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Rroyce präsentieren ihr neues Album „Karoshi“ in Bochum-Langendreer

(Foto: Björn Othlinghaus)
Rroyce ließen sich feiern bei der Release-Party zum Album „Karoshi“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Es wurde viel schwarz getragen am Samstag, 17. September 2016 im Studio 108 des Bahnhofs Bochum-Langendreer – die Pop- und Wave-Formation Rroyce stellte an diesem Abend ihren zweiten Longplayer „Karoshi“ vor.

Da die Combo gerne, wenn auch meist mit einem Augenzwinkern, musikalisch für düstere Stimmung sorgt, waren zur Release-Party viele Vertreter der Gothic-Wave-Szene gekommen, wo sich das Dortmunder Trio bereits einen guten Namen erspielt hat.

Bei einem der ruhigeren Stücke war bei Sänger Carsten Kriegler Einhornknuddeln angesagt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bei einem der ruhigeren Stücke war bei Sänger Carsten Kriegler Einhornknuddeln angesagt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Eigentlich sollte an diesem Abend neben dem Album auch das Video zum Song „I Like It When You Lie“ vorgestellt werden, das in Teilen auf dem Gelände der AVL Autoverwertung in Lüdenscheid gedreht wurde. Hier zerstörten die Musiker Kamera-tauglich einen VW Polo mit dem Vorschlag-Hammer. Die Gewinner des Deutschen Rock- und Poppreises 2013 (1. Preis „beste Gothic-Wave-Band“, 2. Preis „beste Elektropop-Band“) präsentierten den Clip im Rahmen der Veranstaltung aber wieder Erwarten noch nicht, versprechen aber die baldige Veröffentlichung auf den einschlägigen Plattformen, insbesondere Youtube, in den nächsten Tagen. Wer also gespannt auf das Video gewartet hatte, muss sich nun noch ein wenig gedulden.

Fels in der Brandung am Keyboard: Kay Lippka. (Foto: Björn Othlinghaus)

Fels in der Brandung am Keyboard: Kay Lippka. (Foto: Björn Othlinghaus)

Dafür bekamen die Fans jedoch einen mehr als dreistündigen Konzertabend geboten, der keine Wünsche offen lies. Zunächst trat das Dortmunder Trio, bestehend aus Carsten Kriegler (Gesang), Kay Lippka (Keyboard) und André Lelittko (Gitarre, Bass) als sein eigener Support-Act auf. „Warum?“, fragte Frontmann Kriegler zu Beginn des Gigs. „Weil wir es können“, lieferte er die Antwort gleich mit.

Ein freundschaftliches Verhältnis pflegt die Band zu ihren Fans. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ein freundschaftliches Verhältnis pflegt die Band zu ihren Fans. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Support-Teil des Konzertes deckte die klassischen Stücke der Band ab, die insbesondere auf dem Debüt-Album „Dreams & Doupts & Fears“ zu finden sind, darunter das deutschsprachige „Nimmermehr“, das ein wenig an die älteren Stücke von Unheilig erinnert. Beim Song „Bohemian Life“ zeigte sich dann eindrucksvoll, dass die Band über sehr treue und engagierte Fans verfügt, als einer von ihnen auf die Bühne gebeten wurde und den Song gemeinsam mit den Musikern textsicher zum Besten gab. Spätestens beim stampfenden „Run, Run, Run“ kam somit schon lange vor der eigentlichen Album-Präsentation beste Stimmung auf.

Auf der Überholspur mit dem Saiteninstrument: André Lelittko. (Foto: Björn Othlinghaus)

Auf der Überholspur mit dem Saiteninstrument: André Lelittko. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der zweite Teil des umfangreichen Programms widmete sich dann ganz der neuen Scheibe „Karoshi“, die auf fette Elektronik-Beats, satten Sound und eingängige Melodien setzt. Obwohl erst zwei Videos – „The Principle Of Grace“ und „Who Needs“ – sowie ein Album-Teaser zu „Karoshi“ vorab veröffentlicht worden waren, wurde das Album hervorragend von den Fans angenommen, denn die eingängigen Tracks des Werkes wirkten bei dieser ersten, leidenschaftlichen Live-Präsentation bereits wie alte Bekannte. Kaum je wird das gebrochene Herz so wunderbar schwülstig besungen wie in „Who Needs“, und die Möglichkeit, irgendwo auf der Welt einen Zwilling zu haben, der genau so aussieht und genauso lebt wie man selbst, inspirierte die Band zu „Siamese Dreaming“.

Singen mit Emotion: Carsten Kriegler. (Foto: Björn Othlinghaus)

Singen mit Emotion: Carsten Kriegler. (Foto: Björn Othlinghaus)

Aber auch rhythmische Midtempo-Nummern wie „Running With The Sheep“, bei dem in der zentralen Hookline eine entfernte Verwandtschaft zu „I Just Can’t Get Enough“ von Depeche Mode nicht zu leugnen ist, bereicherten das Programm und sorgten dafür, das trotz düsterer Texte gute Laune über den gesamten Abend hinweg angesagt war. Somit ist die Band sicher nicht nur eine Empfehlung für Anhänger der „schwarzen Szene“, sondern auch für all jene, die erstklassigen Elektropop mit vielen Anleihen in die 80er Jahre mögen. Derzeit ist die hörenswerte Formation mit „Karoshi“ deutschlandweit auf Tour, unter anderem in Berlin, München, Erfurt und Oberhausen. Der Abschlussgig findet am Samstag, 3. Dezember 2016, ab 20 Uhr in der Dechenhöhle in Iserlohn statt.

Andrang beim Signieren am Merch-Stand. (Foto: Björn Othlinghaus)

Andrang beim Signieren am Merch-Stand. (Foto: Björn Othlinghaus)

Weitere Infos zur Tour gibt es unter www.rroyce.de. Nach mehr als drei Stunden Live-Musik sowie zwischen den beiden Programmteilen legte der israelische DJ Oren Amram im Studio 108 auf und servierte eine Extraportion Pop und Wave vom Plattenteller. Im Anschluss an den durchweg spannenden Auftritt mischten sich die drei Musiker noch ausgiebig unter ihre Fans, signierten CD’s und feierten im Rahmen der After-Show-Party bis in die frühen Morgenstunden mit.

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Kategorie: Dagewesen, Musik

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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