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Lambert – Meisterkonzert mal ganz anders

Die sardische Stiermaske ist Lamberts Markenzeichen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Am Vortag noch in der Berliner Volksbühne, jetzt im Lüdenscheider Kulturhaus!

Der Pianist Lambert steht wie kein anderer deutscher Musiker für das Crossover von klassischer Klaviermusik, Pop und Jazzelementen. Sein Markenzeichen ist die sardische Stiermaske, die er bei all seinen Auftritten trägt. Lambert hält seinen tatsächlichen Namen ebenso geheim wie die meisten Stationen seiner Vita. Anfang der 80er Jahre in Hamburg geboren, zog es ihn nach Berlin, wo er bis heute als Pianist, Komponist und Produzent lebt und arbeitet. Lambert ist ausgebildeter Jazzpianist und trat zunächst durch so genannte Re-Works, also bekannte Pop-Songs, die er auf dem Klavier neu interpretierte, in Erscheinung. Spätere Veröffentlichungen enthielten dagegen überwiegend Eigenkompositionen. Sein aktuelles Album „We Share Phenomena“ mit dem Musiker Brookln Dekker veröffentlichte er erstmals beim Major-Label BMG. In Lüdenscheid war der Musiker am Sonntag, 20. Januar 2019, im Rahmen der „Meisterkonzerte“ im Theatersaal zu hören und fiel damit aus dem gewohnten Rahmen der Reihe, die normalerweise reine Klassikkonzerte beinhaltet.

Das Konzert mit Lambert stellte ein besonderes musikalisches Erlebnis für Lüdenscheid dar. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Konzert mit Lambert stellte ein besonderes musikalisches Erlebnis für Lüdenscheid dar. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Leiterin und Intendantin des Kulturhauses, Rebecca Egeling, ging es darum, mit dem Engagement des Künstlers einmal mit den gewohnten Konventionen der klassischen Musik zu brechen und auszuloten, ob eine solches Crossover auch in der Bergstadt ein Publikum finden kann. Deshalb stellte sie den Künstler im Rahmen einer vorangehenden Einführung kurz vor und erläuterte den Besuchern ihre Intentionen. Die Resonanz auf das Konzert bewegte sich zahlenmäßig mit schätzungsweise zwischen 100 und 150 Personen im üblichen Rahmen der Meisterkonzerte. Lambert, der seinen tatsächlichen Namen und seine Identität bewusst geheim hält, tritt in unterschiedlicher Besetzung auf. Während er in Lüdenscheid als Solo-Pianist zu hören war, benutzt er mancherorts elektronische Instrumente oder arbeitet mit dem Musiker Brookln Dekker zusammen, mit dem er auch sein aktuelles Album „We Share Phenomena“ produzierte. Obwohl Lambert mit seiner Maske – wie viele andere Musiker derzeit auch – einen spektakulären optischen Akzent setzt, liegt es ihm fern, sich auf der wohl bewusst mit je einem funzeligen gelben und roten Scheinwerfer luschig ausgeleuchteten Bühne selbst zu inszenieren. Seine Musik soll für sich allein stehen. Bereits das einleitende „Porcelain“ lädt dazu ein, die Augen zu schließen, das triste Bühnensetting mit Sparlicht auszublenden und sich von den sanft fließenden Klängen, in die manchmal bar-jazzige Einflüsse eingesponnen werden, treiben zu lassen.Lamberts Musik in eine Schublade zu pressen, fällt schwer, fast jeder stellt andere Vergleiche an. Während sich eine Zuschauerin an den französischen Komponisten Erik Satie erinnert fühlt, sehen manche Kritiker Parallelen zu Ludovico Einaudi, andere zu Debussy oder Chopin. Doch gerade bei den augenzwinkernden Kommentaren, die sich der Musiker zwischen seinen Stücken gönnt, wird deutlich, dass er nicht kathegorisiert werden will, sondern seine Fans emotional erreichen möchte. „Bei einem Lambert-Konzert darf man auch Gefühle haben“, betont er zum Beispiel.

Lieber als die negativen wie zum Beispiel Hass seien ihm die positiven, sprich Freude und Jauchzen, wobei man ein verschmitzes Lächeln hinter der Maske vermuten kann. Dann lässt sich der Hörer wieder in eine zauberhafte Klangwelt entführen wie beim eingängigen „Talk!“, das den Hörer auf einem chilligen Teppich aus sanften Klavierklängen mental davonschweben lässt. Beizeiten behandelt der Musiker in seinen Instrumentalwerken auch ungewöhnliche Themen. So widmet er zum Beispiel „Jean Luc“ dem furchtlosen Captain des Raumschiffes Enterprise, Jean-Luc Picard, oder setzt in „Mars“ seinen Wunsch, eben dort hinzufliegen, jedoch ganz allein und ohne sich von anderen vollquatschen zu lassen, in akustische Welten um. Auf diese Klangwelten kann man sich voll und ganz einlassen und einen genussvollen Abend erleben, doch nach 90 Minuten Wohlklang wurde auch die eine oder andere Stimme laut, die dies auf lange Strecke als ein wenig gleichförmig empfand. Unterm Strich handelte es sich bei diesem hörenswerten Meisterkonzert dennoch um einen gelungenen Bruch mit den Konventionen der Klaviermusik und um ein Treffen mit einem außergewöhnlichen Künstler, der sich im Anschluss an das Konzert noch einmal ganz ohne Maske zum signieren im Foyer zeigte.

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Kunst gegen Bares Lüdenscheid 3.0 – Wer bekommt das dickste Schwein?

Bei „Kunst gegen Bares“ werden die Künstler direkt durch ihr Publikum entlohnt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Veranstaltungsreihe „Kunst gegen Bares Lüdenscheid“ ging am Freitag, 1. Februar 2018, in den Räumen der Wissenschaftsausstellung Phänomenta in Lüdenscheid in die dritte Runde.

Erneut konnten sich die beiden Veranstalter, die Musiker Nando Andreas und Melina Fuhrmann (HonigMut), über ein volles Haus freuen. „Wir werden inzwischen schon direkt von vielen Künstlern angesprochen, ob sie bei uns mitmachen dürfen, und sind für die nächsten Veranstaltungen schon gut gebucht“, freute sich Melina Fuhrmann. Besonders erfolgreich war diesmal alles, was lustig ist – so bot zum Beispiel der Gewinner des Abends, Simon Slomma, eine hochkomische Mischung aus Comedy und Musikeinlagen.

Die beiden Musiker Nando Andreas und Melina Fuhrmann sind die Veranstalter von "Kunst gegen Bares" in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die beiden Musiker Nando Andreas und Melina Fuhrmann sind die Veranstalter von „Kunst gegen Bares“ in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Konzept der in ganz Deutschland und Teilen Europas erfolgreichen Reihe lohnt sich sowohl für das Publikum, das einen bunten Unterhaltungsmix geboten bekommt, als auch für die Künstler. Auftreten kann jeder, der etwas künstlerisches zu bieten hat, egal, ob es sich um Musik, Comedy, Poetry-Slam, Zauberei, Artistik oder eine ganz andere kreative Sparte handelt. Im Anschluss an alle Darbietungen haben die Zuschauer die Möglichkeit, jenen Künstlern, die ihnen besonders gut gefallen haben, Geld zukommen zu lassen, wobei jeder Teilnehmer ein eigenes Sparschwein erhält. Wer sich nicht entscheiden kann und alle Darbietungen gut fand, füttert das rote Solidaritätsschwein, dessen Inhalt zwischen allen Teilnehmern aufgeteilt wird. Die Künstler brauchen somit nur das Publikum auf ihre Seite ziehen, und ihre Arbeit zahlt sich direkt in barer Münze aus.

Magier Timothy Thomson zauberte das ultimative Weinpaket - mit einer Flasche Bier als Zugabe. (Foto: Björn Othlinghaus)

Magier Timothy Thomson zauberte das ultimative Weinpaket – mit einer Flasche Bier als Zugabe. (Foto: Björn Othlinghaus)

Den Anfang machte an diesem Abend der Poetry-Slammer Jann Wattjes – der im ostfriesischen Esens geborene und nach eigenen Angaben von konservativen Seehunden aufgezogene Wortakrobat las zum einen aus seinem Buch „Lauchentscheidungen“, brachte zum anderen aber auch eine umwerfende, angeblich auf seiner Zugfahrt nach Lüdenscheid geschriebene Geschichte einer ausgeflippt ausufernden „Affengeilen Polonaise“ zu Gehör. Der trockene norddeutsche Humor gefiel den Lüdenscheidern und bescherte Wattjes das am drittbesten gefüllte Schwein. Magier Timothy Thomson war der Lokalmatador an diesem Abend und bescherte dem Publikum eine unterhaltsame Zaubershow. Als Moderator eines Magic-Teleshoping-Senders inszenierte der Lüdenscheider eine unerklärliche Vermehrung von Weinflaschen zu einem unwiderstehlichen Genießer-Weinpaket. Melancholische, poetische Songs mit deutschen Texten sind die Spezialität des Singer-Songwriters enkelson, der im Anschluss zu sehen und zu hören war.

Singer-Songwriter enkelson. (Foto: Björn Othlinghaus)

Singer-Songwriter enkelson. (Foto: Björn Othlinghaus)

Inhaltlich sind das Leben und die Liebe die Hauptthemen des Düsseldorfers, zum Beispiel bei seinem Song „Holzweg“, in dem es um die Erkenntnis geht, beziehungstechnisch den falschen Weg eingeschlagen zu haben. Musikalisch ging es auch nach der Pause weiter mit der Kölner Singer-Songwriterin Cathérine de la Roche. In ihrem Lied „Frei wie du“ ging es zum Beispiel darum, sich gegenseitig in einer Beziehung genügend Freiräume zu lassen. Auch eines ihrer Kinderlieder, „Dschungelfieber“, präsentierte die Musikerin, wobei sie ihr Publikum zum Mitsingen animierte. Im Finale der gut dreistündigen Veranstaltung boten zwei originelle Comedians jede Menge Spaß. Mazi, Standup-Comedian mit iranischen Wurzeln und Preisträger des Night Wash Talent Award 2018, beschäftigte sich mit dem Thema Multi-Kulti sowie seinem Problem, ständig für einen Inder gehalten zu werden, und konnte sich am Ende über das am zweitbesten gefüllte Schwein des Abends freuen. Der letzte Künstler räumte dann jedoch den Jackpot ab und belegte den ersten Platz.

Das Publikum kam auch bei der dritten Veranstaltung von "Kunst gegen Bares" in großer Zahl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Publikum kam auch bei der dritten Veranstaltung von „Kunst gegen Bares“ in großer Zahl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Spezialität des in Remagen geborenen und in Bonn lebenden Musikers und Entertainers Simon Slomma ist eine schräge Mischung aus Musik und Comedy. Da sein 10-köpfiger Gospelchor, bei dem es sich um einen Menschen mit 10 Köpfen handele, heute nicht anwesend sein könne, da er Schnupfen habe, müsse das Publikum ran, so Slomma. Gerne machten auch hier die gut aufgelegten Zuschauer tatkräftig mit. Zudem zeigten sich diese am Ende extrem spendabel, denn insgesamt kamen 740 Euro an Spenden für die Musiker zusammen, der Inhalt des Solidaritätsschweins nicht mitgerechnet. Fans von Kunst gegen Bares können sich bereits den Freitag, 5. April, im Kalender vermerkten, denn dann startet um 20 Uhr Kunst gegen Bares 4.0 in der Phänomenta.

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Workshop und Konzert mit Equa Two am Freitag, 15. Februar 2019

Sönne Siebenschuh (Gute Stube, sitzend), Christian Gras (Gute Stube), Hauke Löber alias Equa Two (sitzend) und Iris Kannenberg (Mitglied im Eventteam der überkonfessionellen Einrichtung, Öffentlichkeitsarbeit und Social Media). (Foto: Björn Othlinghaus)

Wäre es nicht cool, einmal einen eigenen Song zu schreiben? Oder ein selbst geschriebenes Gedicht in einen Song umzuwandeln?

Einen Text zu einer Melodie zu verfassen, die einem bereits im Kopf herumspukt? Oder bei einem professionellen Musiker nachzufragen, ob der längst geschriebene Song denn nun wirklich gut ist und was daran vielleicht noch verbessert werden könnte? All diese Möglichkeiten bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab 13 Jahren ein Workshop, der am Freitag, 15. Februar, ab 16 Uhr in der Guten Stube, Werdohler Straße 11, stattfindet. Hinter dem Angebot, das am Dienstag vor Ort angekündigt und präsentiert wurde, steht der Musiker Equa Two, wobei sich hinter diesem Künstlernamen wiederum der Lüdenscheider Hauke Löber verbirgt. Außerdem werden beim Workshop Matt Hochstein (Schlagzeug)
und Hannes Hüttemann (Gitarre), ebenfalls Profi-Musiker, mit von der
Partie sein. Hauke, Matt und Hannes ist es wichtig, den Workshop, der
etwa zwei Stunden dauern wird, locker, entspannt und ohne jeden Zwang
durchzuführen und sich danach zu richten, was die Teilnehmer
bezüglich Musik und Songwriting interessiert.

Einige der Organisatoren von Workshop und Konzert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Einige der Organisatoren von Workshop und Konzert. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass man offen für Musik ist und Spaß daran hat“, meint Hauke. Musikalische Vorkenntnisse braucht kein Teilnehmer, aber natürlich kann jeder, der bereits Erfahrungen als Musiker gesammelt hat, diese auch zum Wohle aller in
den Workshop einbringen. Obwohl Hauke, Matt und Hannes auch eigene Instrumente beim Workshop zur Verfügung stellen, sind die Teilnehmer eingeladen, das eigene Instrument mitzubringen, wenn denn eines vorhanden ist und dieses ohne Probleme transportiert werden kann. „Dabei würden wir uns ganz besonders über außergewöhnliche Instrumente freuen, da wir zum Beispiel eine Gitarre selbst
dabeihaben werden“, erklärt Hauke. Obwohl der Musikact Equa Two,
der im Anschluss an den Workshop auch noch ab 20.30 Uhr ein
abendfüllendes Konzert in der Guten Stube geben wird, bei dem wenn
möglich und gewünscht auch Workshopergebnisse mit einfließen
können, überwiegend die Genres Hip Hop, Pop und Reggae abdeckt,
richtet sich der Workshop ganz nach den musikalischen Interessen der
Teilnehmer. „Wir sind für alle Musikrichtungen offen“,
versichert Hauke. Über möglichst viele Teilnehmer beim Workshop und
beim Konzert freuen sich unter anderem auch Sönne Siebenschuh und
Christian Gras von der Guten Stube sowie Iris Kannenberg als Mitglied
im Eventteam der überkonfessionellen Einrichtung. Anmeldungen (über
www.gutestube-luedenscheid.de oder www.facebook.de/gutestubeluedenscheid)
sind erwünscht, aber nicht unbedingt notwendig – Interessenten
können gerne auch unangemeldet beim Workshop vorbeischauen. Der
Unkostenbeitrag, der direkt vor Ort gezahlt wird, beträgt 10 Euro,
wobei Knabbereien und Getränke im Preis enthalten sind. Der Eintritt
zum Konzert ab 20.30 Uhr ist frei. Weitere Infos (auch allgemein zur
Guten Stube) unter www.gutestube-luedenscheid.de.

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Neujahrskonzert und Empfang 2019 der Italien-Freunde

Thomas Wurths Jazz-Combo Bäng Bäng sorgte für Stimmung. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Neujahrskonzert des Vereins der Freunde italienischer Kultur fand am Freitag, 11. Januar 2019, bereits zum zweiten Mal im Roten Saal des Kulturhauses in Lüdenscheid statt.

Unter dem Motto „Komm‘ ein bisschen mit, nach Italien“ war auch diesmal wieder der Sänger und Trompeter Thomas Wurth mit seiner Dixieland-Band Bäng Bäng zu sehen und zu hören. Gemeinsam mit Stephan Aschenbrenner (Tenor-Saxophon), Michael Meranke (Banjo, Gitarre) und Ditchy Geese (Sousaphon) marschierte Wurth zum Evergreen „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ in den voll besetzten Roten Saal ein.

Viele Italien-Freunde kamen zum traditionellen Neujahrempfang mit Konzert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Viele Italien-Freunde kamen zum traditionellen Neujahrempfang mit Konzert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Wurth sang an diesem Abend neben diesem Song und auch noch einige andere Stücke mit dem Megaphon, dessen blecherner Klang gerade Dixieland-Nummern eine besondere Note verleiht. Die musikalische Mischung der Band, bestehend aus Dixieland- und New-Orleans-Jazz sowie Schlagern, die natürlich überwiegend einen Bezug zu Italien aufwiesen, kam im Anschluss an die Begrüßung durch die Musikverantwortliche der Italienfreunde, Uta vom Pflug, beim Publikum wie gewohnt hervorragend an. Trotz einer Erkältung, die Wurth ungünstiger Weise an diesem Abend plagte und das Singen und Trompete spielen erschwerte, schaffte er es gemeinsam mit seiner Combo, Spielfreude und gute Laune zu verbreiten und das Publikum ein ums andere Mal zum Mitsingen zu animieren.

Fürs echte Dixieland-Feeling griff Thomas Wurth auch mal zur Flüstertüte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Fürs echte Dixieland-Feeling griff Thomas Wurth auch mal zur Flüstertüte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Populäre Film-Songs wie „Komm‘ ein bisschen mit nach Italien“ aus dem 50er-Jahre-Unterhaltungsfilm „Bonjour Kathrin“ oder „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ aus dem gleichnamigen 60er-Jahre-Lustspiel, wechselten sich mit Jazz-Standards und Werken des Filmkomponisten Henry Mancini wie zum Beispiel der lässig dargebotene Jazz-Standard „The Days Of Wine And Roses“ ab, der von sanften Saxophon- und Sousaphon-Klängen getragen wurde. Zu den eingängigen Liedern, die „Bella Italia“ besangen, gehörten dagegen immer wieder gern gehörte Klassiker wie „Santa Lucia“, in dem es tatsächlich um die Stadt Neapel geht, oder der „Mambo Italiano“ mit italo-amerikanischem Hintergrund, der durch die Interpretation einer Vielzahl von Künstlern, unter anderem durch Sophia Loren, bekannt wurde. Im zweiten Teil des Programms durfte dann mit „Amando Mio“ ein weiterer Mambo nicht fehlen.

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Ein Empfang und ein Buffet mit italienischen Leckereien im Haus der Vereine war der krönende Abschluss des Abends. (Foto: Björn Othlinghaus)

Weitere Höhepunkte waren eine hörenswerte Fassung der Schnulze „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“ des in Lüdenscheid beerdigten René Carol sowie das Partisanenlied „Bella Ciao“, das sich 2018 nach seiner Verwendung in der Serie „Haus des Geldes“ zu einem Sommerhit entwickelte. Thomas Wurth sang an diesem Abend den Text sowohl auf Italienisch als auch auf Deutsch. Nachdem sich die Truppe mit „Muss sie denn zum Städtele hinaus“ eigentlich schon verabschiedet hatte, legte sie mit „Ciao, ciao bambina“ noch eine schwungvolle Zugabe nach. Im Anschluss an das Konzert trafen sich die Teilnehmer zu einem Empfang im Haus der Vereine, wo sie sich im Anschluss an die Begrüßung durch die Vorsitzende des Vereins der Freunde italienischer Kultur, Gudrun Benninghaus, noch gemeinsam an einem Buffet mit italienischen Spezialitäten stärkten. Für Mittwoch, 30. Januar 2019, ab 18 Uhr wurde zudem zur Mitgliederversammlung ins Haus der Vereine eingeladen. Weitere Infos: www.ital-freunde-lued.de.

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Star-Organist Felix Hell stellt live sein Album „Poetic Visions“ vor

Volle Konzentration: Felix Hell beim Konzert an der Walcker-Orgel in der Lüdenscheider Christuskirche. (Foto: Björn Othlinghaus)

In der ersten Juliwoche 2018 spielte
der Organist Felix Hell sein Album „Poetic Visions“ auf der
Walcker-Orgel in der Lüdenscheider Christuskirche ein.

Am Sonntag,13. Januar 2019, wurde das Werk vom Interpreten persönlich live auf dem Instrument in der gut besuchten Christuskirche präsentiert,
wobei die Gäste natürlich auch die Möglichkeit hatten, das Album
vor Ort zu erwerben und es sich von dem in den USA lebenden
Weltklasse-Organisten signieren zu lassen, der in diesem Jahr eine
große Deutschland-Tour absolvieren wird.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Das Publikum applaudiert dem Künstler auf der Empore. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die auf dem Albumenthaltenen Werke hat Felix Hell eigens für die historische Orgel in der Christuskirche ausgewählt, die er vor zehn Jahren nach deren Restaurierung und Instandsetzung mit einem ersten Konzert einweihte. Hell eröffnete mit der Toccata in d-Moll und der Fuge d-Dur op 59 von Max Reger, einem Präludium, das der Organist auf seinem Album
als Einstimmung auf den tonalen Geschmack der Gesamtaufnahme
ausgewählt hat. Das Stück zeichnet sich durch dramatische Passagen
im Wechsel mit ruhigen Einschüben aus, was zu einer besonderen
Dynamik führt. Von großer Komplexität ist der nachfolgende,
umfassende Orgelzyklus von Josef Gabriel Rheinberger, der aus
insgesamt 12 Charakterstücken besteht. Rheinberger war zu seinen
Lebzeiten einer der meistgespielten Komponisten des 19. Jahrhunderts
und stand auf einer Ebene mit Größen wie Bruckner oder Brahms –
eine Stellung, die die am Sonntag interpretierten Charakterstücke
eindrucksvoll unterstreichen.

Nach dem Konzert signierte Felix Hell gerne für die Anhänger sein Album. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach dem Konzert signierte Felix Hell gerne für die Anhänger sein Album. (Foto: Björn Othlinghaus)

Im Anschluss an das komplexe, schwelgerische Präludium eröffnet sich dem Zuhörer ein buntes Kaleidoskop unterschiedlicher kurzer Werke, das von einer in sich gekehrten Romanze über ein heiter-tänzerisches Intermezzo und eine feierliche Pastorale bis hin zum finalen, kraftvollen Trauermarsch reicht. Diesen vielschichtigen und abwechslungsreichen musikalischen
Strauß legte Ausnahme-Organist Felix Hell, dessen Spiel
einschließlich der Fußarbeit wie gewohnt auf einer großen Leinwand
mitverfolgt werden konnte, seinem Publikum gewohnt aussagekräftig,
atmosphärisch und jederzeit eindrucksvoll zu Füßen, nicht ohne die
Möglichkeiten seines Instrumentes bis ins Detail auszureizen. Nach
der Pause, in der die Gäste einen Imbiss einnehmen und für den
Erhalt der historischen Walcker-Orgel spenden konnten, wurde der
Star-Organist bei der mal dramatischen, mal in sich gekehrten Sonate
Nr. 6 in d-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy, auch
Vater-unser-im-Himmelreich-Sonate genannt, einmal mehr eins mit Werk
und Instrument. Im Anschluss an die leise, still und andächtig
anmutenden Fuge in as-Moll von Johannes Brahms, ein weithin
unterschätztes Frühwerk des Komponisten, bildeten Präludium und
Fuge über B-A-C-H von Franz Liszt, das wohl bekannteste Werk des
Albums, auch den musikalischen Höhepunkt des Abends.

Felix Hell nahm sich viel Zeit für sein Publikum. (Foto: Björn Othlinghaus)

Felix Hell nahm sich viel Zeit für sein Publikum. (Foto: Björn Othlinghaus)

Während des oft unheilvoll und dramatisch erscheinenden Werkes war es den Zuschauern ein letztes Mal möglich, die meisterhaft koordinierte
Hand- und Fußarbeit des Organisten während einiger virtuoser
Passagen zu verfolgen. Als Zugabe spielte Hell nach lang anhaltendem
Applaus und stehenden Ovationen den letzten Satz der Sonate Nr. 1 von
Felix Mendelssohn-Bartholdy. Welchen Stellenwert Felix Hell an seinem
Instrument inzwischen hat, wird durch die zahlreichen, bedeutsamen
Auftrittsorte deutlich, die er im Rahmen seiner diesjährigen Tour
bespielen wird. Nach dem Tourstart im Oratoire du Louvre – dem
protestantischen Tempel des Louvre – in Paris wird Hell unter anderem
im Berliner Dom, im Ulmer Münster, in der Frauenkirche in München
sowie im Regensburger Dom zu sehen und zu hören sein.

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Hip-Hop-Festival im Kulturhaus – Die Szene in Lüdenscheid wiederbeleben

In der Hip-Hop-Kultur werden Tanz-, Rap- und Graffiti-Elemente miteinander kombiniert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Viele Lüdenscheider wissen nicht, dass die Bergstadt in den 80er Jahren eine Hochburg der Hip-Hop-Kultur war.

Hip-Hop ist beileibe nicht nur das, was heute in musikalischer
Hinsicht unter dieser Bezeichnung zu hören ist, es handelt sich
dabei vielmehr um eine umfassende Subkultur, die die Musik vom
Plattenteller, den Rap, den Breakdance sowie die Graffiti-Kunst
beinhaltet.

Nach dem Hauptprogramm zeigten die Lüdenscheider Kids im Rahmen eines Hip-Hop-Jam noch einmal ihr Können. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach dem Hauptprogramm zeigten die Lüdenscheider Kids im Rahmen eines Hip-Hop-Jam noch einmal ihr Können. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mehr als 30 Jahre, nachdem der echte Hip Hop durch dessen
Kommerzialisierung, eingeleitet durch die Band Die Fantastischen
Vier, Deutschlandweit und eben auch in Lüdenscheid ihrem Ende
entgegen gegangen war, ging das Kulturhaus und seine Leiterin Rebecca
Egeling auf Spurensuche nach der städtischen Subkultur, um diese
sichtbar zu machen und im besten Falle wieder aufleben zu lassen. Mit
Hilfe unterschiedlicher Workshops in den Bereichen Rap, Breakdance
und Graffiti wurde mit Hilfe mehrerer Workshop-Leiter eine
Inszenierung für die Bühne geschaffen, die am Donnerstag, 29.
November 2018 im Rahmen eines Hip-Hop-Festivals im Bühnensaal des
Kulturhauses zu sehen war. Als Workshop-Leiter fungierten Yves Thomé
(Graffiti), Lino Masella (Breakdance) sowie der Rapper und
Singer-Songwriter R.U.F.F.K.I.D.D (Rap). Die Arbeit der Kinder und
Jugendlichen gipfelte in der Hip-Hop-Inszenierung „Spieglein,
Spieglein an der Wand, wer ist der beste Tänzer im ganzen
Sauerland?“, die sich am Märchen „Schneewittchen und die sieben
Zwerge“ orientierte, dieses jedoch in den Kontext der Lüdenscheider
Hip-Hop-Szene setzte.

Der Lüdenscheider Autor, Musiker und Hip-Hop-Fachmann Hannes Loh vermittelte in seinem spannenden Vortrag die Gesichte der Hip-Hop-Szene in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Lüdenscheider Autor, Musiker und Hip-Hop-Fachmann Hannes Loh vermittelte in seinem spannenden Vortrag die Gesichte der Hip-Hop-Szene in Lüdenscheid. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die insgesamt 16 teilnehmenden Kids erzählten die Geschichte des Tänzers Snow White sowie Miss Queen, seiner eifersüchtigen Schwester, die ihn von zuhause und aus seiner Crew
verstößt. Die fantasievolle Aufführung, die vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde, stellte jedoch nur eine von vielen Formen an diesem Abend dar, sich dem Phänomen Hip Hop zu nähern. Im Rahmen der Breakdance-Performance „Expedition Hip-Hop – My Identity?“ der frisch gegründeten Tanzformation „Junges Pottporus“ gingen
sieben Jugendliche aus dem Ruhrgebiet zwischen 12 und 18 Jahren mit
energiegeladenen Tanzsequenzen, aber auch in Form von
dazwischengeschalteten Interviews der Frage nach, was Hip Hop im
einzelnen für sie bedeutet. „Alle tanzen dieselben Moves, aber
jeder macht das anders“, lautete zum Beispiel ein Kommentar. Vielen
gefiel vor allem das Gefühl von Freiheit, die die Subkultur und
insbesondere der Breakdance in der Lage ist, auszulösen.

Das Interesse beim Publikum war groß. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Interesse beim Publikum war groß. (Foto: Björn Othlinghaus)

Für denjenigen, der nicht so viel Wissen über den Hip Hop mitbrachte, hatte die Performance auch einige Antworten zu bieten, zum Beispiel, dass Grandmaster Flash, ein Hip-Hop-DJ der ersten Stunde, das Scratchen mit Schallplatten erfunden hat. Noch mehr Wissen über die
Hip-Hop-Kultur, speziell in Lüdenscheid, vermittelte schließlich
der in Iserlohn geborene Autor, Musiker und Hip-Hop-Fachmann Hannes
Loh, der Gründungsmitglied der in den 90er Jahren bedeutenden
Lüdenscheider Hip-Hop-Formation Anarchist Academy war. Darüber
hinaus ist er Autor des Standardwerkes „35 Jahre Hip Hop in
Deutschland“. Als jugendlicher Fan der aus Amerika stammenden
Hip-Hop-Kultur habe er in Iserlohn keine derartige Szene vorgefunden,
und es habe lange gedauert, bis er herausgefunden habe, dass es in
der Nachbarstadt Lüdenscheid eine sehr bedeutende Szene dieser Art
gab. „Die Jugendzentren waren die Wiege des Hip-Hop in
Deutschland“, erklärte Hannes Loh. Auch in Lüdenscheid, wo sich
die Szene im Jugendzentrum Schillerbad, dem heutigen Brauhaus, traf,
war das nicht anders. Loh erinnerte an die Szene, unter anderem an
den Graffiti-Künstler Trickz, der in Wirklichkeit Thomas hieß und
bereits im Alter von 24 Jahren starb.

Tänzerin der Gruppe "Junges Pottporus". (Foto: Björn Othlinghaus)

Tänzerin der Gruppe „Junges Pottporus“. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Seine Tags waren überall in der Stadt zu finden“, erinnerte sich Hannes Loh. „Trickz war eine wichtige Figur der Old-School-Szene in Lüdenscheid, und es sollte an ihn einmal als wichtige Persönlichkeit der Stadt ganz offiziell erinnert werden.“ Generell appellierte er an die jungen Hip Hopper, die mit ihren tollen Aufführungen an diesem Abend geglänzt hatten, sich an jene zu erinnern, die die Szene in den 80er Jahren nicht nur in Lüdenscheid groß gemacht haben. „Ihr seid alle irgendwie mit denen verwandt“, schloss der Musiker und Autor seinen Vortrag. Abschließend konnte jeder Hip Hopper noch einmal auf der Bühne
zeigen, was er kann, denn natürlich war nach dem Programm noch Zeit
für einen Hip-Hop-Jam sowie den einen oder anderen Battle.
Kulturhausleiterin und Intendantin Rebecca Egeling möchte einen
Beitrag dazu leisten, wieder regelmäßige Veranstaltungen dieser Art
in der Stadt zu etablieren, die Hip-Hop-Szene wiederzubeleben. Das
gelungene Hip-Hop-Festival im Kulturhaus ist sicherlich ein
vielversprechender erster Schritt.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Beim Mitsing-Konzert ließ Meister Guildo Horn singen

Guildo Horn war an diesem Abend in seinem Element. (Foto: Björn Othlinghaus)

Was Entertainer Guildo Horn am Donnerstag, 4. Oktober 2018, im Theatersaal des Lüdenscheider Kulturhauses seinen Fans auf Einladung von WDR 4 unter dem Motto „WDR 4 sing (t) mit Guildo Horn“ präsentierte, war kein Konzert im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Art Gemeinschaftskaraoke mit prominentem Vorturner, auf Neudeutsch auch „Rudelsingen“ genannt.

„Ich selbst singe heute Abend nicht, sondern die Top 600 in der Halle“, stellte Guildo gleich zu Beginn klar und verknüpfte damit seine Aussage mit einer sehr großzügigen Schätzung der Besucherzahlen. Auf jeden Fall war das Publikum überaus motiviert, den „Meister“ gesanglich zu unterstützen – kein Wunder, befanden sich doch zahlreiche Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores TonArt in den Zuschauerreihen.

Guildo hat nicht nur das Publikum, das gern singt, sondern auch seine Musiker von den Orthopädischen Strümpfen lieb. (Foto: Björn Othlinghaus)

Guildo hat nicht nur das Publikum, das gern singt, sondern auch seine Musiker von den Orthopädischen Strümpfen lieb. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch eine Mutter mit einem Baby war an mit dabei, das über die komplette Distanz ruhig und interessiert dem Geschehen folgte – sicher brachte ihm die Bemerkung des „Meisters“ Erleichterung, dass er an diesem Abend bereits abgestillt habe. Das Konzept der Veranstaltung war einfach: bekannte Lieder aus der Abteilung „Oldies, but goldies“, gepaart mit unsterblichen Schlagerperlen, waren dazu angehalten, in Begleitung der Orthopädischen Strümpfe, an diesem Abend bestehend aus Pruntz Philipp Kegelmann (Gitarre), Kikki Pfeifer (Schlagzeug) und Addi Mollig (Keyboards), Songs zu intonieren, wobei die Texte natürlich eingeblendet wurden. Bei Klassikern zum aus voller Kehle singen wie „Diana“ von Paul Anka, „Delilah“ von Tom Jones oder „Lemon Tree“ von Fools Garden, mit denen Horn bereits mehrfach auf Tour war, beschränkte sich der Meister tatsächlich vorwiegend darauf, die Texte höchstens anzusingen und ließ ansonsten die Fans machen.

Der Meister gibt den Takt vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Meister gibt den Takt vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gleich zu Beginn animierte er das Publikum sogar, mit „Bruder Jakob“ einen echten Kanon auf perfekte Weise darzubieten. Viele Klassiker, die jeder kennt, aber möglicher Weise lange nicht mehr gehört hat, wurden aus der Versenkung geholt. Egal, ob „Eternal Flame“ von den Bangels, „The Lion Sleeps Tonight“ (The Tokens), bei dem ein Teil des Publikums beim Falsett-Refrain die quiekende „Schweinegruppe“ geben musste, oder Udo Jürgens‘ „17 Jahr‘, blondes Haar“ – alles, was sich irgendwie zum Mitsingen eignet, hatten Guildo und seine drei Musiker in ihr Programm integriert. Nachdem die Truppe im Anschluss an die Pause noch ganz harmlos mit dem fröhlichen „YMCA“ der Village People und „Under The Moon Of Love“ von Showaddywaddy gestartet war, ließ eine Ankündigung manchen Sänger im Publikum entsetzt aufhorchen. „Jetzt ist es an der Zeit, die Mutti zu ehren“, verkündete der Meister, und nicht wenigen schwante Böses. Tatsächlich gab es kein Entrinnen mehr vor Heintjes einfach nicht tot zu kriegender Ohrenfolter.

Das Publikum lies sich gerne inspirieren und sang begeistert mit. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Publikum lies sich gerne inspirieren und sang begeistert mit. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Maaaaammaaaaa, du sollst doch nicht um deinen Jungen weinen“ hallte es im Theatersaal aus hunderten Kehlen, während Guildo auf der Bühne in theatralischen Gesten schwelgte. Doch dem sympathischen Entertainer, der es immerhin schaffte, bei seinem Publikum die Leidenschaft für das selber singen zu wecken, verzeiht man so ziemlich alles. Auch Zugaben servierten Horn und seine spielfreudigen Orthopädischen Strümpfe, ebenfalls überwiegend durch das Publikum gesungen. So gesellte sich „Wunder gibt es immer wieder“ von Katja Ebstein problemlos zu „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“ von Queen. Der Erfolg und die Begeisterung des Publikums zeigten klar, dass Guildo Horn mit seinem neuen, etwas anderen Mitmach-Konzept voll ins Schwarze getroffen hat.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Das Ensemble K lud ein letztes Mal zum Caféhauskonzert

Das Ensemble K absolvierte im Rahmen des Caféhauskonzertes seinen letzten Auftritt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Ensemble K unter Federführung des ehemaligen Leiters des Lüdenscheider Kulturhauses, Rudolf Sparing, hat eine lange Tradition.

Zunächst fungierte die Truppe als großes Theaterensemble mit Inszenierungen klassischer Stücke im Kulturhaus, dann wurde es nach längerer Pause in kleinerer Form für die Inszenierung musikalischer Revuen im Castello in der Lüdenscheider Schützenhalle sowie im Sparkassentheater, das sich ebenfalls in Lüdenscheid befindet, wiederbelebt.

Über großen Publikumszuspruch konnte sich das kleine Ensemble auch bei seiner letzten Veranstaltung freuen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Über großen Publikumszuspruch konnte sich das kleine Ensemble auch bei seiner letzten Veranstaltung freuen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Doch man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, und so fiel am 26. Dezember 2018 mit einem letzten Caféhauskonzert im oberen Foyer des Lüdenscheider Kulturhauses endgültig der Vorhang für die engagierte Künstlertruppe. Vorher begeisterte das Ensemble, neben Regisseur und Conferencier Rudolf Sparing bestehend aus den Schauspielern und Sängern Sabine Auth, Gaby Prehl, Ruth Schimanski und Gerhard Winterhager sowie dem Pianisten Ulf Müller-Ortolf, jedoch mit einem letzten Paradestück.

Rudolf Sparing, ehemaliger Leiter des Lüdenscheider Kulturhauses, inszenierte das Caféhauskonzert nicht nur, sondern wirkte auch als Moderator mit. (Foto: Björn Othlinghaus)

Rudolf Sparing, ehemaliger Leiter des Lüdenscheider Kulturhauses, inszenierte das Caféhauskonzert nicht nur, sondern wirkte auch als Moderator mit. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das unterhaltsame Programm des klassischen Caféhauskonzertes, das sich an ähnliche Veranstaltungen der 20er und 30er Jahre, aber auch an die jahrelang im Kulturhaus durchgeführten Caféhauskonzerte anlehnte, setzte sich aus den besten Nummern der drei Ensemble-K-Revuen „Liebe, Lust und Laster“, „Himmelblau“ und „Lieder-liches“ zusammen, die alle große Erfolge waren. Dabei überzeugten die Interpreten im Anschluss an ein lockeres Piano-Intro von Urs Müller-Ortolf vor allem mit hübschen Solo-Einlagen, zum Beispiel Ruth Schimanski mit ihrer Interpretation des Liedes „Eine kleine Sehnsucht“ von Friedrich Holländer und später mit „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“, einem weiteren Werk des vor allem in den 20er und 30er Jahren populären Komponisten.

Sabine Auth und Ruth Schimanski, die einige Duette zum Besten gaben. (Foto: Björn Othlinghaus)

Sabine Auth und Ruth Schimanski, die einige Duette zum Besten gaben. (Foto: Björn Othlinghaus)

An das sympathische Kuschellied „Unter einer kleinen Decke in der Nacht“ aus der Feder des ehemaligen Trio-Musikers Stefan Remmler erinnerte Sabine Auth auf sympathische Weise, bevor Gaby Prehl den umwerfenden Chanson „Aber der Novak“ des österreichischen Komponisten Hugo Wiener pointiert und ausdrucksstark darbot, dessen Schallplattenpressung in den 60er Jahren sogar aufgrund seines leicht frivolen Inhaltes beschlagnahmt wurde. Mit leiser Emotionalität punktete Sabine Auth mit dem Song „Frag‘ nicht warum ich gehe“ von Robert Stolz, den dieser für den Musikfilm „Das Lied ist aus“ im Jahre 1930 verfasste.

Gerhard Winterhager. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gerhard Winterhager. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bei der Darbietung von „Die ganze Welt ist Himmelblau“ aus der Operette „Im Weißen Rössl“, das Motto der zweiten Revue des Ensemble-K, gesellte sich dann noch Gerhard Winterhager zu den drei Sängerinnen hinzu. Er fragte nachfolgend unter anderem augenzwinkernd „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“ und schlüpfte bei „Bel Ami“ in die Rolle des Dandy, der von den drei Damen umgarnt wird. Aus der dritten Revue „Lieder-liches“ stammten dann die Beiträge nach der Pause, wo sich Winterhager unter anderem musikalisch an Heinz Rühmann im Film „5 Millionen suchen einen Erben“ mit dem Lied „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“ erinnerte und Ruth Schimanski eindrucksvoll das traurige „Johnny“, ein weiteres Stück von Friedrich Holländer, anstimmte.

Ruth Schimanski, Gaby Prehl, Sabine Auth und Gerhard Winterhager. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ruth Schimanski, Gaby Prehl, Sabine Auth und Gerhard Winterhager. (Foto: Björn Othlinghaus)

An Hildegard Knef erinnerten Ruth Schimanski und Sabine Auth mit „Eins und eins das macht zwei“, bevor Gaby Prehl das trotzig-kindliche aus Trude Herrs Vortrag von „Ich will keine Schokolade“ treffend herausarbeitete. Nachdem noch einmal Ruth Schimanski und Sabine Auth mit Michael Jarys Rührstück „Wir wollen niemals auseinandergehen“ glänzten, legten alle vier Sänger gemeinsam das Lied „Sex-Appeal“ aus den 30er Jahren als Zugabe nach. Mit dem unterhaltsamen Caféhauskonzert bereitete das Ensemble K seinem Publikum einen würdigen Abschied vor, nachdem die Lüdenscheider die kleine Theatertruppe umso mehr vermissen werden.

(Foto: Björn Othlinghaus)

Hip Hop before Christmas beim Christmas-Jam im Litfass in Halver

Sebastian Kreinberg (links) und Robin Brunsmeier (rechts) bilden das Hip-Hop-Duo Hazefeld. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bereits im Jahr 2017 war der Christmas-Jam im Litfass in Halver, initiiert vom Halveraner Hip-Hop-Duo Hazefeld, ein voller Erfolg.

Am Sonntag, 23. Dezember 2018, ging die Veranstaltung nun in die zweite Runde und konnte den Erstling sogar noch toppen, denn das Programm bestritten nicht nur die beiden Halveraner Lokalmatadoren Robin Brunsmeier und Sebastian Kreinberg, die zusammen das Duo Hazefeld bilden, sondern auch diverse Gastmusiker, welche zum Teil auch spontan die für jeden offene Bühne bespielten.

Florian Alexander Kurz war bei der Casting-Show "The Voyce of Germany" erfolgreich. (Foto: Björn Othlinghaus)

Florian Alexander Kurz war bei der Casting-Show „The Voyce of Germany“ erfolgreich. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zur musikalischen Verstärkung hatte das Duo zum einen den Saxophonisten Rudolf F. Nauhauser mitgebracht, der unter anderem festes Mitglied in Brunsmeiers Band Binyo ist. An den Turntables stand darüber hinaus DJ Tommy Thomsen aus Altena, der für einen fetten und authentischen Sound im Litfass sorgte und an diesem Abend seinen dritten Live-Auftritt zusammen mit Hazefeld absolvierte. Gemeinsam gaben die vier einige Hazefeld-Stücke zum Besten, bei denen sie von Sängerin Hannah Kramer unterstützt wurden, die zwischen den gerappten Passagen die eingängigen Hooklines der Eigenkompositionen des Duos anstimmte.

Saxophonist Rudolf F. Nauhauser sorgte trug einiges zum angenehmen Club-Sound des Abends bei. (Foto: Björn Othlinghaus)

Saxophonist Rudolf F. Nauhauser sorgte trug einiges zum angenehmen Club-Sound des Abends bei. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit dem 17-jährigen Florian Alexander Kurz aus Remscheid hatten Hazefeld ferner einen aufregenden jungen Singer-Songwriter zu Gast, den viele sicher noch von seiner sehr erfolgreichen Teilnahme im Jahr 2018 bei „The Voice Of Germany“ auf dem Schirm hatten. Neben einigen eigenen Songs performte der Gitarrist und Sänger auch eines seiner Lieblingsstücke „Herz über Kopf“ von Joris und erntete für seinen gelungenen Auftritt viel Applaus. Ein weiterer Gast an diesem Abend hatte wohl die weiteste Anreise hinter sich.

Einmal mehr war das Litfass in Halver gut gefüllt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Einmal mehr war das Litfass in Halver gut gefüllt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Freestyle-Rapper Tiff aus Berlin besuchte über Weihnachten seine Großeltern in Halver und nahm die Gelegenheit war, beim Christmas-Jam im Litfass vorbeizuschauen. Gemeinsam mit Sängerin Lisa Cramer, die für ihn einige Hooklines sang, gab er hörenswerte Kostproben seines Könnens als Freestyle-Rapper und erntete viel Beifall im proppevollen Litfass. Im Rahmen einer kleinen, spontanen Cypher (Gruppen-Freestyle) mit Hazefeld verabredeten sich der Berliner und die Halveraner Musiker in ihren improvisierten Rap-Texten ganz spontan für den Fall eines Berlin-Besuchs von Hazefeld. Möglicherweise sind somit noch weitere gemeinsame Auftritte der Halveraner mit dem Berliner Künstler drin, auf die sich die Hip-Hop-Fans freuen können.

 

(Foto: Björn Othlinghaus)

HonigMut und Ich & Du füllten die Weihnachtsalm auf dem Sternplatz

Bei beiden Konzerten war die Weihnachtsalm ordentlich gefüllt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Am Freitag, 21. Dezember 2018 und Samstag, 23. Dezember 2018 war es zeitweise schwer, noch einen Stehplatz in der Weihnachtsalm auf dem Sternplatz in Lüdenscheid zu ergattern, denn es waren dort auf Einladung des Lüdenscheider Stadtmarketing bei freiem Eintritt zwei in der Bergstadt und Umgebung äußerst beliebte Acts zu sehen und zu hören.

Das Duo HonigMut, bestehend aus Melina Fuhrmann (Gesang) und Nando Andreas (Gesang, Gitarre), füllt spätestens seit der Veröffentlichung ihrer EP „Gefühlt“ in diesem Jahr jede Location auch außerhalb Lüdenscheids.

Das Duo Ich & Du in der Weihnachtsalm. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Duo Ich & Du in der Weihnachtsalm. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dass der angekündigte Support-Act enkelson aus Düsseldorf an diesem Abend nicht auftreten konnte, tat der tollen Stimmung keinen Abbruch. Unterstützt wurden die beiden Musiker, die sowohl eigene Stücke als auch individuell interpretierte Cover im Gepäck hatten, von Patrick Honzig (Cajón), Rudolf F. Nauhauser (Saxophon) sowie erstmals von David „Dave“ Rempel am Keyboard, der unter anderem als Mitglied der Band „Das Wunder“ beim Kult.Park-Festival in diesem Jahr auf sich aufmerksam machte. HonigMuts Cover von Laith Al-Deens „Bilder von Dir“ überzeugte an diesem Abend nicht zuletzt durch Daves funky Keyboard-Solo. Unter den zahlreichen eingängigen Eigenkompositionen von HonigMut befand sich auch der nagelneue Song „Ich lebe jetzt“, für den in diesem Jahr auch ein Video veröffentlicht wurde. Auf dem Cover-Sektor zeigten die Musiker unter anderem ihre Vorliebe für Songs von Xavier Naidoo, darunter „Ich kenne nichts“ und „Bei meiner Seele“.

HonigMut. (Foto: Björn Othlinghaus)

HonigMut. (Foto: Björn Othlinghaus)

Passend zur Weihnachtszeit stimmte Nando Andreas schließlich den Song „Halleluja“ von Leonard Cohen an. Tags darauf stieß der Gig des Duos Ich & Du mit Christian Breddermann (Gesang, Cajón) und Klaus Sonnabend (Gesang, Gitarre) auf eine ähnlich große Resonanz. Bevor die beiden Musiker selbst die Bühne enterten, eröffneten gleich drei Bands weitere Band mit heimischen Musikern – The Chrisdana Twins, Klang² und LOTTI & SOFIE – die Veranstaltung, so dass aus dem Gig fast schon ein kleines Festival wurde. Ich & Du zeigten sich im Anschluss als echte Stimmungskanonen und verstanden es bestens, mit ihren Coverversionen bekannter Hits und Klassiker das Blut der Gäste in der gut gefüllte Weihnachtsalm im Wallung zu bringen. So stand zum Beispiel „Nur ein Wort“ der Band Wir sind Helden gleich zu Beginn auf der Setliste, gefolgt von einer gewohnt rasant gespielten Fassung des Hits „Budapest“ von George Ezra. Für Stimmung sorgte auch „I Can’t Dance“ von Genesis, das die beiden wie immer mit einem kurzen Anspiel von „Smoke On The Water“ einleiteten. Selbst ein wenig überstrapazierten, aber nach wie vor gern gehörten Gassenhauern wie „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue oder „Wonderwall“ von Oasis hauchten die beiden Musiker mit ihrer Gitarren-Cajón-Variante auf sympathische Weise Leben ein. Wer sich jenseits der Kirchenkonzerte in lockerer Umgebung auf Weihnachten einstimmen wollte, war bei beiden Konzerten in der Weihnachtsalm an der richtigen Adresse.