Bühne, Lesung
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Krimi-Festival „Mord am Hellweg“ mit „Ostfriesenkiller“ Klaus-Peter Wolf

(Foto: Björn Othlinghaus)
Bei der Lesung ganz in seinem Element: Klaus-Peter Wolf. (Foto: Björn Othlinghaus)

Klaus-Peter Wolf, der Schöpfer der bekannten Ostfriesen-Krimis mit Kult-Kommissarin Ann Kathrin Klaasen, ist nicht nur ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler.

Es steckt auch ein begnadeter Entertainer in dem Mann, der in Gelsenkirchen geboren wurde und aufwuchs, sich jedoch inzwischen in der ostfriesischen Stadt Norden-Norddeich zuhause fühlt. Zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung erlebten am Samstag, 6. Oktober 2018, die 250 Krimi-Fans im restlos ausverkauften Science Center der Phänomenta in Lüdenscheid, als der Autor gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der unter anderem durch ihre Sendungen im Kinderkanal KiKA bekannten Kinderliedermacherin und Kinderbuchautorin Bettina Göschl, beim Krimifestival „Mord am Hellweg“ in Lüdenscheid zu Gast war.

Das eigentliche Lesen nimmt bei Klaus-Peter Wolf eher einen geringen Teil der Zeit ein. Viel länger wird erzählt, geplaudert, gelacht und Musik gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das eigentliche Lesen nimmt bei Klaus-Peter Wolf eher einen geringen Teil der Zeit ein. Viel länger wird erzählt, geplaudert, gelacht und Musik gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Natürlich stellte Wolf, der in jedem Jahr zwei Kriminalromane veröffentlicht, an diesem Abend auch seine beiden aktuellen Werke, das zweite Buch um den von den Lesern längst heiß geliebten Psychopathen Dr. Bernhardt Sommerfeldt, „Totentanz am Strand“, und seinen neuen Ann Kathrin Klaasen-Krimi „Ostfriesenfluch“ vor. Doch oft waren seine ausführlichen Plaudereien mit Anekdoten aus dem Alltag eines Krimi-Autoren, die er mit viel Witz und Leidenschaft und darüber hinaus bestens gelaunt vortrug, fast noch unterhaltsamer als die Lesepassagen, die von Wolfs großer Rezitations- und Spielfreude geprägt waren. Man merkt, dass ihm seine Figuren ans Herz gewachsen sind und er sie für sein Publikum zum Leben erwecken möchte – einfach nur langweilig Vorlesen ist seine Sache nicht.

Das Science-Center der Phänomenta war ausverkauft. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Science-Center der Phänomenta war ausverkauft. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die musikalischen Teile mit Bettina Göschl, die auf ihren beiden Alben „Ostfriesen-Tango“ und „Ostfriesen-Blues“ ihrem Lebensgefährten, seinem Beruf und einigen seiner Roman-Figuren zahlreiche Lieder gewidmet hat, trugen sehr zum Unterhaltungswert der Veranstaltung bei. Klaus-Peter Wolf sang mit großer Leidenschaft auch gerne bei einem Duett mit, das ein Freund für das Paar geschrieben hatte. Der gelesene Part aus „Totentanz am Strand“, der noch im Ruhrgebiet spielte, wo Sommerfeldt auf der Flucht vor Ermittlerin Ann-Kathrin Klaasen abgetaucht war, machte deutlich, was die Faszination an der Figur des Psychopathen ausmacht, der beileibe nicht nur böse ist. Es handelt sich vielmehr um einen Menschen, der hoch gebildet, belesen und empathisch ist und sogar den Kontakt zu anderen Menschen vermisst, denen er seine Morde natürlich nicht beichten kann.

Hochbetrieb am Büchertisch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Hochbetrieb am Büchertisch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dumm nur, dass er all jene, die seinem Gerechtigkeitssinn nicht entsprechen, gleich aus dem Weg räumt. Die Lesung aus dem Roman „Ostfriesen-Fluch“ nach der Pause widmete sich dagegen Rupert, einem Polizeikollegen Klaasens, der in jedes Fettnäpfchen tritt und eine weitere Kult-Figur aus dem Wolf-Universum ist, für die einige Leser sogar einen eigenen Fanclub gegründet haben. Bei der Szene handelt es sich um eine kleine Slapstick-Einlage, die wenig mit dem eigentlichen Fall zu tun hat, von dem natürlich auch nicht so viel verraten werden sollte. In der Zeit, in der die beiden nicht auf der Bühne standen, signierten sie Bücher und CD’s, und zwar vor und nach der Lesung ebenso wie in der Pause, um dem Ansturm der Fans Herr zu werden. Derweil verkaufte das Thalia-Team am Büchertisch so viele Romane, Kinder- und Jugendbücher, dass manche Fans bei einigen Titeln an diesem Abend leer ausgingen.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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