Dagewesen, Musik
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Heiße Musik und heiße Sonne – Die Riverboat Shuffle auf dem Biggesee

(Foto: Björn Othlinghaus)
Ronald de Jong, Kontrabassist des niederländischen Jazz-Quartetts The Busquitos, sagte es durch die Blume. (Foto: Björn Othlinghaus)

Frischer Wind wehte bei der 41. Riverboat-Shuffle des Jazz Club Lüdenscheid am 27. August 2016 durch das Ausflugsschiff Westfalen auf dem Biggesee, allerdings vor allem im musikalischen und nicht im wörtlichen Sinn, denn die Hitze auf den innenliegenden Decks war zumindest am frühen Abend kaum auszuhalten.

Mit den Dime Daddies und den Busquitos hatten die Verantwortlichen um den Vorsitzenden des Jazz Club Lüdenscheid, Maximilian Poser, allerdings zwei neue Combos auf das Schiff eingeladen, die neben Veteran Ali Claudi (Gitarre, Gesang) und seinem Trio für Stimmung sorgten.

Rund 350 Jazzfans kamen zur Riverboat Shuffle. (Foto: Björn Othlinghaus)

Rund 350 Jazzfans kamen zur Riverboat Shuffle. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Begrüßung der rund 350 Gäste übernahmen dann auch die beiden neuen Bands auf Deck 1 (Dime Daddies) sowie auf dem Außendeck (The Busquitos). Die Dime Daddies lieferten in ihren drei Sets Rock’n Roll und Rockabilly vom Feinsten, wobei sich Sebastian Sauerland (Gesang), Philipp Weyer (Gitarre), Andreas Mertens (Kontrabass), Salim Javaid (Saxophon), Dirk Meyer-Berhorn (Schlagzeug) und Stefan Weyer (Piano) durchaus auch für andere Genres offen zeigten. So starteten die Soester zunächst mit klassischem Rock’n Roll, darunter auch eine lässige Fassung von „You Never Can Tell“ von Chuck Berry, das durch die legendäre Tanzszene mit John Travolta und Uma Thurman in „Pulp Fiction“ bekannt wurde.

The Busquitos sorgten sogar für eine Polonaise auf dem Außendeck. (Foto: Björn Othlinghaus)

The Busquitos sorgten sogar für eine Polonaise auf dem Außendeck. (Foto: Björn Othlinghaus)

Später am Abend, als es auch im Inneren der Westfalen kühler wurde, ließen sich zahlreiche Jazzfans zu einem Tänzchen überreden, so dass die Musiker auch andere Klänge anschlugen, die Laune machten, zum Beispiel den heißblütigen „Mambo Italiano“ oder den Schlager „Buonasera Signorina“. „The Busquitos“ aus den Niederlanden servierten auf dem Außendeck Jazz und Swing vom Feinsten, präsentierten dies jedoch auf eine augenzwinkernde Art, die ganz sicher auch diejenigen, die bisher noch nicht so viel mit dieser Musikrichtung anfangen konnten, begeisterte. So sorgten Jelle van Tongeren (Violine), Thomas Streutgers (Saxophon), Daniel Versteegh (Gitarre) und Ronald de Jong (Kontrabass und Gesang) für ein prall gefülltes Außendeck, auf dem sie ihre Fans zu fortgeschrittener Stunde auch zum Gruppentanz und zur Polonaise animierten.

Routinier Ali Claudi. (Foto: Björn Othlinghaus)

Routinier Ali Claudi. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bei „Enjoy Yourself“ gingen die Musiker mit ihren Instrumenten durch die Zuschauerreihen, und der Song von Balou, der Bär aus dem Film „Das Dschungelbuch“ („Probier’s mal mit Gemütlichkeit“) stand ebenfalls auf der Setliste, ging jedoch später in einen gepflegten Csardas über, der dann für eben jene ausgelassenen Tänze auf dem Außendeck sorgte. Auf Deck 2 hatte das Ali Claudi Trio – neben dem Frontmann bestehend aus Hans-Günther Adam (Piano) und Christian Schröder (Schlagzeug), mit den Widrigkeiten der Hitze zu kämpfen, denn bei ihrem ersten Set streikte die Elektronik an Hans-Günther Adams Keyboard und die Musiker mussten eine Zwangspause einlegen.

Mit dabei: Jazz-Veteran Ali Claudi

Schließlich lieferten der Veteran der deutschen Jazz-Szene – Claudi ist bereits seit 45 Jahren im Geschäft – sowie seine beiden Mitstreiter ihr gewohnt breit gefächertes Repertoire aus Swing, Latin-Jazz und Rhythm & Blues, darunter unter anderem beliebte Swing-Klassiker wie „The Way You Look Tonight“ oder das lässige „I Can See Clearly Now“.

Renate (vorne rechts) und Ingo Kessler (hinten links) aus Offenbach wurden im Urlaub von Renate und Bernd Bobbenkamp auf die Riverboat Shuffle aufmerksam gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Renate (vorne rechts) und Ingo Kessler (hinten links) aus Offenbach wurden im Urlaub von Renate und Bernd Bobbenkamp auf die Riverboat Shuffle aufmerksam gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Fans wussten, was sie an dem Routinier an der Gitarre und am Gesangsmikro hatten, hörten einmal mehr gespannt zu und spendeten lang anhaltenden Applaus. Auch außerhalb der Region hat die Riverboat Shuffle inzwischen einen guten Ruf, wenn es um hervorragenden Jazz in Verbindung mit einer relaxten Schifffahrt auf dem Biggesee geht. So hatte diesmal wohl das Ehepaar Renate und Ingo Kessler die weiteste Anreise, denn sie waren eigens aus Offenbach bei Frankfurt an die Bigge gereist.

Die Dime Daddies lieferten feinen Rock'n Roll und Rockabilly. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Dime Daddies lieferten feinen Rock’n Roll und Rockabilly. (Foto: Björn Othlinghaus)

Aufmerksam gemacht auf die spannende Veranstaltung wurden sie von den Jazz-Club-Mitgliedern Renate und Bernd Bobbenkamp im Urlaub. Die musikalische Mischung machte den Erfolg und die Qualität der Shuffle aus, die in diesem Jahr mehr Besucher anlocken konnte als noch 2015. Auf diese Weise ist der Jazz Club Lüdenscheid mit seiner erfolgreichen Traditionsveranstaltung sicher auf dem richtigen Weg. Weitere Infos: www.jazzclub-luedenscheid.de.

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Kategorie: Dagewesen, Musik

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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