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Local Aid – Musik mit Flüchtlingen für Flüchtlinge

(Foto: Björn Othlinghaus)
Menschen kennenlernen und gemeinsam Musik genießen – die Atmosphäre beim Konzert stimmte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die erste Benefiz-Veranstaltung der Initiative „Local Aid“ im Kulturhaus Lüdenscheid war ambitioniert, und umso höher ist ihr großer Erfolg zu bewerten. Der Bühnensaal des Kulturhauses war zum bersten gefüllt, die Veranstaltung komplett ausverkauft.

Dabei waren nicht nur Menschen ins Kulturhaus gekommen, die auf angenehme Weise etwas für die Flüchtlingshilfe tun wollten. Die Veranstalter hatten vielmehr auch zahlreiche Flüchtlinge eingeladen, die gerne zur begeisternden Musik mitfeierten und den Kontakt zu den Lüdenscheidern suchten.

Markus Hartkopf (links) und Klaus Sonnabend (mitte) - Mitglieder im Organisationsteam und Musiker in der Local-Aid-Band. (Foto: Björn Othlinghaus)

Markus Hartkopf (links) und Klaus Sonnabend (mitte) – Mitglieder im Organisationsteam und Musiker in der Local-Aid-Band. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Konzept des Organisationsteams mit den Musikern Klaus Sonnabend, Markus Hartkopf, Arthur Dulinski, Ingo Starink und Ivo Rissone, begeisternde Live-Musik sowie informative Diskussionen und Gespräche mit der Möglichkeit der Kontaktaufnahme zwischen Lüdenscheidern und Flüchtlingen zu verbinden, ging auf ganzer Linie auf. Während rund 70 Flüchtlinge mit ihren Familien die Veranstaltung kostenlos besuchen durften, war es den übrigen Gästen freigestellt, wieviel sie für ihre Tickets an diesem Abend zahlen – die kompletten Einnahmen kamen der Flüchtlingshilfe zugute.

Rudolf F. Nauhauser begeisterte am Saxophon. (Foto: Björn Othlinghaus)

Rudolf F. Nauhauser begeisterte am Saxophon. (Foto: Björn Othlinghaus)

Moderiert von den beiden Brüdern Christoph und Stefan Klusemann, von denen letzterer auch die Übersetzung und Zusammenfassung einiger Interviewpassagen auf Englisch für die Flüchtlinge übernahm, sorgte der Unterhaltungsteil mit den unzähligen heimischen Musikerinnen und Musikern für gelöste Stimmung im Saal – dabei zeigte sich einmal mehr, dass Musik eine universelle Sprache ist, die die Menschen zusammenführen kann. Die Local-Aid Band, bestehend aus Ingo Starink (Keyboard), Markus Hartkopf (Gitarre/Gesang), Klaus Sonnabend (Gitarre/Gesang), Ivo Rissone (Bass/Gesang) und Daniel Hartkopf (Drums, Gesang) bildete den Kern der Veranstaltung, dem sich unzählige musikalische Gäste wie Arthur Dulinski (Gesang), Thomas Wurth (Gitarre/Gesang), Luka Merschmann (Saxophon), Susanne Redding (Gesang), Deniz Kutlu (Saz), Anja Bitzhenner (Gesang), Alex Frenzel (rappte seinen eigenen Song „Kilometer“) und Rudolf F. Nauhauser (Saxophon) anschlossen. Ferner begeisterte im zweiten Teil der Local-Aid-Chor, der sich aus Sängern dreier regionaler Gospelchöre zusammensetzte und von Matthias Ortmann geleitet wurde.

Mitfeiern erwünscht!

Die zahlreichen Songs regten ausnahmslos zum Mitfeiern an. Beim Opener „With A Little Help From My Friends“ machte Markus Hartkopf Joe Cocker reibeisenstimmliche Konkurrenz, und bei „Wonderful World“ zeigte Trompeter Thomas Wurth, dass er auch als Sänger hervorragend bei Stimme ist.

Christina Appelt (mit Mikro) stellte ein Fotoprojekt mit Flüchtlingen vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Christina Appelt (mit Mikro) stellte ein Fotoprojekt mit Flüchtlingen vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Großartig gestaltete sich inmitten der Fülle hörenswerter Live-Musik unter anderem Anja Bitzhenners Gesangspart beim Song „One“ von U2 oder Arthur Dulinskis Interpretation des Stevie-Wonder-Krachers „Supersticious“, der den Saal förmlich zum Kochen brachte. Poetry-Slammer Marian Heuser überzeugte mit einer Rezitation seines Textes „Er so, ich so“. Der Diskussions- und Info-Part der Veranstaltung setzte sich einerseits aus einer Diskussionsrunde zusammen, in der Michael Wirth (Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werkes), Jutta Beißner und Jens-Oliver Branscheid (Johanniter), Zehra Kayis (Integrationsrat Lüdenscheid) und der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas jeweils aus ihrer Sicht zum Flüchtlingsthema Stellung bezogen.

Poetry-Slammer und Autor Marian Heuser trug seinen Text "Er so, ich so" vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Poetry-Slammer und Autor Marian Heuser trug seinen Text „Er so, ich so“ vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ferner hörten die Gäste ein Interview mit Wolfgang Luck vom Lions Club Lüdenscheid-Lennetal über Deutschkurse für Flüchtlinge, einen Bericht von Michael Wirth über seine Erfahrungen im Rahmen eines Hilfsgütertransportes nach Jordanien im Jahr 2011 sowie eine Abhandlung mit Ulrike Tütemann über die Foto-Ausstellung „Freunde“, die sie mit dem Fotografen Guido Raith initiierte. Die Künstlerin Christina Appelt berichtete über ein Foto-Projekt mit Flüchtlingen. Bewegend gestalteten sich schließlich die Berichte der seit vielen Jahren in Lüdenscheid lebenden Migranten Doraisamy Rajagopal und Agabek „Agi“ Bagdasarjan.

Volles Haus! (Foto: Björn Othlinghaus)

Volles Haus! (Foto: Björn Othlinghaus)

Letzterer lebt seit mehr als 20 Jahren nur mit einer Duldung in der Bergstadt, konnte aber dennoch eine Ausbildung in der Lüdenscheider Fleischerei Geier absolvieren und arbeitet dort als Koch. Abschließend erhielten alle Gäste und Beteiligten der Veranstaltung ein Erinnerungsbüchlein, dessen Fotos während der Veranstaltung von Iris Kannenberg und Björn Othlinghaus erstellt wurden und das die Druckerei Seltmann, ebenfalls noch während der Veranstaltung, auf ihren Maschinen druckte.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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