Dagewesen, Musik
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Novemberrock 2016 – Eine rundum gelungene Premiere

(Foto: Björn Othlinghaus)
Jörn Rüter, Sänger der Kneipenterroristen. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein veritables Rock-Paket wurde am Freitag, 4. November und Samstag, 5. November 2016 für die Musikfans in der Schützenhalle Lüdenscheid geschnürt. Der zweitägige Novemberrock startete am Freitag mit einem Gig, der U2- und Queen-Fans mit zwei überragenden Tribute-Formationen ansprach.

Doch bevor die Musiker von „In the Name of Love – Tribute to U2“ sowie die Queen Kings die Bühne betraten, heizte das heimische Duo Breddermann mit einer halbstündigen Covershow die Stimmung an. Christian Breddermann übernahm den Gesang und bearbeitete mit viel Temperament und Rhythmus das Cajon, Erkan Besirlioglu spielte die Akustik-Gitarre.

Das Duo Breddermann. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das Duo Breddermann. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bei Songs wie „Applaus, Applaus“, „Wonderwall“ und „Proud Mary“ feierten die Zuschauer bereits begeistert mit. In the Name of Love – Tribute to U2 traten an diesem Abend erstmals öffentlich auf. Die fünfköpfige Truppe um Sänger Lukas Dylong zauberte im Anschluss an den Opener „Hello, Hello“ versiert und enthusiastisch die zahlreichen Hits der Supergruppe aus dem Ärmel. Auf der Setlist fehlte kein bekannter Song der Iren, weder „Beautiful Day“ noch der Gospel „Angel of Harlem“ sowie Stücke zum Mitsingen wie „Where The Streets Have No Name“ oder „Sunday, Bloody Sunday“. Von der wohl berühmtesten U2-Scheibe „Rattle & Hum“ stammt das Hendrix-Cover „All Along The Whatchtower“ das Sänger Dylong, unterstützt von den Musiker Hendrik Oberbossel (Gitarre), Martin Groll (Keyboard), Mario Levin-Schröder (Bass) und Arne Gröschel (Schlagzeug) gesanglich mit Bravour meisterte. Der Auftritt der Queen-Kings hatte für viele Fans auch etwas wehmütiges, handelte es sich doch um das letzte Konzert von Frontmann Mirko Bäumer, der zu der Kölner Kult-Combo Bläck Fööss wechselt.

Lukas Dylong, Frontmann der Band In the Name of Love - Tribute to U2. (Foto: Björn Othlinghaus)

Lukas Dylong, Frontmann der Band In the Name of Love – Tribute to U2. (Foto: Björn Othlinghaus)

Umso mehr brachte er noch einmal auf seine unnachahmliche Weise das Freddie-Mercury-Feeling und dessen unvergessene Hits auf die Bühne. Bei „Under Pressure“ überzeugte Bäumer im Duett mit Sängerin Susann de Bollier, ein ausgiebiges Basssolo von Rolf Sander veredelte das funkige „Another One Bites The Dust“. Und keiner außer Freddie himself schmachtet so schön „Love Of My Life, Don’t Leave Me“, natürlich mit den Fans als Chor. Deutlich härter ging es am Samstag zu. Die Kneipenterroristen aus Hamburg starteten ihre Band-Karriere zunächst als Böhse-Onkelz-Tribute-Band, bevor sie mit eigenen Stücken Erfolge verzeichneten.

Mirko Bäumer, Sänger der Queen-Kings, absolvierte seinen letzten Auftritt mit der Band. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mirko Bäumer, Sänger der Queen-Kings, absolvierte seinen letzten Auftritt mit der Band. (Foto: Björn Othlinghaus)

In ihren Songs dreht sich alles um „Rotlicht, Party, Rock’n Roll“. Auch über leckeren Gerstensaft singen die „Holstenfetischisten“ gern und hauen denselben auch auf der Bühne reichlich weg. Eine nicht ganz werkgetreue Übersetzung des Uriah-Heep-Klassikers „Lady in Black“, die mit Textzeilen wie „Sie kam zu mir am morgen, und wollt‘ es mir besorgen“ dann eher den Bereich Rotlicht abdeckte, gab den Fans eine gute Gelegenheit, den markanten, aber textfreien Refrain lauthals zu intonieren. Der knallharten Deutschrock-Dröhnung folgte die spektakuläre Show der Rammstein-Tribute-Band Feuerengel, die einmal mehr mit bombastischer Pyrotechnik aufwartete.

"Es ist Mein Teil!" Feuerengel. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Es ist Mein Teil!“ Feuerengel. (Foto: Björn Othlinghaus)

Als krachenden Opener wählten die Feuerengel den auch unter den Rammstein-Fans eher umstrittenen Song „Ramm4“, in dem lediglich Textteile alter Songs zusammengefrickelt wurden. Pyrotechnisch boten die Feuerengel um Sänger Boris Delic alles, was man von ihnen erwartet: sprühende Feuerfontänen, Flammenwerfer, brennende Mikrofonständer bei „Asche zu Asche“, überraschende Knalleffekte und natürlich eine zünftige Horrorshow mit Machete und blutbesudelter Schlachterschürze, begleitet vom Skandalsong „Mein Teil“. Der durchweg unterhaltsame Novemberrock lockte vor allem am Samstag viele Musikfans in die Schützenhalle.

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Kategorie: Dagewesen, Musik

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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