Dagewesen, Musik
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Hubert Kah bei Gothic-Meets-Rock – Faszinierend abseitige Kunst

(Foto: Björn Othlinghaus)
Hubert Kah sang ausschließlich Titel seines Albums „RockArt“ . (Foto: Björn Othlinghaus).

Einen gesanglich exzellenten, aber extrem eigenwilligen und deshalb leider wenig beachteten Gig lieferte am letzten Abend des „Gothic Meets Rock“-Festivals Hubert Kah, einstiges Wunderkind der Neuen Deutschen Welle, inspirierter Songwriter und Produzent sowie populärer Teilnehmer von Promi-Big-Brother 2014 ab.

Seit seinem 2016er Album „RockArt“ ist bei ihm allerdings nix mehr mit „Neuer deutscher Welle“ – wie es scheint, hat der Musiker diese Zeit komplett hinter sich gelassen.

Der unbeschwerte NDW-Pop gehört für Hubert Kah der Vergangenheit an. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der unbeschwerte NDW-Pop gehört für Hubert Kah der Vergangenheit an. (Foto: Björn Othlinghaus)

Sein aktuelles Werk ist voll von teils düsteren, manchmal augenzwinkernden, jedoch oft mit kryptischen Texten versehenen Liedern, die zwar phasenweise die Begabung des Musikers für griffige Melodien spüren lassen, bei denen es sich jedoch von wenigen Ausnahmen abgesehen um Avantgarde pur handelt, die eigentlich nicht auf eine große Festivalbühne, sondern in den intimen Rahmen eines Clubs gehört. Mit Melone, knorrigem Gehstock und unterstützt nur durch Keyboarder und Drummer bestückte Hubert Kah sein Set ohne Ausnahme mit den Liedern des kommerziell grandios gefloppten, von Kritikern mal mit begeisterten Besprechungen, aber auch mit vernichtenden Verrissen überzogenen „Rock-Art-Albums“.

Der Künstler wirbt mit Leidenschaft für seine Musik. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Künstler wirbt mit Leidenschaft für seine Musik. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gelegentlich Rufe aus dem Publikum, doch den „Sternenhimmel“ zu spielen, ignorierte er geflissentlich. Einige der Lieder des Albums wie zum Beispiel „Todessymphonie“ oder „Hungrig“ entfalten eine besondere Intensität, vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein und steht auf das Verschrobene. Nach dem durchaus humorvoll gemeinten „Terrorist der Liebe“, das Hubert Kah als Opener präsentierte und auf dem Album mit Joachim Witt gemeinsam singt, war es ihm anscheinend ein Bedürfnis zu erklären, dass Vorwürfe aus dem Internet, er würde den Terrorismus befürworten und bagatellisieren, kompletter Unsinn sind, doch nach einiger Zeit brach er die Erklärungen ab, die im Publikum augenscheinlich auf geringes Interesse stießen.

Beeindruckend ist jedenfalls die Konsequenz, mit der Kah für die Musik, die ihm am Herzen liegt, streitet, auch wenn viele seiner Fans sie nicht mögen. Dazu hätte allerdings gepasst, dass er nach seiner Show noch am Merch-Stand vorbeigeschaut und versucht hätte, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Vielleicht hätte Hubert Kah hier noch das eine oder andere Exemplar seines Albums an den Mann oder die Frau bringen können. Fragen und Gesprächsstoff zu seiner Musik hätte es bestimmt gegeben. So war der Musiker leider einer der wenigen Künstler auf dem Festival, der keine Tonträger oder Shirts dabei hatte und auch nicht versuchte, mit den Menschen auf dem Festival zu sprechen. Dennoch war sein Gig zweifellos einer der gehaltvollsten und außergewöhnlichsten des Festivals.

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Kategorie: Dagewesen, Musik

von

In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

14 Kommentare

  1. Marco Pesta sagt

    Ich war persönlich da und habe Ihn auch von einer ganz anderen Seite erlebt als vor 20 Jahren !!

    Arrogant,eingebildet und überhaupt nicht offen für die Fans die extra wegen Ihn gekommen sind. Auch gesanglich war es eine Katastrophe !! Er war launisch und lallte auch zwischendurch,wobei ich hier jetzt auch keine Stellung dazu nehmen möchte wie das ganze noch im Backstage ausartete !!

    Ich bin sehr enttäuscht und denke einfach mal ,dass er aufhören sollte,bevor es noch schlimmer wird. Er war mal einer der ganz großen ..und jetzt ist er..Na Ja!! wir lassen es einfach mal stehen.

    Der Sternenhimmel ist erloschen !!!

    LG
    Marco

    • Björn sagt

      Hallo Marco,
      ich habe bis jetzt schon viele Kommentare über den Auftritt gelesen, aber mit dieser Einschätzung bisher keinen (vielleicht halten sich die Kritiker aber auch lieber bedeckt, während die anderen eher dazu bereit sind, ihre Meinung zu sagen, das weiß ich nicht). Was angeblich im Backstage-Bereich passiert ist, habe ich nicht mitbekommen, dazu kann ich nichts sagen, aber auch darüber habe ich bisher noch nichts gelesen. Ich habe ihn nur vor seinem Auftritt neben der Bühne gesehen, wie er sich ganz normal mit anderen unterhalten hat. Dass die Musik auf dem RockArt-Album sperrig ist und keinesfalls massenkompatibel, ist schon klar, wer die alten Sachen erwartet hatte (die nun wirklich nicht auf dieses Festival gepasst hätten) wurde sicherlich enttäuscht. Die gesangliche Qualität des Auftritts sehe ich anders, das habe ich ja auch schon im Beitrag geschrieben. Was mir nicht gefallen hat war, dass er nach seinem Auftritt nicht mehr an den Merch-Stand gekommen ist – ich hätte mir ganz gerne eine CD gekauft und diese signieren lassen. Ich finde, dass es für einen Künstler kein Beinbruch ist, sich bei einem Konzert mit relativ wenigen Zuschauern eine halbe Stunde Zeit für die Fans zu nehmen. Leider ist Hubert Kah längst nicht mehr der einzige Musiker, der solchen Gesten keine Bedeutung mehr beimisst – das als arrogant zu bezeichnen, halte ich aber für übertrieben. Ansonsten war es – meiner Meinung nach – ein hörenswertes Konzert für denjenigen, der die Geduld aufbrachte, sich darauf einzulassen.
      LG,
      Björn
      http://www.worteffekte.de

  2. Andrea Oppermann sagt

    Ich fand es schade das er einfach an mir vorbei gelaufen ist und mir noch nicht mal die CD unterschrieb von früher aus der alten Hubert Kah Zeit.

    Seine Begründung sagte er ein Nebenman der direkt an den Bühne daneben stand:
    So ein Scheiss unterschreibe Ich nicht mehr !.

    Ich war sehr traurig darüber, da er es mir dass noch nicht mal persönlich sagte.

    Ich hatte mich so darauf gefreut Ihn wiederzusehen. Er war schon immer ein großes Vorbild von mir.

    Jetzt wohl eher nicht mehr.

    • Björn sagt

      Hallo Andrea,
      so ein Verhalten ist natürlich völlig inakzeptabel, wenn jemand seine Fans auf diese Weise vor den Kopf stößt, nur weil er nicht mehr hinter dem steht, was er früher gemacht hat! Das finde ich genauso wenig in Ordnung wie Du! Ich habe vor allem fotografiert und diese Dinge nicht mitbekommen. Ein solches Gebaren eines Künstlers ist schlicht traurig und charakterlos :-(.
      LG,
      Björn
      http://www.worteffekte.de

    • Ilo Magyar sagt

      Das ist schlichtweg gelogen, Hubert freut sich immer, wenn Fans zu ihm kommen.
      Es muss jeder verstehen, dass man 5 Minuten vor dem Auftritt, die Fans auf später vertröstet. Niemals sagte er, sowas unterschreibt er nicht mehr!
      Dass am Merchandisestand nichts zu Stande kam, lag an unvorhersehbaren Widrigkeiten vor dem GmR. Es war einfach zeitlich nicht zu organisieren.
      Hubert zu unterstellen, er könne nicht singen, ist so lachhaft, wie zu sagen , morgen scheint die Sonne grün. Er hat eine klassische, zehnjährige Gesangsausbildung.
      Aber lasst euch nicht stören, weiter eure komischen Realitäten zu verbreiten, irgendetwas muss es euch ja bringen, viel Spaß dabei!!!
      Die gerechtigkeitsliebende Ilo
      Ach ja, wer sich hier als Rüdiger K. ausgibt:
      Das ist eine Frechheit ohnegleichen.
      Warmduscher, der sich hinter falschem Namen erlaubt Lügen zu verbreiten. Zum Kotzen!

      • Björn sagt

        Hallo Ilona,
        wie schon erwähnt, kann ich es nicht nachprüfen, welche Aussagen hier nun der Wahrheit entsprechen oder nicht, ich selbst habe absolut nichts negatives mitbekommen auf dem Konzert. Wenn sich jemand solche Vorfälle tatsächlich aus den Fingern saugt, ist das natürlich genauso inakzeptabel und nicht in Ordnung wie wenn das geschilderte Verhalten gegenüber den Fans der Realität entsprechen würde. Sowohl das eine als auch das andere fände ich ziemlich daneben. Ich kann es in diesem Fall tatsächlich nicht beurteilen, denn ich war nur im Bühnengraben und manchmal neben der Bühne, nie im tatsächlichen Backstage-Bereich. Ich hatte mir allerdings vorgenommen, mir auf dem Konzert die CD zu kaufen und signieren zu lassen, denn ich hatte es schlicht verpennt, sie mir vorher zu besorgen. Deshalb war ich ein bisschen enttäuscht, dass es keinen Merch und keinen Besuch von Hubert Kah am Stand gab. Aber davon geht ja die Welt nicht unter, vielleicht gibt es ja irgendwann nochmal eine andere Möglichkeit, sich ein Autogramm zu besorgen. Mir hat das Konzert gefallen, und auch gesanglich war der Auftritt gelungen und hörenswert, sofern man sich auf die besondere Art der Musik einlässt, die ja im übrigen meiner Meinung nach auch eine spezielle Form des Gesangs und der Interpretation erfordert.
        LG,
        Björn
        http://www.worteffekte.de

        • Ilo Magyar sagt

          Lieber Björn, du bist auch nicht gemeint, sondern der angebliche Rüdiger K.
          Alles gut, aber irgendwann ist auch mal genug!!!

    • Ilo Magyar sagt

      Hallo Andrea, frag dich doch mal, nachdem es dir nicht persönlich gesagt wurde, ob das, was dir nahegelegt wurde, auch stimmt.
      Ich garantiere, dass das erlogen ist. Traurig, wenn man immer alles glaubt, was einem mitgeteilt wird.

  3. Denise B. sagt

    Naja ! wenn er wenigstens Singen könnte. Aber das wahr ja fast gar nix. Leute waren von erstarrt bis lachend neben mir auf dem Platz.

    Das ging mal gar nicht.

    Sorry.

    • Also eins ist sicher Herr Kah kann sehr wohl singen. Und vielleicht waren einige nicht erstarrt sondern genannt von dem was er dargeboten hat.

  4. Ruediger K. sagt

    Ich kenne Hubert Kemmler seit über 30 Jahren persönlich ..leider hat er sich von vielen treuen Fans und Menschen abgewendet und versucht jetzt mit allen Mitteln in der Dark Scene irgendwie reinzukommen um sich dort ein Namen zu machen….aber er hat nicht annähernd das potenzial wie zb. Witt und das wird ihn bald zum verhängniss werden.

    • Ilo Magyar sagt

      Der ECHTE Rüdiger ist informiert. Der findet sowas überhaupt nicht lustig!

  5. So als veranstalterin des Festivals werde ich mich hier jetzt einmal zu Wort melden. Hubert Kah war im Backstage Bereich weder arrogant noch unfreudlich und ganz sicher hat er nicht gelallt. Er hat in Backstage lediglich Cola getrunken und war sehr freundlich. Auch hat er auf Anfrage A utogramme gegeben. Schade ist es tatsächlich das er keinen merch dabei hatte. Aber das sollte jeden Künstler selbst überlassen sein, auch ob er die Nähe zum Publikum sucht ist jeden selbst überlassen.
    Über Geschmack lässt sich nun mal nicht streiten und wer alte Songs erwartet hat war sicher enttäuscht aber das Herr Kah kein Potential hat ist leider in meinem Augen völliger Blödsinn, sicher ist der Stil von Herrn Kah etwas experimentell, aber genau das macht es aus und man sollte auch nicht vergessen das die Band von Herrn Kah sich den Montag vor dem Auftritt aufgelöst hat, so dass Herr Kah am Samstag auch etwas improvisieren musste. Ich kann nur sagen das auch viele den Auftritt sehr gut fanden da es nicht nur 08/15 war.

  6. Dr. Sommer sagt

    Liebe Frau B. Wieseler,

    warum müssen Sie ihre private Fete hier unter Reudiger. K. austragen. Ihre sich ständig wiederholenden und gleichen Rechtschreibefehler verrät Sie. Und ihre Argumentation ist auch immer die selbe.
    Haben Sie wirklich nichts besseres zu tun, als ständig Menschen im Netz zu verunglimpfen und zu denunzieren? Sie geben seit Jahren vor schwer erkrankt zu sein, aber sitzen von früh bis spät vorm PC, um ihren geisten Abfall über andere zu schütten. Hubert Kah ist ein sehr höfflicher Menschen und immer korrekt im Umgang mit seinen Fans. Auch musikalisch ist Hubert Kah eine der wenigen Ausnahmekünstler. Nur weil er nicht massentaugliche Musik macht heißt das nicht, dass seine Musik schlecht ist. Wenn ihnen Frau Wieseler der geistige und musikalische Horizont fehlt, kann der Künstler auf der Bühne nichts. Musik Richtungen und Interpretation sind halt Geschmackssache. Und das Sie weder Ahnung noch Geschmack haben, wissen längst viele in der alternativen Musikszene.

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