Bühne, Lesung
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Krimi-Festival Mord am Hellweg – Schwedische Kriminacht

(Foto: Björn Othlinghaus)
Martin Österdahl stellte seinen Debüt-Roman „Der Kormoran“ vor. (Foto: Björn Othlinghaus)

Schweden gilt nicht erst seit Henning Mankell als Land herausragender Krimiautoren.

Aus diesem Grund wurden am Sonntag, 21. Oktober 2018, bei der „Schwedischen Kriminacht“ im Rahmen des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“ gleich drei neue schwedische Autoren mit ihren neu erschienenen Werken vorgestellt. Das Interesse an der Veranstaltung, die vor Ort wieder von der VHS Lüdenscheid auf die Beine gestellt wurde, war so groß, dass der Saal der Lüdenscheider Stadtbücherei komplett ausverkauft war. Zwei Autoren – Anna Tell und Martin Österdahl – waren mit ihren viel beachteten Debüt-Romanen angereist, während Emelie Schepp mit dem vierten Band ihrer populären Reihe um die Staatsanwältin Jana Berzelius, die längst zu einem internationalen Erfolg geworden ist, nach Lüdenscheid gekommen war.

Die Schwedische Kriminacht im Saal der Stadtbücherei war ausverkauft. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Schwedische Kriminacht im Saal der Stadtbücherei war ausverkauft. (Foto: Björn Othlinghaus)

Alle drei Autoren hatten auch ihre deutschen Lesestimmen mitgebracht, die im Anschluss an kurze Lesungen auf Schwedisch umfangreichere Parts der Bücher in deutscher Sprache rezitierten. Die Moderation der Lesung sowie einige Interviews mit den Autoren übernahm die Journalistin, Autorin und Redakteurin Margarete von Schwarzkopf, für die musikalische Begleitung zeichnete Norbert Labatzki verantwortlich, der mit der Akustikgitarre und gegen Ende auch mit dem Saxophon bewaffnet Krimi-Lieder wie „Der Mörder ist immer der Gärtner“ oder „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ anstimmte. Zum Auftakt stellte Anna Tell ihr Erstlingswerk „Vier Tage in Kabul“ vor. Wie der Titel bereits impliziert, spielt die Handlung nicht nur in Schweden, sondern zur Hälfte in Afghanistan, wo die Autorin einige Jahre lang lebte und dort für das schwedische Militär tätig war.

Anna Tell präsentierte ebenfalls ein Erstlingswerk, und zwar ihren Roman "Vier Tage in Kabul". (Foto: Björn Othlinghaus)

Anna Tell präsentierte ebenfalls ein Erstlingswerk, und zwar ihren Roman „Vier Tage in Kabul“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auch ihre Heldin Amanda Lund hält sich als schwedische Polizeiausbilderin und Verhandlungsführerin für in Jahr in Afghanistan auf und muss im Zuge des Verschwindens zweier Diplomaten als Verhandlungsführerin auftreten. Ursprünglich, so erfuhr der Zuhörer nach der kurzen Lesung in schwedischer Sprache durch die Autorin selbst sowie in deutscher Sprache durch Schauspielerin Christina Maria Greve, sollte ihr Debüt-Roman fast komplett in Kabul spielen, wogegen jedoch der Verlag Einspruch erhob. Nun spielt im Roman auch noch eine komplizierte Liebesgeschichte in Schweden eine Rolle, denn die toughe Heldin Amanda Lund liebt dort einen verheirateten Mann. Der erfolgreiche Roman wird auch fortgesetzt: ein zweiter Band erscheint in Deutschland im Frühjahr 2019, ein dritter ist bereits in Arbeit. Auch der zweite Autor des Abends, Martin Österdahl, hat mit „Der Kormoran“ ein spektakuläres Debüt abgeliefert, das sich ebenso wie Anna Tells Buch gegen die üblichen Krimi-Konventionen – ein Mord geschieht und im Anschluss folgt die Mördersuche – stellt.

Anna Tell und Martin Österdahl beim signieren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Anna Tell und Martin Österdahl beim signieren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Werk, dessen deutsche Leseparts von dem Schauspieler Peter Lohmeyer rezitiert wurden, der bereits zum zweiten Mal bei „Mord am Hellweg“ dabei war, spielt im Sankt Petersburg des Jahres 1996. Nachdem ein Hackerangriff Stockholms Mobilfunknetz lahmgelegt hat, muss Russlandexperte Max Anger nicht nur in diesem Fall ermitteln. Er begibt sich auch auf die Suche nach seiner russischen Freundin Paschie, die in Sankt Petersburg spurlos verschwunden ist. Obwohl das Werk in den 90er Jahren spielt, ist die Hackerproblematik, die darin geschildert wird, hochaktuell. Autor Oesterdahl war 20 Jahre lang für das Fernsehen tätig und Programmdirektor eines schwedischen TV-Senders, bevor er sich dazu entschloss, als Autor zu arbeiten.

Emelie Schepp hat sich mit ihren Romanen über Staatsanwältin Jana Berzelius bereits international einen Namen gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Emelie Schepp hat sich mit ihren Romanen über Staatsanwältin Jana Berzelius bereits international einen Namen gemacht. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der letzte Teil der gut dreistündigen Leseveranstaltung gehörte der Autorin Emelie Schepp, die sich bereits eine große Leserschaft erarbeiten konnte und den vierten Teil einer Thriller-Reihe um Staatsanwältin Jana Berzelius, „Im Namen des Sohnes“, dem deutschen Publikum präsentierte. Die deutschen Leseparts übernahm dabei Schauspielerin Julia Nachtmann, die auf intensive Weise eine besonders spannende Szene rezitierte, in der ein Vater hilflos am Telefon miterleben muss, wie seine Ehefrau ermordet und sein Kind entführt wird.

Schauspieler Peter Lohmeyer, die deutsche Erzählstimme von Martin Österdahl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Schauspieler Peter Lohmeyer, die deutsche Erzählstimme von Martin Österdahl. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jeder Band der Reihe, bei der die Autorin betont, dass die Romane auch einzeln für sich gelesen werden können ohne Kenntnis der vorangegangenen Bände, erzählt sowohl eine abgeschlossene Kriminalgeschichte als auch die Buchübergreifende Story der Protagonistin, die als Kind traumatisches erlebte. Alle drei Autoren standen in der Pause und nach der Lesung zum signieren ihrer Werke zur Verfügung, die am Thalia-Büchertisch reißenden Absatz fanden. „Vier Nächte in Kabul“ von Anna Tell erschien im Rowohlt-Verlag, „Der Kormoran“ von Martin Österdahl und „Im Namen des Sohnes“ von Emelie Schepp bei Blanvalet.

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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