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(Foto: Björn Othlinghaus)

Kult.Park-Festival 2018 – Furioser Gig mit Wingenfelder im Kulturhauspark

Wingenfelder lockten die sonst eher zurückhaltenden Sauerländer aus der Reserve. (Foto: Björn Othlinghaus)

Am Samstag, 11. August 2018, fand im Kulturhauspark in Lüdenscheid ein Konzert statt, das sich zum bisherigen Höhepunkt des diesjährigen Kult.Park-Festivals entwickelte.

Bei der Formation Wingenfelder stehen die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder im Mittelpunkt, Masterminds der vor allem in den 80er und 90er Jahren international erfolgreichen Formation Fury in the Slaughterhouse. Doch bevor der Hauptact die Bühne betrat, machte die Musikerin Siiri als Support-Act von sich reden.

Straßenmusikerin Siiri hatte bei den Wingenfelder-Brüdern einen Stein im Brett. (Foto: Björn Othlinghaus)

Straßenmusikerin Siiri hatte bei den Wingenfelder-Brüdern einen Stein im Brett. (Foto: Björn Othlinghaus)

Vor einigen Wochen hatte Veranstalter Oliver Straub die Straßenmusikerin mit ihren von Country und Rock inspirierten Stücken entdeckt und kurzerhand engagiert. Von ihrem Talent zeigten sich auch Kai und Thorsten Wingenfelder beeindruckt und lobten die junge Musikerin mehrfach an diesem Abend. Nachdem Fury in The Slaughterhouse im Jahr 2017 ihr 30-jähriges Bestehen mit dem erfolgreichsten Live-Jahr ihrer Karriere gefeiert hatten, wandten sich die Brüder wieder ihrer 2010 gegründeten Formation Wingenfelder zu, die im Gegensatz zu Fury ausschließlich Songs mit deutschen Texten im Repertoire hat. Mitgebracht hatten die Brüder, die an diesem Abend im Quartett mit ihren beiden Band-Musikern Fabian Schulz (Akustikgitarre, Keyboard) und Volker Rechin (Bass) aufspielten, ihr drittes Wingenfelder-Album „Sieben Himmel hoch“, das in der Deluxe-Version mit 21 Songs auf zwei CD’s aufwarten kann.

Die Wingenfelders und ihre musikalischen Mitstreiter waren bestens aufgelegt und schafften das, was bei dieser Festival-Ausgabe kaum einer Band vor ihnen im Kulturhauspark wirklich gelungen war: die Sauerländer Fans aus der Reserve zu locken und zu überreden, den ansonsten meist penibel eingehaltenen „Sicherheitsabstand“ zur Bühne zu überwinden, nach vorne zu kommen und mit jenen Musikern, die für viele untrennbar mit Erinnerungen an die Jugend- und Schulzeit verknüpft sind, einen großartigen Abend zu erleben.

Thorsten und Kai Wingenfelder waren in den 80er und 90er Jahren international erfolgreich mit Fury in the Slaughterhouse. (Foto: Björn Othlinghaus)

Thorsten und Kai Wingenfelder waren in den 80er und 90er Jahren international erfolgreich mit Fury in the Slaughterhouse. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach dem Opener „World weit weg“ vom neuen Album zeigten sich die Wingenfelders in Plauderstimmung und verrieten unter anderem, dass ihr Song „Irgendwo ist immer Sommer“ nach der Lösung einer Schreibblockade mit einer guten Flasche Rum entstanden und von ihnen erstmals im ZDF-Fernsehgarten aufgeführt worden sei. „Florian Silbereisen war damals total begeistert von dem Stück“, erklärte Kai Wingenfelder lachend. Neben den zahlreichen Songs des neuen Wingenfelder-Albums – darunter „Mitten im Leben“, „Sieben Himmel hoch“, „Hör blos nicht auf zu träumen“ und „Königin der Nacht“ (den Kai für seine Frau schrieb) dachten die Musiker daran, die vielen Fury-Fans im Kulturhauspark zufrieden zu stellen. Auch dabei konnte das Publikum einiges erfahren, zum Beispiel, dass es sich bei „Dead And Gone“, das an diesem Abend zu hören war, gar nicht um einen Originalsong von Fury handelt, sondern um ein altes Stück einer britischen Kapelle namens McGuinness Flint.

Kai Wingenfelder. (Foto: Björn Othlinghaus)

Kai Wingenfelder. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Von denen hat uns mal einer geschrieben, dass sie unsere Version total scheiße finden“, erinnerten sich dazu die Wingenfelders. „Wir haben ihnen geantwortet, dass wir dann gerne mal den Pool ausprobieren würden, den sie sich durch unser Cover wohl haben zulegen können.“ Ferner hatten die Musiker noch großartige Akustikversionen von den Fury-Klassikern „Won’t Forget These Days“ und, als letztes Stück auf der Setliste vor der Zugabe „Klassenfahrt“ vom Wingenfelder-Album „Selbstauslöser“, „Time To Wonder“ in einer Acht-Minuten-Fassung im Gepäck. Nach dem Konzert, bei dem die Fans ausgelassen mitsangen, tanzten und einfach zwei Stunden lang eine tolle Zeit hatten, widmeten sich die Künstler noch ausgiebig den Autogramm- und Selfie-Wünschen der Zuschauer im gut besuchten Kulturhauspark und machten so den unvergesslichen Abend perfekt.

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Kult.Park-Festival 2018 – Zoff haben Heimspiel im Sauerland

Zoff-Urgestein und Gründungsmitglied Reiner Hänsch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gerade im Sauerland können sich „Zoff“ über Fanzulauf nicht beschweren, was natürlich auch an ihrem gleichnamigen Hit liegt.

Aus diesem Grund waren am Freitag, 10. August 2018, gut 250 Musikfans in den Kulturhauspark nach Lüdenscheid gekommen, um sich die Formation um Mastermind Reiner Hänsch im Rahmen des Kult.Park-Festivals anzuschauen. Bevor jedoch die Iserlohner Band die Bühne betrat, stimmten zunächst die beiden Musiker Jaana Redflower (Gesang, Gitarre) und Adrian Klawitter (Gitarre) auf den Abend ein.

Reiner Hänsch zeigte sich Publikumsnah. (Foto: Björn Othlinghaus)

Reiner Hänsch zeigte sich Publikumsnah. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit ihrer von der Musik der 60er und 70er Jahre beeinflussten Mischung aus Rock, Pop, Blues und Soul, kräftig gewürzt durch die raue Stimme der Sängerin, kam das Duo beim gut aufgelegten Publikum hervorragend an. Danach galt es für all jene, die die Zeit mit Zoff in den 80er Jahren noch miterlebt hatten, sich daran zu erinnern, wie viele bekannte Songs jenseits des Sauerland-Liedes die Combo noch auf den Weg gebracht hat und die man inzwischen möglicherweise gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Angefangen beim relaxten Reggae-Song „Kein Geld, kein Money“ über „Faxen machen“ oder „Letmathe, Letmathe“ (das natürlich einige Gäste aus der besungenen Stadt besonders goutierten und eifrig mit dem Smartphone mitfilmten) bis hin zu „Gimme Gummi“ blieben keine Wünsche unerfüllt.

Neben Hänsch stand Reiner Burmann (Keyboard) als weiteres Gründungsmitglieder auf der Bühne, darüber hinaus bestand die Besetzung an diesem Abend aus Jörg Hamers (Bass), Ingo Meyer (Gitarre), Dirk Seiler (Schlagzeug) sowie Sängerin Katrin Schmitt, die nicht nur für die Backround-Stimme sorgte, sondern auch eine tolle Vorstellung mit Nina Hagens Klassiker „Ich glotz TV“ gab. Ferner erfreuten die Musiker mit weiteren erfolgreichen Single-Auskopplungen wie „Total Banane“ oder den zum Mitsingen animierenden Song „Hundertmark“, dessen Refrain nach vielen Jahrzehnten ebenfalls mit Leichtigkeit wieder zum Mitsingen abgerufen werden konnte.

Katrin Schmitt sang Nina Hagens Klassiker "Ich glotz TV". (Foto: Björn Othlinghaus)

Katrin Schmitt sang Nina Hagens Klassiker „Ich glotz TV“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch der eine oder andere, nicht weniger hörenswerte neuere Zoff-Song stand auf der Setliste – unter anderem blieb hier das wuchtig-düstere „Schwere See“ in Erinnerung. Erfreut nahmen die Fans zur Kenntnis, das es sich Reiner Hänsch nicht nehmen lies, zwischendurch auch einmal durchs Publikum zu gehen und sogar mit dem einen oder anderen Fan mitten im Konzert ein Selfie zu schießen. Die Zoff-Musiker sind eben immer noch auf der Höhe der Zeit und haben keine Probleme damit, mit einer Menge Ironie auf ihr Alter zu schauen. Ein Beispiel dafür stellte zum Beispiel das Lied „Wenn ich einmal alt wär’“ dar. „In hundert Jahren ist alles vorbei“, selbst für die Jungspunde – und so versäumten es die Fans nicht, zu den Klassikern der Iserlohner noch einmal ausgelassen in den Abend hineinzufeiern und sich an die alten Zoff-Zeiten zu erinnern.

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Kult.Park-Festival 2018 – Extrabreit rockten die Bergstadt

Kai Havaii und Stefan Kleinkrieg auf dem Kult.Park-Festival. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein weiteres Top-Konzert des Kult.Park-Festivals in Lüdenscheid stellte der Gig der Kult-Formation Extrabreit dar.

Bevor jedoch am Samstag, 4. August 2018, die Musiklegenden beim Kult.Park-Festival den Kulturhauspark in beste Open-Air-Stimmung versetzten, besorgte der in Dortmund geborene und derzeit in Herne lebende Singer-Songwriter Edy Edwards den Support und konnte das Publikum mit seinen deutschsprachigen Rock-Song begeistern, die neben zwischenmenschlichen Themen auch mit Konsumkritik nicht hinter den Berg halten.

Veranstalter Oliver Straub und Radio-MK-Moderatorin Lucia Carogioiello. (Foto: Björn Othlinghaus)

Veranstalter Oliver Straub und Radio-MK-Moderatorin Lucia Carogioiello. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Gepäck hatte er sein aktuelles Album „Medienapplaus“. Extrabreit hatte Oliver Straub, Veranstalter des Kult.Park-Festivals, am Samstag bereits zum zweiten Mal nach Lüdenscheid geholt. Die Hagener Band wurde in den 80er Jahren der Neuen Deutschen Welle zugeordnet, obwohl sich die Musiker um Frontmann Kai Hawaii eigentlich als echte Punk-Formation sahen und in mancher Hinsicht noch heute eher diesem Genre zugeordnet werden können.

Gut gelauntes Publikum im Kulturhauspark. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gut gelauntes Publikum im Kulturhauspark. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wie bereits 2016, als Extrabreit erstmals im Kulturhauspark auf der Bühne standen, zog die Formation wieder mehrere hundert treue Fans, natürlich auch viele Anhänger aus ihrer Heimatstadt Hagen, nach Lüdenscheid. Neben dem Frontmann besteht die Band heute aus Gründungsmitglied Stefan Kleinkrieg (Gitarre) sowie Bubi Hönig (ebenfalls Gitarre), Lars Hartmann (Bass) und Rolf Möller (Schlagzeug). Ein Grund für die guten Besucherzahlen dürfte auch das 40-jährige Bühnenjubiläum der Truppe sein, das Extrabreit in diesem Jahr einen Auftritt in Wacken bescherte, den sie direkt vor ihrem Kult.Park-Konzert absolvierten.

Kai Hawaii gibt alles. (Foto: Björn Othlinghaus)

Kai Hawaii gibt alles. (Foto: Björn Othlinghaus)

Für gute Stimmung sorgten natürlich alle erfolgreichen Songs der „Breiten“, angefangen bei ihrem ersten großen Hit „Polizisten“ (bei dem die Musiker lässig ein Pink-Floyd-Zitat einflochten) über „Hurra, hurra, die Schule brennt“ bis hin zum furiosen Hans-Albers-Cover „Flieger, grüß mir die Sonne“ durfte kein Klassiker fehlen. In „Kleptomanie“, ebenfalls ein echter Extrabreit-Klassiker, dreht sich schließlich alles um die Faszination des zwanghaften Klauens. Die Fans waren bei bestem Sommerwetter aus dem Häuschen und feierten ihre Idole.

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Music Fever 2018 – Summer Feeling und Erinnerungen an Rio Reiser

Sänger Gymmick (vorne) und Kai Sichtermann (Bass), Gründungsmitglied von Ton Steine Scherben. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Music Fever-Festival in Halver fand am Samstag, 4. August 2018, bereits zum fünften Mal statt und hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt.

Rund 500 Gäste hatten den Weg zur Heesfelder Mühle gefunden, um in entspannter, sommerlicher Atmosphäre gute Live-Musik zu genießen. Schon vor den eigentlichen Konzerten ging es an der kleinen Genussbühne mit Percussion vom Feinsten und der Formation Like America mit Musikern aus Lüdenscheid, Halver und Wipperfürth los.

Tolle Stimmung an der Heesfelder Mühle. (Foto: Björn Othlinghaus)

Tolle Stimmung an der Heesfelder Mühle. (Foto: Björn Othlinghaus)

Leiter der Combo ist Malik Sillah aus dem Senegal, Mitbegründer der bekannten Band Mama Afrika. Die quirlige Trommelformation ist derzeit auf der Suche nach einem Basstrommler (weitere Infos bei Claudius Bartsch, Tel.0 23 51 / 6 07 80). Im Anschluss kündigte Moderator Florian Wintels, Poetry-Slammer aus Bad Bentheim, die Plettenberger Band Startblock an, die für einen rasanten Einstieg in den Abend sorgte. Die Combo um Frontmann Pascal Zimmer macht klassische Rock-Musik mit deutschen Texten, covert aber hin und wieder auch mal gern, zum Beispiel bei TNT von AC/DC, bei dem Bassmann Hendrik Schulz Frontmann Pascal am Mikrofon ablöst. Tradition bei jedem Startblock-Konzert ist auch eine augenzwinkernde Rock-Fassung von Britney Spears‘ Pop-Gurke „Hit Me Baby One More Time“, die auch hier für ein Lächeln auf vielen Gesichtern sorgte. Die kleine Genussbühne direkt vor dem Bioladen soll übrigens dauerhaft für Live-Musik installiert bleiben.

Sänger und Trompeter Diego Casanova war die Urgewalt am Mikro von Rosario Smowing. (Foto: Björn Othlinghaus)

Sänger und Trompeter Diego Casanova war die Urgewalt am Mikro von Rosario Smowing. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auf der Hauptbühne, auf der später auch die Band Binyo und ihr Frontmann Robin Brunsmeyer mit in diesem Umfang noch nie dagewesener Besetzung den Hauptact geben sollte, sorgten im Anschluss die Musiker von Zio & Royal Collective für authentisches Reggae-Feeling. Zahlreiche Besucher machten es sich auf den zum Sitzen zur Verfügung gestellten Strohballen gemütlich oder wippten tiefenentspannt zu den relaxten Klängen der Band mit, deren Frontmann Zio Wintz zwischendurch auch mal das eine oder andere ausladende Gitarrensolo in seine Performance einstreute. Nachdem auf der Genussbühne die Band Guacáyo aus Hamburg St.Pauli mit „groovigem Reggae und farbenfrohen Beats“ überzeugt hatte, sorgte auf der Hauptbühne mit Rosario Smowing eine musikalische Urgewalt für Furore.

Reggae vom Feinsten gab es mit Zio & Royal Collective. (Foto: Björn Othlinghaus)

Reggae vom Feinsten gab es mit Zio & Royal Collective. (Foto: Björn Othlinghaus)

Insbesondere Sänger und Trompeter Diego Casanova brachte die wilde Mischung aus Latin, Ska, Swing und Rockabilly trotz ordentlicher Hitze derart in Ekstase, dass ihn ein besorgter Gast mit einem großen Glas Wasser versorgte. Die prominentesten Musiker an diesem Abend waren zweifellos Funky K. Götzner (Cajón) und Kai Sichtermann (Bass) von der legendären und stilbildenden Formation „Ton Steine Scherben“. Mitgebracht hatten die beiden den Sänger, Gitarristen und Keyboarder Gymmick, dessen Stimme tatsächlich an den markanten Gesang von Rio Reiser erinnerte und die oft sozialkritischen Songs, die sich durch ihre schlichte, aber dennoch eindrückliche Poesie auszeichnen, hervorragend zur Geltung brachte.

Auch die ganz kleinen hatten ihren Spaß. (Foto: Björn Othlinghaus)(Foto: Björn Othlinghaus)

Auch die ganz kleinen hatten ihren Spaß. (Foto: Björn Othlinghaus)

Unglaublich, an wie viele Songs dieser bedeutenden Combo man sich erinnert, angefangen bei „Lass uns ein Wunder sein“ über „Halt dich an deiner Liebe fest“ bis hin zu „Junimond“, den das Trio als Zugabe brachte. Auf den „König von Deutschland“ verzichteten die Musiker aber an diesem Abend. Dass Robin Brunsmeier, dessen Label Soundbäckerei ja auch für das gesamte Festival verantwortlich zeichnete, mit seiner Band Binyo auf der großen Hauptbühne ein Heimspiel hatte, verstand sich von selbst. Neben den Kern-Mitgliedern der Band – Robin Brunsmeier (Gesang, Gitarre), Christopher Hans (Keyboard), Julian Heyden (Bass), Christian Lauermann (Schlagzeug) und Rudolf F. Nauhauser (Saxophon) – wartete die Truppe unter anderem noch mit drei Sängerinnen als Backing-Chor und weiteren Gast-Musikern auf.

Binyo mit Frontmann Robin Brunsmeier traten in großer Besetzung an. (Foto: Björn Othlinghaus)

Binyo mit Frontmann Robin Brunsmeier traten in großer Besetzung an. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gespielt wurden natürlich die bekannten, locker-leichten Pop-Songs des Singer-Songwriters, die mit ihrem gelegentlichen Reggae Einschlag gut ins Lineup des Festivals passten. Kleine Klassiker wie „Jeremy Pascal“ oder „Der Schutzengel“ wechselten sich mit zahlreichen Songs des aktuellen Binyo-Albums „Die Schnuppe vom Stern“ wie „Frodo“, „Fehler“, „Medizinmann“ oder „Lass es doch mal gut sein“ ab.

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Kult.Park-Festival 2018 – Die Band Fools Garden: Viel mehr als ihr Welthit Lemon Tree

Fools Garden lieferten ein unterhaltsames Akustik-Set. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das zweite Konzert der Band Fools Garden (früher Fool’s Garden) im Rahmen des Kult.Park-Festivals in Lüdenscheid am Freitag, 3. August 2018, hätte beinahe nicht stattgefunden.

Noch am Vormittag litt Frontmann Peter Freudenthaler unter heftigen Rückenschmerzen, die lediglich ein Physiotherapeut und starke Schmerzmittel lindern konnten. Dennoch biss der Sänger die Zähne zusammen und absolvierte souverän seinen Akustikauftritt mit den beiden Bandkollegen Volker Hinkel und Gabriel Holz (beide Gitarre).

Fools-Garden-Frontmann Peter Freudenthaler. (Foto: Björn Othlinghaus)

Fools-Garden-Frontmann Peter Freudenthaler. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Anschluss an den rauen, Rock-, Country- und Balladenfolk des Support-Duos Mannammeer präsentierte die Truppe in dieser kleinen Besetzung – die Formation tritt auch noch in voller Bandbesetzung mit sechs Musikern auf – einmal mehr ein intimes Set, das neben Klassikern wie dem Welthit „Lemon Tree“, bei dem das Publikum begeistert mitsang, oder „Wild Days“, ihrem ersten im Radio erfolgreichen Song, auch viele Titel ihres im April erschienenen Albums „Rise And Fall“ enthielt. Hierauf bietet die Band aus Pforzheim das, was die Fans an ihnen lieben: 14 solide Pop- und Rock-Nummern im Midtempo-Bereich, zurückhaltend instrumentiert, dabei die eine oder andere lockere Beatles-Reminiszenz, Lagerfeuer taugliche Gitarren-Nummern und sogar den einen oder anderen Ausflug in elektronische Gefilde („Still Running“), was natürlich beim Akustik-Gig in Lüdenscheid nicht so sehr zum Tragen kam (außer bei ab und zu sparsam eingesetzter akustischer Unterstützung vom Band).

Sympathisch und augenzwinkernd präsentierte das Trio den im Rhythmus ein wenig an „Lemon Tree“ gemahnenden Song „Save The World Tomorrow“, der lässig und leicht wie der Sommer starke Frauen besingt, die keine Probleme damit haben, sich von männlichen Beziehungsaltlasten zu trennen, die ihnen nicht mehr guttun.

Die Fans genossen den unterhaltsamen Abend. (Foto: Björn Othlinghaus)(Foto: Björn Othlinghaus)

Die Fans genossen den unterhaltsamen Abend. (Foto: Björn Othlinghaus)

Trotz Rückenschmerzen ließ es sich Freudenthaler nicht nehmen, zwischendurch vom Bühnenrand zu springen und sich zum Publikum zu gesellen, das mit gut 150 Fans leider wieder viel zu spärlich vertreten war. Den besinnlichen Gitarren-Song „All We Are“ hatte Freudenthaler für seinen Sohn geschrieben – jeweils einen Song für seine beiden Töchter befinden sich auf früheren Alben. Einen Höhepunkt des Konzertes bildete schließlich der gepflegte Folk-Tränendrücker „Marie Marie“, ebenfalls ein Stück des neuen Albums, dessen eingängiger Refrain bestens zum Mitsingen geeignet ist. Nach ihrem gelungenen Konzert ließen es sich die sympathischen Musiker nicht nehmen, noch ausgiebig mit ihren Fans zu plaudern und CD’s und LP’s zu signieren. Auch bei der Aftershow-Party im Eigenart, wo das Duo Mannameer noch einmal aufspielte, mischten sich die drei Musiker im Anschluss an das Konzert im Kulturhauspark noch gerne unters Volk.

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Kult.Park-Festival 2018 – Harte Töne begeisterten beim Metal-Tag

Trotz Autopanne kamen die Helldozers noch rechtzeitig, um es auf dem Sternplatz krachen zu lassen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Am Samstag, 28. Juli 2018, kamen beim Metal-Tag im Rahmen des Kult.Parkt-Festivals in Lüdenscheid die Fans der härteren Musik auf ihre Kosten.

Für die Veranstaltung, die unter Federführung des Lüdenscheider Vereins Underground Musik stattfand, standen die Vorzeichen zunächst nicht so gut. Phasenweise regnete es vor Beginn des Konzertes wie aus Kübeln, und dann erreichte die Veranstalter auch noch die Hiobsbotschaft, dass die Formation Helldozers aus Köln mitten auf der A45 mit kochendem Kühler liegengeblieben waren.

Frank Sieling von Seth 13 sorgte nicht nur auf der Bühne für Stimmung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Frank Sieling von Seth 13 sorgte nicht nur auf der Bühne für Stimmung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Musiker setzten aber alles daran, doch noch nach Lüdenscheid zu kommen, und die Veranstalter zogen die eigentlich als zweiten Act vorgesehenen Seth 13 vor, so dass die Helldozers schließlich doch noch auf der Sternplatz-Bühne standen. Auch das Wetter war den in großer Zahl erschienenen Metal-Fans schließlich holt, und so trat Sänger und Gitarrist Frank Sieling mit seiner Combo Seth 13 tatsächlich noch bei zeitweisem Sonnenschein auf. Unterstützt wurde er diesmal – die Band tourt derzeit in drei verschiedenen Besetzungen mit Sieling als Konstante – von Michael Kusch (Bass), Sebastian Mollner (Gitarre) und Julian Wohlgemut (Schlagzeug).

Auch viele junge Fans hatten an diesem Nachmittag ihren Spaß. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch viele junge Fans hatten an diesem Nachmittag ihren Spaß. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der handfeste Power-Metal, den die 2005 gegründete Formation bietet, kam einmal mehr hervorragend bei den Fans an, während Frontmann Sieling nicht nur wie gewohnt auf der Bühne Gas gab, sondern beim Rock-Brett „The Angel“ mit seiner Gitarre durch die Publikumsreihen spurtete und auf der Biertischbank stehend ein zünftiges Gitarrensolo abbrannte. Klassiker der Formation wie „Destroyer“, „The Arrival“ oder „Dragonfight“ durften ebenfalls im Set nicht fehlen. Ein gelungener Aspekt des Abends stellte insbesondere der Umstand dar, dass ganz unterschiedliche Spielarten des Metal präsentiert wurden und somit für Abwechslung sorgten.

Die Metal-Fans waren bestens gelaunt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Metal-Fans waren bestens gelaunt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Formation Helldozers, die aufgrund der Verzögerungen durch ihre Autopanne lediglich ein kurzes und knackiges Set von 45 Minuten hinlegen konnte, bot eine kernige Mischung aus Southern-, Groove- und Trashmetal, die durch rhythmische Brachialsounds, die Ehrfurchtgebietende Stimme von Frontmann Tony Rynskiy sowie elektrisierende Soli bestach. In ihrem ursprünglichen, ungeschliffenen Sound erinnerte die Combo, die neben dem Frontmann aus Philipp Reissfelder (Bass, Gesang), Atha Vassiliadis (Gitarre) sowie Alex Müller (Schlagzeug) besteht, mehr als einmal an die unvergessenen Motörhead mit ihrem verstorbenen Frontmann Lemmy Kilmister, denen sie passender Weise den Song „We Love Motörhead“ widmeten. Die Formation Leichenwetter aus Iserlohn mit Frontmann André Winkhaus bietet wiederum eine ganz andere musikalische Spielart. Die Combo verarbeitet Texte oder Textbestandteile oft längst vergessener Dichter der deutschen Literatur wie zum Beispiel Else Lasker-Schüler und untermalt die oft ebenso traurigen wie mystisch-romantischen Texte mit einer musikalischen Mischung aus Gothik und Metal, die ab und an ein wenig an Steampunk-Heroen wie Rammstein, Megaherz oder Lichtgestalt erinnern.

Leichenwetter-Frontmann André Winkhaus. (Foto: Björn Othlinghaus)

Leichenwetter-Frontmann André Winkhaus. (Foto: Björn Othlinghaus)

Herausragend war dabei unter anderem das Werk „Romanze zur Nacht“, dessen Grundlage Teile eines gleichnamigen Gedichtes des während des 1. Weltkrieges verstorbenen österreichischen Schriftstellers Georg Trakl sind, die mit einem eingängigen Refrain unterlegt wurden. Ebenso romantisch, melancholisch und düster gestalteten sich Stücke wie „Abendlied“, „Klage“ oder auch „Letzte Worte“ (Von den Sternen grüß‘ ich euch), das als Opener für den hörenswerten Gig der 1996 gegründeten Formation fungierte. Für Fans härterer Töne gestaltete sich der Abend somit zu einer rundum gelungenen Veranstaltung, die die große Publikumsresonanz mehr als verdient hatte.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Kult.Park-Festival 2018 – Live-Musik vom Feinsten mit Quasimono und Stereokeys

Noah Appelhans, Frontmann von Quasimono, trat an diesem Abend auch als Singer-Songwriter auf. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Rahmen des Kult.Park-Festivals, das derzeit noch in Lüdenscheid im Kulturhauspark und auf dem Sternplatz stattfindet, haben die Gäste an vielen Tagen auch kostenlos die Möglichkeit, hörenswerte Newcomer und Originalbands zu erleben.

Dies war auch am Freitag, 27. Juli 2018, auf dem Sternplatz der Fall. Ursprünglich sollten an diesem Tag neben den Formationen Quasimono und Stereokeys auch die Musiker der in Dortmund und Unna beheimateten Alternative-Combo Vocuz zu hören sein. Leider fiel jedoch der Bassist kurzfristig krankheitsbedingt aus, so dass Veranstalter Oliver Straub improvisieren musste.

Die Fans machten es sich auf dem Sternplatz gemütlich. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Fans machten es sich auf dem Sternplatz gemütlich. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zum Glück erklärte sich Noah Appelhans (Gesang, Gitarre), Frontmann der Sauerländer Groove-Metal-Combo Quasimono, kurzfristig bereit, als Singer-Songwriter auch den Support zu übernehmen. Die Musik aus dem Bereich Alternative Rock, die Appelhans zunächst solo, dann mit Unterstützung seiner beiden Bandmitglieder Raphael Slodowski (Schlagzeug) und Lennart Slodowski (Bass) spielte, unterschied sich von dem, was später die Quasimono zum Besten gaben. Als Singer-Songwriter ging der Musiker aus Sundern deutlich ruhiger zu Werke wie beispielsweise bei dem lässigen „She“, das er allein als Sänger und Gitarrist interpretierte und das mit einem entspannten Reggae-Touch aufwartete. „Paradise“, gemeinsam mit seinen beiden Bandkollegen interpretiert, war dann schon ein wenig rasanter unterwegs und ging bereits eher in Richtung jener Musik, die später von Quasimono zu hören war.

Quasimono. (Foto: Björn Othlinghaus)

Quasimono. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Grey Eyes“ präsentierte sich im Anschluss melodisch und kraftvoll, während „Rush“ als Ballade startete und dann zur Midtempo-Nummer wurde. Mit dem epischen und ausladenden „Collapse“ endete Appelhanss‘ Set als Singer-Songwriter. Quasimono bezeichnen ihre Musik als „Groove-Metal“, der die Zuhörer noch eher wie klassischer Metal zur Bewegung einlädt. Für die Lüdenscheider waren die Musiker keine Unbekannten mehr, hatten sie doch in der Vergangenheit bereits zwei Veranstaltungen im Stock absolviert. Stücke wie der Opener „Trigger“ erinnerten ein wenig an die härteren Songs von „Faith No More“ und luden zum Headbangen ein, wobei sich Drummer Raphael Slodowski so stark verausgabte, dass seine Trommelstöcke im Laufe des Abends Schaden nahmen. Neben Frontmann und Drummer standen Lennart Slodowski (diesmal an der Gitarre), Andreas Schulte-Kramer (ebenfalls Gitarre) sowie Lars Hensler (Bass) auf der Bühne. Energiegelandene Soli sorgten für gute Stimmung im Publikum.

Stereokeys. (Foto: Björn Othlinghaus)

Stereokeys. (Foto: Björn Othlinghaus)

Den Schlusspunkt an diesem Abend setzten die Stereokeys, die unter anderem bereits in der Einslive-Radiosendung Plan B zu hören waren. Die Newcomer präsentierten technisch überragenden Alternative-Rock mit Indie-Pop-Anleihen, der durch eingängige, inspirierte Melodien punktete. Frontmann Benjamin (Gesang, Gitarre), Gitarrist Stefan, Basser Christoph und Schlagzeuger Tim überzeugten mit dem einprägsamen Song „Years“, aber auch mit tanzbaren Nummern, darunter das Werk „Alcohol And Atmosphere“. Die überaus hörenswerte und professionell dargebotene Musik der Sauerländer macht es sehr wahrscheinlich, dass man von ihnen bald auch auf noch größeren Bühnen hören wird.