Film & TV, Hinterfragt
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Julia Schubeius dreht ihren ersten Film „Ein Anderer“ – Finanzierung teilweise über Crowdfunding

(Foto: Björn Othlinghaus)
Julia Schubius und drei Crew-Kollegen realisieren mit dem Film „Der Andere“ ihre Abschlussarbeit an der FH Dortmund. (Foto: Björn Othlinghaus).

Dass Lüdenscheid im Mittelpunkt einer Filmproduktion steht, kommt eher selten vor. Im Sommer wird allerdings die junge Filmregisseurin Julia Schubeius, die aus Lüdenscheid stammt, zahlreiche Szenen für ihr Spielfilmprojekt „Ein Anderer“ in der Bergstadt drehen.

Bei dem Film handelt es sich um ihr Abschlussprojekt an der Fachhochschule Dortmund, wo sie „Film & Sound“ studiert. Auch ihre Kollegen Christoph Gehl (Kamera), Arno Augustin (Sounddesign) und Carina Witte (Produktionsleitung) werden mit dem Filmprojekt ihre Abschlussarbeiten vorlegen. Bei dem Psycho-Drama handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Romans ihrer älteren Schwester Lisa Schubeius, die im Gegensatz zu Julia, die ins Ruhrgebiet gezogen ist, auch noch in Lüdenscheid wohnt.

Merle Wasmuth als Mila. (Foto: Screenshot aus dem Teaser)

Merle Wasmuth als Mila. (Foto: Screenshot aus dem Teaser)

Die Handlung des Psychodramas wird sich um die von Angstträumen geplagte Journalistin Mila drehen, die sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert sieht, als ihr langjähriger Freund von damals bei ihr aufkreuzt. Ihr Leben gerät aus dem Gleichgewicht und ihre Wahrnehmung wird vollkommen in Frage gestellt. Für die beiden Hauptrollen konnte Julia Schubeius und ihr Team die beiden Schauspieler Merle Wasmuth und Ronny Miersch gewinnen, die beide bereits in Fernsehproduktionen wie „Tatort“ und „Soko Köln“ zu sehen waren. „Beim Filmemachen reizt mich vor allem das Verbildlichen von Traum- und Phantasiewelt und die Darstellung verschiedener Realitäten“, erklärt Julia Schubeius in der Projektmappe zum Film.

Der Roman ihrer Schwester setze sich ebenfalls mit diesen Themen auseinander, so dass sie sich schnell in den Gedanken verliebt habe, diese Geschichte zu verfilmen. Dabei soll vor allem auch der lokale Bezug zur Stadt Dortmund im fertigen Film spürbar werden, wo viele der insgesamt knapp 40 beteiligten Crewmitglieder und Schauspieler leben und zum Teil sogar geboren sind.

Regisseurin Julia Schubeius und Kameramann Christoph Gehl bei der Produktion des Teasers. (Foto: Arno Augstein)

Regisseurin Julia Schubeius und Kameramann Christoph Gehl bei der Produktion des Teasers. (Foto: Arno Augstein)

Auch wenn es sich bei dem Filmprojekt, für das ein Budget von 58.000 Euro kalkuliert wurde (bereinigt um das Equipment, das die Fachhochschule kostenfrei zur Verfügung stellt, bleibt immer noch ein aufzubringender Betrag von 40.000 Euro), quasi um ein No-Budget-Projekt handelt, ist es doch schwer für die jungen Filmemacher, das Geld auf unterschiedlichen Wegen, zum Beispiel durch Sponsoren, zusammenzubekommen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gesicherten Projektfinanzierung ist das Crowdfunding. Unter www.startnext.com/einandererfilm versuchen die jungen Filmstudenten derzeit, einen Teil des Budgets in Höhe von mindestens 8500 Euro zu erwirtschaften.

Julia Schubeius (Regie), Arno Augstein und Deria (Sounddesign) und Laura Burgener (Schauspielerin) bei den Dreharbeiten zum Teaser. (Foto: Carina Witte)

Julia Schubeius (Regie), Arno Augstein und Deria (Sounddesign) und Laura Burgener (Schauspielerin) bei den Dreharbeiten zum Teaser. (Foto: Carina Witte)

Jeder, der die Crew bei der Realisierung unterstützen möchte, hat die Chance, einen Betrag in beliebiger Höhe zum Filmprojekt beizusteuern. Natürlich gibt es für alle Unterstützer auch exklusive Dankeschöns – so besteht unter anderem die Möglichkeit, im Abspann des Films als Unterstützer genannt zu werden, eine Blu-ray des Films vor der Veröffentlichung in Händen zu halten oder gar in einer Gastrolle im Film mitspielen zu dürfen. Wer allerdings mitmachen möchte, muss sich beeilen, denn die Aktion läuft nur noch bis einschließlich kommenden Sonntag, 7. Mai, 23.59 Uhr!

David Kade (Produktionsassistent), Julia Schubeius (Regie), Carina Witte (Produktionsleitung), Christoph Gehl (Bildgestaltung/Kamera) und Arno Augustin (Sounddesign). (Foto: Anatol Käbisch)

David Kade (Produktionsassistent), Julia Schubeius (Regie), Carina Witte (Produktionsleitung), Christoph Gehl (Bildgestaltung/Kamera) und Arno Augustin (Sounddesign). (Foto: Anatol Käbisch)

Sollte das Fundingziel nicht erreicht werden, gehen die kompletten Spenden an die Unterstützer zurück, wobei dem Filmteam in diesem Fall natürlich die Gelder für die Realisierung des Projektes fehlen. Die Dreharbeiten, die im Ruhrgebiet und in Lüdenscheid stattfinden, sind für den Sommer geplant, wobei im Juni vor allem die Außenaufnahmen und im Juli die Innenaufnahmen für den Kinofilm realisiert werden. Wenn der Streifen fertiggestellt ist, soll dieser dann im Dortmunder U, in Bochum und nach Möglichkeit auch in Lüdenscheid seine Premiere feiern.

Nach der Premiere ihres Films gehen Julia Schubeius und ihr Team auf Festivaltour. (Foto: Björn Othlinghaus)

Nach der Premiere ihres Films gehen Julia Schubeius und ihr Team auf Festivaltour. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Danach gehen wir dann die nächsten zwei Jahre auf Festivaltour, hoffen auf viele Auszeichnungen und suchen während dieser Zeit einen Verleiher“, erklärt Julia Schubeius. Doch zunächst muss der Film, von dem allerdings bereits ein Teaser angefertigt wurde, finanziert und realisiert werden. Für den Dreh benötigen die Filmemacher nach eigenen Angaben auch noch etliche Komparsen. Wer also Lust hat, einmal in einem Kinofilm zu sehen zu sein, schreibt eine entsprechende Mail an info@einandererfilm.de. Weitere Infos zu dem Projekt gibt es unter www.einandererfilm.de oder www.facebook.com/einandererfilm.

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Kategorie: Film & TV, Hinterfragt

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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