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(Foto: Björn Othlinghaus)

Das Sachbuch „Toxisch“ blickt kritisch auf die restriktive Drogenpolitik

Der Autor und Persönlichkeitstrainer Rainer Biesinger mit seinem aktuellen Buch. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Restlos alles, was das Drogenherz begehrt, ist in riesengroßer Auswahl und unüberschaubarer, unbegrenzter Menge kinderleicht verfügbar.“

Der Schalksmühler Autor Rainer Biesinger gibt sich mit Blick auf den Rauschmittelmarkt keinen Illusionen hin. Trotz – oder gerade wegen – einer restriktiven Drogenpolitik hierzulande sei es heute durch das Internet sehr einfach geworden, an Drogen aller Art zu gelangen, meint der in Schalksmühle-Dahlerbrück lebende Autor und Persönlichkeitstrainer. Das habe dazu geführt, dass sich allein in Deutschland tagtäglich Millionen Menschen mit legalen und illegalen Rauschmitteln wie Alkohol, Cannabis, Ecstasy, Kokain, Amphetamin oder tagtäglich neu entwickelten, psychoaktiven Substanzen aus ihrer Realität herausschießen. Zum Beweis präsentiert Biesinger auf seinem Laptop eine Website, die ganz öffentlich und für jeden Interessenten zugänglich LSD-ähnliche Drogen zum Kauf feilbietet, bei denen im Vergleich zur Originalsubstanz lediglich ein kleiner chemischer Baustein verändert wurde. „Das Zeug kann man nicht etwa nur im Darknet beziehen, sondern auf einer ganz normalen Website, als ob man sich Waren im gängigen Online-Handel bestellt“, meint Biesinger. Am 26. Juni, pünktlich zum Weltdrogentag, erschien im Springer-Verlag die Print-Ausgabe des Buches „Toxisch“, das Rainer Biesinger in Zusammenarbeit mit Co-Autor Max Klute veröffentlicht hat. Beide haben als Jugendliche und junge Erwachsene extreme Erfahrungen mit Drogen gesammelt und wissen, wovon sie reden.

Autor Rainer Biesinger veröffentlichte bereits zahlreiche erfolgreiche Sachbücher. (Foto: Björn Othlinghaus)

Autor Rainer Biesinger veröffentlichte bereits zahlreiche erfolgreiche Sachbücher. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit ihrer aktuellen Veröffentlichung wollen sie die aus ihrer Sicht kontraproduktive, weder zeitgemäße noch zielführende restriktive Drogenpolitik in Deutschland, deren Wirkung auch von weiten Kreisen in der Polizei und der Justiz in Zweifel gezogen wird, hinterfragen und eine Debatte darüber anregen. „Wir sind der Ansicht, dass es nicht richtig sein kann, einerseits gelegentliche Konsumenten von Cannabis zu kriminalisieren und ihnen die Zukunft zu verbauen, aber andererseits zuzulassen, dass sich Millionen Konsumenten von Rauschmitteln illegal versorgen“, erklärt Biesinger. Welche gefährlichen Substanzen in welcher Konzentration von den Drogenköchen in die bunten Pillen gemischt werden, die man auf der Straße kaufen kann, kontrolliert niemand, und eine Überprüfung solcher Rauschmittel auf ihre Inhaltsstoffe vor dem Konsum, das „Drugchecking“, ist sogar gesetzlich verboten. Was die Menschen letztlich konsumieren, wird somit der organisierten Kriminalität überlassen – für die Konsumenten von Rauschmitteln, die sich längst aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten rekrutieren, ein Tanz auf dem Vulkan, der Gesundheit und Leben kosten kann. Die beiden Autoren wollen über ihr Buch mit Eltern, Erziehern, Lehrern und vielen anderen Personen wieder ins Gespräch und in die Diskussion über dieses wichtige Thema kommen, etwas gegen deren Hilflosigkeit im Umgang damit tun. Die Verfasser treten in „Toxisch“ zwar für eine Legalisierung von Drogen ein, allerdings unter strengen staatlichen Auflagen und Kontrollen, die zwingend mit einer besseren Aufklärung gerade junger Menschen und aller Personen, die mit dem Thema in Berührung kommen könnten, einher geht.

Eine effektive Bekämpfung der Drogenkriminalität und die Reinheit der dann durch den Staat kontrollierten Substanzen würde mit den übrigen positiven Effekten einer umsichtigeren, weniger restriktiven Drogenpolitik einhergehen, sind sich die Autoren sicher. „Ein starker, aufgeklärter junger Mensch kommt gar nicht auf die Idee, sich mit Drogen wegzuschießen“, stellt Biesinger fest. Somit will das Buch vor allem auf die Erziehung junger Menschen zu eigenverantwortlichen Individuen hinwirken, die sauber und ehrlich aufgeklärt werden und danach handeln. Dem engagierten Anliegen des Buches haben sich auch der Kriminalbiologe und Star-Autor Dr. Mark Benecke, Jugendrichter Andreas Müller sowie der Autor und Grimme-Preisträger $ick mit Vorwörtern angeschlossen.

(Foto: Christian Thomas)

Kult-Autor Klaus-Peter Wolf spendiert „Rupi“ einen eigenen Roman

Zur Autokinolesung nach Dinslaken kam Rupert (Barnaby Metschurat, links) persönlich, um seinen Schöpfer kennenzulernen. (Foto: Christian Thomas)

In den Romanen um Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen spielt der oft arg neben sich stehende und etwas großspurig auftretende, aber dabei meist liebenswerte Hauptkommissar Rupert oft nur die zweite Geige.

Der Beliebtheit der Figur tut dies allerdings keinen Abbruch, denn längst hat „Rupi“ eine ganz eigene, treue Fan-Gemeinde. Was liegt da näher, als dem Beamten, der von sich selbst ein deutlich strahlenderes Bild hat als die meisten anderen von ihm, einen eigenen Roman zu widmen. Mit „Rupert undercover – Ostfriesische Mission“ beweist der in Gelsenkirchen aufgewachsene, aber heute an seinem Sehnsuchtsort Ostfriesland lebende Kult-Autor Klaus-Peter Wolf einmal mehr seine Fähigkeit, Spannung und Humor zu einer höchst unterhaltsamen Mischung zu verknüpfen. Dies mag einer der Gründe dafür sein, weshalb Wolf mit diesem waschechten Thriller bereits zum 11 Mal von Null auf Platz 1 in die Spiegel-Taschenbuch-Bestsellerliste einsteigen konnte. Schon lange vor der Veröffentlichung wurden 124.000 Exemplare des neuen Wolf-Bestsellers vorbestellt. Außerdem schafften es Klaus-Peter Wolf und seine Ehefrau, die Kinderliedermacherin und Kinderbuchautorin Bettina Göschl, nicht nur, dem Roman trotz Corona-Pandemie eine würdige Präsentation im Autokino Dinslaken zu bescheren, sie konnten sogar Rupert persönlich auf der Veranstaltung begrüßen, und zwar in Gestalt des Schauspielern Barnaby Metschurat, der den beliebten Charakter in den ZDF-Verfilmungen der Ostfriesenkrimis von Klaus-Peter Wolf verkörpert.

Auf Lesungen sorgen Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl stets dafür, dass restlos alle Fans mit Autogrammen versorgt werden. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auf Lesungen sorgen Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl stets dafür, dass restlos alle Fans mit Autogrammen versorgt werden. (Foto: Björn Othlinghaus)

Darüber hinaus gab es eine Livestream-Premiere aus dem Teemuseum in Norden. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierte Bettina Göschl auch ihren Song „Supi, dupi, Rupi“, den sie Hauptkommissar Rupert auf den Leib geschrieben hat. Der muss sich in „Rupert undercover – Ostfriesische Mission“ Schuhe anziehen, die dem mit einigen charakterlichen Defiziten behafteten Kripo-Beamten eigentlich gleich mehrere Nummern zu groß sind. Seine Ähnlichkeit mit einem einflussreichen Drogenboss, der dem BKA ins Netz gegangen ist, lässt den Verantwortlichen jedoch keine Wahl, es mit Rupert zu versuchen, um die noch größeren Fische ins Netz gehen lassen zu können. Der lässt sich trotz der Gefahr für Leib und Leben, die ihn erwartet, darauf ein, in die Rolle des Gangsters zu schlüpfen, denn Rupert wollte schon immer zum BKA und war stets gekränkt über die Ablehnung, die ihm von dort entgegenschlug. Ähnlich wie bei einem anderen erfolgreichen Charakter des Klaus-Peter-Wolf-Krimiuniversums, dem gar nicht mal unsympathischen Serienkiller Dr. Bernhard Sommerfeldt, möchte der Autor auch Rupert eine Romanserie widmen, auf deren weitere Folgen die zahlreichen Rupert-Fans schon jetzt gespannt sein können.

Obwohl Klaus-Peter Wolf heute überwiegend durch seine Ostfriesland-Krimis bekannt ist, ist der Autor, der unter anderem auch mehr als 60 verfilmte Drehbücher vorweisen kann, deutlich vielseitiger, denn auf sein Konto gehen unter anderem Thriller, Kinder- und Jugendbücher sowie sozial- und gesellschaftskritische Werke wie sein Klassiker „Dosenbier und Frikadellen“, für den er Ende der 70er Jahre mit einer kriminellen Jugendbande zusammenlebte. Darüber hinaus wurde Klaus-Peter Wolf mit Literaturpreisen auf drei Kontinenten ausgezeichnet, darunter der Rocky Award (Kanada), der Magnolia Award (Schanghai, China) sowie der Anne-Frank-Preis (Niederlande). „Rupert undercover – Ostfriesische Mission“ ist im Fischer-Verlag zum Preis von 12 Euro erschienen.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Night of Light – Alarmstufe Rot für Veranstalter!

Die Formation Quattro Amici Musicanti posierte stumm und maskiert auf der Bühne als Warnung vor dem Tod der Veranstaltungsbranche. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Veranstaltungsbranche mit ihrem über 150 Gewerken und Disziplinen rangiert hinsichtlich Beschäftigungszahlen und Umsatz unter den Top-3-Branchen in Deutschland.

Gerade im Hinblick darauf ist es alarmierend, dass der Veranstaltungsbereich zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen gehört. Die bundesweite Aktion „Night of Light 2020“, an der sich in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 2020 auch zahlreiche Lüdenscheider Veranstaltungsunternehmen wie zum Beispiel die Event-Agentur Sound of Centuries mit ihrem Chef Nicolas Leitgeb beteiligten, machte auf die prekäre Lage der Veranstaltungsbranche und all jener Branchen aufmerksam, die mir ihr in Verbindung stehen. Die derzeitigen Soforthilfen des Bundes, die in diesem Fall überwiegend aus Krediten bestehen, halten das Siechtum lediglich auf und verschieben Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung und Insolvenz nur auf später. Bundesweit wurden bei der „Night of Light“ fast 9000 Gebäude in 1500 Städten mit rotem Licht illuminiert, wobei die Farbe Rot sowohl signalisierte, dass die Veranstaltungsbranche auf der „Roten Liste“ steht und akut in ihrem Fortbestand bedroht ist, als auch die Leidenschaft aller Beteiligten für ihren Beruf zum Ausdruck brachte. Die Veranstaltungswirtschaft befinde sich auf der „Roten Liste“ der aussterbenden Branchen, ein Milliardenmarkt und Millionen Arbeitsplätze seien in Gefahr, so die Veranstalter.

Fast 9000 Gebäude in 1500 deutschen Städten wurden rot illuminiert als Symbol für den Niedergang der Veranstaltungsbranche aufgrund der Maßnahmen während der Corona-Pandemie und unzureichende staatliche Hilfen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Fast 9000 Gebäude in 1500 deutschen Städten wurden rot illuminiert als Symbol für den Niedergang der Veranstaltungsbranche aufgrund der Maßnahmen während der Corona-Pandemie und unzureichende staatliche Hilfen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Mitarbeiter von Sound of Centuries um Nicolas Leitgeb hatten sich neben der feuerroten Illumination ihres Firmengebäudes an der Lösenbacher Landstraße in Lüdenscheid auch noch etwas anderes einfallen lassen. So stellten sie vor ihrem Firmengebäude eine kleine Bühne auf, auf der sich die Musiker der heimischen Band Quattro Amici Musicanti, namentlich Florian Vogt, Roberto De Marco, Angelo Della Fera und Markus Hartkopf sowie Nicolas Leitgeb (der für seinen Bruder Dominic Leitgeb einsprang, der auch Mitglied der Band ist) platzierten. Erkan Besirlioglu, ein weiteres Mitglied der Band, konnte nicht anwesend sein. Sie alle verbargen ihre Gesichter hinter Masken aus der spanischen Erfolgsserie „Haus des Geldes“. Ursprünglich war geplant gewesen, gemeinsam das Partisanenlied „Bella Ciao“ anzustimmen, doch die bundesweiten Veranstalter hatten darum gebeten, die Aktion vollkommen still durchzuführen zum Signal, dass bald für immer Friedhofsruhe einkehren könnte auf dem Veranstaltungssektor. Das dies tatsächlich eintritt, hoffen die Veranstalter natürlich nicht, wären aber dringend auf wirksame Corona-Soforthilfen angewiesen, wenn die Katastrophe noch abgewendet werden soll. Die Hoffnung, dass der dringende Appell einer der wirtschaftlich und gesellschaftlich relevantesten Branchen von den politisch Verantwortlichen endlich erhört wird, durchzog am 22. und 23. Juni das gesamte Land.

Foto: RTL2

„Ole ohne Kohle“ seit Anfang Juni 2020 wieder bei „Berlin Tag und Nacht“

Ole Peters (Falko Ochsenknecht) mit seinen Freunden Fabrizio Di Marco (Fernando Dela Vega) und Joe Möller (Lutz Schweigel). (Foto: RTL2)

Zwei Jahre lang war er von den TV-Bildschirmen verschwunden.

Jetzt können sich die Fans der beliebten Serie „Berlin Tag und Nacht“ auf RTL 2 freuen: Ole Peters, besser bekannt als „Ole ohne Kohle“, mischt wieder mit. Gespielt wird Ole von dem in Lüdenscheid geborenen und aufgewachsenen Falko Ochsenknecht. Zwischen 2011, dem Beginn der Serie, und Januar 2018 war der gelernte Werkzeugmechaniker als der chaotische, aber dennoch liebenswerte Ole Peters in der populären Scripted-Reality-Serie zu sehen und erarbeitete sich eine große Fan-Gemeinde.

Falko mit Onkel Willi in seiner Heimatstadt Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Falko mit Onkel Willi in seiner Heimatstadt Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Umso trauriger waren seine Anhänger, als die Macher des Formates vor zwei Jahren zu dem Entschluss kamen, dass die Rolle zunächst einmal auserzählt sei und Ole – übrigens ebenso wie sein Serien-Kumpel Fabrizio (Fernando Dela Vega) – eine Pause einlegen musste. Mit der erfolgreichen Bewerbung und seiner jahrelangen Mitwirkung bei „Berlin Tag und Nacht“ erfüllte sich Falko Ochsenknecht den lang gehegten Wunsch, etwas Großes im Leben zu erreichen und es all jenen zu zeigen, die ihn und seine Pläne einst belächelt hatten. Für den ehrgeizigen Falko war somit auch die zweijährige Pause bei „Berlin Tag und Nacht“ kein Grund, sich auf die faule Haut zu legen. Zum einen schrieb er in dieser Zeit sein Buch „Mobbing, Ruhm und treue Hunde – Danke Amy“ (erschienen im Titus-Verlag), mit dem er seiner kurz zuvor verstorbenen und heißgeliebten Bordeaux-Dogge Amy ein Denkmal setzte, darin aber auch seinen Fans schilderte, wie es zum Engagement bei „Berlin Tag und Nacht“ kam und was er dort zusammen mit seine Kollegen erlebte. „Das Buch habe ich selbst ohne Hilfe eines Ghostwriters geschrieben, den ja viele gerade bei ihren ersten Gehversuchen als Autor in Anspruch nehmen“, erklärt Falko.

Ole Peters (Falko Ochsenknecht) in den neuen Folgen von "Berlin Tag und Nacht". Foto: RTL2

Ole Peters (Falko Ochsenknecht) in den neuen Folgen von „Berlin Tag und Nacht“. Foto: RTL2

Somit war es vor allem auch der frische und authentische Schreibstil seines Debüts, der für positive Resonanz sorgte. Ferner kümmerte sich Falko während seiner Abwesenheit bei „Berlin Tag und Nacht“ intensiver um seine Karriere als Interpret von Partyschlagern. Bereits während der Anfänge seiner Arbeit an der RTL-2-Erfolgsserie hatte sich Falko gemeinsam mit dem erfolgreichen Produzenten und Komponisten Hermann Niesig (u.a. Jürgen Drews, Mickey Krause, Norman Langen) diverse Party-Hits wie „Ich bin kein Model und kein Superstar“ erarbeitet. „Meine Tätigkeit in diesem Bereich werde ich auf jeden Fall parallel zu ‚Berlin Tag und Nacht‘ fortsetzen“, verspricht Falko Ochsenknecht. „Eigentlich hatten wir geplant, bereits im März 2020 einen neuen Song aufzunehmen, aber das ganze hätte in Köln stattgefunden und ich wollte in Corona-Zeiten dafür nicht quer durch Deutschland reisen.“ Darüber hinaus seien ohnehin voraussichtlich bis mindestens September dieses Jahres keine Auftritte möglich, so dass der Song derzeit nicht live gespielt oder promotet werden könnte. Auf jeden Fall ist die Veröffentlichung eines neuen Hits aber noch in diesem Jahr geplant. Dass Falko Ochsenknecht seit einiger Zeit wieder dreht, ist den Berlin-Tag-und-Nacht-Fans natürlich nicht verborgen geblieben.

Falko Ochsenknecht mit seinem Hund Emma auf dem Sternplatz in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Falko Ochsenknecht mit seinem Hund Emma auf dem Sternplatz in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Obwohl die Folgen mit mir ja erst am 5. Juni gestartet sind, habe ich schon lange vorher festgestellt, dass meine Followerzahlen bei Instagram innerhalb einer Woche um mehr als zehn Prozent angestiegen sind“, freut sich Falko. Auf diesem hohen Level werden die Social-Media-Daten des Lüdenscheiders, der neben Instagram auch auf Facebook einen erfolgreichen Auftritt mit über 370.000 Followern vorweisen kann, wohl auch in absehbarer Zukunft bleiben, solange seine Fans Oles neue Abenteuer in seiner Berliner WG verfolgen können. Für den liebenswerten Chaoten wird es in den nächsten Wochen sehr turbulent werden, wie Falko verspricht. „Er wird wieder in Fabrizios Frauengeschichten involviert sein, so viel kann ich sagen“, meint Falko. „Da wird es bald einen große Knall geben, der alles verändert.“ Fabrizio ist wie Ole seit 2020 wieder mit dabei. Ganz sicher werden die neuen Abenteuer der beiden wieder eine echte Bereicherung für das Reality-Format sein. Auf www.dankeamy.de kann das Buch von Falko Ochsenknecht „Mobbing, Ruhm und treue Hunde – Danke Amy“ zum Preis von 9,90 Euro zzgl. Porto bestellt werden. Die Abenteuer von Ole Peters bei „Berlin Tag und Nacht“ können die Fans ab sofort dienstags bis freitags jeweils ab 19.10 Uhr auf RTL 2 miterleben. Weitere Infos zu „Berlin Tag und Nacht“: www.rtl2.de/sendungen/berlin-tag-nacht.

(Foto: Björn Othlinghaus)

StayAtHomeTour – Die Band Ohne Yoko unterstützt Beratungsstelle

Ohne Yoko auf der Bühne beim Lüdenscheider Verein Underground Musik. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wie vielen anderen Musikern auch macht die Corona-Pandemie der Lüdenscheider Band Ohne Yoko zu schaffen.

Die Formation mit den beiden Sängerinnen Patrizia Camassa und Nicole Friese sowie den Musikern Stefan Klobes, Heiko Lautwein, Marc Friese und Dr. Axel Eberl sind für ihre energiegeladenen Live-Auftritte bekannt und beliebt. Die zahlreichen Veranstaltungen, für die die Band in diesem Jahr bereits gebucht war, können natürlich nicht stattfinden. Doch untätig sein möchten die Lüdenscheider Künstler auf keinen Fall.

Dr. Axel Eberl (rechts) ist nicht nur Gitarrist bei Ohne Yoko, sondern auch Vorsitzender des Fördervereins der psychologischen Beratungsstelle. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dr. Axel Eberl (rechts) ist nicht nur Gitarrist bei Ohne Yoko, sondern auch Vorsitzender des Fördervereins der psychologischen Beratungsstelle. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wie so viele Musiker in diesen Tagen sind auch sie kreativ und arbeiten derzeit an ihrer online erscheinenden #StayAtHomeTour, mit der sie die Psychologische Beratungsstelle in der Lessingstraße 15 (Tel.: 0 23 51 / 39 08 13) unterstützen möchten. Dr. Axel Eberl, Gitarrist von Ohne Yoko, hauptberuflicher Psychologe im Klinikum Lüdenscheid und in der Lüdenscheider Rehaklinik sowie Vorsitzender des Fördervereins der Psychologischen Beratungsstelle Lessingstraße machte die Band auf die so wichtige Arbeit der Beratungsstelle aufmerksam. „In diesen Tagen kann dort die Beratung lediglich über das Telefon stattfinden, während sonst auch die Möglichkeit von persönlichen Beratungsterminen besteht“, erklärt Dr. Axel Eberl. „Dafür umfasst das telefonische Angebot jetzt natürlich auch die Beratung von Menschen, die Sorgen durch die Folgen der aktuellen Corona-Krise haben.“ Neben Fördergeldern und Zuschüssen muss die Psychologische Beratungsstelle einen hohen Anteil ihres finanziellen Bedarfs selbst erwirtschaften, um weiter ihrer wichtigen Tätigkeit nachgehen zu können.


Die #StayAtHomeTour von Ohne Yoko wird am Ende aus fünf Videos bestehen, für die die Lüdenscheider Musiker ihre jeweiligen Parts getrennt voneinander in ihren Wohnungen produziert haben und die Gitarrist Dr. Axel Eberl im Anschluss auf hohem technischen Niveau zu vollständigen Videoclips zusammenmontiert hat. Alle fünf Videos werden in der nächsten Zeit nach und nach veröffentlicht, und zwar auf der Website der Band (www.ohne-yoko.de), ihrer Facebook-Seite (www.facebook.com/Ohne-Yoko-Coverband-275673789215909/) sowie ihrem YouTube-Kanal. Ihr erstes veröffentlichtes Video ist das selbst komponierte Lied „Hamsterkauf“, dessen Titel den aktuellen Bezug zur Corona-Krise verrät. Musikalisch handelt es sich um ein älteres Werk der Band, das jedoch mit einem neuen Text versehen wurde. Es ist bereits seit mehr als zwei Wochen online.

Sängerin Patrizia Camassa. (Foto: Björn Othlinghaus)

Sängerin Patrizia Camassa. (Foto: Björn Othlinghaus)

Darüber hinaus wurden drei weitere Videos mit Cover-Songs ins Netz gestellt – das französische „Le Veux“, im Original von ZAZ, am Freitag, 24. April, der italienische Song „Laura non c’é“, im Original von Nek, am Samstag, 25. April, sowie das amerikanische „Ex’s & Oh’s“ von Elle King am 3. Mai ins Netz gestellt. „Geplant haben wir außerdem das ‚Sauerlandlied‘ von Zoff als Abschluss unserer #StayAtHomeTour“, erklärt Dr. Axel Eberl. „Mit unserer Auswahl von Songs aus verschiedenen Ländern, die zum Teil besonders schwer von Corona betroffen sind, wollen wir signalisieren, dass wir alle in der Krise zusammenstehen“, betont Eberl. In allen Videos werden die beiden Spendenkontonummern der Psychologischen Beratungsstelle in der Lessingstraße 15 genannt (siehe Info-Kasten) und mit der Bitte verknüpft, diese sinnvolle und wichtige Einrichtung finanziell zu unterstützen. Als Musiker in der Auftrittslosen Zeit im Gespräch bleiben und dabei noch etwas für die Psychologische Beratungsstelle bewirken – jeder hat die Möglichkeit, die Band Ohne Yoko dabei tatkräftig mit seiner Aufmerksamkeit und die Beratungsstelle mit seinem Geldbeutel zu unterstützen. Spendenkontonummern Psychologische Beratungsstelle: Sparkasse Lüdenscheid, IBAN: DE55 4585 0005 0000 1671 06 oder Volksbank Südwestfalen, IBAN DE61 447 615 34 0 116 829 400.

(Foto: Björn Othlinghaus, Gemälde: David Tollmann)

Ausstellung mit Werken von David Tollmann in der Galerie Udo Schmidt

Der unergründliche Blick von „Lotta“ fasziniert die Ausstellungsbesucher auf dem gleichnamigen Bild von David Tollmann. (Foto: Björn Othlinghaus, Gemälde: David Tollmann)

In normalen Zeiten beginnen die Ausstellungen in der Galerie Udo Schmidt in Lüdenscheid mit einer großen Vernissage, nicht selten in Anwesenheit des Künstlers, Kunsthistorikerin Dr. Carolyn Krüger-Bahr als Laudatorin und mit großer Publikumsresonanz.

In Corona-Zeiten ist jedoch alles anders. Obwohl Udo Schmidt und seine Tochter Nadja Schmidt-Widua derzeit mit den Werken des niedersächsischen Künstlers David Tollmann die hochinteressante Werkschau eines aufregenden Talents der deutschen Kunstszene präsentieren, musste die Ausstellungseröffnung im großen Stil, wie sie die farbenfrohen, dem „Modern Pop“ und der Popart zuzuordnenden Werke verdient gehabt hätten, leider ausfallen.

Die Galeristen und Ausstellungsmacher Nadja Schmidt-Widua und Udo Schmidt (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Galeristen und Ausstellungsmacher Nadja Schmidt-Widua und Udo Schmidt (Foto: Björn Othlinghaus)

„Dennoch wollen wir unseren Kunden die Werke dieses außergewöhnlichen Künstlers natürlich nicht vorenthalten“, erklärt Nadja Schmidt-Widua. Deshalb haben Kunstinteressierte ab sofort die Möglichkeit, die großformatigen Acrylbilder, die überwiegend ausdrucksstarke Frauenportraits zeigen, länger als die üblichen drei Wochen in den Ausstellungsräumen der Galerie Udo Schmidt an der Altenaer Straße 34 zu besichtigen. „Bis einschließlich Samstag, 30. Mai 2020, können Interessierte zu unseren Öffnungszeiten montags bis freitags von 11-16 Uhr sowie samstags von 10-14 Uhr die Werke bei uns in Augenschein nehmen“, erklärt Schmidt-Widua. Darüber hinaus sind individuelle Termine nach telefonischer Verabredung (Tel. 0 23 51 / 2 54 30) möglich. Derzeit gelten in der Galerie natürlich die derzeit die im Einzelhandel gültigen Hygienemaßnahmen.

Farbenprächtige Frauenportraits mit kühnem grafischen Ausdruck sind die Spezialität des Künstlers. (Foto: Björn Othlinghaus, Gemälde: David Tollmann)

Farbenprächtige Frauenportraits mit kühnem grafischen Ausdruck sind die Spezialität des Künstlers. (Foto: Björn Othlinghaus, Gemälde: David Tollmann)

Um die Abstandsregeln zu wahren, werden nur maximal zehn Personen gleichzeitig in den rund 700 m² großen Ausstellungsraum gelassen. Daraus resultiert auch, dass die Türen der Galerie während der Öffnungszeiten nicht generell offen stehen, sondern dass Gäste erst klingeln müssen, wenn sie eingelassen werden wollen. „Eigentlich dürften sich bei uns zwar mehr als zehn Personen gleichzeitig aufhalten, weil wir sehr weitläufige Ausstellungsräume haben, wir beschränken uns aber dennoch freiwillig auf diese geringere Zahl“, betont Schmidt-Widua. Somit gibt es keine Probleme, die auch in Ladenlokalen gültigen Abstandsregeln von zwei Metern zwischen zwei Personen einzuhalten. „Um den Mindestabstand sicher zu stellen, haben wir entsprechende Markierungen auf dem Fußboden angebracht, die unsere Gäste unterstützen“, betont die Galeristin.

Auch Akte von David Tollmann sind in der Ausstellung zu sehen. (Foto: Björn Othlinghaus, Gemälde: David Tollmann)

Auch Akte von David Tollmann sind in der Ausstellung zu sehen. (Foto: Björn Othlinghaus, Gemälde: David Tollmann)

Ein Besuch der Ausstellung lohnt in jedem Fall, kann die Galerie Schmidt doch neben 12 großformatigen Unikaten des aufstrebenden und bereits international erfolgreichen Kunsttalentes David Tollmann auch zahlreiche Grafikeditionen präsentieren. „Das besondere daran ist, dass sie allesamt in Kleinstauflagen von 25 oder 49 Blättern erschienen sind und jedes Exemplar vom Künstler noch einmal von Hand überarbeitet wurde, so dass es sich bei jeder Grafikedition letztlich auch um ein Unikat handelt“, erklärt Nadja Schmidt-Widua. David Tollmann wurde 1988 in der niedersächsischen Kleinstadt Sulingen als Sohn des erfolgreichen Künstlers Markus Tollmann und als Enkel des bedeutenden Malers und Objektkünstlers Günter Tollmann geboren. Bereits seit Kindertagen ist er somit tief in der Kunstszene verwurzelt. Tollmanns Kunstwerke werden international ausgestellt. Der Künstler lebt und arbeitet in Hannover. Ausdrucksstarke Gesichter, Farbenpracht, dynamische Kühnheit in der grafischen Ausgestaltung – David Tollmann liefert die perfekte Kunst, um sich in deprimierenden Zeiten Optimismus und Lebensfreude ins Haus zu holen. Weitere Infos auf www.galerieschmidt.de.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Christian und Erkan – Zwei Musiker und ihre Sicht auf die Corona-Krise

Christian und Erkan vom Duo Breddermann berichten über ihre Sicht auf die Corona-Krise. (Foto: Björn Othlinghaus)

Christian Breddermann und Erkan Besirlioglu sind zwei Musiker aus Lüdenscheid und Schalksmühle, die als das Duo Breddermann inzwischen auch über die Region hinaus bekannt sind.

Beide sind von den Folgen des Corona-Virus als selbständige Künstler besonders stark betroffen. Björn sprach mit den beiden Ende März 2020 über ihr Leben in der Krise und ihre Sichtweise darauf.

Christian und Erkan, wobei störe ich euch mit meinem Anruf gerade?

Christian Breddermann: Wir nutzen die Zeit und bringen unser Büro auf Vordermann.

Erkan Besirlioglu und Christian Breddermann im Homeoffice. (Selfie: Duo Breddermann)

Erkan Besirlioglu und Christian Breddermann im Homeoffice. (Selfie: Duo Breddermann)

Wie geht es euch und euren Familien zur Zeit gesundheitlich und mental?

Christian Breddermann: Gesund sind wir beide, aber Erkan muss ein wenig aufpassen, weil er in einem Haushalt mit seiner Mutter lebt, die Risikopatientin ist und eine Organtransplantation hatte. Wir nehmen die Situation beide sehr ernst, aber uns geht es gesundheitlich gut. Rein mental ist es für mich noch in Ordnung, aber dennoch hoffen wir beide, dass sich die Situation schnell beruhigt und wir schnell wieder in geregelte Bahnen kommen.

Als freiberufliche Musiker seid ihr besonders stark von der Krise betroffen. Wie wirkt sich Corona derzeit auf eure Arbeit und euer Leben aus?

Christian Breddermann: Die Leute sagen Aufträge ab und es mangelt uns im Endeffekt natürlich an Geld, aber ich fühle mich von der Politik nicht alleine gelassen, denn es gibt ja die Möglichkeit, jetzt Soforthilfen zu beantragen. Natürlich schreien jetzt viele, dass das Ganze schon letzte Woche hätte passieren müssen, aber man muss Politikern natürlich auch Vorlaufzeit zugestehen, um das vernünftig zu organisieren.

Neben dem Gesang ist Christian Breddermann im Duo für die Percussion zuständig. (Foto: Björn Othlinghaus)

Neben dem Gesang ist Christian Breddermann im Duo für die Percussion zuständig. (Foto: Björn Othlinghaus)

Angefangen hat die Misere bei uns mit der zügigen Absage von größeren öffentlichen Veranstaltungen, danach fielen dann vermehrt auch die kleineren Auftritte flach. Zum Schluss wurden nach und nach auch die Privatfeiern gecancelt, für die wir gebucht waren. Sicher hätten wir in einigen Fällen die Möglichkeit gehabt, mit Konventionalstrafen zu arbeiten, aber andererseits können wir es ja auch nachvollziehen und halten es für richtig, dass die Leute die Veranstaltungen absagen. Und natürlich wollen wir es uns mit den Leuten nicht verderben.

Erkan, du gibst Musikunterricht. Wie sieht es damit aus?

Erkan Besirlioglu: Natürlich würden Schüler, die den persönlichen Kontakt brauchen, eigentlich wegfallen, aber es waren bei mir alle bereit, auf Online-Unterricht umzusteigen. Dadurch kann ich jetzt in dem Bereich sogar besser arbeiten und auch vormittags Termine mit den Kids realisieren, die jetzt ja auch nicht zur Schule gehen. Deshalb bin ich nicht so traurig wie viele andere, aber dennoch denke ich, dass dieser Zustand nicht lange so bleiben kann.

Wenn das Duo Breddermann auf der Bühne steht, ist der Saal in aller Regel gut gefüllt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wenn das Duo Breddermann auf der Bühne steht, ist der Saal in aller Regel gut gefüllt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wir müssen einfach das Beste aus dieser Zeit machen, auf die wir uns ja in keiner Weise vorbereiten konnten.

Arbeitet ihr beiden jetzt eigentlich auch noch an Musik, vielleicht sogar an einem Klopapier-Song, was ja im Moment sehr angesagt ist, oder fällt das komplett flach?

Christian Breddermann: Wir gehen ja nicht so in die Comedy-Schiene, aber wir nutzen die Zeit tatsächlich produktiv. Wir treffen uns öfter mal, schreiben an eigenen Sachen und schauen auch, was man eventuell noch neues covern kann. Natürlich machen wir auch Pläne für die Zukunft und überlegen, wie es weitergehen kann nach Corona. Unsere Treffen haben auch Konzerte und Touren, die wir geplant haben und verschieben müssen, zum Thema.

Apropos Tour: Im Juli wolltet ihr eigentlich eure Borkum-Tour in Angriff nehmen. Steht dieses Vorhaben noch?

Christian Breddermann: Wir lassen unsere Termine generell erstmal bestehen, denn zunächst einmal gelten die Beschränkungen ja erstmal nur bis zum 19. April. Aus diesem Grund gibt es jetzt für uns erstmal keinen Anlass, an eine Tour ranzugehen, die im Juli/August stattfinden soll. Definitiv ausfallen wird allerdings unsere Sylt-Tour, die wir vor Ostern durchführen wollten.

Das Duo Breddermann. (Foto Björn Othlinghaus)

Das Duo Breddermann. (Foto Björn Othlinghaus)

Mit dem Duo „Ich und Du“, also mit Klaus Sonnabend, ist zudem im Juni/Juli eine Tour nach Südtirol, einem Hotspot der Corona-Pandemie, geplant gewesen. Wir haben das noch nicht verschoben oder gecancelt, aber natürlich steht es in den Sternen, wie es da weitergeht.

Christian, du hast im letzten Jahr deinen Beruf bei der Polizei aufgegeben, um Vollzeit als Musiker tätig sein zu können. Sind dir in letzter Zeit Zweifel an dieser Entscheidung gekommen?

Christian Breddermann: Bevor ich den Schritt in die Selbständigkeit wagte, habe ich mir natürlich einige Szenarien ausgemalt. Ich habe schon bestimmte mögliche Durststrecken intensiv durchdacht, aber dass fünf Monate, nachdem ich mich für ein Leben als Musiker entschieden habe, eine Pandemie ausbricht, gehörte nicht zu den möglichen Szenarien. Inzwischen gab es tatsächlich Kollegen, die mich gefragt haben, ob ich jetzt zurückkommen möchte.

Oft treten Breddermann auch mit Gastmusikern auf, hier mit Sängerin Marleen Türk. (Foto: Björn Othlinghaus)

Oft treten Breddermann auch mit Gastmusikern auf, hier mit Sängerin Marleen Türk. (Foto: Björn Othlinghaus)

Aber nein, das ist noch nicht geplant. Dafür müsste jetzt wirklich die nächsten zwei Jahre gar nichts mehr gehen.

Stehst du noch mit deinen ehemaligen Polizeikollegen in Kontakt und kannst ein wenig dazu sagen, wie sich die Krise für sie derzeit darstellt?

Christian Breddermann: Ich stehe noch mit einigen in Kontakt. Die nehmen die Sache sehr ernst und müssen schauen, wie sie sich selbst organisieren, um nach Möglichkeit nicht zum Überträger zu werden. Es gibt jetzt zahlreiche neue Aufgabengebiete, die anfallen. Ich kann mir tatsächlich angenehmeres vorstellen, als sich bei einem Versammlungsverbot als Polizeibeamter in eine Gruppe zu begeben, um für deren Auflösung zu sorgen. Da werden die Beamten oft zur Zielscheibe.

Vielen Dank euch beiden für das ausführliche Interview!

(Foto: Max Mesch, Studio Steve)

Crowdfunding mit HonigMut – Musik-Duo sammelt für neue EP „Gelebt“

Nando Andreas und Melina Fuhrmann alias HonigMut stehen für deutschsprachigen Pop vom Feinsten. (Foto: Max Mesch, Studio Steve)

Das Lüdenscheider Musikduo HonigMut, bestehend aus Sängerin Melina Fuhrmann sowie Gitarrist und Sänger Nando Andreas, ist seit seiner Gründung im August 2015 bis weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus bekannt.

Die eingängigen Popsongs der beiden in deutscher Sprache haben auf besondere und individuelle Weise die Liebe und das Leben zum Thema. Zwei Tage, bevor die Corona-Pandemie in nicht vorauszusehendem Ausmaß über die Nation hereinbrach und das Leben für alle zur Ausnahmesituation wurde, brachten die beiden Künstler auf Startnext unter www.startnext.com/honigmut2020 ihr zweites Crowdfunding-Projekt auf den Weg.

HonigMut bei einem Konzert in der Lüdenscheider Schützenhalle zugunsten der Lebenshilfe Wigginghausen im Jahr 2017. (Foto: Björn Othlinghaus)

HonigMut bei einem Konzert in der Lüdenscheider Schützenhalle zugunsten der Lebenshilfe Wigginghausen im Jahr 2017. (Foto: Björn Othlinghaus)

Finanziert werden soll damit die Produktion ihrer zweiten EP „Gelebt“, nachdem bereits das erste, ebenfalls durch Crowdfunding realisierte HonigMut-Album „Gefühlt“ vor drei Jahren zu einem veritablen Erfolg geworden war. Nun befürchten Melina und Nando, dass sich die derzeitige, für alle Menschen desaströse Lage auch negativ auf ihr Crowdfunding-Projekt auswirken könnte, obwohl die Kampagne, die am 11. März 2020 startete, bisher durchaus auf großen Zuspruch und Spendenbereitschaft stieß.

HonigMut bei einem Auftritt im Park der Humboldt-Villa in Lüdenscheid im Jahr 2018. (Foto: Björn Othlinghaus)

HonigMut bei einem Auftritt im Park der Humboldt-Villa in Lüdenscheid im Jahr 2018. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Aufgrund der aktuellen Lage hat uns Startnext die Möglichkeit gegeben, die Laufzeit unseres Projektes zu verlängern“, erklärt Melina Fuhrmann. Somit haben die beiden nun größere Chancen, ihr Ziel von 10.000 Euro, die die Produktion, die Pressung, die Herstellung von Videos sowie das Marketing verschlingen wird, bis Juni dieses Jahres zu erreichen. Insgesamt wird das Duo auf seiner neuen EP mindestens sechs neue Songs veröffentlichen, wobei das Lied „Ich lebe jetzt“, das auf dem Werk enthalten sein wird, bereits als Singleauskopplung Ende 2018 gemeinsam mit einem Video erschienen ist. Die Künstler kann man, wie beim Crowdfunding üblich, auf ganz unterschiedliche Weise bei ihrem Projekt unterstützen. Zum einen ist es möglich, einen freien Betrag zu spenden, zum anderen können aber auch attraktive Dankeschöns zu unterschiedlichen Konditionen erworben werden.

Für jeden Geldbeutel ist hier das Richtige dabei, angefangen bei handsignierten Ausgaben der beiden EP’s „Gefühlt“ und „Gelebt“, hochwertigen Lyric-Prints oder einem HonigMut-Turnbeutel für je 20 Euro über T-Shirts zu je 25 Euro oder Hoodies für 45 Euro bis hin zum Wohnzimmerkonzert für 550 Euro oder gar dem großen Sponsoring-Paket für 1500 Euro, das unter anderem ein Wohnzimmer- oder Gartenkonzert sowie die beiden signierten EP’s und einen lebenslangen Gästelistenplatz auf allen HonigMut-Konzerten enthält.

HonigMut. (Foto: Max Mesch, Studio Steve)

HonigMut. (Foto: Max Mesch, Studio Steve)

Zusätzlich zu dem guten Gefühl, vielversprechende Künstler aus dem Märkischen Kreis zu unterstützen hat man also die Möglichkeit, sich auch selbst etwas Gutes zu tun. Ursprünglich hatten HonigMut für die Osterzeit einiges geplant, um ihr Crowdfunding-Projekt zu bewerben und auf sich aufmerksam zu machen, unter anderem eine Wohnzimmer-Konzert-Tour. Natürlich wird daraus aufgrund der Corona-Krise zunächst einmal nichts, aber nachholen wollen die beiden diese Tour auf jeden Fall. „Sobald der Nachholtermin feststeht, werden wir ihn sofort bekannt geben“, verspricht Melina Fuhrmann. Unterdessen haben alle Interessenten auch die Möglichkeit, Wohnzimmerkonzerte über die Crowdfunding-Plattform Startnext bei einer Unterstützung von 550 Euro als Dankeschön zu buchen. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise haben die beiden derzeit viele Ideen, die sie umsetzen möchten, um bei ihren Fans in schweren Zeiten im Gedächtnis zu bleiben und möglicherweise sogar neue Anhänger zu gewinnen. So entschieden sich HonigMut zum Beispiel, kleine, spontane Straßenkonzerte in Wohnsiedlungen zu geben, die die Menschen auf ihre Balkone und an ihre Fenster locken.


„Das ist so ein cooles Gefühl und Erlebnis für uns, den Menschen nun auf diese ungewöhnliche Weise unsere Musik näherbringen zu können“, freuen sich Melina und Nando, die inzwischen in Lüdenscheid unter anderem „Am Schäferland“ und „Am Willigloh“ mit ihren kleinen Open-Air-Auftritten auf viel Zuspruch bei den Menschen gestoßen sind. Die Corona-Pandemie und die dazugehörige Verbannung vieler Bürger in die eigenen vier Wände nehmen die beiden Musiker als Chance, kreativ zu sein. „In dieser aktuellen Situation bekommen wir immer wieder neue Ideen, die wir erweitern und umsetzen möchten“, meint Nando Andreas. Gerade in der derzeitigen Situation, in der die Kultur in nahezu vollem Umfang zum Stillstand kommt, darf man sich darauf freuen, was kreative Köpfe wie Melina und Nando von HonigMut in den nächsten Monaten auf den Weg bringen werden. Die Unterstützung von Künstlern fällt gerade jetzt auf besonders fruchtbaren Boden und kann dazu beitragen, dass nach der Corona-Krise die Kultur farbiger und kreativer als zuvor ihre Auferstehung feiert. Eine Beteiligung an Crowdfunding-Projekten wie dem von Melina und Nando leistet dazu einen willkommenen Beitrag.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Interview mit dem Norder Krimiautor Klaus-Peter Wolf

So sehen Sieger aus: Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl im Jahr 2018 bei ihrer Mord-am-Hellweg-Lesung in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Es gibt viele Regionalkrimiautoren, aber Klaus-Peter Wolf ist ein Phänomen! Insgesamt verkaufte der in Gelsenkirchen geborene und in Norden lebende Schriftsteller bis heute 13 Millionen Bücher und ist damit einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands.

Seiner Wahlheimat Norden-Norddeich bescherte er eine Touristenschwemme und Beliebtheit ungeahnten Ausmaßes, und jene real existierenden Personen, die es als Charaktere in seine Bücher geschafft haben, sind an der Küste inzwischen selbst zu Promis geworden. Anlässlich des Erscheinens seines neuen Romans „Ostfriesenhölle“ führte Björn ein ausführliches Interview mit dem Erfolgsautoren, dessen vierte Verfilmung eines seiner Ostfriesen-Krimis („Ostfriesengrab“) gerade erfolgreich im ZDF zu sehen war. Hierbei verrät der Autor unter anderem einiges über seinen neuen Roman, seine Sicht auf die Verfilmungen, ob auch Serienkiller Dr. Bernhard Sommerfeldt bald im Fernsehen zu sehen sein wird und welche Parallelen es zu seinem vor 10 Jahren erschienenen Virus-Thriller „Todesbrut“ und der aktuellen Corona-Problematik gibt.

Mit „Ostfriesenhölle“ belegte bereits zum 10. Mal in Folge ein Buch von dir aus dem Stand Platz eins der Spiegel online Bestsellerliste für Taschenbücher! Wie erklärst du dir den unglaublichen Erfolg deiner Ostfriesenkrimis?

Klaus-Peter Wolf: Mein Erfolg ist ganz klar von Leserinnen und Lesern gemacht worden. Die deutsche Literaturkritik hat daran leider keinen Anteil, sondern begeisterte Leser haben ihren Freunden und Freundinnen von den Büchern erzählt.

Erst, wenn alle Fans sämtliche mitgebrachten Utensilien signiert bekommen haben und alle Selfies gemacht sind, packen Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl die Kugelschreiber ein. (Foto: Björn Othlinghaus)

Erst, wenn alle Fans sämtliche mitgebrachten Utensilien signiert bekommen haben und alle Selfies gemacht sind, packen Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl die Kugelschreiber ein. (Foto: Björn Othlinghaus)

So ist mein Erfolg langsam gewachsen. Dann habe ich endlose Lesereisen zu meinem Publikum gemacht, manchmal in kleine Bibliotheken oder Buchhandlungen. Zu Beginn saßen dort sieben, manchmal zehn, wenn es toll lief, zwanzig Gäste. Inzwischen sind meine literarisch-musikalischen Krimiabende in Stadthallen, Theatern und Kirchen mit ein paar hundert Gästen pro Abend meist Wochen vorher ausverkauft. Manchmal kann ich das Glück kaum fassen.

Im Mittelpunkt von „Ostfriesenhölle“ stehen zwei YouTube-Stars. Obwohl du selbst sehr Internet-affin und vor allem auf Facebook und auf Instagram aktiv bist, machst du dich auf YouTube eher rar. Wie kommt das?

Klaus-Peter Wolf: Es gibt natürlich ein paar Sachen von mir auf Youtube, zum Beispiel Talkshowauftritte bei „3nach9“ oder so. Ich selbst bin meist nur in meine Geschichten versunken, recherchiere, schreibe oder bin auf langen Lesereisen.

Hast du für „Ostfriesenhölle“ auch in der YouTube-Szene recherchiert oder einen „Informanten“ gehabt, der dir Hintergrundinfos geben konnte?

Klaus-Peter Wolf: Na klar. Ich bekomme viel mehr Informationen, als ich verwenden kann, auch von Polizei, Justiz, praktisch aus allen Bereichen der Gesellschaft. Leserinnen und Leser schreiben mir, berichten von ihren Erfahrungen, laden mich ein. Mir steht sehr viel Wissen von Freunden meiner Kriminalromane zur Verfügung. Ständig bekomme ich auch Angebote: „Guck dir mal den Ort an, das wäre toll für eine Leiche.“ – „Wenn du wüsstest, was bei uns im Büro los ist, so entsteht Mobbing, so entstehen Mordgedanken. Willst du nicht mal vorbeikommen?“

In deinen Romanen spielen oft real existierende Personen mit. Suchst du dir diese Menschen immer selbst aus und fragst dann nach, ob sie damit einverstanden sind, dass sie im Roman auftauchen, oder kommen inzwischen auch Personen auf dich zu, die dich darum bitten, mitspielen zu dürfen? Und wenn ja, erhörst du solche Bitten manchmal?

Klaus-Peter Wolf: Ja, ganz zu Beginn, als ich ein großes Gesellschaftspanorama schreiben wollte, habe ich mir überlegt, so viele real existierende Personen wie möglich in den Roman aufzunehmen. Ich mag Literatur nicht mit solch leblosen Pappkameraden. Ich wollte richtige Menschen in meine Bücher holen und die gibt es ja. Zum Beispiel den Maurermeister Peter Grendel (ein Nachbar von mir), den Journalisten Holger Bloem, mit dem ich seit Jahrzehnten befreundet bin, den Konditormeister Jörg Tapper und seine Frau Monika Tapper, die gemeinsam das Café ten Cate betreiben, einen wichtigen Handlungsort meiner Bücher. Ich weiß, wie diese Menschen reden, wie sie denken, wie sie sich verhalten.

Plätze, die frei bleiben, gibt es bei Lesungen von Klaus-Peter Wolf selten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Plätze, die frei bleiben, gibt es bei Lesungen von Klaus-Peter Wolf selten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ich projiziere dann dieses Wissen in fiktive Situationen. Ich fiktionalisiere sozusagen ihre Person in meinem Werk. Die Sängerin Bettina Göschl, im Roman eine Nachbarin von Ann Kathrin Klassen, ist ja meine Ehefrau, die kenne ich auch recht gut. Diese Menschen sind in Ostfriesland sehr berühmt geworden, oder kennst du viele Maurer, die Autogramme geben? Neulich sah ich noch, wie Jörg Tapper für Touristen Brötchentüten signieren musste. Das Café ist ja geradezu ein Wallfahrtsort für Fans geworden. Natürlich wollen viele jetzt auch in die Bücher hinein und täglich bekomme ich solche Angebote. Manchmal passt es, aber das hat immer mit dem Stoff und der Geschichte zu tun. Das Wichtigste ist immer die Geschichte, die ich erzählen will. Dann schaue ich, was ich vom Außen dazu verwenden kann.

Vor kurzem lief mit „Ostfriesengrab“ die vierte Verfilmung deiner Ostfriesenkrimis im Fernsehen, einmal mehr mit einer hohen Sehbeteiligung von 5,89 Millionen Zuschauern. Es handelte sich dabei um die erste Verfilmung mit Julia Jentsch als Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Nach meinem Empfinden entsprach sie noch direkter der Ann-Kathrin, wie ich sie mir vorstelle, als ihre Vorgängerin Christiane Paul. Wie siehst du das?

Klaus-Peter Wolf: Ich hatte von Anfang an fünf Schauspielerinnen auf meiner Liste, von denen ich mir vorstellen konnte, dass sie Ann Kathrin Klaasen spielen können. Meine Wunschkandidatinnen. Eine davon war Christiane Paul, die uns einen wunderbaren Start ermöglicht hat, eine andere war Julia Jentsch. Ich hatte sie in der Rolle der Sophie Scholl gesehen und war und bin begeistert von ihr. Da die Figur der Ann Kathrin Klaasen sehr facettenreich ist, sie Abgründe hat, lockt dies natürlich Schauspielerinnen auch, die Rolle dementsprechend zu gestalten. Julia Jentsch versucht gar nicht, sich bewusst abzugrenzen und etwas ganz anderes zu tun. Sie spielt nur die Seiten der Figur heraus, die für sie wichtig sind. Ich finde, sie macht das großartig.

Noch mehr als die vorangegangenen Verfilmungen unterschied sich „Ostfriesengrab“ vom Buch, was in einigen Besprechungen und auch von Zuschauern kritisiert wurde. Ist dir bei den Adaptionen deiner Bücher wohler, wenn sich die Filmemacher eng an der Romanhandlung orientieren, oder findest du es spannender, wenn sie ihren kreativen Spielraum voll ausnutzen?

Klaus-Peter Wolf: Ich inspiriere mit meinen Romanen andere Künstler. So sehe ich das. Nicht nur Drehbuchautoren, Schauspieler, Regisseure, sondern auch Szenenbildner, Ausstatter usw. Jeden Regisseur – wir arbeiten ja immer wieder mit neuen Regisseuren – führe ich vorher durch „mein Ostfriesland“, zeige ihm meine Orte, bringe ihn mit den real existierenden Personen zusammen. Ich will, dass sie „mein Ostfriesland“ begreifen, bevor sie ihre eigene Vision davon auf die Leinwand bringen.

Ohne rote Hosenträger geht der Norder Autor selten vor die Tür. (Foto: Wolfgang Weßling)

Ohne rote Hosenträger geht der Norder Autor selten vor die Tür. (Foto: Wolfgang Weßling)

Je näher sie sich an die Romane halten, umso besser gefällt es natürlich der wirklich großen Leserschaft. Manchmal weichen Filme vom Roman ab, das hat auch damit zu tun, dass Film ein ganz eigenes Kunstwerk ist. Nur um ein Beispiel zu bringen: Der Roman hat 400 Seiten, das Drehbuch 92. Da müssen ganze Handlungsstränge wegfallen oder Dinge verkürzt werden. Das geht gar nicht anders. Ich glaube auch, dass ein Roman, den man einfach Seite für Seite abfilmen würde, als Film eine Katstrophe wäre, ja, unzumutbar. Wer seinen eigenen Film im Kopf haben will, kann ja die Hörbücher hören, ich lese sie selbst ein. Es gibt ungekürzte Fassungen, bei „Ostfriesenhölle“ sind das zum Beispiel 16 Stunden auf zwei MP3s.

Mir gefallen die drei Romane um Dr. Bernhard Sommerfeldt sehr und ich war ehrlich gesagt ein bisschen traurig, dass die Reihe nach dem dritten Band endgültig abgeschlossen sein soll. Du hast aber immerhin erwähnt, dass Sommerfeldt in den Ostfriesenkrimis als Nebenfigur auftreten soll. Kannst du schon einen Hinweis geben, wann es ein Wiedersehen mit ihm geben wird?

Klaus-Peter Wolf: Ja, Dr. Sommerfeldt ist eine wunderbare Figur, die auch viele Fans fasziniert. Als ich die Trilogie beendet hatte, sind einige richtig wütend geworden und haben mir geschrieben: „Das kann doch nicht sein, es muss doch weitergehen!“ Nun, im Moment sitzt Sommerfeldt in Lingen im Knast. Aber ich kenne ihn gut. Er wird wieder freikommen, soviel kann ich versprechen. Einer wie der sitzt nie besonders lange. Im 15. Band der Ostfriesenkrimireihe – der Roman wird „Ostfriesenzorn“ heißen – spielt Sommerfeldt wieder so richtig mit. Allerdings ist seine Trilogie, sprich Bücher, die ganz aus seiner Perspektive geschrieben sind, beendet. Viele Fans schreiben ja so witzige Sachen wie: „Wann erscheint denn endlich Band 4 der Trilogie?“ Nun, ganz so wird es nicht werden. Aber ich arbeite gerade mit großer Freude an „Ostfriesenzorn“ und habe gestern noch einen Sommerfeldt-Auftritt erzählt.

Wie du vor einiger Zeit mal erwähnt hast, hat sich die Produktionsfirma „Schiwago Film“ bereits die Rechte für die Verfilmung der Sommerfeldt-Romane gesichert, ist aber noch auf der Suche nach Partnern. Gibt es in dieser Hinsicht inzwischen etwas Neues und können sich Fans vielleicht sogar schon konkret auf eine Verfilmung der Werke freuen?

Klaus-Peter Wolf: Ja, meine Freunde von der Schiwago-Filmproduktion, Martin Lehwald und Simon Grohe, sind ebenfalls von Sommerfeldt fasziniert und prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, die Trilogie zu verfilmen. Das ist natürlich immer ein langwieriger Prozess. Es müssen Sender gefunden werden, die nicht nur Sendeplätze, sondern auch genügend Geld zur Verfügung stellen, Schauspieler usw. Hier sind wir mitten im spannenden Prozess.

Gäbe es für dich eine Traum-Besetzung für Sommerfeldt und wer könnte das sein? Die Fans haben ja mal bei Facebook ein paar Vorschläge gemacht.

Klaus-Peter Wolf: Da bin ich noch ganz offen. Ich finde es schön, dass die Fans das schon diskutieren, ich selber halte mich aber da raus. Ich würde ja einen Schauspieler beschädigen, wenn ich den jetzt nenne und der wird es danach nicht. Auch meine Liste der fünf Schauspielerinnen, die ich mir als Ann Kathrin Klaasen vorstellen konnte, habe ich immer unter Verschluss gehalten. Lediglich meine Frau und mein Filmproduzent kannten die Namen.

Du schreibst gemeinsam mit deiner Frau Bettina Göschl die Jugendbuchreihe „Nordseedetektive“. Könntet ihr euch vorstellen, auch mal ein ganz anderes Buchprojekt zusammen zu schreiben, einen Thriller, einen Krimi oder etwas völlig anderes?

Klaus-Peter Wolf: Es ist ein großer Spaß, mit Bettina zusammen zu schreiben. Solche Bücher sind ja ohnehin recht dialogisch. Bettina übernimmt dann zum Beispiel die Patenschaft für Emma und ich für Lukas und so werden die Dialoge immer spitzer. Die gemeinsame Arbeit ist ein großes Vergnügen, ja, wie ein Tanz. Ob wir auch zusammen auch etwas völlig anderes schreiben könnten, weiß ich nicht. Darüber haben wir noch gar nicht nachgedacht.

Einfach nur etwas vorlesen ist Wolfs Sache nicht. Gerne singt er auf Lesungen auch mal ein Lied zusammen mit seiner Frau Bettina Göschl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Einfach nur etwas vorlesen ist Wolfs Sache nicht. Gerne singt er auf Lesungen auch mal ein Lied zusammen mit seiner Frau Bettina Göschl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Moment nimmt uns gerade der 8. Band der „Nordseedetektive“ voll in Anspruch. Besonders freut mich übrigens, dass die Reihe auch ins Chinesische übersetzt wurde und sowohl in der Volksrepublik als auch in Taiwan erschienen ist. Dort wird die Reihe sehr gut angenommen. Es freut mich auch sehr, dass Bettinas Stimme jeweils im Vorspann der Ostfriesenkrimis auftaucht. Sie summt sozusagen die Titelmelodie.

Im Sommer erscheint bereits dein nächstes Buch „Rupert Undercover – Ostfriesische Mission“, bei dem deine beliebte Kult-Figur Rupert seinen ersten eigenen Fall bekommt. Wird die Geschichte da eher in Richtung Krimi gehen oder dominieren die komödiantischen Elemente?

Klaus-Peter Wolf: Viele Fans haben sich gewünscht, dass Rupert endlich ein eigenes Buch bekommen soll und jetzt ist es soweit. Rupert hat ja immer wieder versucht, beim BKA anzufangen, die haben ihn nie genommen (die hatten auch gute Gründe). Aber jetzt ist eine Situation entstanden, in der sie ihn dringend brauchen. Sie haben einen Gangsterboss verhaftet, der ein Riesen-Drogengeschäft in Europa durchziehen soll und der sieht Rupert zum Verwechseln ähnlich. Also schickt das BKA Rupert ins Rennen, installiert ihn ganz oben an der Spitze der Verbrecherorganisation, um den ganzen Laden von dort aus aufzurollen und in den Griff zu kriegen. Alle sind sich einig, dass es keinen Schlechteren für diese Mission gibt als Rupert, aber es gibt auch keinen anderen, der genauso aussieht … Natürlich sorgt Rupert für viel Freude, manchmal auch Schadenfreude, aber es ist ein hochspannender Roman. Ein richtiger „Wolf“ mit wirklich witzigen Elementen. Aber die gibt es ja auch in den Ostfriesenkrimis.

Vor 10 Jahren brachtest du den Roman „Todesbrut“ heraus, in dem es um ein tödliches Virus geht. Angesichts des Corona-Virus und zahlreicher Ereignisse dazu ist dieses Buch heute erschreckend aktuell.

Klaus-Peter Wolf: Ich war selber ganz erschrocken. Als ich „Todesbrut“ schrieb, habe ich natürlich lange vorher recherchiert, mit Fachleuten gesprochen, die Pläne der WHO analysiert und vor Ort mit vielen Behördenvertretern geredet, die hinterher die Pläne umsetzen müssen. Das erste, was mir auffiel, war, dass einige davon überhaupt keine Ahnung hatten, ja, nicht mal von ihrer Zuständigkeit wussten. Im Zweifelsfalle muss das örtliche Gesundheitsamt mit der Sache klarkommen, was natürlich eine vollkommene Überforderung ist. Politiker wälzen hier lediglich die Verantwortung auf untere Chargen ab. In meinem Roman bricht das Virus in Emden aus und eine Fähre, die von Emden nach Borkum losgefahren ist, lässt man in Borkum nicht an Land. Die Passagiere wollen aber auch nicht nach Emden zurück, weil sie nicht in ein „verseuchtes Gebiet“ hineinlaufen wollen. Emden wird dann von der Bundeswehr abgeriegelt. Diese Pläne existieren alle.

Mit seinem Thriller "Todesbrut" nahm Klaus-Peter Wolf bereits vor 10 Jahren Dinge vorweg, die heute im Zeichen der Ausbreitung des Corona-Virus' Realität geworden sind.

Mit seinem Thriller „Todesbrut“ nahm Klaus-Peter Wolf bereits vor 10 Jahren Dinge vorweg, die heute im Zeichen der Ausbreitung des Corona-Virus‘ Realität geworden sind.

Im Zweifelsfalle wird es so werden und die örtlichen Behörden müssen dann sehen, wie sie mit der Sache klarkommen. Nachdem ich das alles gelesen und meine Interviews geführt hatte, war mir klar: so geht das nicht. Hier werden lediglich Zuständigkeiten verschoben. Wenn ich das Herumgeeiere jetzt sehe, wird mir schlecht. Gerade die Politiker, die immer von „Europa“ reden und schon eine gemeinsame Währung eingeführt haben, sind jetzt nicht in der Lage, eine europäische Lösung herbeizuführen, sondern stattdessen sollen vor Ort die Gesundheitsämter entscheiden? Während wir dieses Interview führen, wurde die Buchmesse in Frankreich schon abgesagt. In Leipzig sieht es aber noch so aus, als würde es eine Buchmesse geben (Anmerkung: Auch die Leipziger Buchmesse wurde inzwischen abgesagt). Soll dort jetzt das örtliche Gesundheitsamt entscheiden, ob Verlage aus der ganze Welt kommen und ein paar hunderttausend Menschen? Im meinem Roman „Todesbrut“ erzähle ich davon, wie Menschen etwas Gutes wollen und damit etwas Schreckliches heraufbeschwören. Es geht bei mir gar nicht so sehr um das Virus, sondern es geht um menschliches Verhalten. Das ist es, was mich als Autor am meisten interessiert. Je größer eine Gefahr wird, umso monströser sind die Auswirkungen menschlichen Versagens.

Klaus-Peter, vielen Dank für dieses ausführliche und detaillierte Interview.

(Foto: Wolfgang Weßling)

Neuer Wolf-Krimi „Ostfriesenhölle“ – Zum 10. Mal in Folge Nummer Eins!

Klaus-Peter Wolf hat einen neuen Bestseller auf den Markt gebracht. (Foto: Wolfgang Weßling)

Für Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf jagt ein Rekord den nächsten.

Der in Gelsenkirchen geborene und in der ostfriesischen Stadt Norden lebende Schriftsteller gehört nicht nur mit inzwischen 13 Millionen verkauften Exemplaren zu den meist gelesenen Autoren in deutscher Sprache, sondern sprang mit seinem jüngst erschienenen Kriminalroman „Ostfriesenhölle“ bereits zum 10. Mal in Folge mit einem seiner Werke von Null auf Platz 1 in die Spiegel online Bestsellerliste für Taschenbücher. Autoren, die Kriminalromane mit lokalem Bezug schreiben, gibt es viele, doch kaum einer verfügt über eine so große und treue Leserschaft wie Wolf oder ist in der Lage, real existierende Personen, die in seinen Romanen mitspielen, zu echten Promis auch über die Grenzen Ostfriesland hinaus zu machen. Handlungsorte von Wolfs Romanen wie das Norder Café ten Cate, das Restaurant Smutje, Gittis Grill oder das Polizeikommissariat in Norden werden zu Wallfahrtsorten für die Leserinnen und Leser, die sich nicht selten bei Erscheinen eines neuen Wolf-Romans ein oder zwei Tage Urlaub nehmen, um das Werk an einem Stück durchlesen zu können.

Klaus-Peter Wolf und seine Ehefrau Bettina Göschl: Ein starkes Team. (Foto: Björn Othlinghaus)

Klaus-Peter Wolf und seine Ehefrau Bettina Göschl: Ein starkes Team. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch der 14. Roman mit seiner Heldin, der Kommissarin Ann Kathrin Klaasen, verspricht Spannung pur. In „Ostfriesenhölle“ ermittelt die Kriminalbeamtin aus Norden in der YouTube-Szene: Bei einem Fahrradausflug auf Langeoog wird der junge Cosmo Schnell plötzlich ohnmächtig und stirbt kurz darauf in den Armen seiner Mutter. Sabine Schnell ist davon überzeugt, dass der beste Freund ihres Sohnes dafür verantwortlich ist. Beide waren YouTube-Stars, hingen ständig zusammen. Kurzerhand entführt sie den Jungen. Eine groß angelegte Suche startet, die Insel wird bis in die letzten Winkel durchsucht. Dann findet man eine Frauenleiche, und Ann Kathrin Klaasen steht vor der Frage: Sucht die Polizei eigentlich einen jugendlichen Täter oder einen verzweifelten jungen Mann?

Eine Spezialität von Autor Klaus-Peter Wolf sind seine ausgiebigen Lesetouren, bei denen pro Termin meist mehrere hundert Fans kommen und die dementsprechend meist schnell ausverkauft sind. Oft beginnen Wolf und seine Ehefrau, die Musikerin und Kinderbuchautorin Bettina Göschl, schon eine Stunde vor Beginn der Lesung mit dem Signieren von mitgebrachten oder vor Ort erstandenen Büchern, Hörbüchern und Autogrammkarten und sind darüber hinaus auch immer wieder gerne für ein Foto mit ihren Fans zu haben. Eine der Lesungen von Klaus-Peter Wolf findet am Donnerstag, 26. März 2020, in der Rohrmeisterei in Schwerte (Tel.: 0 23 04 / 2 01 30 01), Halle 3, Ruhrstraße 20, statt, los geht es um 19.30 Uhr. Tickets sind noch in der Rohrmeisterei sowie in der Ruhrtal Buchhandlung Schwerte (Tel.: 0 23 04 /1 80 40) erhältlich. Als separaten Beitrag findet Ihr hier auf www.worteffekte.de noch ein umfangreiches, exklusives Interview mit Autor Klaus-Peter Wolf! Schaut‘ mal rein!