Märkischer Kreis, Regionales
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Free Jazz und Improvisationsmusik in der Lüdenscheider Bar Lönneberga

(Foto: Björn Othlinghaus)
Tobias Link, Christian Zemp und Moritz Wesp. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zwei in Lüdenscheid eher selten anzutreffendes musikalisches Genres, der Free Jazz und die Improvisationsmusik, hielten im Lönneberga in Lüdenscheid Einzug.

Auf der kleinen Bühne der Musikbar standen die Kölner Musiker Tobias Link und Moritz Wesp (beide Posaune) sowie der aus Luzern stammende Gitarrist Christian Zemp. Der Gig, den der heimische Musiker Max Jalaly vermittelt hatte, wurde relativ spontan angesetzt, dennoch fanden sich zahlreiche Gäste im Lönneberga ein und stellten sich dem außergewöhnlichen, in vollem Umfang improvisierten Musikerlebnis. Die drei Künstler standen zuvor noch nie gemeinsam auf einer Bühne, hatten noch nicht einmal zusammen geprobt.

Die Musiker boten ein außergewöhnliches und intensives musikalisches Erlebnis. (Foto: Björn Othlinghaus)(Foto: Björn Othlinghaus)

Die Musiker boten ein außergewöhnliches und intensives musikalisches Erlebnis. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Das ist für diese Art der freien Improvisation auch nicht notwendig“, erklärt der in Meinerzhagen geborene Tobias Link. „So, wie wir auch spontan miteinander sprechen, entwickeln wir aus dem Moment heraus unsere Musik.“ Mal außerordentlich abstrakt, mal atmosphärisch und mit gelegentlichen melodischen und rhythmischen Einsprengseln präsentierten sich die beiden Sets der Musiker. Es klimperte, wimmerte und wummerte, Melodiefetzen, bizarre Tongebilde sowie ins elektronische gleitende Geräusche kristallisierten sich bisweilen aus dem abstrakten Klanghaufen heraus. Dabei orientiert sich die Musik des Trios weniger an den frühen Free-Jazz-Werken der 60er Jahre, die noch in einem hohen Maß von melodischen und rhythmischen Grundmustern geprägt waren, sondern reduziert diese Bestandteile auf ein geringes, aber dennoch durchaus vorhandenes Maß. Wie auch immer man zu diesem musikalischen Genre steht, es braucht Aufmerksamkeit, und diese wurde den Musikern an diesem Abend nur von einem Teil der Gäste geschenkt.

Improvisationsmusik und Free-Jazz waren bisher eher selten in der Bergstadt zu hören. (Foto: Björn Othlinghaus)

Improvisationsmusik und Free-Jazz waren bisher eher selten in der Bergstadt zu hören. (Foto: Björn Othlinghaus)

Vielleicht war eine Bar wie das Lönneberga auch nicht der richtige Platz für diese Art Musik, die eher zu Events wie zum Beispiel einer Vernissage oder zu einem Festival mit gleichartigen Bands, in jedem Fall aber eher in ein urbanes Ambiente gepasst hätte. Zur Begleitung von angeregten Gesprächen in ungezwungener Bar-Atmosphäre ist Improvisationsmusik und Free Jazz, obgleich interessant und sicher ein neuer Farbtupfer inmitten des hiesigen Live-Musik-Angebots, wohl nur bedingt geeignet. Dennoch bot die kleine, improvisierte Jazz-Session die durchaus interessante Möglichkeit, ein wenig verbreitetes musikalisches Genre zu hören. Weitere Infos: www.bar-loenneberga.de.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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