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„FunKtastic“ und „Other Side“ – Zwei junge Bands in Lüdenscheid

(Foto: Björn Othlinghaus)
Melina Fuhrmann (Gesang) und Luka Merschmann (Saxophon) von der Band „FunKtastic“ bei den Proben. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auf der Bühne stehen, Applaus und Anerkennung für die eigene Musik erhalten, unterwegs auf Tour sein, neue Orte und Menschen kennenlernen. Viele Jugendliche träumen davon, einmal mit der Musik Geld zu verdienen oder vielleicht sogar als Musiker erfolgreich durchzustarten. Die „Music Store Musikschule“ kann ein Anfang für angehende Musikerinnen und Musiker sein, egal ob sie nebenbei auf der Bühne stehen oder vielleicht einmal beruflich in der Branche tätig sein wollen.

Die Mitglieder der beiden Bands „FunKtastic“ und „Other Side“ haben sich in der Regel über die Musikschule an der Lösenbacher Straße kennengelernt, setzen sich also überwiegend, aber nicht nur, aus deren Schülerinnen und Schülern zusammen. Dementsprechend sind die Ziele und Träume der Jugendlichen im Bezug auf die Musik ganz unterschiedlich, und nicht selten ändert sich die Besetzung der beiden Combos, wenn mal wieder einer der Musiker Lüdenscheid verlässt, um zum Beispiel an einem anderen Ort ein Studium zu beginnen. „FunKtastic“ haben diese Problematik schon erlebt. Erst kürzlich benannte sich die Combo, die zuvor unter dem Namen „Jazz It Up“ unterwegs war, um, da zu viele der ursprünglichen Musiker nicht mehr dabei sein konnten. Selbst in der neuen Besetzung kann die Formation derzeit nicht komplett proben: Trompeter Nicolas Leitgeb kann nur hin und wieder bei den Proben dabei sein.

Steven Stegnitz ist der Songwriter bei FunKtastic

Ansonsten besteht die Band derzeit aus Sängerin Melina Fuhrmann, Saxophonistin Luka Merschmann, E-Gitarristin Sophie Spickenbom, Keyboarder Luis Barzyk, Bassist Steven Stegnitz und Drummer Marco Michalowsky. Die Musikerinnen und Musiker sind voller Energie und arbeiten derzeit daran, die musikalische Ausrichtung der Combo von modernem Jazz zu fetzigerem Funk komplett zu ändern. Da die Band, wie alle Formationen der „Music Store Musikschule“, den Anspruch hat, zu einem hohen Anteil selbst geschriebene Songs zu spielen, steht jetzt die intensive Probenarbeit im Vordergrund.

Bassist Steven Stegnitz liefert die meisten Songideen für "FunKtastic. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bassist Steven Stegnitz liefert die meisten Songideen für „FunKtastic. (Foto: Björn Othlinghaus)

Obwohl die jungen Leute ihre Musik natürlich gemeinsam erarbeiten, ist Steven Stegnitz derzeit so etwas wie der „Mastermind“ der Band, der die meisten Musikstücke komponiert und die Texte schreibt. „Seit wir im August in der neuen Besetzung gestartet sind, haben wir schon vier eigene Songs im Repertoire“, erklärt der Bassist nicht ohne Stolz. Steven ist, wie viele andere Musiker der Band, auch noch in anderen Formationen aktiv, überwiegend bei der Alternative-Combo „Radionative“, die sogar schon einen Plattenvertrag ergattert hat. Ein Demo des geplanten Longplayers wird am 8. November in der Stage-Halle im Werkhof in Halver (direkt hinter der Polizei) ausschließlich für geladene Gäste zu hören sein. „Für mich ist die Musik Selbstverwirklichung“, sagt Steven Stegnitz, der sich zum Ziel gesetzt hat, einmal von der Musik leben zu können, obwohl er sich durchaus bewusst ist, dass der Weg dorthin steinig werden könnte.

Sängerin Melina Fuhrmann ist auch als Solistin aktiv

Melina Fuhrmann, ebenfalls keine Schülerin der „Music Store Musikschule“, ist dagegen derzeit unter dem Namen „Melina and Friends“ als Solo-Künstlerin unterwegs und präsentiert ihre selbst geschriebenen Songs in akustischer Form. An der Band „FunKtastic“ gefällt ihr, dass so viele unterschiedliche Menschen kreativ zusammenarbeiten können. „Wir haben uns von Anfang an gut verstanden, auch wenn wir altersmäßig doch recht weit auseinander liegen“, sagt die 24-jährige. „Wir sind ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man durchaus gute Musik zusammen machen kann, auch wenn man unterschiedlich alt ist und aus verschiedenen musikalischen Ecken kommt.“

Luis Barzyk sorgt bei "FunKtastic" an den Keyboards für den guten Ton. (Foto: Björn Othlinghaus)

Luis Barzyk sorgt bei „FunKtastic“ an den Keyboards für den guten Ton. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das dritte Bandmitglied, das bereits auf breiter Ebene musikalisch aktiv und keine feste Schülerin der Musikschule an der Lösenbacher Straße ist, ist Luka Merschmann am Saxophon. „Ich spiele unter anderem in Gummersbach in der Big Band ‚Big Stuff‘ mit, außerdem bin ich in einem Quartett und einer weiteren Jugend-Big-Band aktiv“, erklärt die junge Frau. Alle Musiker von „FunKtastic“ sind sich darin einig, dass der Funk geeignet ist, alle Beteiligten, egal ob sie aus anderen Bereichen kommen oder neu in einer Band aktiv sind, zu einer Einheit zusammenzuschweißen.

„Other Side“ ist seit drei Jahren aktiv

Ganz andere Musik machen „Other Side“, obwohl auch sie ihre Existenz ebenfalls der „Music Store Musikschule“ verdanken, und auch das Verhältnis und die Sichtweise der Bandmitglieder auf die Musik ist ein wenig anders. Neben Sängerin Nora Bramey besteht die Combo aus Marco Zeisig (Gitarre), Felix Zibirre (Bass), Benedikt Czylwik (Klavier, Keyboard, Gesang) und Manuel Schmidthaus (Schlagzeug). Seit etwas mehr als drei Jahren gibt es die Band, deren Mitglieder stolz darauf sind, bereits für ein gut einstündiges Programm eigene Songs angesammelt zu haben. „Beim Songwriting liefert einer von uns – meist Benedikt – die Grundidee, die wir dann alle zusammen ausarbeiten“, erklärt Sängerin Nora. Erfolgreiche Auftritte haben die Jugendlichen natürlich auch schon gemeinsam absolviert; unter anderem waren sie zweimal auf dem letzten Stadtfest in Lüdenscheid und bei der letzten Veranstaltung vor der Schließung der Albert-Schweitzer-Hauptschule zu sehen und zu hören.

Die Musikerinnen und Musiker von "Other Side" im Probenraum der Music Store Musikschule. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Musikerinnen und Musiker von „Other Side“ im Probenraum der Music Store Musikschule. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Formation, die sich stilistisch im Pop/Rock-Bereich bewegt, setzt sich komplett aus Schülerinnen und Schülern der Music Store Musikschule zusammen und trifft sich dort einmal in der Woche zur gemeinsamen Bandprobe. „Natürlich werden vor Auftritten noch zusätzliche Proben durchgeführt, und wir haben uns auch schon mal bei Bandmitgliedern zuhause getroffen, um neue Songs zu schreiben und über Ideen zu diskutieren“, meint Nora.

Keine Illusionen über eine schillernde Karriere in der Musikbranche

Ob sie auch beruflich eine Karriere in der Musikbranche wollen, können die meisten der Bandmitglieder zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Zumindest Drummer Manuel macht eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker mit Schwerpunkt Videotechnik. „Da könnte ich dann später für uns die Videos drehen“, erklärt er mit einem Augenzwinkern. Auch Keyboarder Benedikt lässt durchblicken, dass er gewisse Ambitionen hat, einmal in der Musikbranche zu arbeiten. Sängerin Nora hätte ebenfalls nichts dagegen, wenn sie einmal mit Musik ihren Lebensunterhalt bestreiten könnte. Illusionen über eine schillernde Karriere als Musiker macht sich jedoch derzeit niemand beio „Other Side“, denn alle wissen um die immer härter werdenden Bedingungen in der Musikbranche.

Nora Bramey, Sängerin bei "Other Side" (Foto: Björn Othlinghaus)

Nora Bramey, Sängerin bei „Other Side“ (Foto: Björn Othlinghaus)

„Um gemeinsam als Band durchstarten zu können und richtig erfolgreich zu sein, würde uns allen wahrscheinlich die Disziplin fehlen“, befürchtet Manuel. „Die Musik nimmt schon einen großen Raum im Leben jedes einzelnen von uns ein, aber wenn nicht noch ein Wunder geschieht, werden wir es wohl eher neben unserer Ausbildung oder anderen Jobs weitermachen.“ Um sich am Ende alle Entscheidungsoptionen offen zu halten, kann es jedoch auf keinen Fall schaden, in einer Musikschule, die ihren Fokus auf Pop, Rock, Funk und Jazz legt, zunächst bei fundierten Musikern das Handwerk zu lernen. Das macht das Musizieren leichter, egal ob als Freizeit- oder Profimusiker. Die „Music Store Musikschule“ kann somit eine mögliche Basis für alle jene sein, die als Jazzer sowie Pop- und Rockmusiker aktiv sein wollen. Weitere Infos unter www.musikschule-luedenscheid.de

 

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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