Bühne, Lesung
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Marie-Luise Marjan und Herbert Knorr vergießen Pumpernickelblut

(Foto: Björn Othlinghaus)
Diesmal nicht in der Lindenstraße, sondern in Sachen Mordaufklärung unterwegs: Marie-Luise Marjan. (Foto: Björn Othlinghaus).

Die Lesungen von Krimi- und Thriller-Autor Herbert Knorr sind in der Regel alles andere als gewöhnlich, hat er doch meist einen prominenten Mitstreiter an seiner Seite.

Begleitete ihn auf seiner letzten Lesetour noch der Kabarettist Fritz Eckenga, war am Samstag, 7. Oktober 2017, im Rahmen seiner Lesung im Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrum in Lüdenscheid aus dem aktuellen Roman „Pumpernickelblut“ die Schauspielerin Marie-Luise Marjan an seiner Seite.

Herbert Knorr ist nicht nur erfolgreicher Krimi-Autor, sondern auch Initiator und Kurator des Krimi-Festivals "Mord am Hellweg". (Foto: Björn Othlinghaus)

Herbert Knorr ist nicht nur erfolgreicher Krimi-Autor, sondern auch Initiator und Kurator des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Marjan, die durch ihre Paraderolle als Helga Beimer in der Lindenstraße einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt hat, übernahm einige der teils skurrilen Frauenfiguren des Buches und erweckte sie durch ihr Spiel und eine sichtliche Freude an den farbigen Charakteren des Werkes trefflich zum Leben. Der Leseabend wurde vom Perthes-Werk in Zusammenarbeit mit der VHS Lüdenscheid sowie Sponsoren wie der Adler-Apotheke, der Thalia-Buchhandlung und der Sparkasse durchgeführt. Udo Terschanski, Einrichtungsleiter des Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrums, konnte sich erwartungsgemäß über eine nahezu ausverkaufte Veranstaltung freuen. Herbert Knorr lernte Marie-Luise Marjan im Zuge des größten Krimi-Festivals Europas, „Mord am Hellweg“, kennen, das der Autor selbst im Jahr 2002 mit aus der Taufe hob und noch heute kuratiert. Der Ort der Lesung wurde mit Bedacht gewählt, denn schließlich spielt auch das Buch in einem Seniorenheim.

Marie-Luise Marjan signierte an diesem Abend nicht nur den Krimi "Pumpernickelblut" mit, sondern auch ihr eigenes Buch "Ganz unerwartet anders". (Foto: Björn Othlinghaus)

Marie-Luise Marjan signierte an diesem Abend nicht nur den Krimi „Pumpernickelblut“ mit, sondern auch ihr eigenes Buch „Ganz unerwartet anders“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Anna Müller wurde dort als frisch gebackene Belegungsmanagerin eingestellt und muss sogleich mit der 84-jährigen Hobby-Miss-Marple Else Erpenbeck garstige Betrügereien und heimtückische Morde aufklären. Für so etwas hat Anna eigentlich gar keine Zeit, hat sie doch genug damit zu tun, sich über ihren untreuen Ex-Ehemann Jan zu ärgern und sich in den feschen jungen Kommissar zu verlieben, der zum ermitteln in die Residenz kommt. Mit Vergnügen schlüpfte Marie-Luise Marjan gleich in mehrere Frauenrollen, darunter eine ehemalige Schauspielerin, welche mühsam ihren längst verblichenen Glanz aufrecht erhalten will, die trotz ihres Leberschadens überaus trinkfeste Paula und natürlich die patente Hobby-Detektivin Else, mit Anna Müller eine der beiden Protagonistinnen des Romans.

Herbert Knorr widmete sich nach der Veranstaltung den zahlreichen Zuschauern für persönliche Worte und eine Signatur im Buch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Herbert Knorr widmete sich nach der Veranstaltung den zahlreichen Zuschauern für persönliche Worte und eine Signatur im Buch. (Foto: Björn Othlinghaus)

Zwischen den Passagen aus dem Buch „Pumpernickelblut“ versäumten es Marjan und Knorr nicht, angeregt aus ihrem Leben zu plaudern. Während der Autor manche Hintergründe sowie eigene Erlebnisse und Erfahrungen schilderte, die zu Beschreibungen im Buch geführt hatten, sprach Marie-Luise Marjan über ihre Zeit am Theater vor der Lindenstraße. Gerne erinnerte sie sich zum Beispiel an ihre Arbeit am Bochumer Schauspielhaus, wo sie nicht selten unter Regisseuren arbeitete, die kein Wort Deutsch sprachen. „Da kam das meiste der Inszenierungen dann nicht vom Regisseur, sondern von uns, dem Ensemble“, erinnert sich Marjan, die an vielen renommierten Theatern spielte, darunter die Freie Volksbühne Berlin.

Ein Foto mit allen Beteiligten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein Foto mit allen Beteiligten. (Foto: Björn Othlinghaus)

Darüber hinaus erzählte sie einiges über ihr eigenes Buch „Ganz unerwartet anders“, in dem Marie-Luise Marjan, die bei Stiefeltern aufgewachsen ist, über die Suche nach ihrem Vater berichtet, bei der sie eine ganze Großfamilie fand. Am Ende des überaus unterhaltsamen und kurzweiligen Abends standen Marie-Luise Marjan und Herbert Knorr noch zum Signieren ihrer Bücher und für Gespräche zur Verfügung. „Pumpernickelblut“ von Herbert Knorr erschien im Pendragon-Verlag, „Ganz unerwartet anders“ von Marie-Luise Marjan wurde bereits 2015 im Bastei-Lübbe-Verlag veröffentlicht.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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