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Hart wie Beton im Zombieland: Die MK-Total Rocknacht 2015

(Foto: Björn Othlinghaus)
Sid-Haigh-Lookalike Alexander Wohnhaas von „Megaherz“ am Baseballschlägermikro. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die MK-Total-Rocknacht am Freitag, die MK-Total-Schlagernacht am Samstag: Das war in den letzten Jahren die Kombination, mit der Konzertveranstalter Jürgen Wigginghaus regelmäßig die Lüdenscheider Schützenhalle füllen konnte.

Obwohl es in diesem Jahr bei der Schlagernacht konzeptionelle Änderungen gab, war der Veranstalter mit der Resonanz auf beide Veranstaltungen rundum zufrieden, denn jeweils weit mehr als 1000 Besucher fanden den Weg in die Schützenhalle. Laut und knackig wurde am Freitag, 13. März 2015, die MK-Total-Rocknacht eingeleitet.

Musikalisches und optisches Inferno mit den Jungs von "Betonengel". (Foto: Björn Othlinghaus)

Musikalisches und optisches Inferno mit den Jungs von „Betonengel“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Peter (Vocals), Bastee (Gitarre), Matze (Gitarre), Marcel (Bass) und Linus (Schlagzeug) von der Formation „Betonengel“ machten keine Gefangenen, schrubbten ihre Gitarren und ließen die Matten fliegen. Der „rücksichtslose Dampframmenmetal“, wie die Musiker ihren Stil selbst nennen, brachte die Fans der harten Töne schon früh auf Hochtouren. Unter anderem ließ die Combo aus dem hohen Norden mit jeder Menge „Geballere“ aus ihrem aktuellen Album „Hart wie Beton“ die Ohren bluten und war damit der ideale Appetitanreger für die nachfolgenden Bands. Eine grandiose musikalische Freakshow lieferten die Rocker der Formation Megaherz ab, die gemeinsam mit Gruppen wie Rammstein und Oomph! zu den bekanntesten Vertretern der „Neuen Deutschen Härte“ gehören. Nicht nur musikalisch, auch optisch machten die Musiker mit ihrer an Kiss erinnernden Gesichtsbemalung einiges her.

Sänger Alexander „Lex“ Wohnhaas ordnete sich optisch irgendwo zwischen dem Horror-Darsteller Sid Haigh und Kiss-Frontmann Gene Simmons ein. Donnernd lud „Lex“, das Gesangsmikro angeschraubt an einen blutigen Baseballschläger, seine Fans auf die Reise mit dem „Schwarzen Engel“ gen Himmel ein – der wuchtige Song stammt aus dem aktuellen Longplayer „Zombieland“ – nachdem kraftvoll und mystisch der „Mann im Mond“ Kinder in sein düsteres Himmelreich gelockt hatte.

Megaherz waren das unangefochtene Highlight des Abends

Eine besondere Form von Beziehung beschreibt dagegen „Lieblingsfeind“, ebenfalls ein Stück aus dem „Zombieland“-Album. Ganz ernst nehmen konnte man das donnernde Spektakel freilich nicht, und eine gute Portion schrägen, schwarzen Humors kann der höchst unterhaltsamen Combo kaum abgesprochen werden.

Die Fans machten Party bis zum Abwinken. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Fans machten Party bis zum Abwinken. (Foto: Björn Othlinghaus)

Sowohl akustisch als auch visuell waren „Megaherz“, die neben dem Frontmann aus den Musikern Christian Bystron (Gitarre), Christoph Klinke (Gitarre), Werner Weninger (Bass) und Jürgen Wiehler (Schlagzeug) bestehen, das unangefochtene Highlight des Abends. Die Jungs von „Feuerengel“, die sicher profilierteste Rammstein-Tribute-Band und mit zahlreichen Auftritten in der Bergstadt längst zu Lokalmatadoren avanciert, gaben abschließend einen gewohnt explosiven Gig mit jeder Menge Pyrotechnik.

Keyboarder +ors+en von "Feuerengel" gab wieder routiniert den Irren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Keyboarder +ors+en von „Feuerengel“ gab wieder routiniert den Irren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bei Rammstein-Hits wie „Sonne“, „Asche zu Asche“ oder „Links 234“ kamen Unmengen an Flammenwerfern, Raketen, Blitzen und Schnurraketen zum Einsatz. Sänger Boris und seine Mannen hatten sich einmal mehr spektakulär in Schale geworfen, zündeten Mikrofonständer und sich selbst an und inszenierten beim Skandalsong „Mein Teil“ das gewohnte Blutbad mit Machete. So konnten die Fans zufrieden und mit einem satte Piepen in den Ohren lange nach Mitternacht glücklich den Heimweg antreten.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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