Märkischer Kreis, Regionales
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Revue „Lieder-liches“ – Musikalisches und literarisches Revival der 50er und 60er Jahre

(Foto: Björn Othlinghaus)
Ruth Schimanski, Gaby Prehl, Sabine Auth und Gerhard Winterhager erinnerten an die gute, alte Zeit. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Lüdenscheider Ensemble K ist bekannt für seine charmanten Revue-Programme, die ihr Publikum mit Musik, Texten und Spielszenen in vergangene Zeiten entführen.

Mit dem Kleinkunst-Abend „Lieder-liches. Eine Nacht voller Seeligkeit: Schlager, Chansons und Texte der goldenen 50er und 60er Jahre“, der am 12. November 2016 im Theater in der Sparkasse in Lüdenscheid seine Premiere feierte, ist das Ensemble um den ehemaligen Leiter des Lüdenscheider Kulturhauses, Rudolf Sparing, der neben der Regie auch die Moderation übernahm, seinem bevorzugten Genre treu geblieben.

Gaby Prehl und Gerhard Winterhager sangen gemeinsam einige Duette. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gaby Prehl und Gerhard Winterhager sangen gemeinsam einige Duette. (Foto: Björn Othlinghaus)

Während Gerhard Winterhager unter anderem der Running Gag des Abends als Schnapsliebhaber auf der Suche nach seinem Korn, stets das Erhardt-Gedicht „Immer wenn ich traurig bin“ auf den Lippen, zugedacht war, interpretierte Sabine Auth als Solistin meist die verträumten, andächtigen Schlager jener Zeit. Dem einleitenden Klavier-Intro mit Pianist Urs Müller-Ortolf, das einige der im Anschluss gespielten Schlager locker-angespielt vorwegnahm, lies Sabine Auth das Lied „Für eine Nacht voller Seeligkeit“ folgen, das einst von Marika Röck und später von Pe Werner gesungen wurde. Ein Gedicht, eindrücklich vorgetragen von Gaby Prehl, gedachte der Trümmerfrauen, die nach dem Krieg für einen Hungerlohn und ohne spätere Rentenansprüche das Land wieder aufbauten.

Ruth Schimanski. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ruth Schimanski. (Foto: Björn Othlinghaus)

Eine wahre Paradevorstellung gab Ruth Schimanki, die an diesem Abend auch zahlreiche Chanson-Einlagen wie das melancholische „Bist du einsam heut‘ Nacht“ („Are You Lonesome Tonight“) hervorragend meisterte, mit dem Lied „Egon, ich hab‘ ja nur aus Liebe zu Dir“, in dem eine Frau zu stark dem Alkohol zuspricht und die Schuld dafür ihrem Mann in die Schuhe schieben will. Die Angeschickerte gab die Sängerin auf höchstem Niveau und torkelte im zweiten Teil des Schlagers von Heino Gaze auch ins Publikum, um sich mit alkoholgeschwängerter, leicht wackeliger Laszivität auf dem Schoß eines Zuschauers zu räkeln. Eine schöne Darbietung, die sicher der von Evelyn Künneke kaum nachstand. Eine kleine Spielszene war der Seidenkrawatte gewidmet, in den 50er und 60er Jahren ein Statussymbol für den Herrn – allerdings nur, wenn „Mann“ sie nicht vollkleckerte. Mit einer schönen Fassung des heimeligen Schlafliedes „Lalelu“, ebenfalls von Heino Gaze und in der Fassung mit Heinz Rühmann bekannt geworden, amüsierten Gaby Prehl und Gerhard Winterhager im Duett. Auch im Rahmen des Fred-Raymond-Schlagers „In einer kleinen Konditorei“ sorgten die beiden als Duettpartner, bei denen die Chemie stimmte, für Furore.

Rudolf Sparing übernahm die Regie und die Moderation. (Foto: Björn Othlinghaus)

Rudolf Sparing übernahm die Regie und die Moderation. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach der Pause ging es ebenso unterhaltsam weiter: Der improvisierte Buchstabensketch von Heinz Erhardt ließ ebenso wie der von Sabine Auth interpretierte Schlager „Mit 17 hat man noch Träume“ weitere Erinnerungen an die gute, alte Zeit wach werden. Sabine Auth und Ruth Schimanski huldigten darüber hinaus Hildegard Knef mit „Eins und eins, das macht zwei“, bevor letztere als Solistin Knefs Rote Rosen regnen ließ. Sentimental wurde es dann am Ende noch einmal, ebenfalls mit dem Duo Auth/Schimanski und dem Rührstück „Wir wollen niemals auseinander geh’n“.

Eine erfolgreiche Vorstellung ist zu Ende. (Foto: Björn Othlinghaus)

Eine erfolgreiche Vorstellung ist zu Ende. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Zugabe nach lang anhaltendem Applaus gab sich versöhnlich-heiter: beim „Mann am Klavier“ wurden Erinnerungen an Jazz-Legende Paul Kuhn wach. Zwar sind alle Vorstellungen der Revue im November 2016 nahezu ausverkauft, aber es werden noch am 2. und 3. Dezember zwei Vorstellungen nachgeschoben. Beide Aufführungen beginnen um 19.30 Uhr. Tickets zum Preis von 20 Euro (18 Euro für Sparkassen-Kunden) inklusive einem Pausensnack der Lüdenscheider Metzgerei Geier sind seit dem 16. November 2016 in der Hauptstelle der Sparkasse Lüdenscheid in der Jockuschstraße erhältlich.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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