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Folk-Star Karine Polwart für einen Gig in Deutschland

(Foto: Björn Othlinghaus)
Folk-Musikerin Karine Polwart. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das seit vielen Jahren erste Konzert der schottischen Musikerin Karine Polwart in Deutschland zog weite Kreise. Die renommierte Singer-Songwriterin Linde Nijland war eigens aus ihrer Heimat Schweden angereist, um Polwart im Lüdenscheider Kulturhaus live erleben zu können.

Ihr einziger freier Abend seit langem blieb jedoch nicht ganz arbeitsfrei, denn Markus Scheidtweiler, Organisator der „Folkpack-Reihe“ des Kulturvereins Kalle e.V., überredete sie und ihren ebenfalls anwesenden musikalischen Begleiter Bert Ridderbos dazu, quasi als Vorgruppe zwei Stücke zum Besten zu geben. So interpretierte Linde Nijland mit ihrer filigranen Stimme das alte englische Traditional „Sailor Boy“ sowie einen Song von ihrer aktuellen CD „I’m here“ und erntete für den gelungenen Spontanauftritt anerkennenden Beifall.

Karine Polwart (Gesang, Gitarre) war gemeinsam mit ihrem Bruder Steven Polwart (Gitarren und Gesang) und der Sängerin, Songwriterin und Multi-Instrumentalistin Inge Thomson (Akkordeon, Percussion, Loops und Gesang) in die Bergstadt gekommen. Die mal melancholischen, mal heiteren Geschichten, die die Musikerin in ihren Songs erzählt und die sie über den Abend sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache oft ausführlich kommentierte, kleidet sie in zauberhafte Melodien, die für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Ein Lied für den ungeborenen Sohn

Der typische Akustik-Gitarren-Sound wird dabei immer wieder durch zurückhaltende, geheimnisvoll klingende Percussion- und Akkordeon-Passagen ergänzt, mit denen Inge Thomson gekonnt und einfühlsam Akzente setzte und der Musik dadurch eine besondere Note verlieh. Im Anschluss an den Opener „Cover Your Eyes“ widmete Karine Polwart all jenen, die ihr Haus und ihre Heimat verlassen müssen und nicht zurückblicken dürfen, den Song „Lot’s Wife“, in dem sie die Biblische Geschichte um die Frau Lot’s, die gegen den Willen Gottes auf die brennende Stadt Sodom zurückblickte und zu Stein erstarrte, als Metapher verwendete. Den poetischen Song „Rivers“ schrieb die Musikerin dagegen für ihren damals noch ungeborenen Sohn.

Karine Polwart sowie ihre musikalischen Mitstreiter Steven Polwart (Gitarren und Gesang) und Inge Thomson (Akkordeon, Percussion, Loops und Gesang) boten ein stimmungsvolles Konzert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Karine Polwart sowie ihre musikalischen Mitstreiter Steven Polwart (Gitarren und Gesang) und Inge Thomson (Akkordeon, Percussion, Loops und Gesang) boten ein stimmungsvolles Konzert. (Foto: Björn Othlinghaus)

Den zweiten Konzertteil eröffneten die Musiker dann mit dem Traditional „Braw Sailing On The Sea“, bei dem das Publikum gerne die Möglichkeit zum Mitsingen wahrnahm. Dass auch Inge Thomson zauberhafte Songs schreiben kann, bewies sie mit dem augenzwinkernden „Barometer-Lied“, das überwiegend von Thomsons Stimme und ihrem wundervollen Akkordeon dominiert wurde und bei dem Polwart lediglich die zweite Stimme übernahm. Den Abschluss des regulären Programms, dem natürlich noch eine Zugabe folgte, bildete einer der bekanntesten Songs der Musikerin, „King Of Birds“. Damit war nicht, wie vielleicht von vielen vermutet, ein anmutiges Tier wie der Adler gemeint, sondern der Zaunkönig, der vor allen anderen Artgenossen über eine besonders kräftige Stimme verfügt.

Neue CD bereits nach dem Konzert ausverkauft

Bereits in der Pause sicherten sich viele der Folk-Fans die neueste CD der Künstlerin und sorgten dafür, dass das neue Werk nach dem Konzert bereits restlos ausverkauft war. Besonders stolz ist Markus Scheidtweiler auch auf den Star seiner nächsten Folk-Pack-Veranstaltung am Samstag, 7. Februar 2015. Ab 19.30 Uhr ist dann im Theatersaal die Sängerin und Musikerin Eddi Reader mit ihrer Band zu hören, die Ende der 80er Jahre mit der Formation „Fairground Attraktion“ einige Hits wie den weltweiten Nummer-1-Erfolg „Perfekt“ oder den Ohrwurm „Find My Love“ hatte.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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