Angehört, Musik
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Frank Rosin serviert ein leichtes Chillout-Süppchen

Frank Rosin ist nicht nur im Restaurant, sondern auch am Mischpult ein Profi. (Foto: Pool Position)

Die Empörung der Frank-Rosin-Shitstormer auf Facebook kennt keine Grenzen: Kommt doch tatsächlich ein Koch daher und macht Musik! Das geht ja mal gar nicht! Reicht es ihm denn nicht, am Herd zu stehen und in Kochshows aufzutreten? Muss er unbedingt eine launige Pop-Chillout-Mischung unter die Leute bringen, und das auf zwei CD’s? Wo gibt’s denn sowas?

Wer sich mit dem Projekt „One“ von Soul Seeds by Frank Rosin und dem Ko(ch)pf dahinter beschäftigt (der allerdings noch mit dem Musikproduzenten und Songwriter Michael „Jaxon“ Bellina und einigen anderen Kreativen aus der Musikbranche zusammenarbeitete), kommt nicht umhin, den meisten dieser allgegenwärtigen „Schuster-bleib‘-bei-Deinen-Leisten-Motzern“ einen gewissen Neid zu unterstellen auf einen Typen, der es sich nun einmal leisten kann, auch mal in ganz anderen Regionen zu wildern. Denn schließlich ist Frank Rosin ein so bekannter Medienmensch, dass sich viele seiner fachfremden Produkte nun mal recht gut verkaufen.

Rosin: „Kochen und Musik gehören zusammen.“

Die Musik, das betont der Zwei-Sterne-Koch in Interviews immer wieder gerne, spielte in seinem Leben schon viel früher eine Rolle als das Kochen. Sie bildet für Rosin eine logische Symbiose mit seiner „zweiten Leidenschaft“. „Kochen und Musik gehören für mich zusammen, denn beides feiert den Genuss am Leben“, erklärt Rosin.

Frank Rosin und Michael Bellina (Foto: Pool Position)

Frank Rosin und Michael Bellina (Foto: Pool Position)

Obwohl sich der versierte Dorstener Küchenmagier bei „One“ als Songwriter, Arrangeur und Produzent betätigt hat, vermittelt freilich ein etwas unglücklich gemachtes Promotionvideo zur CD (das in diesem Beitrag weiter unten zu sehen ist) den Eindruck, als bestünde Rosins Beitrag überwiegend darin, für das Cover zu posieren und den an dem Werk beteiligten Musikern ein leckeres Catering zu zaubern. Vielleicht ist auch das mit ein Grund für die unangemessen wütenden Reaktionen, die derzeit auf Frank Rosins Facebook-Seite zu finden sind.

Die kreative Gemeinschaft erzeugt ein gutes Produkt

Dass sich der Musik-Neuling indes ein Team von versierten Musikern ins Haus geholt hat, ist gewiss nichts ehrenrühriges und zeugt von einer professionellen Denkweise. Denn gerade in der Musikbranche macht oft nicht das Basteln im „Stillen Kämmerlein“, sondern die kreative Gemeinschaft mit anderen ein gutes Produkt. Also verpflichtete der Meisterkoch unter anderem die 90er-Jahre-Ikone Andru Donalds („Mishale“), den britischen Sänger Matt Heanes („The Voice Of Holland“), Kieran Jones (Gabriella Cilmi, Girls Aloud) sowie nicht zuletzt den renommierten Londoner Produzenten Nick Coler, der unter anderem mit Texas, Franz Ferdinand und den Pet Shop Boys arbeitete.

Was bietet „One“ musikalisch?

Und was bietet „One“ nun letzten Endes musikalisch? Vollständig wird das Werk den Rezensenten nicht zur Verfügung gestellt, lediglich die erste Single „Sounds Like A Feeling“, eine locker-flockige Pop-Nummer, die ins Ohr geht und durchaus zu gefallen weiß, kann komplett gehört werden. Von den restlichen Stücken sind nur jeweils einige Sekunden lange Einspieler erhältlich. Einer der beiden Silberlinge bietet leichte Pop-Songs, der andere ist dem Chillout- und Lounge-Bereich zuzuordnen.

Natürlich wird Frank Rosin mit seinem ersten Musikprojekt niemals den Beatles in der Musikgeschichte den Rang ablaufen, und das setzte er sich auch sicher nicht zum Ziel, als er sich dafür entschied, ins Studio zu gehen. Das große Musikwerk mit epochaler Bedeutung wird man hier also vergeblich suchen. Aber es gibt sicher auch Menschen, die federleichten Pop zu schätzen wissen, sich den Alltag mit erstklassig gemachten und produzierten Lounge-Klängen versüßen möchten und Musik auch in Form von eingängiger Unterhaltung der gehobenen Art zu schätzen wissen.

Cover Soul Seeds by Frank Rosin (Foto: Sony Music)

Cover Soul Seeds by Frank Rosin (Foto: Sony Music)

Für sie ist diese Doppel-CD gemacht, die man übrigens durchaus auch beim Kochen auflegen kann, was ihr allerdings keinesfalls zum Nachteil gereicht. Für jemanden, der zum ersten Mal eine Musikproduktion, insbesondere in diesem Umfang, stemmt (und das neben seinem Hauptjob), hat Rosin eine solide Arbeit abgeliefert, auf die all jene, die sich nicht nur angesichts eigener vertaner Lebenschancen im Web auskotzen wollen, zumindest ein Auge werfen sollten.

Anspieltipp: „Sounds Like A Feeling“
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

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Kategorie: Angehört, Musik

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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