Dagewesen, Musik
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Sam Maldocks Radio Gaga rockt das Lüdenscheider Kulturhaus

(Foto: Björn Othlinghaus)
Jackie Bredie trat unter anderem als Amy Winehouse auf. (Foto: Björn Othlinghaus).

Musikfans dürfte das Herz aufgegangen sein bei einer Show wie „Sam Maldocks Radio Gaga“. Die von Bernd Böhne konzipierte Produktion, die am 7. April 2017 von Radio MK vor rund 300 Zuschauern im Theatersaal des Kulturhauses präsentiert wurde, vereint unter dem größten Radio der Welt eine Vielzahl von Superhits der Vergangenheit und Gegenwart.

Mit über 200 Kostümen und versierten Sänger und Musikern sorgte die quirlige Show, die sich durch ihre aufwändige, abwechslungsreiche und musikalisch hochklassige Präsentation von gängigen Cover- und Tribute-Shows wohltuend unterschied, für angenehme Unterhaltung, die trotz ihrer veritablen Lauflänge von fast drei Stunden nie langweilig wurde.

Sam Romdhane widmete sich unter anderem den Songs von Bruno Mars und Michael Jackson. (Foto: Björn Othlinghaus)

Sam Romdhane widmete sich unter anderem den Songs von Bruno Mars und Michael Jackson. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die Produktion tourt durch ganz Deutschland, wobei Kooperationen mit lokalen Radiosendern erfolgen. In Lüdenscheid wurde die Show von Radio MK präsentiert. Im Anschluss an die Begrüßung durch die beiden Radio-MK-Moderatoren Markus Duda und Kathrin Kuhlemann sowie eine kleine Comedy-Einlage von Bernd Böhne als Facility-Manager switchte sich der Altenaer Musiker Tlako Mokgadi alias Radio-Moderator Sam Maldock durch die Jahrzehnte der Pop- und Rock-Geschichte.

Tlako Mokgadi führte nicht nur als Radiomoderator durch das Programm, sondern überzeugte auch als Sänger. (Foto: Björn Othlinghaus)

Tlako Mokgadi führte nicht nur als Radiomoderator durch das Programm, sondern überzeugte auch als Sänger. (Foto: Björn Othlinghaus)

Der Host, der durch die Show führte, war angelehnt an den bekannten Radio-Moderator Mal Sondock, einem US-Amerikaner aus Austin/Texas, der in den 60er und 70er Jahren in Deutschland unter anderem im WDR die Radio-Sendung „Diskothek“ für die damals junge Generation produzierte und zum Kult wurde. Zudem gilt Sondock als Erfinder der Diskotheken in Deutschland. Im Laufe der Show inmitten des riesigen Radios als Kulisse kamen allerdings sowohl Oldie-Liebhaber als auch Fans moderner Pop-Musik auf ihre Kosten.

Mit farbenfrohen Kostümen unternahmen die Akteure eine Reise durch die Pop-Geschichte. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit farbenfrohen Kostümen unternahmen die Akteure eine Reise durch die Pop-Geschichte. (Foto: Björn Othlinghaus)

In farbenfrohen Show-Kostümen brannten die Sängerinnen Sabine Roodus, Silke Cosmar, Carmen Purperhart und Jacky Bredie sowie der Sänger und Tänzer Sam Romdhane und Tänzer Ben Isankunya ein Feuerwerk authentisch dargebotener Songs ab. Für das satte Soundfundament sorgte dabei die Radio City Band, bestehend aus Michael Meier (Musical Director und Schlagzeug), Martin Hausmann (Gitarre), John de Silva (Bass), Björn Stäwen (Keyboard) und Jay Smith (Saxophon). Ganz so wie in einem Radio, in dem alle Sender durchgeswitcht werden, präsentierte das Programm in lockerer Reihenfolge Oldies und aktuelle Hits.

Carmen Purperhart. (Foto: Björn Othlinghaus)

Carmen Purperhart. (Foto: Björn Othlinghaus)

Gestartet wurde zum Beispiel in den 90ern mit dem Roxette-Hit „Turn The Radio On“, treffend interpretiert von Sabine Roodus und Silke Cosmar. Im nachfolgenden Programm machte Roodus unter anderem auch als Pink mit „Try“ sowie als Lady Gaga („Poker Face“) eine hervorragende Figur und unternahm dabei auch den einen oder anderen Abstecher ins Publikum, um für noch mehr gute Laune bei den Musikfans zu sorgen. Stimmwunder Adele, von der sie „Rolling In The Deep“ zum Besten gab, wäre wohl ebenfalls vom besonderen Timbre der Sängerin überzeugt gewesen. Auch Sam Romdhane hielt es nicht immer auf der Bühne. Sein Steckenpferd war unter anderem Michael Jackson, von dem er ein Medley mit den bekanntesten Hits von „Billy Jean“ über „Thriller“ bis „Beat It“ hochprofessionell auf die Bretter brachte, aber auch einige Titel von Bruno Mars und sogar der 80er-Jahre-Klassiker „Tainted Love“ von Soft Cell wurden von dem Sänger und Tänzer authentisch zu Gehör gebracht.

Bernd Böhne als Falko brachte Wiener Schmäh in den Konzertsaal. (Foto: Björn Othlinghaus)

Bernd Böhne als Falko brachte Wiener Schmäh in den Konzertsaal. (Foto: Björn Othlinghaus)

Die viel zu früh verstorbene Amy Winehouse erweckte Jackie Bredie mit ihrem Hit „Valerie“ zu neuem Bühnenleben. Carmen Purperhart überzeugte dagegen unter anderem mit Whitney Houstons „Dance With Somebody“, aber legte auch gegen Ende der Show gemeinsam mit Bernd Böhne im Hausmeister-Outfit eine augenzwinkernde Version der Schnulze „Up Where We Belong“ aus dem Film „Ein Offizier und Gentleman“ hin, mit der im Original Joe Cocker und Jennifer Warnes in den 80er Jahren einen Hit landeten.

Das große Finale mit allen Akteuren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Das große Finale mit allen Akteuren. (Foto: Björn Othlinghaus)

Böhne wirkte zudem noch als Falko und Elvis in der Show mit. Tlako Mokgadi hatte schließlich als Moderator nicht nur viel interessantes aus der Welt der Musik zu berichten, sondern steuerte als versierter Sänger und Musiker auch seinen Teil zu den opulenten Musikdarbietungen bei, zum Beispiel mit dem Bob-Marley-Klassiker „No Women No Cry“. Nicht nur bei der Zugabe „We Are Family“ ernteten alle Beteiligten „Standing Ovations“ und begeisterten Applaus für die gelungene Produktion.

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Kategorie: Dagewesen, Musik

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

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