Märkischer Kreis, Musik, Regionales
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Walk the Line – Der Verein Onkel Willi & Söhne plant ein cooles Kultur- und Musikfestival

(Foto: Björn Othlinghaus)
Architekt Linus Wortmann, Matthias Czech und Steffen Schulte-Lippern (Onkel Willi & Söhne): nur drei der Beteiligten an „Walk the Line“. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit „Walk the Line“ wollen die Mitglieder des Vereins Onkel Willi & Söhne ein in Lüdenscheid noch nie dagewesenes Kunst- und Musikfestival auf die Beine stellen.

Schauplatz der Veranstaltungsreihe, deren Events jeweils samstags am 25. Februar, 25. März und 22. April 2017 ab 18 Uhr stattfinden werden, sind die leer stehenden Pavillons am Bahnhof in Lüdenscheid. „Unsere Idee ist es, in den neun Pavillons jeweils Events unterschiedlicher musikalischer Genres in einem jeweils dazu passenden Ambiente zu gestalten“, erklärt Matthias Czech vom Verein Onkel Willi & Söhne.

Graffiti-Künstler Yves Thomé gestaltet die "Labambar", in der Rock'n Roll der 50er Jahre zum Einsatz kommt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Graffiti-Künstler Yves Thomé gestaltet die „Labambar“, in der Rock’n Roll der 50er Jahre zum Einsatz kommt. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jung und Alt sollen von dem Angebot angesprochen werden, das in einer einzigen Straße die Liebhaber von 90er-Jahre-Musik, Heavy Metal, Schlager, Rock, Rock’n Roll der 50er Jahre, Hip-Hop, Techno sowie stilechtem Jamaika-Reggae gleichzeitig an einem Abend zufriedenstellt. Darüber hinaus wird im ehemaligen Kiosk am Anfang der Line ein ebensolcher an den drei Veranstaltungstagen wieder eingerichtet, in dem sich die Besucher mit Dosenbier, Süßigkeiten und allem, was sonst noch nützlich ist, versorgen können. Nicht nur in Bezug auf die Innenausstattung der Pavillons, sondern auch von außen soll an der künstlerischen Gestaltung sofort sichtbar sein, welche Musik die Besucher drinnen erwartet. Das Projekt, in das laut Matthias Czech insgesamt rund 100 Personen involviert sind, ist ambitioniert, ungewöhnlich und aufwändig, vor allem im Hinblick auf den erbarmungswürdigen Zustand der Gebäude, die nicht nur schön gestaltet, sondern auch unter sicherheitstechnischen Aspekten wieder hergerichtet werden müssen.

Street-Art-Artist Davis Pahl mit seinem (noch unfertigen) Street-Art-Kunstwerkes mit einer Abbildung des Schauspielers Steve Urkle. (Foto: Björn Othlinghaus)

Street-Art-Artist Davis Pahl mit seinem (noch unfertigen) Street-Art-Kunstwerkes mit einer Abbildung des Schauspielers Steve Urkle. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Und das für insgesamt 18 Stunden Veranstaltungsvergnügen“, gibt Czech zu bedenken. Seit rund einer Woche sind deshalb am Bahnhof zahlreiche Handwerker, aber auch Künstler bei der Arbeit und engagieren sich ehrenamtlich für das aufwändige Projekt, an dem ausschließlich Lüdenscheider beteiligt sind. Mit im Boot ist dabei auch der Architekt Linus Wortmann, ohne dessen Mithilfe die Pavillons gar nicht genutzt werden dürften. „Unter anderem müssen für den Betrieb mit Publikum extra noch zwei Fluchttüren in die Gebäude eingebaut werden“, erklärt der Architekt. Wortmann ist auch der Herr über einen riesigen Schlüsselbund, mit dem den Handwerkern und Künstlern Zugang zu den Gebäuden verschafft werden kann. „Die Schlüssel mussten wir erst einmal sorgfältig beschriften, damit nicht vor jeder Tür das große Suchen einsetzt“, meint Wortmann schmunzelnd.

Jochen Gorges zeichnet unter anderem für die Elektrik und Statik der Pavillons verantwortlich. (Foto: Björn Othlinghaus)

Jochen Gorges zeichnet unter anderem für die Elektrik und Statik der Pavillons verantwortlich. (Foto: Björn Othlinghaus)

Während im Innenbereich derzeit hauptsächlich fleißige Helfer und Handwerker wie zum Beispiel Alrounder Jochen Gorges tätig sind, der für die Elektrik und Statik verantwortlich zeichnet, machen sich vorwiegend im Außenbereich Graffiti- und Street-Art-Künstler aus Lüdenscheid ans Werk, um die Pavillons zu echten Schmuckstücken werden zu lassen. Da ist zum Beispiel Graffiti-Künstler Theo Bogdano, der die Fenster des „Rockschuppens“ mit abstrakten Graffiti-Buchstaben verziert. „Auf Glas zu sprühen ist eine besondere Herausforderung, da muss man sehr präzise arbeiten“, weiß Bogdano.

"Auf Glas zu sprühen ist eine besondere Herausforderung." Graffiti-Künstler Theo Bogdano. (Foto: Björn Othlinghaus)

„Auf Glas zu sprühen ist eine besondere Herausforderung.“ Graffiti-Künstler Theo Bogdano. (Foto: Björn Othlinghaus)

Mit einer anderen Technik arbeitet dagegen Street-Art-Artist Davis Pahl, der für die Gestaltung des 90er-Jahre-Pavillons mit dem Titel „Bon Voyage“ zuständig ist. Für seine Abbildung des Schauspielers Steve Urkle aus der 90er-Jahre-Sitcom „Alle unter einem Dach“ schnitt er in achtstündiger Arbeit eine Schablone, mit der er sein Kunstwerk dann auf die Wand aufbringen konnte. „Da werden aber noch mehrere zusätzliche Farbschichten aufgesprüht, so dass sich die Optik bis zum fertigen Motiv noch stark verändert“, erklärt Davis Pahl.

Architekt Linus Wortmann ist Herr des großen Schlüsselbundes für die Pavillons. (Foto: Björn Othlinghaus)

Architekt Linus Wortmann ist Herr des großen Schlüsselbundes für die Pavillons. (Foto: Björn Othlinghaus)

Ergänzend zu diesem Motiv wird der Künstler auch noch Graffiti-Elemente für das Gebäude gestalten. Die „Labambar“, in der Rock ’n Roll der 50er Jahre gespielt werden soll, verziert dagegen der Lüdenscheider Künstler Yves Thomé passend mit einem feschen Pinup als Motiv. Der Eintritt in sämtliche Pavillons wird an allen drei Veranstaltungstagen frei sein, während die Einnahmen für Speisen und Getränke wieder einem guten Zweck zukommen sollen. Den werden die Veranstalter vom Verein Onkel Willi & Söhne noch rechtzeitig vor dem Start der Event-Reihe bekannt geben.

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Kategorie: Märkischer Kreis, Musik, Regionales

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In einer Ramsch-Kiste mit Taschenbüchern wurde ich, gerade mal 10 Jahre alt, fündig. Das – wie ich im Nachhinein feststellte – inkompetenteste Film-Nachschlagewerk dieser Erde, „Das Lexikon des Science-Fiction-Films“ von Roland M. Hahn, weckte mein Interesse für bewegte Bilder. Ich „zerlas“ es völlig (und auch seine nicht weniger missratenen Nachfolger über die Genres „Fantasy“ und „Horror“). Echtes Interesse für die Pop- und Rockmusik kam dagegen erst Jahre später – mit der ersten eigenen kleinen Hifi-Anlage und der CD „The Road to Hell“ von Chris Rea.

2 Kommentare

  1. Angelika Otters sagt

    Ein freundliches Hallo an euch,
    Haben mit Interesse eure Aktionen verfolgt, Echt toll, was ihr bewegt!
    Fragen: Habt ihr auch geplant, Livemusik an oder in den Pavillons stattfinden zu lassen?
    Finden auch im Sommer ‚Walk the Line‘ Aktionen statt?

    Wir sind die Band ‚Lounge Sound‘ (auch bei Facebook) und würden gern einen musikalischen Beitrag leisten.

    Liebe Grüße
    Angelika Otters

    • Björn sagt

      Hallo Angelika,
      wir auf Worteffekte berichten ja nur darüber, Ansprechpartner wäre da Matthias Czech, der über Facebook erreichbar ist. Es finden mindestens noch zwei Walk-the-Line-Veranstaltungen statt, ob noch weitere geplant sind weiß ich nicht. Setzt Euch am besten mal mit Matthias in Verbindung :-).
      Beste Grüße
      Björn Othlinghaus
      http://www.worteffekte.de

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