Dagewesen, Musik
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John McCusker und Heidi Talbot – Hörenswertes Konzert beim Kalle Folk Pack

(Foto: Björn Othlinghaus)
John McCusker arbeitete schon mit Größen wie Mark Knopfler und Paolo Nutini zusammen. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Hallo, wie geht’s?“ Folk-Musiker John McCusker begrüßte seine Fans im Theatersaal des Lüdenscheider Kulturhauses auf Deutsch und zauberte damit ein erstes Lächeln auf die Gesichter aller Anwesenden.

Die Tour der Musiker durch Deutschland war klein und umfasste insgesamt nur drei Stationen, doch Lüdenscheid, dem Kulturverein Kalle sowie dem engagierten Folk-Experten Markus Scheidtweiler bleiben die Folk-Stars immer treu. Erstmals war McCusker, der als Live- und Studiomusiker für Größen wie Mark Knopfler und Paolo Nutini arbeitete, bereits 2010 als Teil einer Allstar-Band mit Roddy Woomble und Kris Drever in der Bergstadt zu Gast, und auch seine Frau Heidi Talbot, die als Gast-Musikerin zu sehen war, ist den Lüdenscheidern nicht unbekannt.

Heidi Talbot ist ebenso wie ihr Ehemann John McCusker eine Größe der schottischen Folk-Szene. (Foto: Björn Othlinghaus)

Heidi Talbot ist ebenso wie ihr Ehemann John McCusker eine Größe der schottischen Folk-Szene. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ganz neu stand allerdings die 6-jährige Tochter der beiden, Molly Mae McCusker, bei einigen Songs als Sängerin auf der Bühne und bezauberte damit als bislang jüngste Künstlerin der Konzertreihe „Kalle Folk Pack“ das Publikum. Die John-McCusker Band bestand dagegen mit Padruig Morrison (Akkordeon), Toby Shaer (Flöte, Fiddle) und Innes White (Gitarre) aus jungen, aufstrebenden Musikern der schottischen Folk-Szene. Im Mittelpunkt des Programms im Kulturhaus stand ein großer Anteil an traditionellen Tunes sowie an traditionellen Tunes angelehnten Stücken.

Die kleine Molly Mae McCusker war der heimliche Star des Abends. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die kleine Molly Mae McCusker war der heimliche Star des Abends. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach bedächtigem Start steigern diese instrumentalen Tänze nach und nach ihr Tempo und laden zum mitklatschen und -tanzen ein, wobei letzteres im Theatersaal trotz Einladung durch die Musiker natürlich kaum möglich war. Heidi Talbot, die meist von den übrigen Künstlern sowie ihrem Ehemann, der wie die alle anderen auf der Bühne multiinstrumental unterwegs ist, begleitet wurde, zeichnete mit ihren Stücken oft für die ruhigen, besinnlichen Parts verantwortlich. So präsentierte sie mit „Here We Go, One, Two, Three“ einen melancholischen Midtempo-Song, der durch Talbots glasklare, helle Stimme wie so viele weitere Songs des Abends an Ausdruck gewann. Die kleine Tochter der beiden Hauptakteure gab den Stücken mit ihrer Mutter meist als effektvolle Zweitstimme einen besonderen Touch, so zum Beispiel beim eingängigen „Music Tree“.

Als Hommage an das Folk-Duo The Milk Carton Kids komponierte John McCusker ein gleichnamiges Werk, das er natürlich auch in Lüdenscheid präsentierte, wo die beiden US-Amerikaner ebenfalls schon auf der Bühne standen – auf die Zusendung des Tunes mit ausdrucksstarker Violin-Klängen habe das Duo allerdings nicht reagiert, bedauerte der Musiker augenzwinkernd. Als Zugabe nach donnerndem Applaus und Standing Ovations lieferten alle beteiligten Musiker ein gelungenes Cover von Sandy Dennys „At The End Of The Day“, zu dem John McCusker einen bezaubernden, andächtigen Fiddle-Part beisteuerte.

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Kategorie: Dagewesen, Musik

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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