügigen Krankschreibungen begegnet, ist er für sie Gott.

Für viele sind Sie heute vor allem der Mann, der die Ostfriesenkrimis schreibt. Dabei sind Sie ja tatsächlich sehr vielseitig, haben bereits Literaturpreise gewonnen, Kinder- und Jugendbücher geschrieben, Drehbücher verfasst, Theater gemacht.

Bettina Göschl: Er hat sogar in einem Kindermusical, „Piraten Jenny und Käpt’n Rotbart“, mitgespielt, das ich für den Kinderkanal KiKA geschrieben habe. In Bremerhaven haben wird das gedreht.

K.P. Wolf (lacht): Bettina war die wilde Sängerin, die versucht hat, den verblödeten König zu stürzen. Das war ich.

Hätten Sie denn auch mal Lust, in den Verfilmungen Ihrer Bücher eine größere Rolle zu spielen und nicht nur einen Cameo-Auftritt, wie es bei „Ostfriesenkiller“ der Fall war?

K.P. Wolf: Die schlagen sowas ja auch manchmal vor, aber ich schreibe noch nicht mal mehr die Drehbücher selbst, obwohl ich ja auch Drehbuchautor bin. Das schaffe ich einfach nicht mehr. Ich schreibe zwei Kriminalromane im Jahr, außerdem verfasse ich mit Bettina zusammen Kinderbücher und wir haben bis zu 200 Auftritte jährlich im Rahmen von Lesungen. Ursprünglich wurde mir beim ZDF vorgeschlagen, die Drehbücher zu den Romanen selbst zu schreiben. Auf irgendwas musste ich aber verzichten, weil es sonst einfach zu viel geworden wäre, und da es sich beim Drehbuchschreiben vor allem um pures Handwerk handelt, das auch jemand anderer ausführen kann, habe ich da dann abgewunken. Romane muss ich ja schon selbst schreiben, und auch bei Lesungen kann ich niemand anderen schicken. Die Filmfirma hat mich aber als Berater engagiert, so dass ich bei Fragen dem Team zur Verfügung stehe.

Kann man sagen, dass alle Filme nach Ihren Büchern auch nach Ihren Vorstellungen entstanden sind.

K.P. Wolf: Bisher auf jeden Fall. Der erste war ja „Ostfriesenkiller“, ein unglaublicher Erfolg mit 8 Millionen Zuschauern.

Bettina Göschl: Die zwei neuen Filme, „Ostfriesenblut“ und „Ostfriesensünde“, wurden innerhalb von 44 Drehtagen „back to back“, also gleichzeitig realisiert, was eine hohe Anforderung an das Team darstellte. Wir haben die Rohschnittfassungen gesehen, die sind wunderbar geworden und wir beide sind sehr zufrieden damit.

Wird Christiane Paul wieder die Rolle der Ann Katrin Klaasen übernehmen und wie gefällt sie Ihnen in der Rolle?

K.P. Wolf: Wir haben uns sehr gut mit ihr und auch mit allen anderen verstanden, sie hat das sehr gut gemacht. Natürlich ist sie auch in den nächsten beiden Filmen wieder dabei. Das gilt übrigens fast für die komplette Besetzung der Hauptrollen und auch für den Stab.

Hat das ZDF die Rechte all Ihrer Bücher zum Verfilmen im Paket erworben?

K.P. Wolf (lacht): Nee, das hätten die wohl gerne! Die müssen die Rechte jedes einzelnen Romans erwerben, denn ich möchte sicher gehen, dass tatsächlich auch nur meine Geschichten verfilmt werden. Die wollen natürlich gerne die Figurenrechte kaufen, damit sie irgendwann eigene Geschichten mit diesen Figuren verfilmen können und mit ihnen machen können, was sie wollen. Bei „Wilsberg“ haben die das zum Beispiel so gemacht.

Auch das Signieren erledigen die beiden Künstler auf den Lesungen gemeinsam. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch das Signieren erledigen die beiden Künstler auf den Lesungen gemeinsam. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Verlage und Autoren haben in diesen Fällen blauäugig, um nicht zu sagen Geldgierig, alle diese Rechte verkauft, und haben dann keinen Einfluss mehr. Die Folge davon kann natürlich sein, dass irgendwann alle Leute einen Fernsehcharakter wie zum Beispiel Wilsberg kennen, aber kein Mensch kennt die Romane, die dann auch dementsprechend selten gekauft werden. Das wird es bei mir nicht geben. Die müssen auch zukünftig die Rechte an den Romanen kaufen und dürfen nur meine Geschichten verfilmen.

Kennen Sie das Problem von Schreibblockaden?

K.P. Wolf: Ich kenne viele Kollegen, die damit kämpfen, die auch zu mir kommen und mit mir darüber reden möchten. Ich selbst kenne das nicht, ich muss im Fluss bleiben. Ich muss meine Ideen immer loswerden, muss sie aufschreiben. Ich habe eine Idee, und die muss ich sofort zu Papier bringen, erst dann kann ich mich wieder auf Dinge wie zum Beispiel das ‚Auto fahren‘ vernünftig konzentrieren. So läuft das bei mir.

Sie legen ja mit zwei Kriminalromanen und mehren Kinder- und Jugendbüchern im Jahr ein ordentliches Pensum vor. Schreiben Sie da an mehreren Büchern gleichzeitig und machen Sie sich ein Konzept für einen Roman, zum Beispiel mit Karten oder ähnlichem?

K.P. Wolf: Nein, ich habe meist meine nächsten fünf bis sechs Romane komplett im Kopf. Jedes Buch schreibe ich in der korrekten Reihenfolge von Zeile eins bis zum Schluss durch, und zwar mit einem Füller in eine Kladde. Ich schreibe immer nur an einem Buch, schließe das ab und beginne dann mit dem nächsten. Und meine Lebensgefährtin Bettina weiß, wenn sie mich in Ruhe schreiben lässt, dann hat sie einen netten, ausgeglichenen Partner. Für mich war das Schreiben immer eine Leidenschaft, eine Notwendigkeit. Wenn man mich länger daran hindert, zu schreiben, komme ich ins Ungleichgewicht. In gewisser Weise erschließe ich mir auch die Realität durch das Schreiben. Deshalb gibt es in meinen Romanen auch immer so viele real existierende Orte und Personen. Wissen Sie, es gibt Leute, die sagen, wir kommen nach Norden-Norddeich und bewegen uns dort wie in einer literarischen Kulisse, so als hätte ich das alles aufgebaut. Dabei war es ja immer da, ich habe es nur erzählt.

Wenn Sie so viele Geschichten im Kopf mit sich herumtragen, kann es nicht passieren, dass Sie Dinge quasi durcheinanderkegeln, das heißt Handlungsteile oder Figuren in dem einen Roman verarbeiten, die eigentlich in den anderen gehören?

K.P. Wolf: Nein, das passiert nicht, denn wenn ich schreibe, begebe ich mich immer in die Perspektive einer Figur. Ich bin in dem Moment nicht Klaus-Peter Wolf, sondern Rupert, oder Weller. Und nur aus dieser Sicht erzähle ich. Der weiß über die Probleme meines Alltags nichts, der hat einen Mord aufzuklären, oder aber Beziehungsstress, den ich nicht habe. Bettina kriegt das mit und hat auch ein Lied darüber gemacht („Wenn mein Mann einen neuen Krimi schreibt“).

Auch das gemeinsame Singen mit seiner Lebensgefährtin bereitet Ostfriesland-Fachmann Klaus-Peter Wolf keine Probleme. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch das gemeinsame Singen mit seiner Lebensgefährtin bereitet Ostfriesland-Fachmann Klaus-Peter Wolf keine Probleme. (Foto: Björn Othlinghaus)

Selbst, wenn ich gerade nicht schreibe, kann es sein, dass ich mich auch im wirklichen Leben als eine andere Person gebe, denn im Kopf geht ja die Geschichte weiter. Ich habe alle meine Charaktere im Kopf, brauche nicht wie viele Kollegen Karteikarten oder ähnliches. Wenn man in der Figur, also quasi die Figur selbst ist, macht man da auch keine Fehler. Als auktorialer („allwissender“) Erzähler kann man in dieser Hinsicht natürlich leicht scheitern.

Sie beide schreiben ja auch Kinder- und Jugendbücher gemeinsam. Wie funktioniert denn da die Arbeitsteilung zwischen Ihnen?

Bettina Göschl: Wir sitzen dann beide zusammen und diskutieren über die Geschichte, aber natürlich tippt nur einer, und das bin meistens ich. Dann diskutieren wir wieder, und eventuell ändere ich nochmal was.

K.P. Wolf: Wir sitzen dabei immer in einem Raum und machen alles zusammen. Wir sind auch permanent im Gespräch. Vor allem die Arbeit für unsere Reihe „Nordseedetektive“ ist immer ein Spaß. Da arbeiten wir inzwischen an Band 7, denn die Reihe ist ein großer Erfolg und wird vor allem auch an Schulen gerne gelesen. Selbst Lesemuffel, die den ersten Band dann quasi zwangsweise lesen müssen, kaufen sich oft den Rest der Serie. Wir wollen sie an einer Stelle packen, wo es auch cool wird für sie, zu lesen.

Bettina Göschl: Die Kinder bemalen oder bedrucken sogar T-Shirts zu den Nordseedetektiven oder auch den Ostfriesenkrimis. Oder sie schreiben Referate in der Schule oder schicken uns Leserpost. Die freuen sich einfach auf den nächsten Band.

K.P. Wolf: Bei den Kinderbüchern ist es übrigens wichtig, dass sich viele Dinge in Lachen auflösen. Die müssen zwar spannend erzählt werden, aber die jungen Leserinnen und Leser sollen auch keine Angst bekommen. Mord ist deshalb als Verbrechen in den Kinderbüchern tabu. Spannungsliteratur für Kinder ist sehr schwer zu schreiben.

Bettina Göschl: Außerdem sind die Täter bei uns immer auch ein bisschen doof und wirken nicht so bedrohlich. Die Kinder sind ihnen vom Intellekt her meist weit überlegen.

Frau Göschl, würden Sie denn auch mal einen Erwachsenenkrimi schreiben, oder möglicherweise auch Sie beide gemeinsam?

Bettina Göschl: Nein, ich bin, was das Schreiben angeht, im Moment eher auf der Kinderschiene unterwegs. Ich schreibe inzwischen ja zumindest Lieder für Erwachsene. Das ist für mich im Moment neu, macht mir aber sehr viel Freude. Literarisch könnte ich mir vorstellen, mal was im Bereich Fantasy zu machen, aber dann eben auch für Kinder oder Jugendliche.

K.P. Wolf: Immerhin ist sie ja schon eine Figur in meinen Kriminalromanen – sie taucht ja immer mal wieder als eine Freundin von Ann Kathrin Klaasen auf.

Ich danke Ihnen herzlich für das Gespräch.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Krimi-Festival „Mord am Hellweg“ mit „Ostfriesenkiller“ Klaus-Peter Wolf

Bei der Lesung ganz in seinem Element: Klaus-Peter Wolf. (Foto: Björn Othlinghaus)

Klaus-Peter Wolf, der Schöpfer der bekannten Ostfriesen-Krimis mit Kult-Kommissarin Ann Kathrin Klaasen, ist nicht nur ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler.

Es steckt auch ein begnadeter Entertainer in dem Mann, der in Gelsenkirchen geboren wurde und aufwuchs, sich jedoch inzwischen in der ostfriesischen Stadt Norden-Norddeich zuhause fühlt. Zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung erlebten am Samstag, 6. Oktober 2018, die 250 Krimi-Fans im restlos ausverkauften Science Center der Phänomenta in Lüdenscheid, als der Autor gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der unter anderem durch ihre Sendungen im Kinderkanal KiKA bekannten Kinderliedermacherin und Kinderbuchautorin Bettina Göschl, beim Krimifestival „Mord am Hellweg“ in Lüdenscheid zu Gast war.

Das eigentliche Lesen nimmt bei Klaus-Peter Wolf eher einen geringen Teil der Zeit ein. Viel länger wird erzählt, geplaudert, gelacht und Musik gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das eigentliche Lesen nimmt bei Klaus-Peter Wolf eher einen geringen Teil der Zeit ein. Viel länger wird erzählt, geplaudert, gelacht und Musik gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Natürlich stellte Wolf, der in jedem Jahr zwei Kriminalromane veröffentlicht, an diesem Abend auch seine beiden aktuellen Werke, das zweite Buch um den von den Lesern längst heiß geliebten Psychopathen Dr. Bernhardt Sommerfeldt, „Totentanz am Strand“, und seinen neuen Ann Kathrin Klaasen-Krimi „Ostfriesenfluch“ vor. Doch oft waren seine ausführlichen Plaudereien mit Anekdoten aus dem Alltag eines Krimi-Autoren, die er mit viel Witz und Leidenschaft und darüber hinaus bestens gelaunt vortrug, fast noch unterhaltsamer als die Lesepassagen, die von Wolfs großer Rezitations- und Spielfreude geprägt waren. Man merkt, dass ihm seine Figuren ans Herz gewachsen sind und er sie für sein Publikum zum Leben erwecken möchte – einfach nur langweilig Vorlesen ist seine Sache nicht.

Das Science-Center der Phänomenta war ausverkauft. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Science-Center der Phänomenta war ausverkauft. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die musikalischen Teile mit Bettina Göschl, die auf ihren beiden Alben „Ostfriesen-Tango“ und „Ostfriesen-Blues“ ihrem Lebensgefährten, seinem Beruf und einigen seiner Roman-Figuren zahlreiche Lieder gewidmet hat, trugen sehr zum Unterhaltungswert der Veranstaltung bei. Klaus-Peter Wolf sang mit großer Leidenschaft auch gerne bei einem Duett mit, das ein Freund für das Paar geschrieben hatte. Der gelesene Part aus „Totentanz am Strand“, der noch im Ruhrgebiet spielte, wo Sommerfeldt auf der Flucht vor Ermittlerin Ann-Kathrin Klaasen abgetaucht war, machte deutlich, was die Faszination an der Figur des Psychopathen ausmacht, der beileibe nicht nur böse ist. Es handelt sich vielmehr um einen Menschen, der hoch gebildet, belesen und empathisch ist und sogar den Kontakt zu anderen Menschen vermisst, denen er seine Morde natürlich nicht beichten kann.

Hochbetrieb am Büchertisch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Hochbetrieb am Büchertisch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dumm nur, dass er all jene, die seinem Gerechtigkeitssinn nicht entsprechen, gleich aus dem Weg räumt. Die Lesung aus dem Roman „Ostfriesen-Fluch“ nach der Pause widmete sich dagegen Rupert, einem Polizeikollegen Klaasens, der in jedes Fettnäpfchen tritt und eine weitere Kult-Figur aus dem Wolf-Universum ist, für die einige Leser sogar einen eigenen Fanclub gegründet haben. Bei der Szene handelt es sich um eine kleine Slapstick-Einlage, die wenig mit dem eigentlichen Fall zu tun hat, von dem natürlich auch nicht so viel verraten werden sollte. In der Zeit, in der die beiden nicht auf der Bühne standen, signierten sie Bücher und CD’s, und zwar vor und nach der Lesung ebenso wie in der Pause, um dem Ansturm der Fans Herr zu werden. Derweil verkaufte das Thalia-Team am Büchertisch so viele Romane, Kinder- und Jugendbücher, dass manche Fans bei einigen Titeln an diesem Abend leer ausgingen.

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Krimi-Festival „Mord am Hellweg“ – Veit Etzold mag die harte Tour

Der Thriller-Autor wusste viele amüsante und makabre Geschichten zu erzählen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Thriller-Autor Veit Etzold, der am Freitag, 21. September 2018, die zweite Lesung im Rahmen des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“ im Kammermusiksaal der Musikschule Lüdenscheid bestritt, ist bekannt dafür, dass es in seinen Büchern nicht zimperlich zugeht.

Insgesamt sechs seiner bisher acht Romane drehen sich um die Berliner Ermittlerin Clara Vidalis. Die eigentlich recht toughe Polizistin hat mit dem Trauma der Ermordung ihrer Schwester zu kämpfen und befindet sich zunächst auf der Jagd nach deren Mörder, bekommt es dann jedoch mit dem „Namenlosen“ zu tun, bei dem es sich um ein noch weitaus grausameres Individuum handelt.

Die Lesung aus dem neuen Clara-Vidalis-Roman "Schmerzmacher" machte nur einen kleinen Teil der Veranstaltung aus. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Lesung aus dem neuen Clara-Vidalis-Roman „Schmerzmacher“ machte nur einen kleinen Teil der Veranstaltung aus. (Foto: Björn Othlinghaus)

Etzold, der sich als überaus amüsanter und unterhaltsamer Erzähler entpuppte, präsentierte als klassische Lesung nur einige ausgewählte, relativ kurze Auszüge aus seinem neuen Clara-Vidalis-Thriller „Schmerzmacher“, der an diesem Abend exklusiv als deutschlandweite Vorpremiere erhältlich war. Stattdessen überzeugte das Multitalent, das neben seiner Tätigkeit als Bestsellerautor unter anderem als Hochschullehrer, Unternehmensberater, Vortragsredner sowie für Medienkonzerne, Banken und in der Managementausbildung tätig war und ist, als profunder Fachmann für Serienkiller, über die er für seine Thriller immer wieder recherchiert. Es gibt wohl sehr wenige, die so launig und unterhaltsam über die schlimmsten, aber auch skurrilsten Vertreter dieser menschlichen Gattung berichten können, dass sich der Zuhörer zeitweise besser amüsierte als bei einer Comedy-Veranstaltung. So erfuhren die Fans zum Beispiel über den im Jahre 1936 hingerichteten, masochistisch veranlagten Serienkiller Albert Fish, dass dieser sich für Jesus hielt und deshalb dessen Leiden erfahren wollte, indem er sich über 20 Metallnadeln ins Gesäß steckte.

Viele Fans des beliebten Autoren fanden den Weg in die Lüdenscheider Musikschule. (Foto: Björn Othlinghaus)

Viele Fans des beliebten Autoren fanden den Weg in die Lüdenscheider Musikschule. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Auf dem elektrischen Stuhl erzeugte das ganze Metall dann einen Kurzschluss, und Fish überlebte“, erklärte Etzold. Erst beim zweiten, stärkeren Stromstoß, sei die Hinrichtung dann geglückt. Die Serienkiller in seinen Romanen, so der Autor, seien meist aus den Charakteren und Verhaltensweisen mehrerer echter Serienkiller zusammengesetzt. Dementsprechend wenig zimperlich gehen sie mit ihren Opfern um – so erfuhren die Zuhörer bereits aus dem von Etzold vorgelesenen Prolog aus „Der Schmerzmacher“, dass der „Namenlose“ gern die Amalgamplomben seiner Opfer unter Strom setzt, damit sie ihm ihr tiefstes Inneres offenbaren. Auch zahlreiche Anekdoten aus dem Obduktionssaal wusste Veit Etzold zu erzählen, da seine Ehefrau Saskia Etzold Rechtsmedizinerin an der Berliner Charité ist.

Nach der Lesung stand Veit Etzold zum Signieren und für Selfies zur Verfügung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach der Lesung stand Veit Etzold zum Signieren und für Selfies zur Verfügung. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Die muss aufpassen, was sie mir erzählt, denn die Gefahr besteht immer, dass es anschließend in meinen Büchern landet“, erklärt der Autor. Da fiel zum Beispiel einem Besucher des Obduktionssaals, der alles sehr genau sehen wollte, die Brille in die geöffnete Leiche. „Obwohl sie ihm das Teil gereinigt haben, wollte er es nicht wiederhaben“, erklärte der Autor schmunzelnd. Eine weitere gute Info-Quelle für seine Bücher ist für Veit Etzold der Bestsellerautor und Rechtsmediziner an der Charité, Michael Tsokos, mit dem Etzold befreundet ist und auch bereits schriftstellerisch zusammenarbeitete.

Den neuen Roman "Schmerzmacher" konnten die Fans noch vor der offiziellen Veröffentlichung am 1. Oktober 2018 erwerben und ihn vom Autor signieren lassen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Den neuen Roman „Schmerzmacher“ konnten die Fans noch vor der offiziellen Veröffentlichung am 1. Oktober 2018 erwerben und ihn vom Autor signieren lassen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dass der Autor beinharter Serienkiller-Geschichten, die mit expliziten Gewaltdarstellungen nicht geizen, sein eigenes Blut nicht sehen kann und bei der Behandlung einer Verletzung an seiner Hand nicht das einzige Mal in Ohnmacht fiel, brachte viele seiner Fans zum Schmunzeln. Im Anschluss an einen amüsanten und kurzweiligen Abend ließ es sich der Autor nicht nehmen, Bücher zu signieren, ihnen seine druckfrischen Autogrammkarten beizulegen, Selfies mit den Fans zu schießen und mit ihnen ausgiebig über seine Bücher zu fachsimpeln. Der Roman „Schmerzmacher“ erscheint am 1. Oktober 2018 bundesweit bei Knaur Taschenbuch.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Krimi-Festival „Mord am Hellweg“ – Auftakt mit Autoren-Duo Ule Hansen

Hinter der Pseudonym Ule Hansen verbergen sich die Autoren Astrid Ule und Eric T. Hansen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Eigentlich hatten die Berliner Lektorin Astrid Ule und der US-amerikanische Journalist Eric T. Hansen gar nicht vor, Krimi-Autoren zu werden.

Nachdem sie sich kennenlernt und festgestellt hatten, dass sie zusammen ein gutes Autoren-Team bilden, schrieben sie zunächst Sachbücher. Später bekamen die beiden dann Lust, einen heiteren Frauenroman zu schreiben, doch bei ihrer Heldin, der Fallanalystin Emma Carow, die sich in Serienkiller perfekt hineinversetzen kann, aber Schwierigkeiten hat, das Wesen „normaler“ Männer zu ergründen und eine Beziehung aufzubauen, merkten die beiden irgendwann, dass der Humor fehl am Platze war.

Die Besucher im Sparkassentheater hörten interessiert zu. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Besucher im Sparkassentheater hörten interessiert zu. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Autoren Astrid Ule und Eric T. Hansen, die nun gemeinsam unter dem Pseudonym Ule Hansen bereits den zweiten erfolgreichen Thriller mit Emma Carow veröffentlicht haben, bestritten am Dienstag, 18. September 2018, im Sparkassentheater am Sauerfeld in Lüdenscheid die erste Lesung im Rahmen des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“. „Ich habe eigentlich immer gedacht, dass ich keine Krimis schreiben kann“, berichtete Eric T. Hansen, der für alle Teilnehmer der Lesung zunächst einmal eine Kostprobe seines bevorzugten Bourbon-Whiskeys Knob Creek spendierte – so sei das schließlich bei den Krimi-Schriftstellern, „die haben beim schreiben immer einen Whiskey und eine Pistole auf dem Tisch“, bemerkte Hansen augenzwinkernd. „Ich musste mir beim Joggen eingestehen, dass wir den Humor weglassen mussten, damit unsere Geschichte funktioniert“, fährt Hansen fort.

Astrid Ule übernahm den Lesepart, während ihr Eric T. Hansen eine Menge Anekdoten zu erzählen wusste. (Foto: Björn Othlinghaus)

Astrid Ule übernahm den Lesepart, während ihr Eric T. Hansen eine Menge Anekdoten zu erzählen wusste. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Ergebnis aus dieser Erkenntnis war zum einen der Thriller „Neuntöter“, in dem Emma Carow einen Psychopathen finden muss, der seine Opfer in Kokons aus Panzertape einwickelt und in einem riesigen Baugerüst aufgehängt, sowie der zweite Emma-Carow-Krimi „Blutbuche“, den das Autorenpaar am Dienstag im Rahmen des ersten Teils seiner Lesung vorstellte. Hierbei handelt es sich nicht um eine Fortsetzung im eigentlichen Sinne, obwohl natürlich die eine oder andere Information aus dem ersten Roman aufgegriffen wird. „Man braucht ‚Neuntöter‘ aber nicht zu kennen, um ‚Blutbuche‘ lesen und verstehen zu können“, versicherte Astrid Ule. Ausgangspunkt des Romans sind drei Briefe mit teils obszönem Inhalt, die nur scheinbar von den Opfern eines Serientäters stammen, die irgendwo in Polen gefangengehalten werden. Emma kommt zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Täter um einen Menschen handeln muss, der nur schwer oder gar keinen Kontakt zu Frauen aufnehmen kann und sich deshalb am weiblichen Geschlecht rächen will, dem er die Schuld dafür gibt.

Signieren des neuen Buches "Blutbuche" im Anschluss an die Lesung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Signieren des neuen Buches „Blutbuche“ im Anschluss an die Lesung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Während Eric T. Hansen sich vor allem als launiger Erzähler präsentierte und augenzwinkernd (vermeintliche) Hintergründe und Geschichten aus dem Autorenalltag der beiden zum Besten gab, beschränkte sich Astrid Ule weitgehend auf das Vorlesen. Als Appetitanreger für die Leseratten gab sie den schaurigen Inhalt der drei Briefe zum Besten und las nachfolgend eine pikante Passage über einen besonders skurrilen Verdächtigen aus der Bodyhacking-Szene, den „Schlangenmenschen“, der sich nützliche und weniger nützliche Hacks unter seine Haut implantieren lies, darunter blinkende LEDs sowie einen vibrierenden Penisring, der sich an Ort und Stelle ein- und ausschalten lässt. Eine gewisse Form des schrägen Humors haben sich die Autoren somit auch bei ihren Thrillern bewahrt.

Eric T. Hansen und Astrid Ule ergänzen sich als Krimi-Autoren prächtig. (Foto: Björn Othlinghaus)

Eric T. Hansen und Astrid Ule ergänzen sich als Krimi-Autoren prächtig. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ihre Geschichte „Kunigunde beschwert sich nicht mehr über den Regen in Lüdenscheid“, die die beiden für die Anthologie zu „Mord am Hellweg“, „Henkers.Mal.Zeit“, verfasst hatten und die sie im zweiten Teil der Lesung präsentierten, vermischte dagegen auf humorvolle Weise verbriefte Lüdenscheider Mythen mit alternativen geschichtlichen Fakten, wie Eric T. Hansen erklärt. Während Henker Lünsch sich an die Aufklärung des Mordes an Kunigunde, der Gattin des Grafen Engelbert, macht, trägt er ganz nebenbei zur Erfindung eines alteingesessenen Lüdenscheider Gerichtes, dem „Krüstchen“, bei. Im Anschluss an die launige und unterhaltsame Lesung stand das Autorenduo zum Signieren der Bücher und für Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung. Der Roman „Blutbuche“ von Ule Hansen ist im Heyne-Verlag erschienen.

 

 

 

 

 

(Foto: Björn Othlinghaus)

Überregionale Resonanz auf Oper Don Carlos – corridors of power

Alle Akteure von „Don Carlos“ freuten sich zurecht über ihre gelungene Aufführung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit einem kulturellen Paukenschlag, der Premiere der Inszenierung der Oper „Don Carlos – corridors of power“, eröffnete die Kulturhausleiterin Rebecca Egeling die aktuelle Spielzeit in Lüdenscheid.

Neben der Begeisterung des Publikums und regionaler Publikationen blieb die hochklassige Produktion und das Engagement von Kulturhausleiterin Rebecca Egeling auch den überregionalen Medien nicht verborgen. So schrieb zum Beispiel das traditionsreiche Theater-Blatt „Die deutsche Bühne“ eine Rezension über die Inszenierung, die über folgenden Link zu erreichen ist:

http://www.die-deutsche-buehne.de/Kritiken/Musiktheater/nach+Giuseppe+Verdi/Don+Carlos+Corridors+of+Power/die+Inquisition+steppt

Interessant ist darüber hinaus auch der Hörfunk-Beitrag „Labor Lüdenscheid“ im Online-Kulturmagazin „O-Ton“. Das Angebot ist eigentlich verschlüsselt, aber mit Erlaubnis von Chefredakteur Michael Zerban dürfen wir an dieser Stelle den Beitrag hier bei www.worteffekte.de veröffentlichen (ihr findet eine Möglichkeit zum Abspielen weiter unten in diesem Text). Der Chefredakteur der Online-Publikation spricht darin mit Kulturhausleiterin Rebecca Egeling über ihre Arbeit, macht in diesem Zusammenhang aber auch die bundesweite Situation der Bespieltheater in Deutschland zum Thema, also jener Häuser ohne eigenes Ensemble, die sich überwiegend mit augenscheinlich publikumswirksamen Angeboten über Wasser halten müssen.

Möchte mehr als Comedy und Komödienstadl: Kulturhaus-Intendantin Rebecca Egeling. (Foto: Björn Othlinghaus)

Möchte mehr als Comedy und Komödienstadl: Kulturhaus-Intendantin Rebecca Egeling. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dies traf in weiten Teilen in der Vergangenheit auch auf das Kulturhaus zu. Den Bemühungen der Kulturhausleiterin, Theater mit Anspruch in Lüdenscheid umzusetzen und zu beweisen, dass auch in diesem Sinne hochwertiges Theater das Bedürfnis nach Unterhaltung der Menschen befriedigen kann, wird in dem Beitrag ebenfalls Rechnung getragen. Abschließend kommt Michael Zerban in der Einschätzung der Situation in Lüdenscheid zu folgendem Fazit: „Mit der Bestellung einer Intendantin, die Visionen, Energie und jede Menge Ideen hat, haben die Lüdenscheider Kulturverantwortlichen mehr Mut bewiesen, als so manche größere Stadt. Dass mit Amtsantritt der Intendantin die Hasenfüße und Heckenschützen in Stellung gingen, entwickelt sich allmählich zu einer schlechten deutschen Angewohnheit. Jetzt ist es an den politisch Verantwortlichen, Rebecca Egeling bei der Einrichtung ihres ‚Labors Lüdenscheid‘ im Kulturhaus zu unterstützen, wie sie es versprochen haben.“ Nachfolgend der O-Ton-Hörfunk-Beitrag (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von O-Ton-Chefredakteur Michael Zerban, vielen Dank dafür nochmal von meiner Seite):

 

Das Engagement und die fruchtbare Arbeit der Intendantin des Lüdenscheider Kulturhauses wird nicht nur regional, sondern auch in renommierten überregionalen Medien registriert und wahrgenommen. Dies ist ganz sicher ein hoffnungsvolles Signal, dass sich das Kulturhaus mit Rebecca Egeling auf dem richtigen Weg befindet.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Inszenierung der Verdi-Oper Don Carlos beeindruckt in Lüdenscheid

Rodrigues Ende fällt blutig aus. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wie lange ist es her, dass im Lüdenscheider Kulturhaus einmal eine große Opernproduktion zu sehen war, und das sogar in Form einer weltweiten Premiere?

Hat es so etwas überhaupt schon einmal gegeben, jenseits von Tour-Theater-Premieren von Boulevard-Stücken oder altmodischen, mit bunten Kostümen in pseudo-historischen Kulissen auf reine Unterhaltung getrimmten Operetten-Produktionen? Mag sein, dass dem so ist, erinnern kann zumindest ich mich nicht daran.

Tenor Raymond Sepe als Don Carlos. (Foto: Björn Othlinghaus)

Tenor Raymond Sepe als Don Carlos. (Foto: Björn Othlinghaus)

Schon aus diesem Grund war Bernd Schmitts freie Verdi-Adaption „Don Carlos – corridors of power“, bei der es sich um eine Kooperation des Landesjugendorchesters NRW mit dem von Mezzosopranistin Cornelia Lanz gegründeten Verein „Zukunft Kultur“ handelt, ein echtes Ereignis für die Lüdenscheider Kulturszene, auch und gerade weil sie dem Zuschauer, insbesondere in der ersten Hälfte der Inszenierung – bezogen auf die Interpretation einiger kühner Regieeinfälle – nicht nur eine harte Nuss zu knacken gab, deren Schale manch einer vielleicht sogar, trotz einer anschaulichen Einführung des Regisseurs im Vorfeld, während des gesamten Abends nur schwer überwinden konnte. Doch der hohe Anspruch, gepaart mit visueller Opulenz, hochklassigen Solisten und beträchtlichen Schauwerten machte die Produktion inmitten des bislang auf der Kulturhausbühne gezeigten zu etwas besonderem und auch für Menschen, die wenig oder gar keine Opernerfahrung haben, enorm spannend. Der Regisseur entschied sich nicht für eine der vielen existierenden Fassungen der Oper, sondern stellte sich in die Reihe jener Theater, die sich die Mühe machen, eine Mischfassung zu konzipieren. Unter anderem verzichtete Schmitt auf den ersten Akt sowie auf die gängigere italienische Sprachfassung zugunsten der französischen.

Prinzessin Eboli (Cornelia Lanz) gibt sich als Elisabeth aus, um Don Carlos (Raymond Sepe) nahe zu sein. (Foto: Björn Othlinghaus)

Prinzessin Eboli (Cornelia Lanz) gibt sich als Elisabeth aus, um Don Carlos (Raymond Sepe) nahe zu sein. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Zwiespalt der menschlichen Natur – einerseits das empathische, sich nach Zuneigung sehnende Wesen, andererseits der immer wieder durchscheinende Drang, Intrigen zu spinnen und Probleme mit Gewalt zu lösen – ist ein Thema sowohl des Schiller-Dramas als auch der auf der Grundlage dieses Werkes komponierten Verdi-Oper, die Regisseur Schmitts Inszenierung, gepaart mit Birgit Angeles opulenter Ausstattung, in die heutige, krisengeschüttelte Zeit überträgt. Das überdimensionale Rehkitz als Ausdruck des liebenswerten und unschuldigen, erzeugt durch erstklassige Projektionstechnik, die nicht nur jedes einzelne Haar des Fells erkennen, sondern das Tier blinzeln, weinen und atmen lässt, steht einem hölzernen, blutbesudelten Panzer gegenüber, dessen Kanone die Akteure nicht nur in wichtigen Szenen permanent verfolgt, sondern im weiteren Verlauf der Aufführung auch als Don Carlos‘ Verlies dient, in das ihn Prinzessin Ebolis Intrigen aus verschmähter Liebe führen und aus dem das Geschehen mit einer Live-Kamera wiederum auf das Reh projiziert wird, dessen dann weiße Projektionsfläche beizeiten auch für vorproduzierte, die Aussage der Handlung unterstützende Videoeinspieler als Leinwand dient.

Ein überdimensionales Rehkitz steht im Mittelpunkt des Bühnengeschehens. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein überdimensionales Rehkitz steht im Mittelpunkt des Bühnengeschehens. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Charaktere der Inszenierung sind vielschichtig und glänzen ganz überwiegend gesanglich wie schauspielerisch, so dass es der oft spektakulären und durchaus reizvollen Visualisierung ihres Innenlebens gar nicht unbedingt bedurft hätte. König Philippe (Simon Stricker) ist ganz der in Leder gewandete, um seine Macht besorgte Macho, Mezzosopranistin Cornelia Lanz als Prinzessin Eboli, die die unerfüllte Liebe zu Don Carlos zu einer zerrissenen, intriganten und innerlich hässlichen Person werden lässt, wurde die untere Gesichtspartie mit einer Jokerhaften Maske schwarz gefärbt. Don Carlos (Tenor Raymond Sepe) kommt als tragischer, weltfremder, oft ein wenig grimmig wirkender Clown daher, im hellblauen Clownskostüm mit Rüschen, roten Bommeln und inmitten seines Gefängnispanzers lethargisch mit einem roten Luftballon spielend, während Königin Elisabeth (Kristin Ebner) im knallroten, opulenten Ballkleid besticht, das ihre leidenschaftliche, aber auch selbstbewusste Natur herausstellt.

Rodrigue (Vladislav Pavliuk) und Don Carlos (Raymond Sepe). (Foto: Björn Othlinghaus)

Rodrigue (Vladislav Pavliuk) und Don Carlos (Raymond Sepe). (Foto: Björn Othlinghaus)

Gerade auf rein visueller Ebene ist die Inszenierung eine wahre Pracht. Aufmerksamen Zuschauern entgeht darüber hinaus nicht, dass Rodrigue (Vladislav Pavliuk), Don Carlos Freund, manchmal mit grell geschminkten Lippen oder gar mit Stöckelschuhen auf den Plan tritt. Ist dies als ein Hinweis zu verstehen, dass Rodrigues Freundschaft zu Don Carlos, die dieser mehr als einmal misstrauisch in Zweifel zieht, möglicherweise aus Rodrigues Sicht nicht nur platonischer Natur ist und diesen homoerotischen Neigungen auch sein späterer, besonders blutig und gewaltsam dargestellter Tod, quasi als „Strafe“ einer intoleranten Gesellschaft, geschuldet ist? Handelt es sich um einen Hinweis auf die homophoben Tendenzen und die daraus entstehende Gewalt gegen Homosexuelle, die, längst überwunden geglaubt, heute verstärkt wieder in vielen Ländern, unter zahlreichen rechtsgerichteten Regierungen sowie in ebensolchen Parteien und Organisationen, offen zutage tritt?

Elisabeth (Kristin Ebner) und Don Carlos (Raymond Sepe). (Foto: Björn Othlinghaus)

Elisabeth (Kristin Ebner) und Don Carlos (Raymond Sepe). (Foto: Björn Othlinghaus)

All diese vielen Möglichkeiten und Ansatzpunkte zum Nachdenken und zur Interpretation machen die Adaption für denjenigen, der sich darauf einlässt, besonders spannend und unterhaltsam, auch wenn manche Entscheidungen des Regisseurs, zum Beispiel das berühmte Autodafé durch Don Carlos einfach absagen zu lassen, es jedoch durch ABBAs „Thank You For The Music“, gesungen vom Landesjugendorchester, zu ersetzen, durchaus überraschend ausfielen. Dabei werden einige Zuschauer sogar auf die Bühne geholt, was für die Auserwählten, aber auch für das übrige Publikum ein Gemeinschaftserlebnis und einem durchaus erhebenden Moment darstellte. Die Rolle des alles überwachenden Großinquisitors wurde schließlich, anders als im Original, auf 12 verschiedene Personen ausgedehnt. „Schließlich geht die Kontrolle des Individuums durch Staaten in der Regel nicht von nur einer Person, sondern vielen Entscheidungsträgern und Erfüllungsgehilfen im Hintergrund aus“, erklärt dazu Regisseur Schmitt. Dass sich die Großinquisitoren während der Aufführung jedoch immer wieder schlafen legen, ist eben eine jener Regieideen, die Fragen aufwirft, denn in aller Regel schläft die Überwachung der Bürger durch totalitäre Systeme doch eigentlich nie.

Das Ensemble wurde vom Publikum gefeiert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Ensemble wurde vom Publikum gefeiert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dass das unter der musikalischen Leitung von Sebastian Tewinkel hervorragend aufspielende Landesjugendorchester NRW seitlich hinter den Kulissen platziert wurde (und ein Monitor zur Beobachtung desselben kurioser Weise im Rücken des Publikums stand) war sicherlich alles andere als optimal, ging die Initiative zur Opernproduktion doch in entscheidendem Maße von diesen talentierten jungen Musikerinnen und Musikern zwischen 14 und 19 Jahren aus. Doch der Orchestergraben des Kulturhauses wäre für die rund 70 Musiker schlicht zu klein gewesen, weshalb es keine Alternative zu dieser Notlösung gab. Auch war es aus technischen Gründen nicht möglich, die deutsche Übersetzung des auf Französisch gesungenen Textes, wie sonst oft üblich, mittig über der Bühne zu platzieren. Je nach Sitzplatz mussten sich die Zuschauer deshalb immer wieder zur Seite und damit vom Bühnengeschehen abwenden, um die Textübersetzung lesen zu können.

Regisseur Bernd Schmitt erläuterte zuvor die Inszenierung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Regisseur Bernd Schmitt erläuterte zuvor die Inszenierung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Regisseur Bernd Schmitt will viel mit seiner Inszenierung und fordert die Zuschauer mit geballter Symbolik und zahlreichen, manchmal widersprüchlichen Regieeinfällen und Bezügen zu Ereignissen der Gegenwart heraus, mitzudenken und sich nicht einfach nur vom Geschehen berieseln zu lassen. Dieser Umstand, die großen Stimmen und eindrücklichen Darstellerleistungen, das gut aufspielende Orchester und die atemberaubende visuelle Umsetzung machten „Don Carlos – corridors of power“ zu einem besonderen Ereignis in der Bergstadt. Wer die Premierenvorstellung in Lüdenscheid verpasst hat, muss etwas weiter fahren, um die Oper noch einmal auf der Bühne erleben zu können. Weitere Aufführungen finden am 25. und 26. September 2018 jeweils ab 20 Uhr im Rahmen des Flandernfestivals in der Floralienhalle im belgischen Gent sowie am 7. Oktober 2018 ab 18 Uhr im Theater Dühren statt.

 

(Foto: Björn Othlinghaus)

Triumph für Don-Carlos-Premiere – Kulturausschussmitglieder kamen nicht

Kulturhaus-Leiterin Rebecca Egeling (hier mit Tenor Raymond Sepe), freute sich über den Erfolg. (Foto: Björn Othlinghaus)

Es war ein Triumph auf ganzer Linie für die Leiterin des Lüdenscheider Kulturhauses, Rebecca Egeling, die die Premiere der vom Landesjugendorchester NRW initiierten Opernproduktion „Don Carlos – corridors of power“ nach Lüdenscheid gebracht hatte.

Nachdem am Freitag, 31. August 2018, im Theatersaal des Kulturhauses mit der Inszenierung der bekannten Verdi-Oper eine der wohl besten Produktionen, die das Kulturhaus im Laufe seines Bestehens erleben durfte, ausgiebig vom Publikum gefeiert worden war (eine Besprechung der Oper mit umfangreicher Fotogalerie folgt hier auf www.worteffekte.de noch in Kürze), setzte sich die einzigartige Stimmung und Atmosphäre dieses ersten Abends der dreitägigen Spielzeiteröffnung auf der Premierenfeier im oberen Foyer fort.

Mitglieder des Landesjugendorchesters NRW, das mit Don Carlos das größte Projekt seines Bestehens auf den Weg gebracht hatte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mitglieder des Landesjugendorchesters NRW, das mit Don Carlos das größte Projekt seines Bestehens auf den Weg gebracht hatte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bedauerlich, dass es gerade jene Mitglieder des Kulturausschusses und der Kommunalpolitik, die in den letzten Monaten mit deutlicher Kritik an der Kulturhausleitung kaum gespart hatten, nicht einrichten konnten, bei dieser für Lüdenscheid außergewöhnlichen und hochklassigen Veranstaltung zugegen zu sein und deshalb das vielleicht bislang wichtigste Kulturevent des Jahres in ihrer Stadt leider verpassten (falls nicht möglicherweise der eine oder andere in der Masse übersehen worden sein sollte, was nicht ganz auszuschließen ist). Dabei hätte der Wille, sich trotz aller Unstimmigkeiten ein eigenes Bild von der Inszenierung machen zu wollen, sicher ein charakterstarkes Zeichen setzen und Interesse an der Kultur in Lüdenscheid jenseits aller politisch motivierter Zwistigkeiten zum Ausdruck bringen können.

Aus dem Publikum hörte man nichts als Lob für die gelungene Veranstaltung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Aus dem Publikum hörte man nichts als Lob für die gelungene Veranstaltung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Einzig Bürgermeister Dieter Dzewas fand bei der Einführung in das Stück vor der eigentlichen Aufführung – neben der Intendantin sowie Dr. Jens Pyper vom Referat Musik des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der das Projekt im Namen der Landesregierung würdigte – als Vertreter der Stadt die Zeit, Grußworte zu sprechen und diese Spielzeiteröffnung „in anderer Form“ als Innovation in gebührendem Maße wertzuschätzen. Dzewas lobte den verbindenden Charakter, der nicht nur in der Don-Carlos-Inszenierung durch die Mitwirkung vieler Flüchtlinge sowie die vielen Jungen Menschen im Landesjugendorchester zum Ausdruck komme, sondern auch seit vielen Jahren eine große Stärke der Stadt Lüdenscheid sei. Darüber hinaus stellte der Bürgermeister klar, dass das Kulturhaus aus seiner Sicht für die Stadt mit seinem Angebot unverzichtbar sei.

Mezzosopranistin Cornelia Lanz, Darstellerin der Prinzessin Eboli. (Foto: Björn Othllinghaus)

Mezzosopranistin Cornelia Lanz, Darstellerin der Prinzessin Eboli. (Foto: Björn Othllinghaus)

Im Anschluss an das dreistündige Opern-Spektakel zeigte sich Intendantin Rebecca Egeling sichtlich gerührt und erfreut über den Jubel der Theaterbesucher und würdigte zunächst Stab und Besetzung der exzellenten Don-Carlos-Inszenierung – deren herausragende Solisten von internationalem Format, die Darsteller der Inquisitoren, die allesamt von Flüchtlingen mit großem tänzerischem und schauspielerischem Engagement gespielt worden waren, sowie nicht zuletzt die talentierten jungen Musikerinnen und Musiker des Landesjugendorchesters NRW. Zum anderen feierte die Intendantin aber auch ihr Team im Kulturhaus, wobei sie selbst Techniker, Hausmeister, Einlassdamen, Pförtnerinnen und die vielen anderen, deren Arbeit sonst kaum bemerkt und wertgeschätzt wird, ohne die im Theater aber dennoch nichts läuft, explizit erwähnte und ihnen für ihren Einsatz dankte.

Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas sprach vor der Aufführung ein Grußwort. (Foto: Björn Othlinghaus)

Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas sprach vor der Aufführung ein Grußwort. (Foto: Björn Othlinghaus)

Während es auf der kleinen Bühne im Foyer mit sämtlichen Mitwirkenden der Produktion eng wurde, übernahm Mezzosopranistin Cornelia Lanz, Darstellerin der Prinzessin Eboli, die Aufgabe, die Arbeit der Kulturhausleiterin zu loben und lies dabei ihr Engagement ebenso wie die gute Arbeitsatmosphäre in der Bergstadt im Rahmen der aufwändigen Produktion nicht unerwähnt. „Selten hat eine Stadt in ihrer Gesamtheit so gut zusammengearbeitet wie bei diesem tollen, integrativen Projekt“, erklärte Lanz. „Freuen Sie sich auf die neue Spielzeit und seien Sie gespannt auf die weitere Arbeit der Intendantin Rebecca Egeling!“ Im Anschluss an den offiziellen Teil mischten sich insbesondere die Schauspieler und Regisseur Bernd Schmitt unter das Publikum, wobei ganz besonders Tenor Raymond Sepe, Darsteller des Don Carlos, bestens gelaunt einige Geschichten aus seinem Leben und seiner Arbeit zu erzählen wusste. Darüber hinaus war auch für das leibliche Wohl der Gäste bestens gesorgt – Manal Allababidi und Ranima Hussein hatten leckere Gerichte für die Premierengäste zubereitet.